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Zwischenbericht des Runden Tisches
„Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren“
Berlin, Januar 2010

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Prof. Dr. Manfred Kappeler:
Zwischen den Zeilen gelesen – Kritik des „Zwischenberichts“ des Runden Tisches Heimerziehung
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Zum Begriff “Zwangsarbeit” - Wer definiert richtig?

Rheinische Kirche beschÀftigte 1.200 Zwangsarbeiter
DĂŒsseldorf (epd). Die rheinische evangelische Kirche hat wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs etwa 1.200 Zwangsarbeiter beschĂ€ftigt. Im Einzelnen seien bislang 478 FĂ€lle nachgewiesen, sagte der Historiker Uwe Kaminsky am Dienstag in DĂŒsseldorf bei der Vorstellung seines Buches «Dienen unter Zwang». Es ist die erste grĂ¶ĂŸere Studie zu Zwangsarbeit im Bereich der christlichen Kirchen wĂ€hrend des NS-Zeit. Etwas mehr als die HĂ€lfte der Betroffenen waren den Angaben zufolge «Ostarbeiter» aus der Sowjetunion, ĂŒberwiegend junge Frauen. BeschĂ€ftigt wurden sie vor allem in der Land- und Forstwirtschaft sowie in KrankenhĂ€usern und Heimen der Diakonie als Putzhilfen und in WĂ€schereien, vereinzelt auch als Haushaltshilfen in kinderreichen Pfarrfamilien. Die Kirche sei an einem Zwangs- und Unrechtssystem beteiligt gewesen und bekenne diese Schuld, sagte der rheinische PrĂ€ses und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Manfred Kock. «Auch das System von Kirche und Diakonie war im Zweiten Weltkrieg daran beteiligt, dass Menschen die WĂŒrde genommen wurde.» Die dunklen Seiten der Vergangenheit mĂŒssten aufgedeckt werden, «um den Opfern auch auf diese Weise Gerechtigkeit widerfahren zu lassen». Kock rĂ€umte ein, die Kirche sei «spĂ€t mit der inhaltlichen Aufarbeitung, hoffentlich nicht zu spĂ€t». Der Direktor der rheinischen Diakonie, Reinhard Witschke, Ă€ußerte sich «beschĂ€mt» darĂŒber, dass «Kirche und Innere Mission in das staatliche System der Knechtung auslĂ€ndischer ArbeitskrĂ€fte eingebunden waren». Die Scham werde dadurch nicht geringer, dass die Zahl vergleichsweise klein und die Zwangsarbeiter «relativ human untergebracht waren», sagte Witschke dem epd.
http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2002_04_23_4_ekir_zwangsarbeiter.html

Zwischenbericht "Runder Tisch Heimerziehung" S.21:
Bei einigen der Arbeiten in Heimen wurden mögliche gesundheitliche
SchĂ€digungen vernachlĂ€ssigt. Ziel war aber keinesfalls ein der Zwangsarbeit der NS-Zeit entsprechendes Konzept der gezielten Existenzvernichtung durch hĂ€rteste körperliche Arbeit. Auch aus diesem Grunde kann der in Deutschland historisch besetzte Begriff der „Zwangsarbeit“ nicht verwendet werden – auch wenn Kinder und Jugendliche zur Arbeit gezwungen wurden und auch wenn sie dies als „Zwangsarbeit“
empfunden haben.

Dierk Schaefers Blog
Zwangsarbeit? Doch nicht im Kinderheim!
http://dierkschaefer.wordpress.com/2010/05/21/zwangsarbeit-doch-nicht-im-kinderheim/

Die Rolle der GrĂŒnen zum Thema OpferentschĂ€digung

Volker Beck: Zwangsarbeiter-Stiftung Modell fĂŒr Heimkinder
12. Dezember 2009, 18:08 Uhr
Die vor zehn Jahren initiierte Stiftung zur EntschĂ€digung der NS-Zwangsarbeiter könnte dem GrĂŒnen-Politiker Volker Beck zufolge ein Modell fĂŒr eine EntschĂ€digung der Heimkinder sein.
Berlin. Eine Stiftung oder ein Fonds gĂ€ben mehr Spielraum als ein Leistungsgesetz, um EinzelfĂ€llen bei der EntschĂ€digung gerecht zu werden, sagte der Parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrer der GrĂŒnen-Bundestagsfraktion in einem EPD-GesprĂ€ch in Berlin. Dies könne ein Ergebnis des Runden Tisches Heimerziehung sein.
In einem Gesetz mĂŒsse klar definiert werden, welches Schicksal Grundlage fĂŒr eine EntschĂ€digungszahlung sein könne. Unter UmstĂ€nden wĂŒrden in einem Gesetz auch erhebliche Anforderungen bei der BeweisfĂŒhrung gestellt. Im Einzelfall könne es dann zu schwierigen Situationen kommen, weil der Betroffene den Nachweis nicht liefern könne, erlĂ€uterte Beck, der sich als Bundestagsabgeordneter seit 1994 fĂŒr eine EntschĂ€digung der NS-Zwangsarbeiter eingesetzt hatte.
Eine Stiftung könne hingegen flexibler arbeiten, weil sie sich außerhalb von bestimmten RechtsansprĂŒchen bewege. Allerdings mĂŒssten die Betroffenen selbst entscheiden, welchen Weg sie gehen wollten, sagte Beck. Zur Aufarbeitung des Schicksals ehemaliger Heimkinder aus den 50er und 60er Jahren tagt seit Februar dieses Jahres ein Runder Tisch Heimerziehung, der unter anderem die Frage einer EntschĂ€digung klĂ€ren will. Zwischen 1950 und den 70er Jahren waren rund 800.000 Kinder und Jugendliche in Heimen untergebracht und in großem Umfang entwĂŒrdigt, geprĂŒgelt und zur Arbeit gezwungen worden.
Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ zur EntschĂ€digung der NS-Zwangsarbeiter wurde im Jahr 2000 eingerichtet. Im Dezember 1999 hatten sich Wirtschaft und Bundesregierung darauf geeinigt, jeweils fĂŒnf Milliarden Mark (2,55 Milliarden Euro) zur VerfĂŒgung zu stellen. Bis 2007 zahlte die Stiftung an 1,66 Millionen ehemalige Zwangsarbeiter insgesamt 4,37 Milliarden Euro aus.
Beck bezeichnete dies als „humanitĂ€r großen Erfolg“. „Wir haben einen ernsthaften Beitrag geleistet, um vielen Opfern an ihrem Lebensende ein paar zusĂ€tzliche Möglichkeiten einzurĂ€umen, nachdem sie in ihrem Leben ein so schweres Schicksal erlitten hatten.“ Gerade fĂŒr die noch lebenden ehemaligen Zwangsarbeiter in Osteuropa seien die EntschĂ€digungssummen zwischen 2.500 und 7.500 Euro ein erheblicher Betrag gewesen. (epd/abendblatt.de)
http://
www.abendblatt.de/politik/deutschland/art icle1305696/Volker-Beck-Zwangsarbeiter-Stift ung-Modell-fuer-Heimkinder.html

 Opfervertreter Michael Witti am 21.01.2010 an Volker Beck, MdB (BĂŒndnis90 GrĂŒne)
DIE WAHRHEIT ZUM OPFERSCHUTZ
OFFENER BRIEF AN DIE MITVERANTWORTLICHEN
10 000 TAUSENDE NS OPFER UM IHR RECHT GEBRACHT...
Lassen Sie mich nun noch den Exkurs zum Ghettorentengesetz (ZRBG ) machen . Auch das ist wichtig fĂŒr  „Ihre „ Rolle gegenĂŒber den NS Opfern und was den ehemaligen Heimkindern droht.

Es war unausgesprochen bekannt, dass die NS Zwangsarbeiterregelung nicht ganz die jĂŒdischen AnsprĂŒche- die AnsprĂŒche meiner Mandantschaft – befriedigte. Ein Schwerpunkt der Stiftung floss nach Osteuropa zu nichtjĂŒdischen Opfern.  Das BverfG judizierte damals zum Ende der NS Zwangsarbeiterverhandlungen echte Rentenzeiten zugunsten von Ghettoarbeitern/hĂ€ftlingen.

 In enger Zusammenarbeit konnte ich damals den Komplex mit Sonderbotschafter Bindenagel thematisieren. 

Leider wurde dann meine Mitarbeit am ZRBG – und Gesetzgebungsverfahren – abgelehnt. Ich mutmasste damals Geheimabsprachen dazu. Mitarbeiten durfte ich nicht und verantworte auch nicht das desaströse Ergebnis fĂŒr NS Opfer.

 Jedenfalls verabschiedete die ROT / GRÜNE Bundesregierung das ZRBG.

Ich konnte, von 1000enden Opfern mandatiert, diese vertreten. Zu Beginn gab es eine enorme Anzahl von zuerkannten Renten nach dem ZRBG, der abrupt abbrach. RĂŒckfragen bei den VersicherungstrĂ€gern erklĂ€rten mir dann, dass man dort erbost war , eine EntschĂ€digungsregelung (man sah es nicht als Rentenregelung ) aus der Rentenkasse zu zahlen und man verweigerte .

 Dabei berief man sich auf das Gesetz, das wĂ€hrend Ihrer Regierungsverantwortung entstand, und dessen Wortlaut . Dieser entstand ohne meine Beteiligung  und enthielt die absurde Vorschrift :

 Rentenberechtigung  nur dann , wenn man freiwillig !!! und gegen Geld !!!  im Ghetto arbeitete. Ein genialer Ausschlussgrund, den Profis nie zulassen durften, den aber Ihre Regierungspartei ins Gesetz verabschiedete. Nicht ich, Ihre Partei war verantwortlich  fĂŒr diesen absurden Gesetzeswortlaut, der nun ĂŒber Jahre ĂŒber 90 % der GhettohĂ€ftlinge von der Rente ausschloss.

 MĂŒsig zu spekulieren, warum gerade bei mir von den zuerkannten 6 % fast 25 %  hĂ€ngenblieben. Bei der Kanzlei, die beste Kenntnis und Verbindungen zum empfindlichen USA und dessen Rechtssystem hatte.

 Trotzdem blieb es ĂŒber Jahre bei Ablehnungen – wegen des Gesetzeswortlautes

 Kleine Anfragen zum Bundestag – offizielles Verfahren - zum Misstand beim Ghettorentengesetz fĂŒhrten zur BestĂ€tigung der restriktiven Regelung. Unter ROT/GRÜNER Regierungsverantwortung wurde das missglĂŒckte Gesetz zementiert.

Um es nocheinmal festzuhalten – der Bundestag, dominiert von ROT / GRÜN zementierte die Katastrophe und bestĂ€tigte , dass es gewollt ist nur bei freiwilliger Arbeit und Barentlohnung die Rente zu erhalten . Das war Willen beim Entwurf des Gesetzes.Sie tragen immer vor engst um diese Opfergruppe sorge zu tragen .

Es wurden hunderte Richterstellen und GeschĂ€ftsstellen bei den Sozialgerichten eingerichtet, nur zur Abwehr der Klagen der NS Opfer gegen die Ablehnung des Ghettorentenantrags. Die Gerichte, die wegen Hartz IV Klageflut zusammenbrechen wurden zuvor schon von Klagen der GhettohĂ€ftlinge ĂŒberflutet . Das Gesetz belastete die öffentlichen Kassen mit Millionen.

 Ăœber 90 % der betagten NS Opfer gingen leer aus, als Folge eines unnötig missglĂŒckten Gesetzes.
http://
www.michaelwitti.de/
kompletter Brief : hier klicken

Vollmer fordert unbĂŒrokratische EntschĂ€digung fĂŒr Heimkinder

Focus online 16.04.2010, 17:30
Missbrauch
Vollmer fordert unbĂŒrokratische EntschĂ€digung fĂŒr Heimkinder
Die Vorsitzende des Runden Tisches fĂŒr misshandelte Heimkinder, Antje Vollmer, hat sich fĂŒr eine unbĂŒrokratische EntschĂ€digung der Opfer ausgesprochen. Sie fĂŒrchte, dass viele Betroffene „sehr bĂŒrokratische, detaillierte PrĂŒfverfahren“ nicht verkraften wĂŒrden, sondern als weiteres Unrecht empfinden wĂŒrden, sagte die frĂŒhere BundestagsvizeprĂ€sidentin am Freitag in Berlin.

Vertreterin der Heimkinder fordert EntschÀdigungen
Eine Vertreterin der ehemaligen Heimkinder, Sonja Djurovic, kritisierte die schnelle Einsetzung des Runden Tisches der Bundesregierung zu FĂ€llen sexuellen Missbrauchs. „Wir haben den Eindruck, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird“, sagte sie. Weil „EliteschĂŒler“ betroffen seien, habe man in rasantem Tempo einen Runden Tisch gegrĂŒndet, die ehemaligen Heimkinder dagegen hĂ€tten jahrelang dafĂŒr kĂ€mpfen mĂŒssen. Djurovic forderte „eine angemessene finanzielle EntschĂ€digung“ der ehemaligen Heimkinder.
http://
www.focus.de/politik/weitere-meldungen/mis sbrauch-vollmer-fordert-unbuerokratische-entscha edigung-fuer-heimkinder-_aid_499318.html

Dazu Michael Witti, Opfervertreter, am 25.5.2010
Sehr geehrte Frau Dr. Vollmer ,
 erlauben Sie mir zu einer Ihrer Äusserungen (unten als erste Anlage angefĂŒgt )  , dass die Missbrauchsopfer – Heimkinder- pauschal – unbĂŒrokratisch - entschĂ€digt werden sollten eine AnfĂŒgung als StaatsbĂŒrger .
 
Ich kann mich an viele meiner frĂŒheren Verfahren erinnern , die dann , sobald der Opferanspruch fĂŒr die Verursacher empfindlicher und prĂ€zisierter wurde und unausweichlich wurde , den Opfern mit dem Ziel der PrĂ€judizierung in der Öffentlichkeit , dahingehend entgegengekommen wurde , dass den Opfern sogenannte grosszĂŒgige , pauschale und unbĂŒrokratische EntschĂ€digung zugesichert wurde. Das war dann von der Hoffnung getragen , dass dann die darbenden Opfer zugreifen und die ungebildete Öffentlichkeit Nachforderungen als Gier bezeichnet. Darauf ziehlt Ihre GrosszĂŒgigkeit der AnkĂŒndigung pauschaler EntschĂ€digung ab .

Nun wurde Ihnen ja , nachdem Sie durch Ihr Verhalten auch gegenĂŒber dem VEH ein Mediendebakel fĂŒr die Kirchen geschaffen haben - wir warnten vor den Folgen den VEH entgegen Zusage zu exkludieren und wir baten vergebens Staats – und KirchenfĂŒhrung sich mit uns vor Ihren Interessen zu schĂŒtzen - der Hauptkomplex sexueller Missbrauch , der die meisten Heimkinder betrifft, entzogen . Ich bedanke mich bei der FDP , dass meine Analysen zu Ihrem Verhalten zur Kenntnis genommen wurden und so wurde der Sache neuer Spirit eingehaucht.
  Nun aber zu Ihrer Aussage der pauschalen EntschĂ€digung :
Brief komplett: hier klicken

Zum Willen zur Aufarbeitung von Verbrechen an Heimkindern

Nicht 900.000 € zur AufklĂ€rung von Verbrechen an Heimkindern sondern nur 400.000
Die dem RTH bewilligten 400.000 Euro, daran sei hier noch einmal erinnert, sind weniger als die HĂ€lfte der vom Bundestag der Regierung empfohlenen und in einem Projektentwurf gut begrĂŒndeten Finanzierung. Dieser Eingriff des Familienministeriums unmittelbar vor der Einsetzung des Gremiums hatte die gewĂŒnschten Folgen: Mit der Reduzierung auf zwei Personalstellen fĂŒr Organisation und Kontakte mit Ehemaligen Heimkindern und mit der Reduzierung von Sachmitteln, der unter anderem der Aufbau eines dringend notwendigen bundesweiten Netzwerks zum Opfer gefallen ist, musste der RTH strukturell und inhaltlich permanent ĂŒberfordert sein und auf „Sparflamme“ arbeiten. Ein weiterer Grund fĂŒr das magere Ergebnis von einem Jahr „intensiver Aufarbeitung“. Diese „Ausstattung“ war eine Missachtung der Ehemaligen Heimkinder. Die Ablehnung der Finanzierung einer wahrscheinlich notwendigen VerlĂ€ngerung um einige Monate wĂŒrde diesen politisch gewollten Geburtsfehler des RTH noch verschĂ€rfen. 400.000 Euro fĂŒr die „Aufarbeitung“ eines jahrzehntelangen Unrechts an hunderttausenden Kindern und Jugendlichen in der alten Bundesrepublik, die durch verbotene Kinderarbeit und verbotene Zwangsarbeit Millionen-BetrĂ€ge erwirtschaften mussten, mit denen sie das System, in dem sie gedemĂŒtigt, missbraucht und geknechtet wurden, auch noch selbst finanzieren mussten – das ist ein Skandal, der durch den sich in falscher Harmonisierung ergehenden Zwischen-bericht verdeckt wird.
http://
www.gewalt-im-jhh.de/Kappeler_zu_ZB_RTH.pdf

1,6 Millionen Euro: Die teure Imagepflege der Ursula von der Leyen
Ursula von der Leyen will das Image ihres Ministeriums aufpolieren: Mit 1,6 Millionen Euro aus dem Etat soll klammheimlich eine externe Kommunikationsstelle aufgebaut werden. Die tatsĂ€chlichen Kosten dĂŒrften deutlich höher liegen.
BERLIN. Ursula von der Leyen will ihr Image mit Beratungsleistungen in Höhe von 1,6 Millionen Euro aufpolieren. Dazu plant die Arbeitsministerin eine GeschĂ€ftsstelle außerhalb ihres Hauses, die sie der Öffentlichkeit offenbar vorenthalten will.
Die zu erbringende Leistung erfordere ein hohes "Maß an Vetraulichkeit und Geheimhaltung", heißt es in einem internen geheimen Strategiepapier, das dem Handelsblatt vorliegt.
http://
www.handelsblatt.com/politik/deut schland/1-6-millionen-euro-die-teure-im agepflege-der-ursula-von-der-leyen;259 3210
 

TOP-News Runder Tisch Heimkinder 18.06.2010 09:02

Rund oder eckig?
von Ernst Elitz

Mehr Ecken und Kanten im politischen Handeln fordert Ernst Elitz, GrĂŒndungsintendant des Deutschlandradios. Der runde Tisch ist zur Allzweck-Waffe der Politik verkommen. Klare Entscheidungen und AutoritĂ€t sollten die Politiker von heute auszeichnen.

Da steht er nun, der Runde Tisch, das gute StĂŒck der Republik. Will ein Politiker EntscheidungsstĂ€rke beweisen, ohne genau zu wissen, worĂŒber und wie er entscheiden soll, greift er zum Ikea-Katalog und bestellt einen Runden Tisch, hiebfest fĂŒr das GesprĂ€ch zwischen den Religionen, beißfest zum Thema Zahnersatz und Krankenkasse. Gratis mitgeliefert werden die drei SchlĂŒsselworte, die alle Runden Tische umkreisen: „Aufarbeiten“, „Augenhöhe“ , „ergebnisoffen“ und der Standardsatz fĂŒr die Eröffnungsrede: „Die Politik ist einig, dass gehandelt werden muss. Allerdings bestehen unterschiedliche Vorstellungen darĂŒber, was zu tun ist“ (Originalzitat). Also reden wir mit dem BĂŒrger im Internet-Chat ĂŒber „runde oder eckige tische“ und erkunden, was er von unserem Staatsmöbel hĂ€lt.

Der Runde Tisch ist SchĂŒlermitverwaltung. Kaum sitzt der BĂŒrger, ist er gerĂŒhrt, dass er mitreden darf – ĂŒber Bildung, Gentechnik oder GewĂ€sserschutz. Doch leider hört keiner ihm zu. Verborgen im dichten Nebel des Desinteresses schrieb der 2003 einberufene Runde Tisch „Pflege“ in seinem Schlussdokument alles auf, was uns aus der Altersmisere heraushelfen könnte: mehr Pflegepersonal, weniger Verwaltungsaufwand, Hilfe fĂŒr Familien, Orientierung an den BedĂŒrfnissen der Betroffenen. Das Gutachten wurde abgelegt und verstaubte. Heute lamentiert der Bundestag ĂŒber den Zustand der Pflegeheime, als hĂ€tte es den Runden Tisch und seinen Sachverstand niemals gegeben.

In einem Zwischenbericht stellte der 2008 vom Bundestag einberufene „Runde Tisch Heimerziehung“ unwidersprochen fest: „Geschlossene Systeme
bieten keine SchutzrĂ€ume, sondern Orte, in denen körperliche und psychische Misshandlungen und in manchen FĂ€llen auch sexuelle Gewalt möglich waren und nicht oder nur unzureichend unterbunden oder geahndet wurden.“ Das klingt wie von heute, aber blieb folgenlos, denn als das Thema besprochen wurde, gönnten sich die Behördenvertreter ihren tarifvertraglich zugesicherten Mittagsschlaf. Auch der nĂ€chste Satz riss sie nicht aus dem Schlummer. Er war nicht weniger deutlich: „Aufsichts- und Kontrollinstanzen waren offenbar nicht in der Lage oder gewillt, diese MissstĂ€nde – selbst wenn sie bekannt wurden – abzustellen.“ Dem folgte ein mĂŒdes GĂ€hnen. Die eingeschlafenen Kultusminister waren weder willens noch in der Lage, diese Erkenntnisse des Runden Tisches auf die ihrer Aufsicht anvertrauten Schulen und Internate zu ĂŒbertragen. Kein Heimkind wurde entschĂ€digt, kein Missbrauchsfall von einer Behörde enthĂŒllt.

Wer verĂ€ndern will, braucht Entscheidungsmut. Wer bewegen will, braucht AutoritĂ€t. Entscheiden können nur Regierungen und Parlamente. Deshalb gehören die Grundfragen unseres Zusammenlebens auf den Tisch von Regierungskommissionen, die nach angelsĂ€chsischem Vorbild berufen werden – mit Sachkunde, Prominenz und Durchsetzungskraft. Britische Kabinette können sich den Empfehlungen der Royal Commissions nur schwer widersetzen, denn der Gesetzgeber hat sie stark gemacht.
Hierzulande sieht sich die politische Klasse mit Runden Tischen besser bedient. Wird dort ein Problem zerredet oder verpufft es im Streit, hat die Politik den Schuldigen schon parat: den BĂŒrger, der sich des Großmuts der Politiker nicht fĂŒr wĂŒrdig erwies.

Runde Tische fördern die Bequemlichkeit. Sie gehören ins Bonner Haus der Geschichte – neben die Kohl’sche Strickjacke und den Nierentisch. Entscheiden ist eckig und unbequem und birgt Verletzungsgefahren. Ein Politiker, der dieses Risiko scheut, muss zur Berufsberatung.
http://
www.veh-mediencenter.de/news.php?nid=21

Runder Tisch - Ehemalige Heimkinder verlangen mehr als Anerkennung
Die Opfervertreter am Runden Tisch, den die ehemalige Bundestags-VizeprĂ€sidentin Antje Vollmer (GrĂŒne) leitet, haben ihre Forderungen nun schriftlich formuliert und an die Vertreter von Staat, Kirchen und WohlfahrtsverbĂ€nden adressiert. Sie verlangen eine Opferrente von 300 Euro im Monat, die auf keine andere staatliche Leistung anzurechnen sein soll.
"Wir haben uns an vergleichbare FĂ€lle, wie etwa die der SED-Opfer oder der Heimkinder in der ehemaligen DDR, gehalten", erlĂ€utert Djurovic. Letztere haben, anders als die Heimkinder in der Bundesrepublik, einen Anspruch auf EntschĂ€digungen, weil fĂŒr sie das "Gesetz ĂŒber die Rehabilitierung und EntschĂ€digung von Opfern rechtsstaatswidriger Strafverfolgungsmaßnahmen im Beitrittsgebiet" gilt. Djurovic macht geltend: "Bei uns gab es ebensolche Heime, in denen ebensolches Unrecht geschah."
Die 300 Euro Rente, die die Heimkinder jetzt fordern, sollen nach ihren Vorstellungen von den ehemaligen TrĂ€gern der Heime in einen Fonds gezahlt werden. Zu diesem Zweck solle eine Stiftung gegrĂŒndet werden - samt Beirat der Opfer mit Vetorecht.
http://
www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2840410_Runder-Tisch-Ehemalige-Heimkinder-verl angen-mehr-als-Anerkennung.html
GrĂŒndung einer Stiftung angeregt
Damit halten sich die Opfervertreter am Runden Tisch an die Empfehlungen einer Expertise der UniversitĂ€t Göttingen, die sich mit den Rechtsfragen der Heimerziehung befasst. Der Vorteil einer Fonds- oder Stiftungslösung bestĂŒnde darin, dass die Kriterien einer Auszahlungen von Leistungen bis zu einem gewissen Grad von der Rechtslage gelöst werden könnte, die zu der Zeit vorherrschte, in der das Unrecht begangen wurde, heißt es in der Expertise. Staat und Kirchen sollten nach dem Willen der Heimkinder auch die Kosten fĂŒr Traumatherapien ĂŒbernehmen.
"Die heute noch lebenden ehemaligen Heimkinder erwarten eine EntschĂ€digung", sagt Sonja Djurovic. Der Heimaufenthalt habe viele fĂŒr ihr Leben beschĂ€digt. "Es wĂ€re skandalös, wenn am Ende des Runden Tisches keine finanzielle EntschĂ€digung fĂŒr die Heimkinder beschlossen wĂŒrde." Man appelliere deshalb an die Verantwortlichen am Runden Tisch, sich dem Antrag der Heimkindervertreter anzuschließen.
"Wir halten uns an vergleichbare FĂ€lle wie die der Heimkinder in der DDR." Sonja Djurovic, ehemaliges Heimkind
http://
www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0713/politik/0044/index.html

Gregor Gysi zum Thema ehemalige Heimkinder und Wiedergutmachung!
Peter Henselder: Ich habe Gregor Gysi am Samstag auf einer Großveranstaltung (600.000 Besucher) in die Frage gestellt, was der Bundestag zum Thema ehmalighe Heimkinder im kommenden Jahr machen will.
Hier seine Antwort: http://
de.sevenload.com/sendungen/Top-TV-im-OKB/folgen/AbTlzzR-Gysi-zu-Heimkinder

Peter Henselder:
Top-TV Sondersendung am 27.7.2010 von 19:20 Uhr bis 20:15 Uhr auf ALEX, Offener Kanal Berlin
Sendeinhalt: GesprÀch mit Frau Dr. Christine Bergmann, Bundesministerin a.D. und Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs
Die Sendung ist im Kabel Deutschland in Berlin und Brandenburg zu sehen. Ferner wird sie Live ĂŒber das Internet: http://
www.alex-berlin.de/tv zu sehen sein.
Am 29.7.2010 wird diese Sendung auf
www.top-medien-berlin abgespeichert sein.

14. Juli 2010
EKD-Ratschef PrÀses Nikolaus Schneider: Missbrauch nicht bagatellisieren
Kirche - Gegen jede Bagatellisierung des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen hat sich der amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), PrÀses Nikolaus Schneider, gewandt. Er bat die Opfer zugleich um Entschuldigung. ...
Im Hinblick auf EntschĂ€digungszahlen fĂŒr Missbrauchsopfer stellte Schneider die Position der evangelischen Kirche klar. Jede Lösung mĂŒsse von allen Beteiligten am Runden Tisch – gerade auch von den Betroffenen – gemeinsam getragen werden.
Bei der Höhe einer finanziellen Beteiligung der Kirchen gebe es allerdings Grenzen aufgrund der kirchlichen Finanzsituation. Der Begriff der EntschĂ€digung sei außerdem falsch gewĂ€hlt, denn jede finanzielle Zuwendung an Missbrauchsopfer könne nicht fĂŒr das Leid entschĂ€digen, das ihnen zugefĂŒgt wurde. Es gehe vielmehr um eine echte Nothilfe fĂŒr die Opfer der Gewalt.
Neben materieller Zuwendung stehe vor allem die WĂŒrdigung der Lebensgeschichte der Betroffenen im Vordergrund, so der Geistliche.
http://
www.evangelisch.de/themen/religion/ekd-ratschef-missbrauch-nicht-bagatellisieren20555

EntschĂ€digung fĂŒr Heimkinder: Tirol ist Vorbild
27. Juli 2010 | 09:59 | | STEFAN VEIGL (SN)
Übergriffe. Tirol zahlt bis zu 25.000 Euro an Opfer staatlicher Heime. Nun ist auch Salzburg gefordert ...
SALZBURG (SN). SchlĂ€ge und andere physische Gewalt. Systematische Misshandlungen und sexueller Missbrauch. Wenn ehemalige Zöglinge, die in den 50er- bis 70er-Jahren in Kinderheimen untergebracht waren, von ihrer Erziehung berichten, kommen hĂ€ufig schlimme Schicksale zutage. Der Großteil von ihnen wurde von der Salzburger FĂŒrsorge in Heime in anderen BundeslĂ€nder verteilt, wie Historiker berichten. Ob mehrere Hundert oder sogar mehrere Tausend davon betroffen waren, weiß niemand. Genaue Zahlen gibt es keine, an die Öffentlichkeit gingen bisher nur wenige.
FĂŒr jene dieser Gewaltopfer, die in kirchlichen Heimen untergebracht waren, ist auch die Klasnic-Kommission zustĂ€ndig. ... Als Vorbild fĂŒr alle diese Maßnahmen nannte Scharer immer das Land Tirol: Ihr dortiger Ressort- und Parteikollege Gerhard Reheis hatte bereits im FrĂŒhjahr eine Steuerungsgruppe einberufen. Dieses Gremium, bestehend aus Juristen, PĂ€dagogen, Psychologen sowie Therapeuten, dem Reheis vorsteht, ist vergangene Woche mit seinem Empfehlungskatalog vorgeprescht: Konkret schlagen die Experten eine pauschale EntschĂ€digung von 15.000 bis 25.000 Euro pro Opfer vor. ...
http://
www.salzburg.com/online/salzburg/stadt+salzburg/Entschaedigung-fuer-Heimkinder-Tirol-ist-Vorbild. html?article=eGMmOI8Vd45KpgR8qUQeleC32FNZ4dXtwMqTUNk&img=&text=&mode

Robert Nieporte zum Argument institutionalisiertes Unrecht
Die nĂ€chste Frage, und das weiß der Runde Tisch sehr wohl, ist die, ob es sich um institutionelles Unrecht handelt. Wenn es sich um Unrecht an einzelnen Betroffenen gehandelt hĂ€tte, dann könnte die VerjĂ€hrung eingetreten sein. Wenn es aber ein institutionalisiertes Unrecht war, das System also auf diesem Unrecht gebaut war und sich darauf grĂŒndete – und das gilt es zu beweisen –, dann kann sich der Staat nicht auf VerjĂ€hrung berufen. Die Folge aus der gravierenden Missachtung geltenden Rechts - auch des Verfassungsrechts - nicht nur im Einzelfall bedeutet, dass institutionelles Unrecht geschehen ist und der Staat sich dem nicht entziehen kann. Ich erinnere an die MauerschĂŒtzenfĂ€lle. Und deswegen argumentiert der Staat am Runden Tisch: „Institutionalisiert war das Unrecht nicht“, und versucht das wissenschaftlich auch so darzustellen.
NatĂŒrlich muss es nicht zwangslĂ€ufig sein, dass eine bestimmte Verhaltensweise in jedem Kinderheim gegeben war, aber – und das ist mein Vorwurf an den Staat – immer wenn es so ein Unrecht gegeben hat, hat der Staat nichts dagegen unternommen. Er hat seine verfassungsrechtlichen Verpflichtungen damit verletzt, indem er die TrĂ€ger der Heimeinrichtungen nicht kontrolliert hat, und er hat sich seines verfassungsrechtlichen Auftrags, den der Staat auch damals hatte, durch Übertragung auf die Kirchen bewusst entzogen. Schließlich hat er davon profitiert und - trotz der Notwendigkeit der Kontrolle – keine Aufsicht geĂŒbt und dem Unrecht auch keinen Einhalt geboten. Das ist institutionalisiert! Nach strafrechtlichen MaßstĂ€ben ist das Unterlassen dem Tun gleichzustellen. Und dann ist es nicht nur moralisch verwerflich, wenn sich der Staat auf die VerjĂ€hrung beruft, sondern er hat das Recht hierzu ĂŒberhaupt nicht.
Was ich mir wirklich wĂŒnschen wĂŒrde... Man darf nicht vergessen, es waren Kinder, zum Teil SĂ€uglinge, und mittlerweile gibt es Untersuchungen, die belegen, wie wichtig die ersten Monate, die ersten Jahre fĂŒr die Entwicklung eines Menschen sind. Diese Untersuchungen gab es zum damaligen Zeitpunkt noch nicht. Aber dass ein Kind eine gewisse Zuwendung benötigt, diese Erkenntnis gab es bereits. Auch der Staat wusste das. Wie man diese Erkenntnis umsetzt und dass man auch die Gewalt verhindert muss, die sich ansonsten potenziert, auch das war damals schon klar. Es waren doch Kinder!
Selbst wenn Kinder innerhalb einer Familie arbeiten mussten, arbeiteten sie fĂŒr die Familie und deren Vermögen. Diese Kinder werden zukĂŒnftig insoweit auch entschĂ€digt, selbst wenn keine Rentenzahlungen geleistet wurden. Das war bei den Heimkindern aber nicht der Fall, im Gegenteil. Und es hat sich gesteigert. Weil einzelne Erzieherinnen und Erzieher von dieser Masse an Kindern ĂŒberfordert waren, war Gewalt ein Druckmittel, um Kinder willfĂ€hrig zu machen. Das war durchaus systematisch und deswegen auch institutionalisiert. Denn wenn etwas Teil des Systems ist und der Staat darauf nicht reagiert, ist es institutionalisiert. Ich kenne viele Akten von Heimkindern, da zieht sich das wie ein roter Faden durch. Dass der Runde Tisch die Betroffenen letzten Endes zwingt, den rechtlichen Weg zu gehen, wĂŒnsche ich beiden nicht. Aber das muss jetzt dem Runden Tisch auch eindeutig gesagt und angekĂŒndigt werden.
Insofern bin ich mit dem Vorstand des VeH, mit der Vorsitzenden Frau Tschapek-GĂŒntner sowie mit vielen Betroffenen zur Übereinkunft gelangt, dass es sinnvoll wĂ€re, wenn jeder Einzelne durch eine entsprechende BevollmĂ€chtigung einen Vertreter beauftragt und diesem die Befugnis erteilt, mit diesem Runden Tisch persönlich in Kontakt zu treten. Es geht natĂŒrlich schlecht, dass dort plötzlich 500 Leute sitzen, also wird eine Person entsandt. Und ich wĂŒrde mich bereit erklĂ€ren, dies zu tun. Mich haben schon sehr viele Betroffene angeschrieben und mir ihre Vollmacht zugeschickt. Ich hoffe, dass die Personenzahl so groß werden wird, dass man die Legitimation auch am Runden Tisch sieht, anerkennt und sich dann wirklich mehr auf die Opfergruppe und deren Probleme und BedĂŒrfnisse einlĂ€sst.
Es geht hierbei nicht alleine um die materielle Anerkennung, es geht auch um Aufarbeitung. Es geht um Therapien, die sehr kostspielig sind. Eine Lösung zu finden, die den Betroffenen gerecht wird, die wĂŒnsche ich mir. Nichts ist fĂŒr eine betroffene Person schlimmer, als dass sie noch um Kosten fĂŒr Behandlungen „betteln“ muss und dabei aussichtslos ist, weil der Gang durch die deutsche BĂŒrokratie lang und zĂ€h ist. Hier ist - fĂŒr viele Betroffene - schnelle und unbĂŒrokratische Hilfe gefordert. Das könnte der Runde Tisch leisten.
http://
hpd.de/node/10030?page=0,2
 

Frau                                                                                                                   30. 08. 2010

Katharina Loerbroks

Referentin der Infostelle „Runder Tisch Heimerziehung“

e-mail: info@rundertisch-heimerziehung.de

  

Anfrage nach Ihrem sonstigen Wirken und möglichen Aussagen

Sehr geehrte Frau Loerbroks!

 Im Internet geistern Vermutungen ĂŒber Ihr sonstiges Wirken in der Öffentlichkeit herum. Es wird angefĂŒhrt, dass Sie „Dozentin an der Bundesakademie fĂŒr Kirche und Diakonie Berlin“ seien.

Frage 1: Stimmt diese Angabe?

Frage 2: Ist die nachfolgend genannte Homepage Ihre?:

http://www.ueber-blick.eu/start-loerbroks.htm

 Ferner werden Sie mit einer Telefonaussage in Verbindung gebracht, die folgenden Inhalt gehabt haben soll: »EntschĂ€digung ? – Nein mit ‚EntschĂ€digung‘ befassen wir uns nicht. Die meisten Betroffenen wollen das auch gar nicht. Sie sind nur an einer ‚Entschuldigung‘ interesssiert.«

Im Falle der Richtigkeit wĂŒrde mich die Beantwortung folgender Fragen interessieren:

1. Welche Zahlen liegen Ihnen vor, die diese Feststellung stĂŒtzen?

2. Wie viele Anrufer wollen EntschÀdigung?

3. Wie viele Anrufer wollen keine EntschÀdigung?

4. Wie viele Anrufer wollen Entschuldigung?

5. Wie viele Anrufer wollen keine Entschuldigung?

6. Wie viele Anrufer wollen Entschuldigung und EntschÀdigung?

7. Wie viele Anrufer wollen weder Entschuldigung noch EntschÀdigung?

8. Woraus wird abgeleitet, dass sich der Runde Tisch nicht mit EntschÀdigungsfragen befasst?

9. Wann werden die EntschÀdigungsforderungen der drei Vertreter der Heimopfer erörtert?

Anfrage komplett hier

Erinne-
rung
18.09.10

„Da bin ich heute krank von“
Was hilft ehemaligen Heimkindern bei der BewÀltigung ihrer Traumatisierung?
Silke Birgitta Gahleitner und Ilona Oestreich
Im Auftrag des Runden Tisches Heimerziehung 2010
WĂ€hrend der 7. Sitzung des Runden Tisches wurde die Expertise „Was hilft ehemaligen Heimkindern bei der BewĂ€ltigung ihrer komplexen Traumatisierung?“ von Frau Prof. Dr. Silke Birgitta Gahleitner vorgestellt.
Auf Wunsch der ehemaligen Heimkinder am Runden Tisch wurde diese Expertise nun speziell fĂŒr die Zielgruppe der „Ehemaligen Heimkinder“ ĂŒberarbeitet.
Lesen: http://
www.rundertisch-heimerziehung.de/documents/RTH_dabinichheutekrankvon.pdf
ĂŒbernommen von emak: http://
www.emak.org/news/news_index.htm

Drohung?
Mahnung an den Runden Tisch Heimerziehung – Noch HĂŒrden auf der Zielgeraden
Vollmer: Niemand darf ausscheren
OsnabrĂŒck. Schwieriger Endspurt und viele HĂŒrden auf der Zielgeraden: Die Vorsitzende Antje Vollmer erwartet noch harte Verhandlungen, bis der Runde Tisch Heimerziehung in den 50er- und 60er-Jahren (RTH) im Dezember seinen Abschlussbericht vorlegen kann. Im GesprĂ€ch mit unserer Zeitung mahnte Vollmer alle Beteiligten zu Gemeinsamkeit: „Wir haben das Prinzip der gemeinsamen Verantwortung schon im Zwischenbericht festgeschrieben. Um nun eine Lösung zu finden, ist es zwingend, dass alle in dieser gemeinsamen Verantwortung bleiben.“ Niemand dĂŒrfe ausscheren, weil dann das Gesamtpaket scheitern wĂŒrde.
... die frĂŒhere BundestagsvizeprĂ€sidentin: „Noch habe ich die Lösung nicht. Um zum Ziel zu kommen, ist es notwendig, dass alle – wirklich alle – an einem Strang ziehen.“
... Die VorschlĂ€ge und Forderungen der ehemaligen Heimkinder sind nach den Worten von Vollmer am Runden Tisch „mit großem Respekt“ aufgenommen worden. „Es wurde stets ĂŒberlegt, welche Punkte man ĂŒbernehmen kann“, sagte sie. Vertreter der ehemaligen Heimkinder verlangen unter anderem einen finanziellen Ausgleich in Form einer Opferrente von monatlich 300 Euro, Zahlungen nach dem Modell des HaftentschĂ€digungsgesetzes und Lohnnachzahlungen fĂŒr in den Heimen geleistete Arbeit. ...
„Uns geschah Unrecht in einem Rechtsstaat“, heißt es im Positionspapier der ehemaligen Heimkinder zum Abschlussbericht, der unserer Zeitung vorliegt. Die Sprecher mahnen: „Es wĂ€re skandalös, wenn am Ende des Runden Tisches keine finanzielle EntschĂ€digung fĂŒr die ehemaligen Heimkinder beschlossen wĂŒrde 
 “
http://
www.noz.de/artikel/47999832/vollmer-niemand-darf-ausscheren

Ex-RA Michael Witti an Martin Mitchell (Australien):
Martin- ich erinnere mich noch , dass man uns bei 2 MRD bereits drohte – niemand darf ausscheren . Dann warens am Ende 10 Mrd  plus ca 3,4 Mrd Sonderzahlung an meine Mandantschaft .
Die Opfervertreter haben ja volle Erfahrung mit diesen Grosskomplexen und werden schon ein anstÀndiges Ergebnis erreichen .
Witti zu "Vollmer: Niemand darf ausscheren"
Martin, dazu kann ich nur sagen , dass RA Wilmans dies vorhersagte, dass gegen Ende des RTH mit Scheitern gedroht wird (niemand darf ausscheren )
Ist auch kein Wunder. Immer dann wenn ein Ergebnis erreicht wurde , dass einigen Parteien ĂŒberhaupt nicht gefĂ€llt , droht man mit dem Scheitern des Gesamtkomplexes. War bei NS Zwangsarbeietern so, bei den Swiss Banks ua . Meine Arbeit ist ja Vorbild und Schablone der hiesigen Lösung . Man schreibt schliesslich nur ab .
email 27.09.10


Martin Mitchell (Opfer Freistatt) fragt:
Alle von dem „Unrecht und Leid“ in der damaligen „Heimerziehung“ Betroffenen“ – „OPFER EHEMALIGER HEIMERZIEHUNG“ – wollen wissen
...
Welche Version, welcher »LÖSUNGSVORSCHLÄGE«, mit welchen Datum, wurde denn nun wirklich von den drei der Antje Vollmer am »Runden Tisch Heimerziehung« in Berlin akzeptabelen Betroffenen-Vertretern offiziell vorgelegt und WANN „EINGEBRACHT“ und wann als „eingebracht“ offiziell dokumentiert ?
1. ) DIESE und NUR DIESE »LÖSUNGSVORSCHLÄGE« im genauen Wortlaut, bitte.
2. ) Datum und Uhrzeit DIESER »LÖSUNGSVORSCHLÄGE«, bitte.
3. ) Wann, wie und wo und auf welche Weise, wurden DIESE »LÖSUNGSVORSCHLÄGE« „eingebracht“, bitte ?
4. ) Von wem wurden DIESE »LÖSUNGSVORSCHLÄGE« offiziell entgegengenommen, bitte ? – Datum und Uhrzeit, bitte !
5. ) Wie, wo und von wem und auf welche Weise wurde die Einbringung und offizielle Entgegennahme DIESER »LÖSUNGSVORSCHLÄGE« offiziell und unwiderruflich dokumentiert, bitte ?
Nur wenn all diese Fragen zufriedenstellend beantwortet sind, können wir, meines Erachtens, davon ausgehen, dass dem »Runden Tisch Heimerziehung« in Berlin ein »LÖSUNGVORSCHLÄGE-KATALOG« vorliegt auf den sich alle Betroffenen GEEINIGT haben und der auch die vom „RTH“ anerkannte notwendige durch Dokumentierung und Protokollierung bestĂ€tigte LegitimitĂ€t erhalten hat. ...
email 27.09.10

Dierk Schaefers Blog
Sie hat es geschafft, Frau Dr. Antje Vollmer
Veröffentlicht in heimkinder von dierkschaefer am 28. September 2010
Sie hat es geschafft, auch noch in der Endphase die Zweifel an ihrer GlaubwĂŒrdigkeit zu verstĂ€rken, indem sie rigoros Geschlossenheit fordert und Drohungen ausspricht. In ihrem Interview in der OsnabrĂŒcker Zeitung sagt sie:
»Wir haben das Prinzip der gemeinsamen Verantwortung schon im Zwischenbericht festgeschrieben. Um nun eine Lösung zu finden, ist es zwingend, dass alle in dieser gemeinsamen Verantwortung bleiben«. Niemand dĂŒrfe ausscheren, weil dann das Gesamtpaket scheitern wĂŒrde. 
 »Noch habe ich die Lösung nicht. Um zum Ziel zu kommen, ist es notwendig, dass alle – wirklich alle – an einem Strang ziehen.«
http://
www.noz.de/drucken/show?id=47999832&name=2709-pol-02-heimkinder Montag, 27. September 2010
Da wird offensichtlich ein Gesamtpaket geschnĂŒrt – wie bei Verhandlungen ĂŒblich. So ein Kuhhandel ist zwar leider nötig. Doch wer ihn im Vorfeld öffentlich ankĂŒndigt, bewirkt das Gegenteil und gefĂ€hrdet das PĂ€ckchen-packen.

Frau Vollmer hĂ€tte sich bereits frĂŒher um glaubwĂŒrdige Öffentlichkeitsarbeit bemĂŒhen sollen. Sie darf sich nicht wundern, wenn nun ein Kommentar zum Artikel die dubiose Rolle beleuchtet, die Frau Vollmer bisher am Runden Tisch gespielt hat:
http://
www.noz.de/artikel/47999832/vollmer-niemand-darf-ausscheren
»Heidi D., gestern um 15:37 Uhr Niemand darf ausscheren? Wer bestimmt das? „Wir haben das Prinzip der gemeinsamen Verantwortung schon im Zwischenbericht festgeschrieben,“ sagt Frau Vollmer. Lieber vergessen wĂŒrde sie offensichtlich, dass schon der Zwischenbericht eben NICHT ungeteilte Zustimmung fand – Frau Djurovic (Ehemaligen-Vertreterin) z.B. hat sich gegen weite Teile desselben ausgesprochen. Vor laufenden Fernsehkameras ĂŒbrigens!
Nun erfahren wir voller Staunen, dass Frau Vollmer es „zwingend“ findet, dass „keiner ausschert“. Wen mag sie damit wohl meinen? Und vor allem: Wer soll sich wohl angesprochen fĂŒhlen, wenn sie im nĂ€chsten Satz betont, dass, sollte es dennoch jemand wagen (wer wohl?), das „Gesamtpaket“ zu scheitern drohe.
Um es mal ganz deutlich zu machen: die Überlebenden von sexueller, psychischer und physischer Gewalt in deutschen Heimen UND Internaten fordern ein angemessenes Schmerzensgeld, das sich in seiner Höhe an den gezahlten bzw. zugesagten Geldern international und nicht etwa an den erschreckend niedrigen Geldern fĂŒr die ehemaligen Zwangsarbeitern ausrichtet!«
http://
dierkschaefer.wordpress.com/2010/09/28/sie-hat-es-geschafft-frau-dr-antje-vollmer/

02.11.2010 „Wir werden doch ĂŒber den Tisch gezogen.“
Keine VorschlÀge - Runder Tisch zur Heimerziehung vor dem Scheitern
Sechs Wochen vor dem Ende der Beratungen gibt es keinen Vorschlag fĂŒr EntschĂ€digungen der ehemaligen Heimkinder. Die Opfer fĂŒhlen sich betrogen.
Kurz vor Weihnachten sollen sie der Öffentlichkeit vorgestellt werden: die Ergebnisse der Arbeit am „Runden Tisch Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren“. Zwei Jahre lang hat sich das Gremium getroffen, zu seinen Aufgaben gehörte es, einen Vorschlag zu erarbeiten, wie ehemalige Heimkinder fĂŒr erlittenes Unrecht entschĂ€digt werden könnten. Doch Monika Tschapek-GĂŒntner, die Vorsitzende des Verbandes ehemaliger Heimkinder, erwartet nicht mehr, dass es zu einer Einigung kommt. Damit wĂ€re der Runde Tisch aus Sicht der Opfer gescheitert, denn die Frage der EntschĂ€digung ist ihr wichtigstes Anliegen.
Noch immer gibt es keinen Vorschlag der Heimvertreter am Runden Tisch, ĂŒber den man reden könnte. „Es wird bis Dezember verhandelt“, wehrt Antje Vollmer, Moderatorin des Gremiums, die Fragen nach der EntschĂ€digung ab. Mehr will sie nicht sagen, es sei ein „heikles Thema“. Auch die Evangelische Kirche will keine Stellungnahme zu diesem Thema abgeben, sie möchte den „Beratungen nicht vorgreifen“. Ähnlich diskret die Deutsche Bischofskonferenz: Sie verrĂ€t nur, dass sie „konstruktiv an einer Lösung zum Thema EntschĂ€digung mitarbeitet“. Mit wem da beraten und verhandelt wird, ist rĂ€tselhaft. Den Heimkindervertretern wurde jedenfalls noch kein Angebot unterbreitet: „Es tut sich nichts“, sagt der 70-jĂ€hrige Stefan Beuerle, einer der Vertreter der Betroffenen am Runden Tisch. „Keiner nennt Zahlen, niemand macht einen konkreten Vorschlag.“
http://
www.tagesspiegel.de/politik/runder-tisch-zur-heime rziehung-vor-dem-scheitern/1972092.html

von H.Dettinger
02.11.2010 12:28 Uhr
Über den Tisch gezogen...
...werden sollen ehemalige Heimkinder bei dieser Alibiveranstaltung, die sich "Runder Tisch Heimerziehung der 50er und 60er Jahre" (RT) nennt! Das lÀsst sich leicht an verschiedenen Punkten belegen:
1. Einem Aufgebot von sechzehn (!) Vertretern verschiedener TĂ€ter- oder TĂ€ternachfolgeorganisationen (etwa die HĂ€lfte Juristen)sitzen drei Überlebende gegenĂŒber - ohne das fĂŒr diese brisanten Verhandlungen notwendigen Hintergrundwissen, ohne finanzielle Ausstattung, ohne Organisation im RĂŒcken und natĂŒrlich ohne Rechtsbeistand!
2. Das eindeutig gegen die Ehemaligen durchgesetzte eingeschrÀnkte Zeitfenster (50er und 60er Jahre).
3. Ehemalige Heimkinder mit Behinderungen wurden von Anfang an ausgeschlossen. Ist es weniger schlimm, ein Kind zu misshandeln, dass sich ob einer Behinderung noch weniger oder gar nicht wehren kann?
4. Frau Vollmer redet von Anfang an von einer ominösen "kleinen Wahrheitskommission", von Übereinstimmung und Offenheit - achtet aber gleichzeitig darauf, dass möglichst nichts von dem Gesprochenen nach außen dringt!
5. Dissens wird unter den Tisch gekehrt, abgewĂŒrgt, glatt abgestritten, weg gelogen (s. Zwischenbericht, dabei besonders Vollmers Darstellung und im Gegensatz dazu die deutlich anderen Worte, die eine Überlebende zu diesem Bericht und der angeblichen Einstimmigkeit hierzu fand).
6. Schon ziemlich frĂŒh legte Frau Vollmer fest, dass "keine andere Opfergruppe dĂŒpiert" werden dĂŒrfe - und meinte damit die "EntschĂ€digung" der ZwangsarbeiterInnen. Mit anderen Worten: Die beschĂ€mende Praxis den ZwangsarbeiterInnen gegenĂŒber soll jetzt bei den Heimkindern wiederholt werden. 2.500 Euro und Schnauze halten!
7. Nicht mit einem Wort erwĂ€hnt wurde wĂ€hrend der fast zweijĂ€hrigen Arbeit des RTs die Schmerzensgeldzahlungen international: Irland, England, Norwegen, USA, Kanada, Australien. Offensichtlich soll sich Deutschland hier nicht messen mĂŒssen - dann lieber eine Schande mit einer weiteren zementieren. Und emotional belegen!

Dierk SchĂ€fer: Die Zeiten der ZwangsfĂŒtterung sind vorbei.
»Keine VorschlĂ€ge – Runder Tisch zur Heimerziehung vor dem Scheitern«
Veröffentlicht in News, heimkinder von dierkschaefer am 4. November 2010
Der Tagesspiegel bringt eine vage Nachricht. Der Runde Tisch stehe vor dem Scheitern; es lĂ€gen keine VorschlĂ€ge fĂŒr eine finanzielle EntschĂ€digung auf diesem Tisch.
http://www.tagesspiegel.de/politik/runder-tisch-zur-heimerziehung-vor-dem-scheitern/1972092.html [Mittwoch, 3. November 2010]
Auch wenn ich nicht daran glaube, daß noch akzeptable VorschlĂ€ge kommen werden: Nachdem der Runde Tisch fast zwei Jahre vor sich hingedĂŒmpelt ist, ohne etwas auf den Tisch zu bringen, können wir bis Anfang Dezember auch noch zuwarten, bis das offizielle Ergebnis verkĂŒndet wird.
Doch wenn das so ausfĂ€llt, wie der Tagesspiegel argwöhnt, dann bin ich gespannt, ob die Vertreter der ehemaligen Heimkinder sich aufraffen, aufzustehen und deutlich zu sagen: »Wir fĂŒhlen uns veralbert. Das ist nicht unser Ergebnis!« Wenigstens einer oder eine sollte den Mut dazu aufbringen und dokumentieren, daß die Zeit vorbei ist, in der man die ehemaligen Heimkinder so abservieren kann. Die Zeiten der ZwangsfĂŒtterung sind vorbei.
Geben wir dem Runden Tisch und den Vertretern der ehemaligen Heimkinder also bis zum Dezember noch eine Chance!
http://dierkschaefer.wordpress.com/2010/11/04/%C2%BBkeine-vorschlage-runder-tisch-zur-heimerziehung-vor-dem-schei tern%C2%AB/

"Vor vorschnellen Urteilen hĂŒten"
Runder Tisch Heimerziehung wehrt sich gegen Vorwurf, die ehemaligen Heimkinder zu bevormunden
Christian Schrapper im GesprÀch mit Joachim Scholl
Scholl: Die Vertreter der Heimkinder fĂŒhlen sich bevormundet und dadurch gedemĂŒtigt, was sagen Sie zu diesem Vorwurf?
Schrapper: Wie immer ist die Geschichte etwas komplizierter. Als der Runde Tisch zusammengesetzt wurde, sind die PlĂ€tze verteilt worden, und als Einzige hat der Verein ehemaliger Heimkinder drei PlĂ€tze an einem Runden Tisch bekommen, alle anderen Institutionen jeweils nur einen. Diese drei PlĂ€tze sind dann zu Beginn auch von dem Verein mit dem damaligen Vorstand und Vorstandsmitgliedern besetzt worden: Herr Dr. Wiegand, Frau Fleth und Frau Djurovic. Im weiteren Verlauf, dann schon sehr bald, haben sich Mitglieder und Vorstand in dem Verein, soweit ich das von außen wahrnehmen konnte, zerstritten, und Herr Wiegand und die beiden anderen hatten nicht mehr das Mandat des Vereins. Auf der anderen Seite war bei der Zusammensetzung des Runden Tisches fĂŒr alle, die dort Vertreter hin entsandt haben, klar, dass es eine persönliche Entsendung ist, keine PlĂ€tze, die beliebig von Vertretern wahrgenommen werden können, und diese Grundposition ist dann auch gegenĂŒber dem Verein vertreten worden. Sie haben einmal Personen entsandt, bei denen bleibt es.
Scholl: Sie sind Professor fĂŒr PĂ€dagogik, Herr Schrapper, weitere 18 Akademiker sitzen am Tisch, das ist natĂŒrlich schon eine geballte intellektuelle Übermacht, wĂ€hrend die Heimkinder meist andere Sozialisationen haben, viele von Hartz IV leben. Dass Sie sich der Diskussion, wie Sie und Ihre Kollegen sie fĂŒhren können, naturgemĂ€ĂŸ nicht gewachsen fĂŒhlen, das kam natĂŒrlich auch so, sozusagen als Vorwurf kursierte das. Können Sie das nicht nachvollziehen?
Schrapper: Ich kann es nachvollziehen, aber auch hier gibt es noch was dazu zu sagen: Zum einen ist dann sehr schnell am Runden Tisch entschieden worden, dass jeder persönlich auch einen Vertreter oder eine Vertreterin benennen kann, und nur fĂŒr die Vertreter der ehemaligen Heimkinder ist dann entschieden worden, dass diese Vertreter regelmĂ€ĂŸig an allen Sitzungen teilnehmen und auch Rederecht haben, und dass diese Sechsergruppe gemeinsam noch einen Vorbereitungstermin unterstĂŒtzt bekommt, die zusĂ€tzlichen Kosten ĂŒbernommen werden und auch jemand aus dem Runden Tisch - das hat dann Herr Schruth ĂŒbernommen, selber auch Jurist - in dieser Vorbereitung sie unterstĂŒtzt. Und sozusagen ein Weiteres, das zeigt auch, dass wir uns da vor vorschnellen Urteilen hĂŒten mĂŒssen: Von diesen sechs Vertretern der ehemaligen Heimkinder sind auch zwei ausgewiesene Akademiker. Also nicht so schnell sozusagen mit der GegenĂŒberstellung.
Text:
http://www.vehev-mediencenter.de/news.php?nid=42
oder: http://
www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1317510/
Ton 1: http://
www.dradio.de/aodflash/player.php?station=3&broa dcast=348687&datum=20101112&playtime=128955674 3&fileid=04ee34f8&sendung=348687&beitrag=1317510 &/
Ton 2: http://
www.dradio.de/aodflash/player.php?station=3&broa dcast=348687&datum=20101112&playtime=128955674 3&fileid=04ee34f8&sendung=348687&beitrag=1317510 &/
 Ton komplett:
hier klicken
 

Sich vor vorschnellen Urteilen zu hĂŒten, ist in der Tat ein guter Vorsatz.
(Eine Antwort auf Herrn Schrapper im GesprÀch mit Herrn Scholl, im Deutschlandradio, 12.11.2010)
Es ist schon erstaunlich, wie glatt es Herrn Schrapper runter geht, zu behaupten:
"Auf der anderen Seite war bei der Zusammensetzung des Runden Tisches fĂŒr alle, die dort Vertreter hin entsandt haben, klar, dass es eine persönliche Entsendung ist, keine PlĂ€tze, die beliebig von Vertretern wahrgenommen werden können, und diese Grundposition ist dann auch gegenĂŒber dem Verein vertreten worden. Sie haben einmal Personen entsandt, bei denen bleibt es."
Da war Frau Dr. Vollmer, als Moderatorin des Runden Tisches noch am 26.03.2009 anderer Meinung. Sie schrieb dem Vorstand des VEH e.V. mit diesem Datum nÀmlich:
"Wen Sie aus dem Kreis der wirklich Betroffenen fĂŒr einen Platz am Runden Tisch benennen wollen, steht Ihnen selbstverstĂ€ndlich frei. So wie wir die bisherigen drei Vertreter begrĂŒĂŸt haben, wĂŒrden wir das auch im Falle einer Vertretung oder einer anderen Zusammensetzung tun. (...)"
Als wir ihr dann Anfang Mai unsere gewĂ€hlten VertreterInnen nannten, hielt Frau Vollmer es nicht einmal fĂŒr nötig, uns zu antworten!
In einem Punkt allerdings gebe ich Herrn Schrapper voll und ganz Recht: Aus der Perspektive des Einzelnen ist eine Zahlung von 300 Euro pro Monat wenig. Verdammt wenig fĂŒr eine zerbrochene Biografie, fĂŒr ein "LebenslĂ€nglich" an Ängsten, Schmerzen, Einsamkeit, AlbtrĂ€umen. Ganz und gar nicht Recht gebe ich ihm, wenn er darauf beharrt, dass die angenommene Summe von 1,5 - 1,8 Milliarden Euro zu hoch oder gar unbezahlbar sei. Wie kommen die Herren und Damen am Runden Tisch, in den Kirchen, in der Politik und/oder der Wirtschaft auf diese groteske Idee? Und: Sollen wir ein zweites und drittes Mal draufzahlen, weil andere PrioritĂ€ten gesetzt werden? Wer auch immer diese setzt...
Ist es nicht vielmehr so, dass sich ein Schmerzensgeld an den erlittenen Schmerzen, ein Schadensersatz an dem verursachten Schaden ausrichtet - und nicht etwa an dem Willen des Verursachers, die notwendige Summe aufzubringen?
Und ist es nicht so, dass in Irland, in Norwegen, in den USA, in Australien, in Kanada Summen an die Opfer gezahlt werden, die durchaus vergleichbar sind?
Wer will hier wem weismachen, dass ausgerechnet in der Bundesrepublik Deutschland - einem der reichsten LÀnder der Welt - dieses nicht möglich sein sollte?
Wer will hier wem weismachen, dass die Kirchen - die evangelische und die katholische - nicht ĂŒber genĂŒgend Vermögen verfĂŒgten, um diese ihre Schuld zu begleichen?
Es gibt nur eine Partei - eine einzige - die an diesem ganzen Elend unschuldig ist. Und das sind die physisch und psychisch misshandelten Kinder, die Opfer von Vergewaltigung und Folter, zur Arbeit gezwungen, von Bildung ferngehalten, traumatisiert bis ins hohe Alter!
Und genau die sollen letzten Endes wieder draufzahlen! Gerechtigkeit?
(Heidi Dettinger, SchriftfĂŒhrerin VEH e.V.)
http://veh-ev.info/

HP des Runden Tisches Heimerziehung. Auf den ersten Blick: 4 interessante Expertisen. Nur wer die Newsletter liest, finder den in der Buttonleiste nicht aufgefĂŒhrten Ordner “documents” mit “Ergebnisprotokollen”. Alle “Ergebnisprotokolle” sind in einem weiteren Ordner versteckt.
http://www.rundertisch-heimerziehung.de/
http://www.rundertisch-heimerziehung.de/documents/Ergebnisprotokoll_Sitzung8_RTH.pdf
http://www.rundertisch-heimerziehung.de/aktuelles3.htm

HP des Runden Tisches Sexueller Mißbrauch. Auf den ersten Blick: spannend; auf den zweiten ebenfalls.
http://beauftragte-missbrauch.de/

Terminverschiebung Pressekonferenz zum Abschlußbericht

An das ZDF Fax: 06131/70-2157

An den WDR Fax: 0221/220-4800

An Deutschlandradio Fax: 0221 - 345 18 39

  

Pressekonferenz des „Runden Tisches Heimerziehung“ (Dr. Vollmer)

 Sehr geehrte Damen und Herren!

 Unter den Heimopfer herrscht große Unruhe. Diese Unruhe ist nachzuvollziehen, weil der Abschlußbericht des „Runden Tisches Heimerziehung“ ganz anders vorgestellt werden soll, wie der Zwischenbericht.

 In dem inzwischen auf der Homepage des RTH versteckten Link

 http://www.rundertisch-heimerziehung.de/aktuelles3.htm

 ist in dem Protokoll

 http://www.rundertisch-heimerziehung.de/documents/Ergebnisprotokoll_Sitzung9_RTH_000.pdf

 zu lesen:

 â€žIm Weiteren berichtete die Vorsitzende ĂŒber eine Einladung der Bundespressekonferenz fĂŒr die Vorstellung des Abschlussberichtes des Runden Tisches. Der Abschlussbericht wird am 17. Dezember 2010 vor der Bundespressekonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Vorgabe der Bundespressekonferenz ist die Teilnahme von maximal vier Personen auf dem Podium. Es wurde beschlossen, dass die Vorsitzende des Runden Tisches, ein Vertreter der ehemaligen Heimkinder am Runden Tisch, ein Vertreter fĂŒr den Bund und die LĂ€nder und ein Vertreter fĂŒr die Kirchen dort Platz nehmen werden.

Die offizielle Übergabe des Abschlussberichtes an den Deutschen Bundestag ist fĂŒr die dritte Kalenderwoche in 2011 (Sitzungswoche des Bundestages) geplant.“

 Bereits diese Tatsache sorgt fĂŒr Unruhe. Wurde der Zwischenbericht in einem großen Rahmen vorgestellt, wobei auch Heimopfer und ihre Vertreter, beispielsweise Professor Dr. Kappeler,  unter den Zuschauern sitzen und unangenehme Fragen stellen konnten, so sitzen im Bundespressehaus nur vier Personen vorn. Ansonsten werden nur Journalisten zugelassen.

 Einige Opfer wollen sich vor dem Bundespressehaus versammeln und hoffen, daß sie bei Ihnen Gehör finden. Wir bitten Sie freundlich – auch weil die behinderten Heimopfer aus unerklĂ€rlichen GrĂŒnden vom „Runden Tisch Heimerziehung“ ausgeschlossen wurden – den Opfern, die sich in Wind und KĂ€lte vor das Pressehaus stellen, Aufmerksamkeit zu geben.

 Es sprach sich herum und hat die Opfer sehr gefreut, daß Phönix TV die Bundespressekonferenz live ĂŒbertragen will. Diese Übertragung ist fĂŒr die Heimopfer der seit zwei Jahren herbeigesehnte Termin schlechthin. Veröffentlicht der Runde Tisch doch an dem Tag seine Beschlußempfehlung an den Deutschen Bundestag. Zur Zeit ist sich der RTH lĂ€ngst noch nicht einig.

 Jetzt geistert durchs Internet eine Verschiebung der Pressekonferenz vom 17. Dezember

 auf Montag, 13. Dezember 2010, um 10:30 Uhr bis 11:30 Uhr

 Es ist uns wichtig, Ihnen diese mögliche TerminĂ€nderung, die erstaunlicherweise auf der Homepage des RTH nicht zufinden ist, mitzuteilen. Bitte ĂŒberprĂŒfen Sie den Termin.

 Bitte teilen Sie mir auch mit, ob Sie – an welchem Termin auch immer – diese fĂŒr uns wichtige Pressekonferenz live ĂŒbertragen.

 In einem Beitrag in meinem privaten Blog habe ich schon vor Wochen die BefĂŒrchtungen der Opfer einmal zusammengefasst:

 http://helmutjacob.over-blog.de/article-soll-die-bundespressekonferenz-in-sachen-heimopfer-zum-festival -der-harmonie-verkommen-58862265.html

  Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
(Helmut Jacob)

      Sprecher

4.12.2010 Nicht realisierbar?
Offenbar keine generelle EntschĂ€digung fĂŒr ehemalige Heimkinder
Opfer von Gewalt in Kinderheimen sollen nicht generell mit einem Pauschalbetrag entschĂ€digt werden. Das wolle der Runde Tisch Heimerziehung nach zweijĂ€hrigen Beratungen bei seinem letzten Treffen in der kommenden Woche offenbar in einem Endbericht festschreiben, berichtet das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. ...
In dem „Spiegel“-Bericht hieß es, Staat und Kirchen lehnten eine „pauschale EntschĂ€digung“ oder eine „pauschale Opferrente“ als „nicht realisierbar“ ab. Zahlungen solle es nur im Einzelfall geben, die Betroffenen mĂŒssten nachweisen, dass sie sich „in schwierigen Lebenssituationen befinden“. Einigung sei bislang nur darĂŒber erzielt worden, dass Bund, LĂ€nder und Kirchen eine gemeinsame Stiftung fĂŒr Heimkinder einrichten und je ein Drittel des Stiftungsvermögens bereitstellen. Dessen Höhe sei noch offen.
http://
www.domradio.de/aktuell/69717/nicht-realisierbar.html

Eine "pauschale EntschĂ€digung" oder eine "pauschale Opferrente" lehnen Staat und Kirchen laut SPIEGEL-Informationen als "nicht realisierbar" ab. Zahlungen soll es nur im Einzelfall geben - Betroffene mĂŒssen nachweisen, dass sie sich "in schwierigen Lebenssituationen befinden".
Vertreter der Heimkinder hatten eine Opferrente von 300 Euro im Monat oder eine Einmalzahlung von 54.000 Euro gefordert. Dies lehnen vor allem die unionsregierten BundeslÀnder ab. Zum Vergleich: In Irland wurden ehemalige Heimkinder mit durchschnittlich 76.500 Euro entschÀdigt.
Einigung wurde bislang nur darĂŒber erzielt, dass Bund, LĂ€nder und Kirchen eine gemeinsame Stiftung in Sachen Heimkinder einrichten und je ein Drittel des Stiftungsvermögens bereitstellen. Offen ist aber, wie viel Geld eingezahlt werden soll.
http://
www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,732875,00.html

Leserbrief in: http://dierkschaefer.wordpress.com/2010/12/03/spekulatiuszeit-zeit-fur-spekulationen/#comments
Dirk Friedrich sagte, am 4. Dezember 2010 zu 16:12
Einfach widerwÀrtig!
Sie haben uns unsere Kindheit gestohlen! Uns belogen, betrogen und viele Ehemalige zerbrochen. Sie haben uns schuften lassen! Sie haben uns weg gesperrt! GeprĂŒgelt, verachtet und sexuell missbraucht!
Sie haben uns wie Dreck behandelt! Sie haben uns ihre Religion der „NĂ€chstenliebe“ in die Köpfe gehauen. Sie haben unzĂ€hlige unserer Heimkinderakten vernichtet, die als einzige Beweise fĂŒr ihr elendiges Verhalten herhalten könnten. Wir sollen jetzt nachweisen in welches Elend sie uns gestoßen haben, obwohl sie die Beweise rigoros vernichtet haben.
Jetzt zeigen sie uns wieder ihre Verkommenheit.
Ihre Menschenverachtung ĂŒbersteigt jedwede Grenzen.
Was diese skrupellosen KinderschÀnder uns angetan haben verfolgt uns bis heute und es hört nicht auf.
Die „christlich“ regierten LĂ€nder lehnen eine pauschalierte EntschĂ€digung ab. Sie sind das „C“ nicht wert, dass sie vor sich hertragen.
Was ist das fĂŒr ein furchtbares Land? Meines ist es nun nicht mehr!
Dennoch lassen wir ehemalige Heimkinder uns nicht weiter so behandeln. Unser Kampf geht weiter!

Zerstörte Kindheit - Wie ehemaligen Heimkindern weiter Unrecht widerfĂ€hrt Es begann so vielversprechend vor zwei Jahren: Der Bundestag beschließt, einen Runden Tisch einzurichten. Endlich sollten die Opfer grausamer Heimerziehung in der Bundesrepublik ihr Recht bekommen und vor allem entschĂ€digt werden. TatsĂ€chlich wurden bis in die 1970er-Jahre hinein mehr als eine halbe Million Kinder in kirchlichen und staatlichen Heimen schwer misshandelt. Viele leiden noch heute unter dem Erlebten, verschweigen diesen Teil ihres Lebens aber aus Scham - selbst gegenĂŒber den Angehörigen. Zwar wird jetzt öffentlich ĂŒber ihre Leiden gesprochen, doch wenn am 10. Dezember der Runde Tisch ein letztes Mal tagt, wird es wohl keine Einigung zwischen Betroffenen und TrĂ€gern der Heime ĂŒber finanzielle EntschĂ€digungen geben. Das "Kulturjournal" fragt nach: War der Runde Tisch nur eine Alibiveranstaltung, und wird den ehemaligen Heimkinder wieder Unrecht getan?

Film auf youtube: www.youtube.c om/watch?v=B uCz22X0Lxk
hier klicken

Dierk Schaefers Blog

Sagt NEIN!!!

Veröffentlicht in heimkinder, Kirche, Politik von dierkschaefer am 7. Dezember 2010

Sagt NEIN!!!

Heute bekomme ich von vielen Seiten den Text „Entwurf fĂŒr den Abschlussbericht des Runden Tisches Heimerziehung – Zwischen den Zeilen gelesen III“ von Prof. Dr. Manfred Kappeler.

Kritik_Endbericht_RTH_Zwischen-den-Zeilen-III

Es handelt sich um den auch mir vorliegenden 3. Entwurf des Schlußberichts.

Herzlichen Dank, Herr Prof. Kappeler, fĂŒr die grĂŒndliche Arbeit und die nachvollziehbaren Schlußfolgerungen! Sie haben das Unternehmen Runder Tisch nicht nur entlarvt, sondern auch fachlich begrĂŒndet, warum der Runden Tisch eine Farce ist.

Man muß die Aussage von Frau Dr. Vollmer in die Bewertung mit aufnehmen http://www.youtube.com/watch?v=BuCz22X0Lxk (Herrn Mitchell/Australien vielen Dank fĂŒr den Hinweis!).

Wenn Frau Vollmer meint, man dĂŒrfe nicht sagen, es habe sich nichts verĂ€ndert, auch fĂŒr die Betroffenen, und sie dann nicht mehr nennen kann, als daß diese nun ĂŒber ihre Vergangenheit sprechen können, dann hat sie selbst offenbart, daß sie als Moderatorin des Runden Tisches völlig versagt hat. Denn der Mut der Betroffenen, ĂŒber ihre Geschichte offen zu reden, hat ja ĂŒberhaupt erst die Petition und damit den Runden Tisch ingang gebracht. Immerhin spricht sie auch von „vollkommener Rechtlosigkeit“ der Betroffenen, ist aber nicht in der Lage, den Rechtlosen zur auch finanziellen Gerechtigkeit zu verhelfen. Sie kann sich also nicht behelfen mit der klassischen Ausrede, was damals recht gewesen sei, könne heute nicht unrecht sein. Sondern es gilt: Was damals unrecht war, wird auch heute weder sanktioniert noch in seinen Folgen gemildert.

Vollmer im O-Ton: »Ich glaube, man darf nicht sagen, daß sich nichts verĂ€ndert hat, auch fĂŒr die Betroffenen – und viele von denen sind doch aus dieser Mauer des Schweigens herausgekommen und reden ĂŒber ihre Geschichte und das war, glaube ich, das Allerschlimmste, diese Mischung aus vollkommener Rechtlosigkeit und Ohnmacht und vollkommenem gesellschaftlichen Desinteresse, ja, geradezu Zustimmung der Gesellschaft zu dem, was in den Heimen passiert ist. Und das ist vorbei.«

Was tun? Kappeler schreibt: »Der ganze Komplex „II Finanzielle Maßnahmen zu Gunsten einzelner Betroffener“ wird, wenn in der Abschluss-Sitzung nicht noch entscheidende VerĂ€nderungen erreicht werden, aus der Sicht der Interessen und Forderungen der Ehemaligen Heimkinder nicht zustimmungsfĂ€hig sein. (S.15).«

Also wenn in diesem Punkt nicht noch entscheidende VerĂ€nderungen erreicht werden, kann es nur heißen: Sagt NEIN!

Diese Aufforderung er geht an die Heimkindervertreter am Runden Tisch: Sagt NEIN! Gebt nicht auch noch eure Zustimmung dazu, daß ihr ĂŒber den Tisch gezogen wurdet. Sagt dem Petitionsausschuß öffentlich, wie sein guter Auftrag durch eine inkompetente Moderatorin und durch die finanziellen Interessen von Staat (LĂ€ndern) und Kirchen (und ihren Einrichtungen) pervertiert wurde.

Sagt NEIN!

Beschlagwortet mit:bundeslĂ€nder, dr. antje vollmer, EntschĂ€digung, heimkinder, Kirchen, Runder Tisch, Schlußbericht  

Prof. Dr. Manfred Kappeler
Vom 2. Entwurf zum 3. Entwurf fĂŒr den Abschlussbericht des Runden Tisches Heimerziehung – Zwischen den Zeilen gelesen III
Auf Seite 6 des Entwurfs heißt es: „Auch der Mitwirkung der Ehemaligen Heimkinder am Runden Tisch kommt eine besondere Bedeutung zu. Sie haben den Forderungen der Betroffenen eine unĂŒberhörbare Stimme gegeben. Ihnen ist es besonders zu verdanken, dass der Runde Tisch das erfahrene Leid und das geschehene Unrecht klar benannt hat und konkrete VorschlĂ€ge fĂŒr die Anerkennung des Schicksals der Betroffenen unterbreitet.
Der Berichterstattung der Ehemaligen Heimkinder und den darin enthaltenen Unrechtserfahrungen wird geglaubt.“
Diese Aussage, mit der die Ehemaligen Heimkinder am RTH als Experten fĂŒr die AufklĂ€rung der Heimerziehung der vierziger bis siebziger Jahre anerkannt werden, weckt zu Beginn der LektĂŒre dieses Textes die Hoffnung, dass die „Forderungen der Betroffenen“ sich zuletzt, nach einem zweijĂ€hrigen konfliktreichen Arbeitsprozess, doch noch in die „Empfehlungen“ an den Bundestag, die LĂ€nderparlamente und die Regierungen aufgenommen werden. Leider wird diese Hoffnung beim Weiterlesen von Seite zu Seite immer mehr frustriert und verliert sich am Ende in eine große EnttĂ€uschung. ...
                                                                                                                          
Analyse komplett: hier klicken

„Affront gegen die Opfer“
EntschĂ€digung fĂŒr Ex-Heimkinder: Am Runden Tisch droht Krach
OsnabrĂŒck/Berlin. Am Runden Tisch Heimerziehung (RTH) in Berlin droht heftiger Streit mit den Betroffenen: Opfer von Gewalt in deutschen Kinderheimen können nach Informationen unserer Zeitung wohl nicht mit pauschalen EntschĂ€digungen rechnen. Stattdessen sollen finanzielle Maßnahmen „immer individuell“ gewĂ€hrt werden, „anknĂŒpfend an heute noch vorhandene FolgeschĂ€den“. ...
„Das wĂ€re ein Affront gegen die Opfer. Wenn das so bleibt, gibt es Krach“, sagte JĂŒrgen Beverförden, Sprecher ehemaliger Heimkinder in Niedersachsen am Sonntag. Er warnte vor BĂŒrokratie und einer Re-Traumatisierung, wenn Opfer im Einzelfall ihr Schicksal belegen mĂŒssten.
http://
www.noz.de/deutschland-und-welt/politik/49625610/entschaedigung-fuer-ex-heimkinder-am-runden- tisch-droht-krach

09. 12. 10 Email an die FAG JHH 2006:

Sehr geehrte Damen und Herren!
Als Anhang sende ich Ihnen einen offenen Brief, den ich per Brief und Mail an den runden Tisch Heimerziehung gesendet hatte. Leider habe ich auch nach Monaten keine Antwort erhalten ...
Wissen Sie ob sich mittlerweile auch um behinderte Heimkinder gekĂŒmmert wird?
Selber habe ich z. B. Folgendes erlebt: ein Arzt aus Bethel, der mich im Heim begutachten sollte, erklĂ€rte, dass ich niemals den Hauptschulabschluß schaffen könne. Zum GlĂŒck hat man nicht auf ihn gehört, denn ich war bald der beste SchĂŒler der Klasse!
Ich denke aber, das solche Arzte damals sehr viel Unheil angerichtet haben!
mit vielen GrĂŒssen
Thomas Wiefelhaus (Buchautor und ehemaliger Heimzögling und Psychiatrie-Patient)
Wenn Sie möchten, können Sie den Brief auf Ihre Homepage stellen!

Runder Tisch Heimerziehung, MĂŒhlendamm 3, 10178 Berlin
Offener Brief an den Runden Tisch Heimerziehung in Berlin
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse,
seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder
politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf
wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.
Vor kurzem habe ich erfahren, dass der Runde Tisch fĂŒr Heimerziehung nicht fĂŒr ehe-
malige MinderjĂ€hrige aus Behindertenheimen, deren MenschenwĂŒrde verletzt und
denen Unrecht angetan wurde, zustĂ€ndig sei. − Dasselbe gelte fĂŒr ehemalige minder-
jÀhrige Patientinnen und Patienten aus den Psychiatrien.
Darin sehe ich eine offene und öffentliche Diskriminierung, sowie einen
Verstoß gegen unser Grundgesetz!
Ich frage mich, ob und wie der Runde Tisch die vergangenen Menschenrechts-
verletzungen und VerstĂ¶ĂŸe gegen das Grundgesetz entschĂ€digen und öffentlich
machen will, wenn er selber heute das Grundgesetz ignoriert?
Es ist ausgeschlossen, dass es nicht auch in Behindertenheimen oder psychiatrischen
Einrichtungen zu WillkĂŒr, Unrecht, Missbrauch, zu Verletzungen der Menschenrechte
und MenschenwĂŒrde gekommen ist! Gegen viele junge Behinderte, bzw. Kinder, die
sich nicht wehren konnten und traumatisiert wurden!
Im Gegenteil, gerade Behinderte sind oft noch wehrloser, als Gesunde. Das gilt fĂŒr
damals, wie fĂŒr heute, wenn es um das Einfordern von Rechten, von Aufmerksamkeit
und von AufklĂ€rung geht! Sie brauchen unser MitgefĂŒhl und praktische Hilfe!
Es ist also beschÀmend, wenn ich den Runden Tisch noch auf SelbstverstÀndlichkeiten
unseres Grundgesetzes, und die der Menschlichkeit, hinweisen muss.
Bei den Betroffenen entsteht der Eindruck: Wir (der Runde Tisch) machen nur, was
wir, auf den Druck von außen hin, machen mĂŒssen
 Oder: Wir tun nur so, als ob

Die Bundesrepublik verstĂ¶ĂŸt, heute wie damals, wieder gegen ihre Aufsichtspflicht.
Wenn ein, immer noch, traumatisiertes Opfer hoffnungsfroh beim Runden Tisch
anruft, wird es wiederum in seiner MenschenwĂŒrde verletzt! Und fĂŒhlt sich an die
vielen ehemals erlittenen Herzlosigkeiten (mit oft unglaublicher WillkĂŒr) erinnert! Die
Probleme der Betroffenen, und unser Grundgesetz, mĂŒssen endlich beachtet werden!
WillkĂŒrlich finde ich auch die Begrenzung auf die 60er Jahre. Auch 1970 sind noch
viele Menschenrechtsverletzungen in unseren Republiken (Ost wie West) passiert!
Zwischen Heim und Psychiatrie gibt es Parallelen. Oft haben Heimkinder unnötige
Psychopharmaka bekommen, oder wurden aufgrund nachweislich falscher Diagnosen
von wichtigen Schulbesuchen abgehalten. Bei der Psychiatrie sehe ich weiterhin eine
große mangelnde öffentliche VergangenheitsbewĂ€ltigung.
Zudem denke ich, der Runde Tisch sollte sich regelmĂ€ĂŸiger in diesem Jahr treffen;
aber nicht lĂ€nger, um die Opfer nicht warten zu lassen; denn: sich die Zeit nehmen fĂŒr
Menschenrechte muss sein. Die Menschen lÀnger warten zu lassen, aber nicht.
Es sei denn, wir nehmen die Opfer, die Menschenrechte (und unser Grundgesetz) und
die eigene Menschlichkeit nicht mehr ernst.
Ich möchte Sie bitten, diesen offenen Brief auf ihre Internetseiten bzw. in
ihre Newsletter zu stellen und mir dort zu antworten.
von Thomas Wiefelhaus; Buchautor mit Jugendheim- und Psychiatrieerfahrung

PDF-Datei hier klicken  

Zwei Jahre lang arbeitete der Runde Tisch in Berlin die Heimerziehung auf – Heute geht es in die Endrunde
SchlĂ€ge und der „Heilige Geist“
... „Freistatt war kein Heim, sondern ein KindergefĂ€ngnis mit Zwangsarbeit“, empörte sich Kowalke, als im Juni 2009 eine Gruppe von SPD-Politikern den Ort im Diepholzer Moor besuchte. Inzwischen ist die Aufarbeitung des Themas weit fortgeschritten: so weit, dass der vom Bundestag eingesetzte Runde Tisch Heimerziehung heute zur Schlussrunde zusammentreten kann. Beobachter erwarten trotz intensiver Vorbereitung eine spannende Sitzung.
... Es geht nicht nur um warme Worte und Anerkennung des Unrechts, sondern zugleich um viel Geld, etwa um Renten zahlen und Traumatisierten helfen zu können. Denn VernachlĂ€ssigung, SchlĂ€ge und DemĂŒtigungen, mitunter auch sexueller Missbrauch waren vielerorts an der Tagesordnung. Und etliche Betroffene leiden bis heute an den Folgen des Erlittenen. Doch wĂ€hrend frĂŒhere „Zöglinge“ auf pauschale EntschĂ€digungen gehofft hatten, etwa 300 Euro Rente im Monat oder Einmalzahlungen von bis zu 54000 Euro, zeichnet sich jetzt eine kompliziertere Lösung ab: Finanzielle Maßnahmen sollen nach Informationen unserer Zeitung „immer individuell gewĂ€hrt werden, anknĂŒpfend an heute noch vorhandene FolgeschĂ€den“.
Dies könnte eine intensive EinzelfallprĂŒfung bedeuten. Opfervertreter wie JĂŒrgen Beverförden aus OsnabrĂŒck lehnen das ab. „Wer entscheidet, ob man bedĂŒrftig ist?“, lautet eine seiner Fragen. Er warnt, Tausende von ehemaligen Heimkindern „durch bĂŒrokratische HĂŒrden und peinliche Befragungen erneut zu traumatisieren“.
Umstritten ist zudem noch, wer wie tief fĂŒr die Opfer in die Tasche greift. Im GesprĂ€ch sind ein Renten- und ein „Traumatisierten“- Fonds, je zu einem Drittel finanziert vom Bund, den LĂ€ndern und den beiden großen Kirchen. Doch aufseiten der LĂ€nder gibt es noch Widerstand, sehr zum Ärger von Antje Vollmer, der Moderatorin am Runden Tisch.
... Noch ist es aber nicht so weit, sind noch viele Steine aus dem Weg zu rĂ€umen. Trotzdem geht Antje Vollmer „entschlossen und zuversichtlich“ in die letzte Sitzung des GesprĂ€chskreises. Sie betont: „Wir haben viel erreicht. Immerhin hat es vor zwei Jahren noch geheißen, alle AnsprĂŒche seien verjĂ€hrt. Jetzt wird es dagegen einen Renten- und einen Traumatisierten-Fonds geben, aus dem Opfer substanzielle Hilfe erwarten können.“ Zudem bleibe es jedem unbenommen, EntschĂ€digungen zu verlangen, die der Runde Tisch zum sexuellen Missbrauch ermöglichen wolle.
Immer wieder zu Wort gemeldet hat sich auch Eckhardt Kowalke. ... Schlecht erging es nach seinen Worten auch einem Neuankömmling, der es gewagt hatte, nach einem StĂŒck Butter zu fragen. Er wurde dem Augenzeugen zufolge so lange vom StubenĂ€ltesten zusammengeschlagen, bis er bewusstlos liegen blieb. „Die Diakone störte die Gewalt nicht. Sie frĂŒhstĂŒckten in Ruhe weiter.“
http://
www.noz.de/deutschland-und-welt/politik/49743745/schlaege-und-der-heilige-geist

Tabula rasa am Runden Tisch
Ein politisches Experiment des Bundestages geht zu Ende: der Runde Tisch zur Heimerziehung. Die moralische Pflicht scheint die Herzen von Bund, Kirchen und LĂ€ndern zu öffnen - beim Öffnen der Taschen tut man sich schwerer.
Zwei Jahre Zeit hat sich der Runde Tisch Heimerziehung mit Vertretern von Bund, LĂ€ndern, Kirchen, freien TrĂ€gern und Betroffenen genommen, um die Folgen der sogenannten schwarzen PĂ€dagogik der Nachkriegszeit in den Heimen fĂŒr Kinder und Jugendliche in Westdeutschland aufzuarbeiten.
Im Kern geht es bei dem Gerangel um die Summen, die der Gesetzgeber, die damalige Heimaufsicht und die TrĂ€ger, also Bund, LĂ€nder und Kirchen, zu zahlen bereit sind. Der Bund etwa strĂ€ubt sich dagegen, von einer „gesamtgesellschaftlichen Verantwortung“ fĂŒr das Heimsystem zu sprechen - dann fiele die Verantwortung vor allem auf den Gesetzgeber zurĂŒck.
Etwas anders liegen die Interessen der Kirchen: Sie stehen in der Öffentlichkeit nach den EnthĂŒllungen ĂŒber sexuellen Missbrauch unter moralischem Erwartungsdruck. Entsprechend hoch ist ihr Interesse an einer Einigung, die nach ihrem Willen nicht nur die Übernahme von Therapiekosten, sondern auch indirekte finanzielle Leistungen, etwa einen Rentenzuschuss, enthalten könnte. Allerdings wollen sie die finanzielle Last - zur Debatte steht derzeit eine Gesamtsumme von etwa 100 Millionen Euro - keinesfalls alleine tragen, sondern diese Ă€hnlich wie der Bund gedrittelt sehen.
Das Heft des Handelns liegt deshalb bei den LĂ€ndern, die am Runden Tisch durch einen Vertreter aus Schleswig-Holstein und StaatssekretĂ€r Klaus SchĂ€fer aus Nordrhein-Westfalen vertreten sind, dem die Abstimmung der LĂ€nderinteressen obliegt. Einige von der Union regierte BundeslĂ€nder - vor allem Bayern und Hessen und mit Abstrichen auch Baden-WĂŒrttemberg - wollen sich jedoch auf keine Zusagen oder auch nur AbsichtserklĂ€rungen einlassen.
http://
www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E3AAD1F4C881448B4991E2 9B474F930BB~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Eine Pauschalrente hierzulande lehnen vor allem die unionsregierten LĂ€nder ab. Das könne niemand bezahlen, argumentieren die LĂ€ndervertreter am runden Tisch. Die LĂ€nder sind es auch, die dem Vernehmen nach nicht in einen geplanten gemeinsamen Opferfonds einzahlen wollen. Der soll zu gleichen Teilen von Bund, LĂ€ndern und den beiden Kirchen getragen werden. Steigen die LĂ€nder aus, ist fraglich, ob es den Fonds ĂŒberhaupt geben wird.
"Wir hoffen, dass das nicht passiert", sagte ein Mitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD): "FĂŒr uns ist die Verantwortungsgemeinschaft nicht aufgekĂŒndigt." Eine generelle EntschĂ€digung der ehemaligen Heimkinder hĂ€lt aber auch der EKD-Mann fĂŒr fragwĂŒrdig: "Man kann nicht pauschal sagen, wer in einem Heim war, ist auf jeden Fall Opfer." Deshalb plĂ€dieren die Kirchen dafĂŒr, "Betroffenen mit fortdauernden Leiden" zu helfen: mit Therapiekosten, kleinen Renten, Ausbildungsbeihilfen.
Wer davon profitieren könnte, ist schwer zu sagen. Zwar ist die Rede von "unbĂŒrokratischen Hilfen", aber bislang mĂŒssen die Opfer bleibende SchĂ€den nachweisen, beispielsweise mit Akten, die belegen, dass die Misshandlungen die dauerhaften SchĂ€den verursacht haben. Bisher sollen sich knapp 2.000 Betroffene mit bleibenden SchĂ€den beim runden Tisch gemeldet haben.
http://
www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/kein-geld-fuer-heimkinder/

Nahaufnahme, Do 09.12.10 10:45 Uhr
Geschlagen, getreten - und zum Schluss noch entwĂŒrdigt
Wer in der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik in ein Heim kam, war verraten und verkauft. Denn in den Heimen der 50er und 60er Jahre wurde geprĂŒgelt und gestraft, dass vielen Hören und Sehen verging. Erziehungsmethoden, Menschenbild und Moralvorstellungen stammten oft noch aus der Kaiserzeit. Es sprach der Rohrstock, nicht die liebende Hand. Tausende ehemalige Heimkinder leiden darunter bis heute, obwohl viele lĂ€ngst im Rentenalter sind.
Um sie und ihr Schicksal ging es jetzt zwei Jahre lang im Rahmen eines Runden Tisches. Heute und morgen findet in Berlin die Abschlusssitzung statt.
Heute bestreiten weder die Kirchen noch staatliche HeimtrĂ€ger Schilderungen wie diese - die die GrĂŒnen-Politikerin Antje Vollmer so zusammenfasst:
Antje Vollmer: "Es gab ein ganzes "System Heimerziehung"“. Das war nicht Einzelversagen. Das war auch nicht nur ein einzelnes Heim, sondern auch die leichteren Heime wirkten durch die Drohung mit den schweren. Und insgesamt war das Heim die Drohung fĂŒr eine ganze Kindergeneration: 'Funktioniert, sonst werdet ihr weggeschlossen!’" ...
Zwei Jahre lang hat Antje Vollmer jetzt den "Runden Tisch Heimerziehung" geleitet - an ihm sitzen Vertreter beider Kirchen, des Bundes und der LĂ€nder. Sie alle tragen - wenn auch in der Nachfolge - Verantwortung gegenĂŒber Menschen wie Gerd Amelung. Entweder, weil ihre Institutionen die Heime betrieben, oder weil ihre Vormundschaftsgerichte sich nicht um die Heimkinder kĂŒmmerten. Was schwere Folgen hatte - denn die Kinder und Jugendlichen hatten niemanden, an den sie sich wenden konnten, um PrĂŒgel, Strafen und DemĂŒtigungen anzuprangern. Die Heimleiter selbst taten oft genug alles, um die Untaten ihrer Erzieher zu vertuschen - weiß Peter Wensierski.
Das alles irgendwie wenigstens finanziell wieder gutzumachen, darum ringt jetzt der Runde Tisch in seiner Schlussphase. SPIEGEL-Autor Peter Wensierski hat Einblick in die Verhandlungen, kennt die EntwĂŒrfe fĂŒr mögliche EntschĂ€digungen. Zu seiner EnttĂ€uschung ist offenbar keine einfache, pauschale Lösung geplant, sondern eine kleinteilige, die fĂŒr die Opfer viel Papierkrieg und MĂŒhe bedeuten könnte. Weshalb der Journalist ein enttĂ€uschtes Fazit zieht.
Peter Wensierski: "Eigentlich hat man jetzt eine große Chance verpasst. Wenn man die Gerechtigkeit fĂŒr die Heimkinder wieder hergestellt hĂ€tte, eine Wiedergutmachungsregelung, die einfach und unkompliziert ist, dann hĂ€tte es auch die GlaubwĂŒrdigkeit der katholischen Kirche, der evangelischen Kirche und all der anderen staatlichen Institutionen wieder herstellen können. Diese Chance hat man - soweit ich das sehen kann - vertan, verpasst, und stattdessen wieder eine sehr schwierige, bĂŒrokratische Lösung gefunden, was fĂŒr viele, die jetzt schon auch Ă€lter sind, doch sehr schwierig werden dĂŒrfte, das wirklich zu nutzen."
http://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/nahaufnahme/201012/151759.html

Peter Wensierski: "Eigentlich hat man jetzt eine große Chance verpasst. Wenn man die Gerechtigkeit fĂŒr die Heimkinder wieder hergestellt hĂ€tte, eine Wiedergutmachungsregelung, die einfach und unkompliziert ist, dann hĂ€tte es auch die GlaubwĂŒrdigkeit der katholischen Kirche, der evangelischen Kirche und all der anderen staatlichen Institutionen wieder herstellen können. Diese Chance hat man - soweit ich das sehen kann - vertan, verpasst, und stattdessen wieder eine sehr schwierige, bĂŒrokratische Lösung gefunden, was fĂŒr viele, die jetzt schon auch Ă€lter sind, doch sehr schwierig werden dĂŒrfte, das wirklich zu nutzen."
http://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/nahaufnahme/201012/151759.html

9.12.2010 - 11:42 Uhr Runder Tisch

Die dritte DemĂŒtigung
Missbrauchte Heimkinder haben Respekt verdient. Und Geld.
Was kostet ein verpfuschtes Leben? Wie viel Geld braucht es, um das Unrecht, das zahllosen Heimkindern im Deutschland der fĂŒnfziger und sechziger Jahre zugefĂŒgt wurde, zu sĂŒhnen? Und ist SĂŒhne ĂŒberhaupt möglich? Es ist das selbe Dilemma, das sich auch im Streit um die EntschĂ€digung von NS-Zwangsarbeitern gestellt hat: Was geschehen ist, lĂ€sst sich nicht mit Geld aus der Welt schaffen.
Und doch können finanzielle Hilfen fĂŒr die Opfer auch noch nach Jahrzehnten ein Weg sein, die Vergangenheit ertrĂ€glicher zu machen. Im Fall der Heimkinder sind solche Zahlungen sogar unumgĂ€nglich. ...
Gibt es am Ende gar kein Geld fĂŒr die Heimkinder? Das wĂ€re nach dem Missbrauch und dem jahrzehntelangen Schweigen darĂŒber die dritte DemĂŒtigung fĂŒr die Opfer.
http://www.zeit.de/2010/50/P-Missbrauch-Kinder
NatĂŒrlich ist die Suche nach Kriterien fĂŒr finanzielle EntschĂ€digungen in heiklen FĂ€llen wie diesem ungeheuer schwierig. Erlittenes Leid muss gleichsam taxiert, abgewogen und verglichen werden. So hatte das Unrecht in den Heimen zwar System, aber nicht jedes Heimkind war davon gleichermaßen betroffen. Deshalb muss jeder einzelne Fall geprĂŒft werden, aber diese PrĂŒfung darf fĂŒr die Betroffenen nicht zur neuerlichen DemĂŒtigung geraten; nicht jeder Stockschlag muss bewiesen werden. ...
Viele ehemalige Heimkinder leiden bis heute unter den traumatischen Erlebnissen ihrer Schulzeit. Sie brauchen Geld, fĂŒr Therapien oder weil sie, so die bittere Ironie der Geschichte, nicht selten in Ă€hnlich prekĂ€ren VerhĂ€ltnissen leben, derentwegen sie die JugendĂ€mter seinerzeit in Heime abgeschoben haben.
Es werden erhebliche Summen sein mĂŒssen, wenn sie die FolgeschĂ€den der Heimunterbringung dieser Menschen wirksam lindern sollen – in EinzelfĂ€llen auch mehr als hunderttausend Euro.
http://www.zeit.de/2010/50/P-Missbrauch-Kinder?page=2

Dierk SchÀfer
„Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!“
Weisheit der Dakota-Indianer

Im Leben versuchen wir oft andere Strategien fĂŒr diese Situation, denn:
„Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch reiten könnte!“
o      Wir besorgen eine stĂ€rkere Peitsche.
o      Wir wechseln die Reiter.
o      Wir sagen: „So haben wir das Pferd doch immer geritten.“
o      Wir grĂŒnden einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
o      Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
o      Wir erhöhen die QualitĂ€tsstandards fĂŒr den Beritt toter Pferde.
o      Wir bilden eine Task-Force, um das tote Pferd wiederzubeleben.
o      Wir schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen.
o      Wir stellen Vergleiche unterschiedlich toter Pferde an.
o      Wir Ă€ndern die Kriterien, die besagen, ob ein Pferd tot ist.
o      Wir kaufen Leute von außerhalb ein, um das tote Pferd zu reiten.
o      Wir schirren mehrere tote Pferde zusammen an, damit sie schneller werden.
o      Wir machen zusĂ€tzliche Mittel locker, um die Leistung des Pferdes zu erhöhen.
o      Wir machen eine Studie, um zu sehen, ob es billigere Berater gibt.
o      Wir kaufen etwas zu, das tote Pferde schneller laufen lĂ€ĂŸt.
o      Wir erklĂ€ren, dass unser Pferd besser, schneller und billiger tot ist.
o      Wir bilden einen QualitĂ€tszirkel, um eine Verwendung fĂŒr tote Pferde zu finden.
o      Wir ĂŒberarbeiten die Leistungsbedingungen fĂŒr Pferde.
o      Wir richten eine unabhĂ€ngige Kostenstelle fĂŒr tote Pferde ein.

http://dierkschaefer.wordpress.com/2010/12 /09/%E2%80%9Ewenn-du-entdeckst-dass- du-ein-totes-pferd-reitest-steig-ab%E2%80 %9C/

Runder Tisch Heimkinder droht zu scheitern

Seit Donnerstag berĂ€t der Runde Tisch Heimerziehung in Berlin zwei Tage lang ĂŒber seinen Abschlussbericht. Ob sich die Teilnehmer auf diesen einigen können, ist aber alles andere als sicher.

Den Teilnehmern liegt ein 130 Seiten langer Entwurf mit abschließenden Empfehlungen vor, der allerdings umstritten ist.

„Wir werden richtig heftig verhandeln“, sagte Norbert Struck "Welt Online" vor Beginn der GesprĂ€che. Struck ist Jugendhilfereferent des ParitĂ€tischen Gesamtverbands und sitzt fĂŒr die Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege mit am Tisch. Im derzeitigen Entwurf stecke „jede Menge Sprengstoff“, so Struck: „Er wird den Interessen der ehemaligen Heimkinder nicht gerecht, da muss noch einmal nachgearbeitet werden.“ Struck plĂ€diert fĂŒr eine Anerkennung des Leides der Heimkinder „in Form einer relevanten Rentenzahlung“.

Im GesprĂ€ch ist nach Informationen von „Welt Online“ auch eine kleine Opferrente fĂŒr die Ex-Heimkinder. Diese soll sich aber weit unter der von ehemaligen Heimkindern geforderten Zahlung von 300 Euro monatlich pro Person bewegen.

Einzelne LĂ€nder wollen sich vor Fonds-Zahlung drĂŒcken

Die LĂ€nder hĂ€tten sich in den Beratungen zur Mitverantwortung fĂŒr die Heimerziehung bekannt, sagte Vollmer der „Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung“: „Da können sie jetzt nicht so tun, als gehe sie das alles nichts mehr an.“ Vollmer ließ zudem das Argument einzelner LĂ€nder nicht gelten, dort hĂ€tten sich nur wenige Opfer gemeldet: „Auch aus Bayern und Baden-WĂŒrttemberg wurden Heimkinder in umstrittene Einrichtungen wie Freistatt und GlĂŒckstadt geschickt.“

Opferverein verlangt mindestens 300 Euro Opferrente monatlich

Der Verein ehemaliger Heimkinder, dem rund 500 Betroffene angehören, hat schon jetzt klargemacht, was er von der Arbeit des Runden Tisches hĂ€lt. „EnttĂ€uschend“ nennt die Vereinsvorsitzende Monika Tschapek-GĂŒntner den Entwurf fĂŒr den Endbericht. Expertisen wĂŒrden benutzt, „um das Leid der Heimkinder abzuwiegeln“: „Hier findet erneut eine Traumatisierung der Heimkinder statt, nur diesmal durch den Runden Tisch.“

Auch finanziell sei das bisherige Ergebnis enttĂ€uschend. Einen Vorschlag, der unter der geforderten Opferrente von 300 Euro monatlich liege, werde der Verein das nicht akzeptieren: „Wir werden uns durchklagen bis zum EuropĂ€ischen Gerichtshof fĂŒr Menschenrechte.“

http://www.welt.de/politik/deutschland/article11506185/Runder-Tisch-Heimkinder-droht-zu-scheitern.html

Runder Tisch zur Heimerziehung Heimkinder empört ĂŒber geplante EntschĂ€digung
09.12.2010, 18:56 2010-12-09 18:56:27
Eklat am runden Tisch: Die Opfer, die unter unmenschlichen Erziehungsmethoden litten, bleiben dem Treffen fern. Sie halten die in Aussicht stehenden Hilfen fĂŒr viel zu gering.
Mit einem Eklat haben am Donnerstag die AbschlussgesprĂ€che des runden Tisches ĂŒber eine EntschĂ€digung fĂŒr ehemalige Heimkinder begonnen. Die drei Vertreter der Heimkinder blieben den GesprĂ€chen zunĂ€chst demonstrativ fern. Mit ihrem Wegbleiben wollten sie gegen aus ihrer Sicht völlig unzureichende Hilfen und EntschĂ€digungen protestieren, wie sie der Entwurf des Abschlussberichts fĂŒr Opfer vorsieht, die unter oft unmenschlichen Erziehungsmethoden in bundesdeutschen Kinderheimen der fĂŒnfziger und sechziger Jahre gelitten haben. Daraufhin sollen die Vertreter von Bund, LĂ€ndern und HeimtrĂ€gern gedroht haben, die GesprĂ€che platzen und ohne Ergebnis enden zu lassen, berichteten Teilnehmer der Runde der SĂŒddeutschen Zeitung. Ob die GesprĂ€che wiederaufgenommen werden sollten, war zunĂ€chst noch unklar.
http://www.sueddeutsche.de/politik/runder-tisch-zur-heimerziehung-heimkinder-empoert-ueber-geplante-e ntschaedigung-1.1034467

Klaus Dickneite, Pressesprecher der Freien Arbeitsgruppe JHH 2006, war auf der Opferkonferenz, die nach der Pressekonferenz des Runden Tisches Heimerziehung im Bundespressehaus stattfand, zugegen. Hier seine ersten EidrĂŒcke in einer Telefonschaltung:

Rede des Pressesprechers der "Freien Arbeitsgruppe JHH 2006"  wĂ€hrend der Opferkonferenz am 13 Dezember 2010 im Bundespressehaus in Berlin.
http://
www.youtube.com/watch?v= 9A90A1JYJ-w

Pressekonferenz und Opferkonferenz zur Vorstellung des Abschlußberichtes des Runden Tisches Heimerziehung.

Bilder anklicken

Ingrid MatthÀus-Maier (ehemalige Bundestagsabgeordnete SPD) spricht Klartext

Kritik am Runden Tisch Heimerziehung - Kommentar im BR5 19.12.10 hier klicken

Pressespiegel

 â€žDruck aufgebaut ...“ oder „Sie wurden erpresst ...“

"Wir kamen uns wieder einmal vor wie die Bettler", sagt Sonja Djurovic, eine der Vertreterinnen der Heimkinder. Also blieben sie draußen vor der TĂŒr, und erst als Antje Vollmer, die Moderatorin des "Runden Tisches Heimerziehung", ihnen ins Gewissen redete, sie dĂŒrften doch nicht am vorletzten Tag der Beratungen alles kaputt machen, da setzten sie sich doch zu den anderen, zu den Vertretern des Bundes, der LĂ€nder, der Kirchen und der Wissenschaft. "Mit sehr gemischten GefĂŒhlen", wie Sonja Djurovic sagt, "aber es ist besser, ein bisschen zu erreichen, als gar nichts zu erreichen".www.sueddeutsche.de/politik/nach-zwei-jahren-verhandlungen-heimkinder-koennen-auf-entsch aedigung-hoffen-1.1034971

 Sonja Djurovic, eine der Vertreterinnen der Heimkinder im O-Ton: hier klicken

Ist das ein verwunderliches Ergebnis? Nein, höre ich nach Sitzungsschluss, es wurde unglaublicher Druck auf die drei ehemaligen Heimkinder Sonja Djurovic, Eleonore Fleth, Dr. Hans-Siegfried Wiegand und deren stĂ€ndige Vertreter Stefan Beuerle, JĂŒrgen Beverförden, Rolf Breitfeld ausgeĂŒbt. Und der drang hinaus bis zu den Wartenden vor der SicherheitstĂŒr: Erst sorgte die Vorsitzende dafĂŒr, dass von den sich StrĂ€ubenden zumindest die festen Mitglieder den Saal betraten, spĂ€ter Marlene Rupprecht, Mitglied des Petitionsausschusses und des Deutschen Bundestages, die bewegt und gestikulierend auf die vor der SaaltĂŒr sich beratende Gruppe der Ehemaligen Heimkinder einwirkte.
http://hpd.de/node/10864

 "Eigentlich mĂŒsste die Summe viel höher sein", sagte Sonja Djurovic, Teilnehmerin des Runden Tisches, gegenĂŒber WDR 5. UrsprĂŒnglich wollten sie und die beiden anderen ehemaligen Heimkinder den Runden Tisch aus Protest verlassen und damit platzen lassen. "Dann wĂ€re aber das Geld weg gewesen, das hĂ€tte keinem der Betroffenen genutzt." Die ehemaligen Heimkinder hĂ€tten zugestimmt - unter der Bedingung, dass der Fonds nach oben offen bleibt, falls er eines Tages ausgeschöpft sein sollte.
http://
www.wdr.de/themen/panorama/26/heimkinder_entschaedigung_2/101211.jhtml?stdComments=1#s tdComments

http://www.wdr5.de/sendungen/morgenecho/s/d/11.12.2010-06.05/b/ringen-um-entschaedigung-der-rund e-tisch-heimerziehung.html

 JĂŒrgen Beverförden, der Stellvertreter eines Heimkinder-Vertreters am Runden Tisch war, sagte, es sei Druck auf sie ausgeĂŒbt worden. "Es gab die Drohung, dass wir gar nichts kriegen, wenn wir dem Abschlussbericht nicht zustimmen", sagte er.
http://www.ksta.de/html/artikel/1292251097758.shtml

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10.12.2010 Deutschlandfunk: Hintergrund
Unrecht und Leid – aber keine EntschĂ€digung?
Zum Abschluss des Runden Tischs Heimerziehung
Von Detlef Grumbach
U.a. mit Prof. Manfred Kappeler
Das System der Heimerziehung in Deutschland ließ einst unzĂ€hlige MissstĂ€nde zu. So wurden Kinder weggesperrt oder mit Psychopharmaka ruhiggestellt. Seit vergangenem Jahr beschĂ€ftigt sich der "Runde Tisch Heimerziehung" mit eventuellen EntschĂ€digungen. Nun sind die Treffen vorbei.
TEXT: http://
www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1341019/
TON: http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=1&broadcast=60444&datum=20101210&pl aytime=1292002817&fileid=c2cdef87&sendung=60444&beitrag=1341019&/
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13.12.2010
Der Runde Tisch zum Missbrauch von Heimkindern bis in die 70er-Jahre legt heute seinen Abschlussbericht vor. Eine pauschale EntschĂ€digung ist nicht vorgesehen. Hans Ulrich Anke [Ev. Kirche] rechtfertigt diese Regelung und verspricht: Einzelfalle wĂŒrden "unbĂŒrokratisch" geprĂŒft.
Heinlein: Sind Sie stolz auf die Ergebnisse des Runden Tisches?
Anke: Ich begrĂŒĂŸe sehr, dass der Runde Tisch nun eine einstimmige Lösung, einen einstimmigen Lösungsvorschlag gefunden hat und auch die Bewertung der Heimerziehung in den 50er- und 60er-Jahren sich einstimmig zu eigen gemacht hat, so wie es heute Frau Dr. Vollmer im Abschlussbericht vorstellen wird.
Heinlein: Wie war denn, Herr Anke, die AtmosphÀre bei den Schlussverhandlungen? Ging es zuletzt vor allem ums Geld, also EntschÀdigungszahlungen ja oder nein?
Anke: Es war wichtig, dass es nicht nur ums Geld gegangen ist, aber es ging natĂŒrlich auch um die Frage, wie konkret Heimkindern jetzt geholfen werden kann, die bis heute andauernden Folgen zu bewĂ€ltigen.
Heinlein: Warum gibt es denn keine pauschale Opferrente fĂŒr jedes Heimkind?
Anke: Wir haben in den Beratungen und in den Expertisen und in den Berichten der Heimkinder am Runden Tisch gehört, dass die Heimerziehung in den 50er- und 60er-Jahren sehr vielgestaltig war, dass Leid und Unrecht vielfach geschehen ist in den Einrichtungen, aber dass es doch so vielgestaltig ist, dass man nicht einfach eine pauschale Regelung, eine pauschale Bewertung unrechtspauschal in der Heimerziehung der 50er- und 60er-Jahre feststellen kann.
Heinlein: Also im Klartext: Nur wer jetzt nach 20, 30 Jahren noch nachweisen kann, dass er gequÀlt und erniedrigt wurde, der kann dann mit einer EntschÀdigung rechnen, die anderen nicht?
Anke: Es geht vor allen Dingen darum, diejenigen, die heute noch darunter leiden, denen zu helfen, dass dieses Leid bewÀltigt werden kann. Also diejenigen, die etwa Therapien brauchen, dass man ihnen hilft, die richtige Therapie zu finden und diese Therapie zu finanzieren. Oder diejenigen, denen etwa Ausbildung in der Zeit der Heimerziehung vorenthalten wurde, weil sie zur Arbeit herangezogen wurden, dass dieses nachgeholt werden kann, wenn das heute möglich ist.
Heinlein: WĂ€re es nicht angemessener gewesen, Herr Anke, nach all diesen Jahren den Betroffenen diese EinzelfallprĂŒfung zu ersparen?
Anke: Man kann diese EinzelfallprĂŒfung deswegen nicht ersparen, weil wie gesagt die Heimerziehung relativ unterschiedlich war. Es war so, dass in vielen Gruppen schon das Leid und Unrecht so war, dass man es nicht einfach ĂŒber einen Kamm scheren kann, sondern dass sehr unterschiedliche Herangehensweisen dort waren. Deswegen ist es wichtig, dass geguckt wird, wie ihnen jetzt heute geholfen werden kann. weiter ...
http://
www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1340632/
Ton: http://
www.dradio.de/aodflash/player.php?station=1&broadcast=196841&datum=20101213&playtime= 1292221128&fileid=b889bc0b&sendung=57967&beitrag=1340632&/
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Abschlussbericht des Runden Tisches
„Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren“
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“Unrecht und Leid – Rehabilitation und EntschĂ€digung?
Der Abschlussbericht des Runden Tisches Heimerziehung.”
Analyse des Abschlußberichtes durch Prof. Dr. Manfred Kappeler

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Zur Abstimmung ĂŒber den Abschlussbericht wurden folgende Notizen zu Protokoll gegeben:

Protokollnotiz der Bundesregierung
Nach Auffassung der Bunderegierung richten sich die Empfehlungen und Überlegungen zur immateriellen und materiellen Anerkennung des Unrechts und des Leids in der Heimerzie-hung der 50er und 60er Jahre an die bereits im Zwischenbericht genannten verantwortlichen Institutionen.
Der Bund wird sich an einer gemeinsamen Lösung beteiligen, wenn die anderen öffentlichen und freien TrÀger ihrer Verantwortung gerecht werden.
Mit der Übergabe des Berichtes an den Deutschen Bundestag obliegt es diesem, die vorlie-genden VorschlĂ€ge zu bewerten und darĂŒber zu entscheiden.

Protokollnotiz der Vertreter der LĂ€nder am Runden Tisch
Die Vertreter der LĂ€nder am Runden Tisch weisen zu ihrem Abstimmungsverhalten auf Fol-gendes hin:
Die LĂ€nder sind in der föderalen Struktur Deutschlands eigene verfassungsrechtliche Rechtspersönlichkeiten. FĂŒr sie handeln die in den jeweiligen Landesverfassungen bestimm-ten Organe, nĂ€mlich die Landesregierungen, bzw. die Landesparlamente. Nur diese können Verpflichtungen fĂŒr die LĂ€nder, insbesondere in einer Dimension, wie im vorliegenden Fall, verbindlich beschließen. Die Vertreter der LĂ€nder bei dem Runden Tisch haben insoweit kein Mandat zum Abschluss. Ihre Aufgabe war, daran mitzuwirken, wie Lösungen aussehen kön-nen. Genau diese Aufgabe haben die Vertreter der LĂ€nder wahrgenommen.
Mit Vorlage des Abschlussberichtes an die LĂ€nder obliegt es diesen, die vorliegenden Vor-schlĂ€ge zu bewerten und darĂŒber zu entscheiden.

Protokollnotiz der LandesjugendÀmter
Herr Meyer erklĂ€rt, dass er als Vertreter der LandesjugendĂ€mter hinsichtlich der LösungvorschlĂ€ge des Runden Tisches Heimerziehung verbindlich keine ErklĂ€rung fĂŒr alle LandesjugendĂ€mter abgeben könne. Diese seien zum ĂŒberwiegenden Teil Landesbehörden, so dass insoweit das jeweilige Land entscheiden mĂŒsse. Im Übrigen gebe es drei kommuna-le LandesjugendĂ€mter: FĂŒr Baden-WĂŒrttemberg könne er keine ErklĂ€rung abgeben. FĂŒr die beiden LandschaftsverbĂ€nde aus Nord-Rhein-Westfalen könne er feststellen, dass dort im Grundsatz Bereitschaft signalisiert worden sei, die VorschlĂ€ge des Runden Tisches Heimer-ziehung – soweit möglich – aufzugreifen.

Protokollnotiz der Kommunalen SpitzenverbÀnde
Die kommunalen SpitzenverbĂ€nde halten eine Vielzahl der unter IV formulierten VorschlĂ€ge zu PrĂ€vention und Zukunftsgestaltung fĂŒr nicht zielfĂŒhrend bzw. fĂŒr nicht ĂŒberzeugend. Die VorschlĂ€ge unter IV werden daher nicht unterstĂŒtzt.
http://
www.rundertisch-heimerziehung.de/documents/Ergebnisprotokoll_Sitzung10_RTH_000.pdf

19. Januar 2011
Missbrauchte HeimkinderEntschÀdigung bleibt umstritten
DemĂŒtigungen und SchlĂ€ge, Missbrauch und Zwangsarbeit waren noch bis in die 70er Jahre in Kinderheimen in Deutschland an der Tagesordnung. Jetzt sollen die Opfer möglichst rasch entschĂ€digt werden. Allerdings ist die Summe gedeckelt. Ehemalige Heimkinder fordern eine pauschale Opferrente von monatlich 300 Euro - oder eine fĂŒnfstellige EntschĂ€digungssumme.
Der EntschĂ€digungsfonds fĂŒr misshandelte Heimkinder soll möglichst noch in diesem Jahr eingerichtet werden. Dieses Ziel nannten Vertreter aller Bundestagsfraktionen, als der Abschlussbericht des Runden Tisches an ParlamentsprĂ€sident Norbert Lammert ĂŒbergeben wurde.
Vollmer mahnte eine schnelle Einigung von Bund und LĂ€ndern an. Wenn Ende des Jahres die Stiftung eingerichtet sei, habe sich der Bundestag - anfangs im Petitionsausschuss, spĂ€ter am Runden Tisch - insgesamt fĂŒnf Jahre lang damit beschĂ€ftigt. "Es darf keinen Tag lĂ€nger dauern." Georg Gorrissen vom Sozialministerium in Schleswig-Holstein erklĂ€rte allerdings, es gebe noch erheblichen Abstimmungsbedarf zwischen Bund, Kirchen und den elf betroffenen BundeslĂ€ndern. Ein Abschluss noch in diesem Jahr sei deshalb ein "ehrgeiziger Zeitfahrplan".
Viele ehemalige Heimkinder klagen
Die katholische Deutsche Bischofskonferenz und das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche drĂ€ngten ebenfalls zur Eile. Viele der der Heime waren von den Kirchen organisiert, weshalb diese ein Drittel der EntschĂ€digungssumme ĂŒbernehmen.
http://
www.n-tv.de/politik/Entschaedigung-bleibt-umstritten-article2399966.html

18.01.2011 12:00 Uhr
Fonds fĂŒr Ex-Heimkinder soll noch 2011 stehen
Die EntschĂ€digungen fĂŒr misshandelte ehemalige Heimkinder sollen noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden. Darin sind sich alle Bundestagsfraktionen einig. Auch ParlamentsprĂ€sident Norbert Lammert (CDU) will eine Lösung "so schnell wie möglich", sagte er am Mittwoch in Berlin, als ihm der Runde Tisch zur Aufarbeitung der Heimkinderschicksale seinen Abschlussbericht ĂŒberreichte.
http://
www.ndr.de/regional/niedersachsen/heimkinder139.html

19.01.2011 SPD-Bundestagsfraktion - 
Forderungen des Runden Tisches Heimkinder schnellstmoeglich umsetzen:
Unser Ziel ist die schnellstmoegliche Umsetzung der Forderungen des Runden Tisches, damit die betroffenen Menschen nicht laenger auf Unterstuetzung warten muessen. Wir wollen noch in diesem Jahr alle rechtlichen Voraussetzungen fuer eine materielle Entschaedigung im Sinne der vom Runden Tisch geforderten Stiftungsloesung mit einem Volumen von 120 Millionen Euro schaffen. Der Fonds wird anteilig von Bund, den Laendern und Kommunen sowie den Kirchen und Wohlfahrtsverbaenden getragen.
Der Bundestag hat fraktionsuebergreifend Zustimmung und die Bereitschaft signalisiert, den Fonds und diverse vom Runden Tisch angeregte gesetzgeberische Initiativen interfraktionell zu beschliessen. Wir sind nach fuenf Jahren harter und konstruktiver Arbeit im Petitionsausschuss und am Runden Tisch zuversichtlich, dass wir die Forderungen des Runden Tisches rasch gemeinsam auf den parlamentarischen Weg bringen und beschliessen. Wir fordern die Laender auf, ebenso schnell zu handeln.
http://
www.prmaximus.de/3347

19.01.2011
EKD setzt auf rasche Hilfen fĂŒr ehemalige Heimkinder/ Hannover (ots) - Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) setzt sich dafĂŒr ein, dass die Empfehlungen des Runden Tisches Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren rasch umgesetzt werden.
AnlĂ€sslich der heutigen Übergabe des Abschlussberichtes des Runden Tisches im Deutschen Bundestag Ă€ußerte der PrĂ€sident des Kirchenamtes der EKD, Hans Ulrich Anke, die Erwartung, dass Hilfen fĂŒr ehemalige Heimkinder rasch realisiert werden. "Die evangelische Kirche und ihre Diakonie hoffen, dass der Deutsche Bundestag sich die Ergebnisse des Runden Tisches zu eigen macht und dass die im Abschlussbericht enthaltenen Empfehlungen zĂŒgig und ohne bĂŒrokratische HĂŒrden umgesetzt werden", sagte Anke am Rande der BerichtsĂŒbergabe an BundestagsprĂ€sident Norbert Lammert am heutigen Mittwoch in Berlin.
Anke betonte, dass die evangelische Kirche und ihre Diakonie bereit seien, Verantwortung zu ĂŒbernehmen. Er hoffe sehr, dass auch die anderen Partner in der Verantwortungsgemeinschaft zu dieser Lösung und den sich daraus ergebenden Konsequenzen stehen. "Die evangelische Kirche und ihre Diakonie werden sich jeder Verzögerung bei der Realisierung des vom Runden Tisch vorgeschlagenen Fonds fĂŒr ehemalige Heimkinder energisch entgegenstellen", so der PrĂ€sident weiter.
http://
www.presseportal.de/pm/55310/1750850/ekd_evangelische_kirche_in_deutschland

Bundesweite Anlaufstelle um ein Jahr verlÀngert
Das Bundesfamilienministerium kĂŒndigte eine Übergangsregelung fĂŒr die vom Runden Tisch eingerichtete bundesweite Anlaufstelle an. Nach dem Auslaufen des Mandats der bisherigen Stelle Ende Februar soll die Arbeit fĂŒr weitere zwölf Monate gesichert sein, kĂŒndigte der Leiter der Abteilung Kinder- und Jugendhilfe im Ministerium, Lutz Stroppe, an. Darauf habe man sich mit den LĂ€ndern am Dienstagabend verstĂ€ndigt. In einem halben Jahr will der Runde Tisch ĂŒberdies erneut zusammenkommen und Bilanz ziehen.
Vertreter der Betroffenen bemĂ€ngelten unterdessen erneut, dass statt einer generellen EntschĂ€digung nur Zahlungen an einzelne Opfer der Heimerziehung beschlossen werden sollten. Viele Heimkinder wĂŒrden es als neues Unrecht emfpinden, wenn sie nicht entschĂ€digt wĂŒrden, sagte Heimkinder-Vertreterin Sonja Djurovic. Die Scham und das Stigma seien ĂŒberdies so tief verwurzelt, dass die meisten Opfer sich ohnehin nicht melden wĂŒrden, ergĂ€nzte sie.
Rolf Breitfeld, nicht stimmberechtigter Vertreter der Heimkinder am Runden Tisch, nannte die Summe von 120 Millionen Euro "erbÀrmlich". Der Runde Tisch hatte sich allerdings zum Abschluss seiner Beratungen darauf geeinigt, den Fonds nach oben offen zu halten.
http://
www.evangelisch.de/themen/gesellschaft/heimkinder-runder-tisch-%C3%BCbergibt-abschlussbericht- an-lammert31915
 

19.1.2011 Nichts ist entschieden
Runder Tisch Heimerziehung ĂŒbergibt Abschlussbericht an Bundestag
„Eine schwierige Kiste“
Doch bis sich diese Empfehlungen in bare MĂŒnze fĂŒr die Opfer verwandeln, ist noch einiges zu tun. Notwendig ist ein Staatsvertrag zwischen dem Bund, den westdeutschen LĂ€ndern und den TrĂ€gern ehemaliger Heime, der die Finanzierung regelt. „Das wird noch eine schwierige Kiste, vor allem die LĂ€nder alle unter einen Hut zu bringen“, prognostiziert Rupprecht. Sie will nun vorschlagen, in einer interfraktionellen Arbeitsgruppe einen gemeinsamen Antrag zu erarbeiten, der die Bundesregierung auffordert, eben solch einen Staatsvertrag auszuhandeln. Die familienpolitische Sprecherin der Union, Dorothee BĂ€r (CSU), ist da optimistischer: „Die Empfehlungen sind auf jeden Fall umsetzbar und ich denke, dass das auch recht schnell geht.“ Sie habe bereits aus einigen BundeslĂ€ndern positive RĂŒckmeldungen bekommen.
Unterdessen erlebte die Leiterin der vom Runden Tisch eingerichteten Info- und Beratungsstelle, Katharina Loerbroks, seit der Vorstellung des Abschlussberichts im Dezember einen sprunghaften Anstieg der Anfragen von ehemaligen Heimkindern. Bescheidene 650 Anfragen hatte es in den zwei Jahren zuvor gegeben. Nun kamen binnen Wochen rund 500 neue hinzu. „Viele Anrufer sagten mir auch, dass sie jetzt durch die Medien ĂŒberhaupt zum ersten Mal vom Runden Tisch gehört hĂ€tten“, berichtet Loerbroks.
Viele EnttÀuschungen
Und dann musste sie viele Anrufer auch noch enttĂ€uschen: „Die meisten dachten, jetzt sei alles entschieden und sie könnten bei mir Formulare fĂŒr EntschĂ€digungen beantragen.“ Viele reagierten frustriert: „Kennt man ja. Typisch, wir werden weiter vertröstet.“ Rupprecht kann solche Reaktionen gut nachvollziehen: „Es ist den Betroffenen schwer zu erklĂ€ren, warum sich das alles so zieht, warum es so schwierig ist, mit all den unterschiedlichen Playern eine gemeinsame Lösung zu finden.“
http://
www.domradio.de/aktuell/70850/nichts-ist-entschieden.html

Opfervertreter wehren sich

Ehemalige Heimkinder sorgten fĂŒr Überraschung
BERLIN. (hpd) „19.01.2011, 9.30 Uhr: Der Runde Tisch Heimerziehung stellt Abschlussbericht vor“, so stand es geschrieben und die Überraschung lag auf dem Tisch. Neben dem von Frau Dr. Antje Vollmer am 10. Dezember 2010 unterzeichneten Abschlussbericht erhielt der BundestagsprĂ€sident ein weiteres Dokument.
Vier der sechs ehemaligen Heimkinder, die am Runden Tisch Heimerziehung (R.T.H.) die Anzahl von ca. 750.000 bis 800.000 Kinder und Jugendlichen zu vertreten hatten, schlossen sich erneut zusammen.
Ihre Forderung ist erneut und wie in der letzten Sitzung R.T.H. gestellt: Pauschaler Folgenausgleich in Höhe einer monatlichen Rente von 300,- Euro, die anrechungsfrei auf alle anderen sozialen Leistungen sein muss, oder wahlweise eine Einmalzahlung von 54 000,- Euro.
Am 19. Januar 2011 wandten sich die ehemaligen Heimkinder direkt an den BundestagsprÀsidenten, die Abgeordneten und allen Anwesenden mit der Bitte, einen finanziellen Ausgleich ernst zu nehmen und umzusetzen. Ihr Brief:

Berlin, 19. Januar 2011

Sehr geehrter Herr BundestagsprÀsident, sehr geehrte Abgeordnete des Bundestages,
sehr geehrte Damen und Herren,

Frau Eleonore Fleth und ich, als zwei der drei ehemaligen Heimkinder am Runden Tisch Heimerziehung (R.T.H.), sowie Herr JĂŒrgen Beverförden und Herr Rolf Breitfeld, als zwei der drei Stellvertreter, appellieren an Sie, Herr BundestagsprĂ€sident und die anwesenden Abgeordneten dieses hohen Hauses, unsere finanziellen EntschĂ€digungsvorschlĂ€ge, wie sie im Abschlussbericht des R.T.H. stehen, bei der parlamentarischen Umsetzung zu berĂŒcksichtigen.

Wir, die Opfer der Heimerziehung haben dem R.T.H. diese VorschlĂ€ge vorgelegt, sie sind jedoch von den ĂŒbrigen Mitgliedern des R.T.H. im Abschlussbericht nicht empfohlen worden.

Hintergrund unserer EntschĂ€digungsforderung ist das von Staat veranlasste Unrecht der damaligen FĂŒrsorgeerziehung in Deutschland und die daraus gewalttĂ€tige Zerstörung von Lebenschancen der ehemaligen Heimkinder.

Man sagt ganz grundsĂ€tzlich und ohne EinschrĂ€nkung im Abschlussbericht, dass man den ehemaligen Heimkindern „glaube“. Und dann sollte man uns auch glauben:

Die ehemaligen Heimkinder wurden in ihrer Kindheit und Jugendzeit ihrer Lebenschancen beraubt, sie bekamen nichts mit auf den Weg, weder Schulbildung noch Ausbildung. Sie wurden weggesperrt, sie waren recht- und wertlos und waren deshalb schutzlos ausgeliefert, wenn sie von den (kirchlichen) Erziehungsberechtigten in den Heimen schwer misshandelt, gedemĂŒtigt, missbraucht wurden.
Sie litten damals unter dieser rigiden Heimerziehung und leiden auch heute noch unter dem „Albtraum-Heimerziehung“, wobei auch SĂ€uglinge und behinderte Menschen nicht ausgeschlossen werden dĂŒrfen.

Die „FĂŒrsorgezöglinge“ leisteten (nicht erziehungsbedingte) verbotene Kinder- und ĂŒbermĂ€ĂŸige Zwangsarbeit in den Erziehungsanstalten und Kinderheimen und wurden nicht fĂŒr diese Arbeit entlohnt.
Sie wurden wirtschaftlich ausgebeutet und mussten fĂŒr die Heime, sowie auch fĂŒr externe Betriebe und Landwirtschaft schwer arbeiten.

In vielen Köpfen, der damals fĂŒr uns „zustĂ€ndigen“ Personen, außerhalb und innerhalb der Erziehungsheime, herrschte immer noch, bis spĂ€t in die 60er Jahre, vieles von dem Gedankengut der NS Zeit.
Zucht und Ordnung sollten Kindern und Jugendlichen beigebracht werden, egal um welchen Preis.
Das Grundgesetz, das 1949 in Kraft trat, sollte fĂŒr alle Menschen gelten, fĂŒr uns traf das jedoch nicht zu, zu keiner Zeit. Die „Menschenrechte“ wurden 1948 auch von Deutschland anerkannt, nur fĂŒr uns galten sie nicht.
Insbesondere deshalb war die damalige Heimerziehung ein Unrechtssystem (das verfassungswidrige besondere GewaltverhĂ€ltnis, ĂŒbermĂ€ĂŸige ZĂŒchtigungen, Zwangsarbeit, umfassende im Abschlussbericht dokumentierte Grundrechtsverletzungen von Kindern und Jugendlichen), dieses Unrechtssystem der Heimerziehung muss endlich auch als ein solches anerkannt werden.
Das „Trauma Heim“ ist bei uns, den ehem. Heimkindern, immer noch gegenwĂ€rtig.

Viele von uns sind heute schwer krank an Leib und Seele.

Viele der Opfer der Heimerziehung leben heute am Existenzminimum, von Hartz IV oder der Grundsicherung oder beziehen nur eine geringe Rente.
Sie konnten sich nach der Entlassung aus den Heimen in dieser Gesellschaft nicht einfĂŒgen oder anpassen. Sie bekamen nichts mit auf den Weg, keine Schulbildung, meistens auch keine Ausbildung, keine AufklĂ€rung und Vorbereitung auf das Leben draußen.
Somit waren viele von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

Die BRD hat sich eines schweren Vergehens schuldig gemacht, sowie auch die LĂ€nder und die beiden großen Kirchen. (Hinweis auf die Verantwortungskette).
Der Staat, sowie auch die LĂ€nder haben bis heute nicht anerkannt, dass uns großes Unrecht in diesem „Rechtsstaat Deutschland“ zugefĂŒgt wurde.
Dieses Unrecht muss uneingeschrÀnkt anerkannt werden, von Staat, LÀndern und auch den Kirchen.

Diese unselige Zeit ist ein dunkler, ja sogar „schwarzer Fleck“ in der Geschichte der BRD.
Man kann diesen Fleck nicht mit 120 Millionen weiß waschen, dazu bedarf es schon sehr viel mehr als das.

Die 120 Millionen, werden hoffentlich als Soforthilfe den schwer bedĂŒrftigen
ehem. Heimkindern zukommen.

Eine finanzielle EntschĂ€digung fĂŒr die ehem. Heimkinder ist aber in dieser Summe nicht enthalten.
Deshalb sagen wir: Wir wollen nicht nur fĂŒr die FolgeschĂ€den sozialarbeiterische Hilfen (die sicherlich gut und wichtig fĂŒr viele ehemaligen Heimkinder sind), wir wollen umfassender rehabilitiert werden und dazu gehört eine finanzielle EntschĂ€digung (zumindest symbolisch gemeint) fĂŒr alle von uns, die sich melden werden.

Im Abschlussbericht steht deshalb von uns, den ehemaligen Heimkindern, das wir (auch wegen der erlittenen FolgeschÀden), einen pauschalen Folgenausgleich in Rente fordern und zwar in Höhe einer monatlichen Rente von 300,- Euro, die anrechungsfrei auf alle anderen sozialen Leistungen sein muss, oder wahlweise eine Einmalzahlung von 54 000,- Euro.

Was die Höhe der EntschÀdigungsforderung betrifft, so haben wir uns an anderen LÀndern orientiert, in denen bereits EntschÀdigungen an ehem. Heimkinder ausgezahlt wurden.

Die Hoffnung von allen „Opfern der Heimerziehung“ liegt nun in Ihren HĂ€nden.
Ich bitte Sie instĂ€ndig, unsere EntschĂ€digungsforderung fĂŒr das große Unrecht und Leid, das uns zugefĂŒgt wurde, zu akzeptieren.
Es gab seit der Zeit des Nationalsozialismus keine andere Opfergruppe, die so rechtlos war wie wir, die „Opfer der Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren“.

Man kann uns gegenĂŒber die Anerkennung dieser schweren Grundrechts- und Menschenrechtsverletzungen und des bis heute noch fortdauernden Leides nur glaubhaft machen, in dem der Staat und die LĂ€nder sowie die Kirchen und alle beteiligten TrĂ€gerorganisationen allen Opfern der Heimerziehung finanzielle EntschĂ€digung zukommen lassen, die das beantragen werden.

Wir möchten an dieser Stelle noch einmal an Sie, sehr geehrter Herr BundestagsprÀsident Lammert und die Abgeordneten aller Fraktionen im Bundestag appellieren, uns, den Opfern der Heimerziehung eine finanzielle EntschÀdigung, wie vorgeschlagen, zukommen zu lassen.

Sonja Djurovic
Eleonore Fleth
JĂŒrgen Beverförden
Rolf Breitfeld
Ehemalige Heimkinder und Mitglieder des R.T.H.

http://
hpd.de/node/11017?page=0,0

Runder Tisch Abschlussbericht
= Mogelpackung fĂŒr alle ex-heimkinder.
+ Detailanalyse durch Herrn Prof. Kappeler


Das vorgestellte
EntschĂ€digungsmodell des runden Tisches kann nur als selten plumper Affront gegenĂŒber ehemaligen Heimkindern bezeichnet werden, mit dem sich nach jahrelanger Kungelei hinter verschlossenen TĂŒren, Kirchen und Staat darauf verstĂ€ndigt haben, der Öffentlichkeit ein gelĂ€utertes Gewissen von moralischen Anstand vorzutĂ€uschen, den sie in den AnfĂ€ngen der Heimkinderklagen noch unverhohlener missen ließen. Etwa indem sie die Klagen und Begehren der ehemaligen Heimkinder zunĂ€chst entrĂŒstet abzuwimmeln versuchten, um spĂ€ter auf Druck öffentlicher Medien scheibchenweise einen der schauderlichsten Skandale dieser Bundesrepublik einrĂ€umen zu mĂŒssen.

NiedertrĂ€chtig auch die Versuche der Kirchen den ehemaligen Heimkindern fĂŒr ihren konstruktiven Vorschlag einer einmaligen EntschĂ€digungspauschale fĂŒr alle gelittenen Heimkinder von etwa 50000 Euro, oder einer monatlichen Rente von etwa 300 Euro Habgier zu unterstellen. Etwa durch Kardinal Lehmann, dessen ehrverletztenden Äußerungen auf wundersame Weise nicht mehr im Internet abzurufen sind.
Oder das unverschÀmte Verleugnen expliziter
EntschĂ€digungsforderungen der ehemaligen Heimkinder, wie sie vom SekretĂ€r der Deutschen Bischofskonferenz Herrn StĂŒcker-BrĂŒning auf der Abschlusspressekonferenz kaum kaltschnĂ€utziger zu bennenen vermieden wurde.
Siehe offizielle
Pressekonferenz, ab etwa 25, Minute
Absolut empfehlenswert auch die alternative
Pressekonferenz der ehemaligen Heimkinder.

weiter: hier klicken

Dierk SchÀfer: Der Runde Tisch Heimkinder und der Erfolg der Politikerin Dr. Antje Vollmer

Ein informationsgestĂŒtzter Interpretationsversuch

Der Runde Tisch stand von Beginn an unter keinem guten Stern. Zwar hatte er eine nicht zu ĂŒberschĂ€tzende parlamentarische Startbedingung durch den Auftrag des Petitionsausschusses bekommen, doch dann geriet das Verfahren unter die RĂ€der der Alltagspolitik, die immer Interessenpolitik ist, bei der sich letztlich das Beharrungsvermögen (TrĂ€gheit inbegriffen) und die mĂ€chtigeren Interessen durchsetzen.

Da war zunĂ€chst die damalige Familienministerin Ursula von der Leyen, die ich als die böse Fee der Heimkinder sehe. Sie sorgte mit ihrem Votum fĂŒr die „richtige“ Weichenstellung: „Die Einrichtung eines nationalen EntschĂ€digungsfonds wird von Bundestag und Bundesregierung nicht angestrebt.“

Die psychologischen Auswirkungen dieses Satzes waren verheerend. Er hat einen ungeheuren Vertrauensschaden angerichtet.

Doch die Ministerin blieb am Ball: Im Zuge der Vergabe der Organisation des Runden Tisches kam es zu einer KĂŒrzung des Budgets von rund einer Million auf rund vierhunderttausend Euro. Diese Zahlen waren mir bei meiner Anhörung am Runden Tisch am 2. April 2008 noch nicht bekannt ( http://dierkschaefer.files.wordpress.com/2009/04/runder-tisch-bericht-ds.pdf ). Es war klar, daß mit dieser Summe nicht angemessen gearbeitet werden konnte. Sollte ja vielleicht auch nicht werden.

Zu welchem Zeitpunkt in diesem HintergrundgeplĂ€nkel Frau Vollmer mit der Moderation beauftragt wurde, weiß ich nicht. Aus jahrelanger Erfahrung als Moderator weiß ich aber, daß ein Moderator, wenn nicht nach außen, so doch zumindest in der Gruppe, die er moderiert, unglĂŒckliche Startbedingungen benennen und mit der Gruppe ĂŒberlegen muß, wie man damit umgehen will, um das Projekt erfolgreich anzugehen. Dies hat Frau Vollmer nicht getan.

Zudem hat ein Moderator darauf zu achten, daß kein Mitglied der Gruppe deutlich schwĂ€cher gestellt ist, als andere. Eine asymmetrische Machtverteilung gibt es zuweilen. Doch eine ungleichgewichtige Beteiligung darf ein Moderator nicht hinnehmen, sondern muß ihr gegensteuern. Das bedeutet, daß Frau Vollmer dafĂŒr Sorge hĂ€tte tragen mĂŒssen, daß den ehemaligen Heimkindern die begleitende Beratung durch eine renommierte Rechtsanwaltskanzlei finanziert wird. Doch die bekamen nicht einmal ein eigenes Budget.

Alle anderen Teilnehmer am Runden Tisch waren den ehemaligen Heimkindern durch Bildung und Ausbildung, und auch durch ihre berufliche Position haushoch ĂŒberlegen. Zudem hatten sie einen „Apparat“ im Hintergrund, den sie zumindest logistisch nutzen konnten. Zu erwĂ€hnen ist auch die SelbstverstĂ€ndlichkeit, daß ihre TĂ€tigkeit zumeist im Rahmen ihrer dienstlichen Obliegenheiten erfolgte.

All dieses nicht angesprochen und kompensiert zu haben, ist professionelles Versagen der Moderatorin Vollmer. Zugleich ist es eine Frage der Berufsethik, die sie als Pfarrerin zu berĂŒcksichtigen hat, auch wenn sie nicht explizit als solche tĂ€tig wird.

Doch dabei blieb es nicht. Frau Vollmer hĂ€tte erkennen mĂŒssen, daß die am Runden Tisch beteiligten ehemaligen Heimkinder einen schweren Stand auch gegenĂŒber ihrer Basis haben, gerade weil Frau von der Leyen sich so definitiv geĂ€ußert und schon die deutliche Verzögerung des Beginns des Runden Tisches verursacht hatte. Auch diesen Punkt habe ich in meiner Anhörung deutlich herausgestellt. Sie hat jedoch die Alarmsignale ignoriert und eine Öffentlichkeitsarbeit betrieben, die als Verheimlichungsarbeit wahrgenommen werden mußte. Es ist zu konzedieren, daß die Politik des VeH ihr dabei in die HĂ€nde gespielt hat; eine Politik, die ich bei meiner Anhörung als problematisch bezeichnet habe. Doch Frau Vollmer  hĂ€tte gegensteuern können und mĂŒssen. Allerdings scheint sie in der Person von Dr. Siegfried Wiegand ein williges Werkzeug gefunden zu haben, den sie nach meinen Informationen in mindestens einer separaten Unterredung auf Gefolgschaft einstimmen konnte. Dadurch hat sie die Position der ehemaligen Heimkinder am Runden Tisch noch mehr geschwĂ€cht, indem diese nun nicht nur dem Druck der Heimkinderöffentlichkeit ausgesetzt waren, sondern auch dem KonformitĂ€tsdruck innerhalb ihrer Dreierkonstellation; schließlich hatte Herr Wiegand erkennbar eine Leitfunktion inne und beanspruchte sie auch.

So eingefĂ€delt konnten die Dinge ihren Lauf nehmen. Informationen vom Runden Tisch blieben eher formal, wenn auch ein paar Gutachten in Auftrag gegeben wurden, die zu anerkennenswerten Ergebnissen kamen. Die beim Runden Tisch eingerichtete Anlaufstelle fĂŒr ehemalige Heimkinder hat nichts verlautbaren lassen, was auf eine erfolgversprechende Arbeit schließen ließe; ehemalige Heimkinder, die Kontakt mit mir hatten, haben sich ausschließlich negativ ĂŒber die Stelle geĂ€ußert.

Dann kam der Zwischenbericht. Er wurde von Prof. Kappeler auf hohem fachlichem Niveau ausfĂŒhrlich analysiert. Herr Wendelin vom Runden Tisch versicherte mir zwar, alles werde vom Runden Tisch wahrgenommen; doch die Analyse von Prof. Kappeler fand weder eine offizielle Anerkennung, noch wurden die aufgezeigten gravierenden MĂ€ngel in der Folgezeit kompensiert.

Die Schlußphase –  Endlich hatten die drei Teilnehmer des Runden Tisches mit Heimhintergrund ein Papier mit konkreten Forderungen nicht nur vorgelegt, sondern auch offiziell eingebracht. Damit kamen Turbulenzen in die Beratungen des Schlußberichts, so daß die Schlußversion besser aussah als der Entwurf.

Die Analyse des Schlußberichts durch Prof. Kappeler ist aufschlußreich. Wie kam das Abstimmungsergebnis zustande? Die drei „ordentlichen“ Vertreter der Heimkinderseite hatten drei persönlich zugeordnete Stellvertreter bekommen. Diese waren zwar redeberechtigt, was ihnen aber anscheinend nicht gleich gesagt wurde. Stimmberechtigt waren sie jedoch nur bei Nichtanwesenheit dessen, den sie zu vertreten hatten. Folgerichtig gab es also immer nur drei Heimkinderstimmen. Zur Absegnung des Schlußberichts sollten auch die Stellvertreter plötzlich stimmberechtigt sein; die Heimkinder hĂ€tten also sechs Stimmen gehabt. Doch die Verdoppelung der Ohnmacht klappte nicht, denn ein Stellvertreter scherte aus. Eine Gegenstimme hĂ€tte nicht gut ausgesehen. Den Stellvertretern wurde das gerade eben zugesprochene Stimmrecht schnurstracks wieder entzogen. Die anderen wurden vor die Alternative gestellt: entweder es gibt das, was nun aufgetischt ist, oder es gibt gar nichts. Bei Tarifverhandlungen zwischen in etwa gleich starken Partnern ist das ein legitimes Mittel, einen Kompromiß herbeizufĂŒhren oder die Situation zu klĂ€ren. Doch diese Konstellation war von Anfang bis Ende nicht gegeben. Die Moderatorin setzte die schwĂ€cheren Partner unter Druck (und Zeitdruck) und bekam das, was sie spĂ€ter in der Presse eine immer gute Lösung nannte, den einstimmigen Beschluß. So darf ein neutraler Moderator nicht verfahren.

Dennoch bin ich der Meinung, daß Frau Vollmer ihren Job professionell gemacht hat. Ich hĂ€nge jedoch nicht den Verschwörungstheorien vieler ehemaliger Heimkinder an. Die RealitĂ€t dĂŒrfte banal sein. Frau Vollmer hat ausschließlich als Politikerin agiert und das gefördert, was angesichts der VerhĂ€ltnisse machbar war und als persönlicher Erfolg verkauft werden konnte. Sie mußte dabei nur entsprechend jonglieren und aufpassen, daß kein Ball zu Boden fĂ€llt.

Das ist ihr zweifellos gelungen. Frau Vollmer hat ihren Job beendet und hĂ€lt sich mit Recht fĂŒr erfolgreich. Auch der Hauptvertreter der Heimkinder am Runden Tisch kann sich im Erfolg sonnen, wie ich vermute, selbstgefĂ€llig: Er hat immerhin den ehemaligen Heimkindern einen Spatzen  verdient.

Auch gekonnt-professionelles Handeln kann Ă€ußerst degoutant sein.

http://dierkschaefer.wordpress.com/2011/01/31/der-runde-tisch-heimkinder-und-der-erfolg-der-po litikerin-dr-antje-vollmer/#comments

_____

 Webmaster: de|gou|tant: ekelhaft, abstoßend.

Demo April 2010
Barbara S. mit Plakat der FAG JHH 2006
Foto: Spiegel online
http://
wissen.spiegel.de/ wissen/image/show.html ?did=75476915&aref=im age045/2010/12/04/CO-S P-2010-049-0036-0037.P DF&thumb=false

Wensierski, Peter: System des Grauens
Der "Runde Tisch Heimerziehung" schließt seine Arbeit ab. Anders als in Irland sollen Opfer von Gewalt und schwarzer PĂ€dagogik nicht generell entschĂ€digt werden. ...
Doch in der zentralen Frage der EntschĂ€digung gibt es vorerst kaum Fortschritt: Kirchen, BundeslĂ€nder und zustĂ€ndige Bundesministerien wie die fĂŒr Arbeit, Familie oder Justiz haben seit Wochen hinter den Kulissen gefeilscht. Argumente fĂŒr eine unbĂŒrokratische, schnelle EntschĂ€digung wurden mit jeder Fassung des Abschlussberichts getilgt.
Stattdessen wird ein kompliziertes Geflecht vorgeschlagen. So soll es eine bundesweite Stiftung geben, einen Beirat, Renten- und Traumatisiertenfonds sowie regionale Anlauf- und Beratungsstellen. Es kann Jahre dauern, bis diese Struktur durch AusschĂŒsse, Bundes- und LĂ€nderparlamente gegangen und per Gesetz verabschiedet ist. Und selbst dann werden finanzielle Hilfen schwer zu bekommen sein: Die Opfer mĂŒssen individuell nachweisen, dass sie sich "in schwierigen Lebenssituationen" befinden.
Staat und Kirchen als Betreiber der damaligen Schreckensheime stellen sich nach Jahrzehnten zwar allmĂ€hlich ihrer moralischen Verantwortung, aber sie drĂŒcken sich vor den finanziellen Folgen. ...
http://
www.spiegel.de/spiegel/print/d-75476915.html

Basisumfrage – Das Abstimmungsergebnis

Veröffentlicht in heimkinder von dierkschaefer am 1. MÀrz 2011

FĂŒr heute nur kurz die Zahlen:

Knapp 92 % der ehemaligen Heimkinder akzeptieren das Ergebnis des Runden Tisches (Schlußbericht) nicht.

Im einzelnen:

Fragestellung:

Am Runden Tisch Heimkinder wurden viele Probleme behandelt, die fĂŒr mich wichtig sind.

Das Ergebnis im Einzelnen ist unterschiedlich zu bewerten. Wenn ich auf das blicke, was fĂŒr mich persönlich besonders wichtig ist, komme ich zu folgender Stellungnahme [bitte ankreuzen]:

o Ja, ich akzeptiere das Ergebnis des Runden Tisches.

o Nein, ich akzeptiere das Ergebnis des Runden Tisches nicht.

o Ich kann mich nicht entscheiden und enthalte mich der Stimme.

endgĂŒltiges Abstimmungsergebnis (Dienstag, 1. MĂ€rz 2011)

Zahl der abgegebenen Stimmzettel           52

davon ungĂŒltig                                                 4

 

Zahl der gĂŒltigen Stimmen                        48

davon

Ja-Stimmen                                               3    =   6,25 %

Nein-Stimmen                                         44    =   91,67 %

Enthaltungen                                             1    =   2,08 %

 http://dierkschaefer.wordpress.com/2011/03/01/basisumfrage-das-abstimmungsergebnis/

 

Fragen dazu von Helmut Jacob

Herr SchÀfer, die Abstimmung auf Ihrem Blog ist beendet. Wie lautet das Ergebnis?

Es gingen 52 Stimmzettel ein, davon waren 48 gĂŒltig. Darunter waren 3 Ja-Stimmen fĂŒr die Akzeptanz der Ergebnisse des Runden Tisches, 44 Nein-Stimmen und eine Enthaltung. Es gab auch zwei Doppelabstimmungen, die ich dann als jeweils eine Stimme gewertet habe.

Dann haben nur50 Personen an der Abstimmung teilgenommen. Macht Sie das zufrieden oder nachdenklich?

Wenn man Erfahrung mit Umfragen hat, in diesem Fall aber keine reprÀsentative Stichprobe ziehen konnte, dann ist man nur zufrieden, wenn sehr viele Stimmen eingehen. Ich hatte mit rund 500 gerechnet und frage mich, warum es nicht mehr waren. Das stimmt mich schon sehr nachdenklich.

Wie bewerten Sie die Stimmverteilung?

Schwierige Frage. Das Ergebnis ist zwar sehr eindeutig, allerdings angesichts der geringen Beteiligung wird, wer es will, dieses Ergebnis ohne Probleme ignorieren oder gar schlußfolgern, daß die meisten Heimkinder kein Interesse mehr haben. Wenn man denkt, daß in der Öffentlichkeit SchĂ€tzungen von 800.000 ehemaligen Heimkindern genannt wurden, darf man sich ĂŒber solche Interpretationen nicht wundern.

Nein, ich akzeptiere das Ergebnis des Runden Tisches [Heimerziehung] nicht. So haben die meisten Teilnehmer abgestimmt. Welche Signalwirkung hat dieses Ergebnis fĂŒr die ehemaligen Teilnehmer des Runden Tisches?

Ich glaube nicht, daß die dieses Signal nötig hatten. Wer in dieser Weise ein Problem versucht auszusitzen und die Ă€ußerst geschickte Taktiererei der Moderatorin erlebt hat, ich denke besonders an die ganz spezielle Einbindung eines Heimkindervertreters und an den Psychodruck in der letzten Sitzung, so jemand wird sich keinen Illusionen hingegeben haben, daß der Schlußbericht von der Basis akzeptiert werden könnte. Doch die Basis hat sich bei mir nicht gemeldet.

Welche Wirkung mĂŒĂŸte das Ergebnis auf die bevorstehende Debatte zur Einrichtung des vorgeschlagenen Fonds im Deutschen Bundestag haben?

Ich befĂŒrchte, daß dieses Ergebnis trotz seiner Eindeutigkeit eher dazu angetan ist, dem Bundestag zu signalisieren, daß das Mengenpotential der unzufriedenen ehemaligen Heimkinder so groß doch nicht ist, und daß man fortfahren kann, die ohnehin schlechten LösungsvorschlĂ€ge vom Runden Tisch fĂŒr die einzelnen Betroffenen weiter zu verschlechtern; der Gang der Gesetzgebung und die Verwaltung der AnsprĂŒche bieten dafĂŒr viele Möglichkeiten.

Kann man die geringe Teilnehmerzahl auch in Bezug zur geringen Zahl der bekannt gewordenen Opfer setzen?

Prof. Kappeler nennt zweieinhalbtausend, die sich an die verschiednen Anlaufstellen gewendet haben. Ich denke, das ist die einzig relevante BezugsgrĂ¶ĂŸe, auch wenn ich annehme, daß es immer noch viele gibt, die sich lieber verstecken; dafĂŒr dĂŒrften andererseits sich auch manche bei mehr als einer Anlaufstelle gemeldet haben. Da diese Personen jedenfalls etwas wollen, egal ob EntschĂ€digung, Rehabilitierung oder Entschuldigung, sollte man annehmen, daß sie sich an einer zu nichts verpflichtenden Umfrage beteiligen. Doch auch, wenn ich von den zweieinhalbtausend ausgehe, ist die Beteiligung von nur 50 Personen nicht geeignet fĂŒr eine plausible Darstellung der ablehnenden Haltung der ehemaligen Heimkinder.

Was soll mit dem Ergebnis Ihrer Abstimmung passieren? Wo geht sie hin?

Ich habe die Ergebnisse, so wie ich es zugesagt habe, bereits verbreitet, also an den BundestagsprĂ€sidenten, die Familienministerin, die Fraktionsvorsitzenden, den Petitionsausschuß, den Familienausschuß und den Rechtsausschuß. Dazu habe ich einige Pressedienste mit einer Presseinformation bedient. In allen FĂ€llen war es mir wichtig, nicht nur Prozentangaben zu machen, sondern auch die absoluten Zahlen zu nennen. Ich möchte mir keine unseriöse Arbeitsweise vorwerfen lassen. Doch insgesamt kam ich mir komisch vor. Wenn ich selber eine solche Umfrage bekĂ€me, wĂŒrde ich sie kaum beachten.

Inwiefern bestimmt das Abstimmungsergebnis Ihr weiteres Handeln?

Ich frage mich natĂŒrlich, was ich nach diesem Ergebnis noch fĂŒr die ehemaligen Heimkinder tun kann; das fragt mich mein Umfeld auch.


Zu einem anderen Thema, Ihrem Bußaufruf. Vor ĂŒber einem Jahr riefen Sie die Kirchen zur Buße auf. Jetzt kommt einiges in Bewegung. Bischof Bode hat sich im OsnabrĂŒcker Dom bĂŒĂŸend zum Altar gelegt. Wie bewerten Sie diese Geste?

Ja, da gab es auch noch die Fußwaschung. Es sind durchaus bewegende Gesten, die im kirchlichen Rahmen angemessen sind. Doch solange es nur Gesten bleiben, handelt es sich um bloße Inszenierungen, mit anderen Worten: Alles Theater.

Konservative Kritiker bedauern diese Geste. Was meinen Sie dazu?
(
http://www.noz.de/deutschland-und-welt/politik/niedersachsen/49571028/konservative-kritiker-bedauern -bischoefliche-bue-nach-missbrauchsfaellen)

Wenn jemand ernsthaft sagt: „Bischof Bode noch immer im Missbrauchs-Wahn.“, dann soll er das im JĂŒngsten Gericht verantworten, an das er doch hoffentlich glaubt.

Kardinal Meißner trug seine Bußworte gesanglich vor. Hat er damit ĂŒberzeugt?
(
http://www.youtube.com/watch?v=iWfdApi8trI)

Ich habe mir das soeben erst angehört und – Entschuldigung – ich mußte lachen. Man könnte noch mehr dazu sagen, doch das lohnt nicht. Eins aber doch: ehemaligen Heimkindern dĂŒrfte nicht zum Lachen zumute sein. Wenn ich Betroffener wĂ€re, kĂ€me eine unsĂ€gliche Wut in mir hoch ĂŒber die unglaublich umsichtige Empathiebezeugung dieses hochrangigen kirchlichen WĂŒrdentrĂ€gers.

Die Bischofskonferenz will im Rahmen ihrer nĂ€chsten Vollversammlung im MĂ€rz in Paderborn in einem Bußakt „die Opfer und Gott um Vergebung“ bitten. Kommt dieser Akt nach Ihrer Meinung im RĂŒckblick auf das bisherige Verhalten der katholischen Kirche bei den Opfern an?
(
http://www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article12668028/Kirche-sendet-Signal.html)

Das kann ich mir nicht vorstellen – es sei denn, es werden großzĂŒgige EntschĂ€digungen angekĂŒndigt. Doch es scheint ohnehin nur um MißbrauchsfĂ€lle zu gehen, diese Fixierung auf Sex ist schon interessant. Die ehemaligen Heimkinder bleiben wieder einmal als Schmuddelkinder außen vor.

Wie sieht Ihre weitere Arbeit in Sachen ehemalige Heimkinder aus?
Im jetzigen Stadium kann ich das noch nicht absehen.

An BundestagsprÀsident Dr. Norbert Lammert:
1. Wir akzeptieren die Beschlussempfehlung des Runden Tisches nicht.
Wir fordern eine Opferrente in Höhe von monatlich 400,00 €.
2. Wir akzeptieren die Arbeit des Runden Tisches insgesamt nicht. Der Runde Tisch Heimerziehung hat offensichtlich gegen die Opfer gearbeitet.
3. Wir fĂŒhlten uns durch den Runden Tisch in keinster Weise vertreten. Auch war die Informationsarbeit des RTH ungenĂŒgend.
Brief komplett hier

19. April 2011
Verein ehemaliger Heimkinder e.V. an den Bundestag

Sehr geehrte Frau ... / geehrter Herr,

wir, ehemalige Heimkinder organisiert in einem der international grĂ¶ĂŸten ZusammenschlĂŒsse, dem Verein ehemaliger Heimkinder e.V., sind betroffen von der EiseskĂ€lte, mit der Staat und Kirchen uns begegnen.

● Wir sind zutiefst empört darĂŒber, dass man zwar das „radikal Böse“, das uns in unserer Kindheit und Jugend angetan wurde, am „Runden Tisch Heimerziehung der 50er und 60er Jahre“ (RTH) dokumentierte, die Konsequenzen aus diesem Tun fĂŒr uns – den Opfern dieses „radikal Bösen“ sich aber nicht wirklich erkennbar niederschlagen sollen.
● Wir fĂŒhlen uns missachtet – wieder einmal – von denen, die uns schon einmal missachtet haben, misshandelt, missbraucht auf jede nur erdenkliche Art.
● Wir fĂŒhlen uns betrogen von denen, die uns bereits um unsere Kindheit, unsere Jugend, um Schul- und Berufsausbildung betrogen haben.
● Wir sind zornig ob der KaltschnĂ€uzigkeit, mit der empfohlen wird, uns – die Überlebenden des grĂ¶ĂŸten Verbrechens der Bundesrepublik Deutschland – mit einer völlig indiskutablen Summe abzuspeisen. Und das dann auch noch als einen Erfolg verkaufen will. Uns verkaufen will!
● Wir sind wĂŒtend, traurig, retraumatisiert, einige sind voller Hass und Ablehnung. Wir fragen uns: Ist dieses unser Land? Sind wir „Gleiche unter Gleichen“? Oder sind wir wieder und immer noch die stigmatisierten Schmuddelkinder, mit denen nach Belieben umgesprungen werden kann...
Brief komplett hier klicken

Überfraktionelle Forderung nach EntschĂ€digung von misshandelten Heimkindern
Familie, Senioren, Frauen und Jugend/Antrag - 09.06.2011
Berlin: (hib/AW) Kinder und Jugendliche, die wĂ€hrend einer kommunalen oder kirchlichen Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR zwischen 1949 und 1975 zu Opfern von Unrecht und Misshandlungen geworden sind, sollen entschĂ€digt werden. Dies fordern die Fraktionen der CDU/CSU, SPD, FDP und von BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen in einem gemeinsamen Antrag (17/6143). Die Bundesregierung soll in Abstimmung mit den betroffenen BundeslĂ€ndern und den Kirchen zeitnah entsprechende Regelungen entwickeln und dem Bundestag vorlegen. Diese sollen sich an den LösungsvorschlĂ€gen orientieren, die der Runde Tisch ”Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren“, dessen Einrichtung der Bundestag im November 2008 einstimmig beschlossen und der am 19. Januar dieses Jahres dem BundestagsprĂ€sidenten seine Empfehlungen ĂŒberreicht hatte, orientieren. Dazu gehöre die finanzielle EntschĂ€digung einzelner Opfer ohne Anrechnung auf Renten und Transferleistungen, die PrĂ€vention vor weiteren Misshandlungen und die Einrichtung regionaler Anlauf- und Beratungsstellen.
Die EntschĂ€digung westdeutscher Heimkinder soll gemĂ€ĂŸ der Empfehlungen des Runden Tisches ĂŒber einen bundesweiten Fonds in Höhe von 120 Millionen Euro finanziert werden. Der Bund, die alten BundeslĂ€nder und die Kirchen sollen dafĂŒr jeweils 40 Millionen Euro bereitstellen. Die EntschĂ€digung von Kindern, die in den Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen der DDR Unrecht erlitten hatten, soll nach den gleichen MaßstĂ€ben erfolgen.
http://
www.bundestag.de/presse/hib/2011_06/2011_245/07.html

Deutscher Bundestag Drucksache 17/6143
17. Wahlperiode 08. 06. 2011
Antrag: Opfern von Unrecht und Misshandlungen in der Heimerziehung wirksam
helfen
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/061/1706143.pdf
Bundestagsdebatte (Videobeitrag des Deutschen Bundestages):
http://www.bundestag.de/Mediathek/index.jsp?isLinkCallPlenar=1&categorie=Plenarsitzung& action=search&instance=m187&mask=search&ids=1174724
oder: http://
www.youtube.com/watch?v=bHPNAOVmaWE

Marlene Rupprecht

Zwischenruf Marlene Dittrich (MdB SPD):
„Die Kollegin Dittrich behauptet, dass die ehemaligen Heimkinder am Runden Tisch – sechs waren es – dass die unter Druck gesetzt wurden und erpresst wurden. Ich war Mitglied des Runden Tisches fĂŒr den Petitionsausschuss. Und ich möchte hier feststellen, dass ich es nicht zugelassen hĂ€tte, dass irgend jemand erpresst wird oder unter Druck gesetzt wird. (Beifall) Meine Aufgabe am Runden Tisch war, darauf zu achten, dass die Vorgaben des Petitionsausschusses umgesetzt werden. Und egal, wer was im Nachhinein behauptet, es stimmt so nicht.“

Weitere Redner:
CDU/CSU: Frau BĂ€r
http://
www.facebook.com/home.php?sk=group_148830011840169
SPD: Marlene Rupprecht
http://
www.youtube.com/watch?v=8KthuQyBCYs&feature=player_embedded
FDP: Frau Laurischk
http://
www.youtube.com/watch?v=t9euu6fh4cE&feature=player_embedded
Linke: Frau Heidrun Dittrich
http://
www.youtube.com/watch?v=bHPNAOVmaWE&feature=player_embedded
BĂŒndnis 90/GrĂŒne Frau Katja Dörner
http://
www.youtube.com/watch?v=0fOjTcuvRDI&feature=player_embedded

Richtigstellungen anhand von Dokumenten - Helmut Jacob in einem privaten Beitrag fĂŒr Internetveröffentlichungen:
"An der Wahrheit vorbei – Marlene Rupprecht (SPD) in einem Zwischenruf in Sachen Heimkinder"
http://
helmutjacob.over-blog.de/article-an-der-wahrheit-vorbei-marlene-rupprecht-spd-in-einem -zwischenruf-in-sachen-heimkinder-76334000.html
 

Dierk Schaefer: Frau Rupprecht (MdB) lĂŒgt, â€Š

Veröffentlicht in heimkinder, Politik von dierkschaefer am 10. Juni 2011


 wenn sie sagt: »Und ich möchte hier feststellen, dass ich es nicht zugelassen hĂ€tte, dass irgend jemand erpresst wird oder unter Druck gesetzt wird.« und dann davon spricht, es wĂ€ren sechs ehemaligen Heimkinder am Runden Tisch beteiligt gewesen, aber verschweigt, daß nur drei zugestimmt haben, weil man keine einheitliche Zustimmung auch der drei nicht-stimmberechtigten Beisitzer herbeinötigen konnte.

Frau Rupprecht (MdB) lĂŒgt.

Sie verstĂ€rkt damit meine gewachsene Meinung ĂŒber den Runden Tisch:

ein erfolgreiches Betrugskartell. 

Kaum noch Zweifel: Marlene Rupprecht, MdB (SPD), hat gelogen

Zur GlaubwĂŒrdigkeit der Bundestagsabgeordneten Marlene Rupprecht (SPD)

Reporter Peter Henselder vom Berliner Privatsender Alex-TV befragte Jonathan Overfeld, Vorstandsmitglied im Bundesverband der Heimkinder, zu den Aussagen der Frau Rupprecht und zu den Erpressungen der Opfervertreter am „Runden Tisch Heimerziehung“.

Heidrun Dittrich (Die Linke) fĂŒhrte wĂ€hrend der Bundestagsdebatte in Sachen Heimerziehung am 9. Juni aus: „Die Zustimmung zu Ihrem Vorschlag einer freiwilligen Fondsregelung anstelle eines gesetzlichen Anspruchs haben Sie von den Heimkindern mit dem Ausspruch erpresst: Sonst gibt es gar nichts.“

Dazu nimmt Jonathan Oberfeld in dem Filmbeitrag von Peter Henselder - Teil 2, ab fĂŒnfter Minute - Stellung: „Genau diese Worte, das waren die Worte der Frau Antje Vollmer, an die ich mich sehr gut erinnere, weil ich in unmittelbarer NĂ€he ... gestanden habe und habe das GesprĂ€ch in dem Flur mitbekommen. [Vollmer sagte:] Entweder Sie stimmen mir zu - in einem so barschen Ton hat sie das gesagt - oder es gibt gar nichts. Wir können den Abschlußbericht auch so weiterleiten.“

Zu den VorwĂŒrfen der Heidrun Dittrich erfolgte ein Zwischenruf der SPD-Abgeordneten Marlene Rupprecht: „Die Kollegin Dittrich behauptet, dass die ehemaligen Heimkinder am Runden Tisch – sechs waren es – unter Druck gesetzt und erpresst wurden. Ich war fĂŒr den Petitionsausschuss Mitglied des Runden Tisches. Ich möchte hier feststellen, dass ich es nie zugelassen hĂ€tte, dass irgendjemand erpresst oder unter Druck gesetzt wird. Meine Aufgabe am Runden Tisch war, darauf zu achten, dass die Vorgaben des Petitionsausschusses umgesetzt werden. Egal wer was im Nachhinein behauptet: Es stimmt so nicht.“

Dazu Jonathan Overfeld: „Frau Marlene Rupprecht, da muss ich Sie eines Besseren belehren. Sie erinnern sich an mich - in der Pause der Gerichtsverhandlung am 13. August 2009 - als die Richterin zu erkennen gab, dass Sie uns Heimkindern Recht geben wollte ... da haben Sie in der Pause gesagt, ich zitiere wörtlich: 'Wenn Sie auf Ihre AnwĂ€lte verzichten, dann stimmen wir zu.' Und da habe ich Ihnen gesagt, 'Nein, das können wir nicht; wir werden nicht auf unseren Rechtsbeistand verzichten.' Dann sind Sie nachher, kurz vor Ende der Gerichtsverhandlung hingegangen, nachdem die Richterin zu erkennen gegeben hat, dass sie zu unseren Gunsten entscheiden wollte: 'Frau Richterin, wenn Sie so entscheiden, wie Sie hier zu erkennen geben, wird sich der Runde Tisch ab sofort auflösen. Ich habe die Zustimmung aller Mitglieder des Runden Tisches.'"
Nach dem Zwischenruf verweist Dittrich auf einen Brief eines Vertreters einer Opfergruppe aus Niedersachsen. In der ca. achten Minute kommt dieser Opfervertreter, JĂŒrgen Beverförden, der gleichzeitig Stellvertreter eines Heimkindervertreters am Runden Tisch war, zu Wort:“ Wir haben dann nach lĂ€ngerem Druck... uns wurde klar gemacht, als wir nicht rein wollten, nicht mitverhandeln wollten, dass denn der Runde Tisch geplatzt ist. Es gibt kein Ergebnis fĂŒr den Bundestag und fĂŒr die LĂ€nder.“

UnlĂ€ngst meldete sich ein weiterer ehemaliger Opfervertreter des „Runden Tisches Heimerziehung“ im Blog des Theologen Dierk SchĂ€fer: „rolf breitfeld sagte, am 12. Juni 2011 zu
19:16
marlene rupprecht lĂŒgt!!!!!! ich habe als vertreter der frau eleonore fleth direkt neben der frau rupprecht gestanden als sie drohte: ‚sonst gibt es garnichts‘“.

ErdrĂŒckende Aussagen von Overfeld, Beverförden und Breitfeld, und dies unabhĂ€ngig voneinander. Aussagen die nur eine Schlussfolgerung zulassen: dass die Bundestagsabgeordnete Marlene Rupprecht (SPD), gelogen hat.
Film Henselder Teil 2: http://
www.youtube.com/watch?v=MS5QdMTD3kA&feature=related
Sitzungsprotokoll Bundestag: http://
www.bundestag.de/dokumente/protokolle/amtlicheprotokolle/2011/ap17114.html

Film Peter Henselder:

http://www.youtube.com/watch?v=Krffaup7kHU&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=MS5QdMTD3kA&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=Co0-iwkkA2o

Zeuge Rolf Breitfeld: http://dierkschaefer.wordpress.com/2011/06/10/frau-rupprecht-mdb-lugt-%E2%80%A6/#comments

Hans-Siegfried Wiegand, Heimopfervertreter, schließt sich öffentlich den Forderungen der ehemaligen Heimkinder an

In einer Stellungnahme fĂŒr die öffentliche Anhörung des Familienausschusses zum Thema „Heimerziehung“ am 27.06.2011 schreibt Dr. Hans-Siegfried Wiegand, Vertreter der Opfer am „Runden Tisch Heimerziehung“:

“Ich spreche hier auch im Namen von Frau Sonja Djurovic und Frau Eleonore
Fleth, die mit mir als ehemalige Heimkinder am Runden Tisch Heimerziehung
waren. Unsere Stellungnahme zu den im Deutschen Bundestag am 9. Juni 2011
in 1. Lesung beratenen beiden AntrÀgen gliedert sich in 4 Punkte:
1. Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen, die in Einrichtungen der Behin-
   dertenhilfe und/oder der Psychiatrie waren
2. Offenhaltung des Fonds
3. Forderung nach EntschÀdigung
4. Mitwirkung von Betroffenen bei der notwendigen weiteren Beratung der Lö-
   sungsvorschlĂ€ge im kommenden Halbjahr”

Forderungskatalog komplett hier klicken

SachverstÀndige zur Heimerziehung
Geschrieben von pethens   
Mittwoch, 29. Juni 2011
Am 27. Juni 2011 fand eine Anhörung von SachverstĂ€ndigen zum Thema "Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren" durch den Bundestagsausschuss fĂŒr "Familie, Senioren, Frauen und Jugend" statt. Als SachverstĂ€ndigen waren geladen: Gabriele Beyler (Jugendwerkhof Torgau), Dr. Uwe Kaminsky, (Evangelisch-Theologische FakultĂ€t der Ruhr-UniversitĂ€t Bochum), Prof. Dr. Manfred Kappeler (Professor fĂŒr Erziehungswissenschaften und SozialpĂ€dagogik), GĂŒnter Saathoff (Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“), Prof. Dr. Christian Schrapper (UniversitĂ€t Koblenz-Landau), Prof. Dr. Peter Schruth (Hochschule Magdeburg-Stendal), Norbert Struck (ParitĂ€tischer Gesamtverband), Dr. Friederike Wapler (UniversitĂ€t Göttingen, Lehrstuhl fĂŒr Rechts- und Sozialphilosophie), Ralf Weber (Opferbeirat GJWH Torgau) und Dr. Hans-Siegfried Wiegand (Vertreter der Heimkinder am Runden Tisch). Sie hatten bereits schriftliche Stellungnahmen eingereicht, die inzwischen auch veröffentlicht sind. 
Thema der Befragung war vor allem die Herausarbeitung von Aspekten und Kriterien, die im Rahmen eines EntschĂ€digungsmodell berĂŒcksichtigt werden sollten. Grundlage waren die AntrĂ€ge der Bundestagsfraktionen vom 9. Juni 2011 und der Abschlussbericht des Runden Tisches Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren vom 13. Dezember 2010. Damit ist nicht nur der Rahmen der Befragung, sondern auch der Rahmen der EntschĂ€digung abgesteckt. Doch es zeigte sich, daß der vorgegebene finanzielle Rahmen zumindest nicht so fest geschlossen ist, wie es oft den Anschein hatte. Unter dem Aspekt der Gleichbehandlung wurden auch FĂ€lle angesprochen, die vor den 50er Jahren, aber auch nach den 60er Jahren lagen. Dazu kam die Öffnung des Runden Tisches Heimerziehung fĂŒr DDR-Heime. Wie es aussieht, könnten auch die Behindertenheime ebenfalls berĂŒcksichtigt werden.

Frau Vollmer begrĂŒĂŸte die Befragung und ging mit einigen SĂ€tze auf die Entstehung, Aufgabe und Leistung des Runden Tisches Heimerziehung ein. Dabei schob sie gelegentlich auch Vergleiche mit dem Runden Tisch sexueller Missbrauch ein, dessen Ergebnisse, obgleich dieser noch nicht beendet ist, sie eher skeptisch sieht. Runde Tische sollten nicht die Regel werden. In diesem Punkte konnte sie gewiss mit Zustimmung rechnen.

Die Stellungnahmen der SachverstĂ€ndigten bewegten sich meist im Rahmen ihrer schriftlichen Vorlagen. Norbert Struck, der aus persönlichen GrĂŒnden noch keine schriftliche Ausarbeitung vorgelegt hatte, nutzte den Anlaß, ein paar Worte zum Runden Tisch "Heimerziehung" zu sagen. Er glaubte, daß der Runde Tisch Heimerziehung mit der historischen Aufarbeitung und dem Finden eines EntschĂ€digungsmodus strukturell ĂŒberfordert gewesen sei, daß in Zukunft fĂŒr ungelöste Fragen es wohl besser wĂ€re, die Fragen der historischen Aufarbeitung und der EntschĂ€digung zu trennen. Die Forderungen der ehemaligen Heimkinder am Runden Tisch hielt er fĂŒr legitim und gut begrĂŒndet, es solle aber nun darum gehen, die Intentionen, die hinter diesen Forderungen stehen, in das laufende Verfahren einzubringen. Zentral war ihm die Forderung, daß die ehemaligen Heimkinder an den Strukturen der zĂŒgigen Umsetzung beteiligt werden sollen. Wichtig seien auch die Kriterien, nach denen entschĂ€digt werden soll, d.h. die ehemaligen Heimkinder sollen einen Katalog abarbeiten, der die gravierende Punkte des Heimaufenthaltes und dessen Folgen aufschlĂŒsselt.

Eindrucksvoll war die Schilderung von Ralf Weber zum Alltag im Jugendwerkshof Torgau, die deutlich macht, daß innerhalb der Aufarbeitung der Heimgeschichte in der ehemaligen DDR Punkte zu berĂŒcksichtigen sind, die in Deutschland West  kaum ins Gewicht fallen. Gabriele Beyler beschreibt die BemĂŒhungen um die Aufarbeitung der Heimgeschichte der DDR am Beispiel von Torgau. Seit 1996 gibt es die GedenkstĂ€tte Torgau, die bundesweit Heimkindern gewidmet ist. Mit UnterstĂŒtzung der EuropĂ€ischen Union und von Bundesstellen etc. konnten im Laufe der Zeit Ausstellungen durchgefĂŒhrt werden. Hier griff die Möglichkeit der Projektförderung im Rahmen der Aufarbeitung des DDR-Unrechts. Doch werden auch Aspekte der Aufarbeitung der Heimerziehung in der Bundesrepublik und in Europa mit einbezogen. Prof. Schrapper plĂ€dierte fĂŒr regionale Anlaufstellen und auch fĂŒr regionale GedenkstĂ€tten. (Im Zusammenhang mit der Euthanasie sind solche Gedenktorte, meist in den in psychiatrischen Einrichtungen geschaffen worden, nur fragt sich, ob mit solchen GedenkstĂ€tten das geschehene Unrecht im allgemeinen Bewusstsein wachgehalten werden kann, oder doch zumindest an einem exponierten Ort, eine ĂŒberregionale GedenkstĂ€tte geschaffen werden sollte.)

Eindrucksvoll war auch die Stellungnahme von Prof. Kappeler zu den SÀuglingsheimen und das Problem des Hospitalismus und wie dieses in der Geschichte der Bundesrepublik immer wieder ignoriert wurde, obwohl die SchÀdigungen der SÀuglinge durch die Massenpflege lÀngst bekannt waren.

Fragen der Eingruppierung der Betroffenen bzw. der Heime in verschiedene Kategorien wurden angesprochen und ein Anspruch auf EntschĂ€digung fĂŒr den Fall in Aussicht gestellt, daß die Zugehörigkeit zu einer dieser Gruppen glaubhaft gemacht werden könne. Der stringente Nachweis einer persönlichen SchĂ€digung solle nicht erforderlich sein. Die strenge Bindung der EntschĂ€digung an die Folgen, wie sie der Runde Tisch Heimerziehung favorisiert hatte, dĂŒrfte damit vom Tisch sein. Zur besseren Erreichbarkeit der in Aussicht genommenen Hilfen sollten regionale Anlaufstellen eingerichtet werden, die zur Sicherung der Gleichbehandlung durch eine Zentrale koordiniert werden sollen.

StĂ€rker als der Runde Tisch Heimerziehung, der sich vorwiegend der Aufarbeitung verpflichtet wußte, traten in einigen Fragen auch Aspekte der zukĂŒnftigen PrĂ€vention hervor. Wie sei es zu verhindern, daß Kinder in eine Lage kĂ€men, in der sie sich ohnmĂ€chtig und hilflos fĂŒhlen und keinen Ansprechpartner finden, der sich ihres Anliegens annĂ€hme. "Kinder und Jugendliche stĂ€rken" war ein Punkt des Runden Tisches sexueller Missbrauch, in dem auch immer wieder das neue Bundeskinderschutzgesetz zur Sprache kam. Beim Runden Tisch Heimerziehung spielte dieses Gesetzesvorhaben keine Rolle, womit sich auch hier der "Blick zurĂŒck" vor den Aspekten der zukĂŒnftigen PrĂ€vention durchsetzte. Sollte dies nun korrigiert werden, so wĂ€re das nur zu begrĂŒssen.

Weniger intensiv war hingegen die Frage nach der Verantwortung. Sie schwang zwar in manchen Stellungnahmen mit, doch so eindeutig, wie diese in Bezug auf die DDR-Heime ausgesprochen wurde, fehlte sie in Bezug auf die Heime in Deutschland West. Man wird abwarten mĂŒssen, was der Ausschuss aus den VorschlĂ€gen und Anregungen der SachverstĂ€ndigen machen wird.

Hier einige Interview aus der Familienausschußsitzung vom 27.6.2011:
Interview mit der Vorsitzende des Runden Tisch Heimerziehung, Antje Vollmer
auf der Ausschußsitzung (ehemaligen Heimkinder) im Reichstag am 27.6.2011
 http://
www.youtube.com/watch?v=sTjLe2S3ZaI
Interview mit  Katja Dörner, MdB, BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen auf der
Ausschußsitzung (ehemaligen Heimkinder) im Reichstag am 27.6.2011
http://
www.youtube.com/watch?v=Q_3pzHj-Q94
Interview mit  Heidrun Dittrich, MdB, Die LINKE auf der Ausschußsitzung
(ehemaligen Heimkinder) im Reichstag am 27.6.2011
http://
www.youtube.com/watch?v=QF6iEEXKWPs
http://
www.top-medien-berlin.de/content/view/1051/1/

Der Webmaster in einem privaten Beitrag:
Wednesday, 13. july 2011

Bundestag - Verachtung der Heimkinder: "Hilfe fĂŒr Opfer von Misshandlungen in Heimen"

Protokoll der Verachtung gequÀlter und ausgebeuteter Kinder in drei Nachkriegsjahrzehnten im Deutschen Bundestag:

http://
helmutjacob.over-blog.de/article-bundestag-hilfe-fur-opfer-von- misshandlungen-in-heimen-79329831.html
 

120. Sitzung vom 07.07.2011
TOP 14 Hilfe fĂŒr Opfer von Misshandlungen in Heimen

14.) Beratung Beschlussempfehlung u Ber (13.A)
zum Antrag CDU/CSU, SPD, FDP, B90/GRÜNE
Opfern von Unrecht und Misshandlungen in der Heimerziehung wirksam helfen
zum Antrag DIE LINKE.
UnterstĂŒtzung fĂŒr Opfer der Heimerziehung - Angemessene EntschĂ€digung fĂŒr ehemalige Heimkinder umsetzen
- Drucksache
17/6143, 17/6093, 17/6500 -

Dazu klare Worte von "EMaK Erwachsene Misshandelt als Kinder"
13. Juli 2011

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete und Mitglieder des Deutschen Bundestages,
wir haben Ihre Reden im Bundestag 120. Sitzung vom 7.7.2011 im Internet angesehen und mussten mit Erstaunen feststellen, wie wenig informiert Sie teilweise sind ĂŒber die Fakten der Heimkinderzeit, vor allem aber ĂŒber die tatsĂ€chlichen Misshandlungen und deren FolgeschĂ€den.
Deshalb erlauben wir uns, als Team EMaK der Organisation Erwachsene Misshandelt als Kinder, einen Kommentar zu einzelnen Punkten aus der Sicht der Opfer vorzulegen in der Reihenfolge der Redner.
http://
www.emak.org/news/Kommentar_%20120_%20Sitzung.htm
 

Ohrfeige fĂŒr den "Runden Tisch Heimerziehung"
Positionierung der Internationalen Gesellschaft fĂŒr erzieherische Hilfen
(IGfH) zum Abschlussbericht des Runden Tisches Heimerziehung der 50er
und 60er Jahre
Was die Ergebnisse des RTH betrifft, hÀtten wir uns deutlichere Worte und mehr Mut, zur
öffentlichen Verantwortung und zur Wiedergutmachung zu stehen, gewĂŒnscht! Die
grundsÀtzliche öffentliche Anerkennung von Unrecht und die Bitte um Verzeihung sind nicht
wenig, aber die Empfehlungen individualisieren und pÀdagogisieren das strukturell
verursachte Unrecht (nicht umsonst ist das Kapitel der VorschlĂ€ge ĂŒberschrieben mit
„rehabilitative Maßnahmen“) und auch ein evtl. materieller Schadensausgleich wird an
individuell nachzuweisende aktuelle FolgeschÀden gebunden. Der Schadensausgleich ist
zudem vom Umfang her (120 Millionen Euro, jeweils zu einem Drittel aufzubringen von
Bund, LĂ€ndern und Kommunen sowie katholischer und evangelischer Kirche) deutlich zu
niedrig angesetzt. Hier hÀtte man sich ein Beispiel an Irland nehmen können. Zwar wurde
auch hier ein Beratungsservice fĂŒr ehemalige Heimkinder eingerichtet, doch durch die
landesweite Empörung, die der Film „Die unbarmherzigen Schwestern“ auslöste, sah sich der
irische Staat veranlasst, ca. 15.000 Betroffene mit einer Milliarde Euro plus 128 Millionen
seitens der irischen katholischen Kirche zu entschÀdigen.
Wir schließen uns hier den Forderungen der ehemaligen Heimkinder nach materieller
Anerkennung/ Ausgleichzahlungen in Form einer lebenslangen monatlichen Rente von 300 Euro bzw. einer entsprechenden einmaligen Ausgleichszahlung an!
http://
www.infothek.paritaet.org/igfh/igfhdoks.nsf/638cd8d95a1e16e7c1256c42006fc6eb/4d38b522 1e1feb4dc12578b60037d82f/$FILE/Stellungnahme_IGfH%20zum%20RTH.pdf

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Dierk Schaefers Blog

»So sieht „Heimkinder-EntschĂ€digung“ im Vaterland aus!«

Veröffentlicht in heimkinder, Kirche, Politik von dierkschaefer am 26. August 2011

Martin Mitchell/Australien bat mich, den unten stehenden Text in meinem Blog zu veröffentlichen, was ich gern tue. Denn es stimmt schon merkwĂŒrdig, daß von offizieller Seite aus Staat/LĂ€ndern/JugendĂ€mtern und Kirchen meines Wissens bisher niemand auf die unterschiedlichen Kompensationsregelungen fĂŒr die mißhandelten und zum Teil auch mißbrauchten ehemaligen Heimkinder eingegangen ist. Die Unterschiedlichkeit der Rechtssysteme allein reicht nicht aus, die Differenzen zu erklĂ€ren. Die Herangehensweise war eine völlig andere und lĂ€ĂŸt fĂŒr mich nur den Schluß ĂŒbrig, daß von Beginn an es nur darum ging, billig davon zu kommen. In anderen LĂ€ndern hatten die mißhandelten Kinder bei gleicher Problemlage mehr Beschwerdemacht als bei uns.

FĂŒr wen ist die BeschĂ€mung grĂ¶ĂŸer, fĂŒr die Politiker, fĂŒr die Kirchen oder fĂŒr die deutsche Öffentlichkeit, die sich abwendet?

Und hier der Text von Mitchell:

DEUTSCH

● So sieht „Heimkinder-EntschĂ€digung“ im Vaterland aus ! ●

Fakt ist: DIES WURDE ENTSCHIEDEN UND BESTIMMT ( alles andere ist eine LĂŒge ! )

In der Bundesrepublik Deutschland wurde kĂŒrzlich entschieden: Ehemalige Heimkinder, die damals wĂ€hrend ihrer ‚HEIMERZIEHUNG’ keine erzwungenen „sexuellen Dienstleistungen“ erbracht haben, sondern in den damaligen Heimen „nur“ auf physische und psychische Weise misshandelt wurden und „nur“ gezwungen wurden, unentlohnte ZWANGSARBEIT zu leisten, haben keinen Anspruch auf EntschĂ€digung und werden nicht entschĂ€digt werden. Die Organisationen der TĂ€ter und SchĂ€diger aus Staat und Kirchen haben in dieser Sache den maßgebenden Einfluß genommen und bekommen. Ihre Entscheidung ist endgĂŒltig und nicht anfechtbar.
Was damalige erzwungene „sexuelle Dienstleistungen“ betrifft: In den USA werden Kindsopfer „sexualisierter Gewalt“ durchschnittlich mit Summen in Höhe von 5 Millionen Dollars entschĂ€digt. In der Bundesrepublik Deutschland bestimmen KIRCHE und STAAT maximal 5 Tausend Euros zu zahlen – genau 0,1% dessen was ein Opfer in den USA an EntschĂ€digung bekommt ( wenn wir einfach mal fĂŒr diese Zwecke die verschiedenen WĂ€hrungen als gleichwertig betrachten ).

Das nennt sich ‘EntschĂ€digung Made in Germany’.

Formuliert von dem in 1946 geborenen Ehemaligen Heimkind Martin Mitchell – Australien 2011.

 

Diese Email erreichte auch den Webmaster. Mehr Durchblick fĂŒr Alle kann nicht schaden. Darum der Beitrag von Martin Mitchell auch an dieser Stelle.

 

PresseerklĂ€rung des AFH  im vollen Wortlaut:

„Wollen die BundeslĂ€nder sich aus dem 120-Millionen-Fonds fĂŒr die ehemaligen Heimkinder bedienen?“

In der letzten gemeinsamen Beratung mit Vertretern von Bund, LĂ€nder und Kirchen (AG Leistungsrichtlinien) hat sich zu unserer Überraschung herausgestellt, dass die LĂ€nder mit Zustimmung der Vertreter des Bundes und der Kirchen beschlossen haben, dass sie sich die Kosten fĂŒr die in den LĂ€ndern aufzubauenden niedrigschwelligen Anlaufstellen fĂŒr ehemalige Heimkinder aus dem 120 Mio.-Fonds mit bis zu 10% (= 12 Mio. €) bezahlen lassen wollen.

Fadenscheinige BegrĂŒndungen


Die Vertreter von Bund, LĂ€nder und Kirchen weisen zur BegrĂŒndung auf eine Empfehlung des RTH hin, der eine Finanzierung von Beratungsarbeit aus Fondsmitteln als Teil der Aufarbeitung  vorsehe. Zwar habe der RTH diese Beratungsarbeit als Aufgabe einer zentralen Stelle formuliert; in der praktischen Umsetzung sei aber eine ortsnahe Beratung zielfĂŒhrender.

Doch eine  Empfehlung vom RTH,  dass eine zentrale Stelle die eigentliche Beratungsarbeit leisten solle, gibt es nicht. Immer ging man davon aus, dass die Beratung vor Ort in den Anlaufstellen erfolgen soll.

Das Verhalten der Vertreter von Bund, LĂ€ndern und Kirchen ist skandalös, 
.

  • weil das gegebene Wort am Runden Tisch Heimerziehung gebrochen wird,
  • weil eine solche 10%-RĂŒckholfinanzierung durch die LĂ€nder in nicht öffentlich verhandelten Absprachen ohne Beteiligung der ehemaligen Heimkinder  beschlossen wurde,
  • weil es gegen den Wortlaut, Sinn und Zweck der Ergebnisse des Abschlussberichtes des Runden Tisches und des Beschlusses des Bundestages ist,
  • weil es den ehemaligen Heimkindern – abgesehen von der geforderten und unerfĂŒllt gebliebenen EntschĂ€digungsforderung – nicht mal die vollen 120 Mio. belĂ€sst, was sie ohnehin als unangemessen und zu wenig beurteilen,
  • weil es den ehemaligen Heimkindern zeigt,  dass die BundeslĂ€nder ihre am RTH gemachten Zusagen, brechen, um ihre Kosten zu reduzieren,
  • weil es symbolisch den ehemaligen Heimkinder wieder einmal ihre Unterwerfung demonstriert unter eine obrigkeitliche AbhĂ€ngigkeit wie zu Zeiten der damaligen Heimerziehung (hier bestimmen jetzt die Geldgeber, nicht der RTH, nicht der Bundestag),

Die 10%-KĂŒrzung muss zurĂŒckgenommen werden


Die 10%-Refinanzierung der Anlaufstellen durch die LĂ€nder ist eine einseitige und unabgesprochene KĂŒrzung der Finanzierungszusagen der LĂ€nder zu Lasten der ehemaligen Heimkinder.

 Wir fordern deshalb mit Nachdruck:

Wenn die LĂ€nder den ehemaligen Heimkindern den 120-Mio-Fonds – wie im Abschlussbericht des RTH und im Beschluss des Bundestages in Absprache mit den LĂ€ndern zugesagt – zukommen lassen wollen, dann mĂŒssen sie aus ihrem jeweiligen Haushalt die Einrichtung und Unterhaltung der Anlaufstellen zusĂ€tzlich finanzieren.

 

[1] Der Arbeitskreis Fondsumsetzung Heimerziehung (AFH) hat sich vor wenigen Wochen im September gebildet, um an der Umsetzung der vom Runden Tisch Heimerziehung (RTH) und dem Beschluss des Bundestages vorgegebenen Fondslösung im Interesse der ehemaligen Heimkinder mitzuwirken. Hierzu hat der AFH drei seiner Mitglieder in die von Vertretern des Bundes, der LĂ€nder und Kirchen tagende AG Leistungsrichtlinien entsandt, die bis Ende des Jahres fĂŒr einen funktionierenden Fonds sorgen will, aus dem die ehemaligen Heimkinder ihre LeistungsantrĂ€ge wegen erlittener FolgeschĂ€den aus der damaligen Heimerziehung stellen können.

http://ak-fondumsetzungheimerziehung.over-blog.de/article-presseerklarung-des-afh-1-86890996. html Donnerstag, 20. Oktober 2011