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Zum Begriff âZwangsarbeitâ - Wer definiert richtig?
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Rheinische Kirche beschĂ€ftigte 1.200 Zwangsarbeiter DĂŒsseldorf (epd). Die rheinische evangelische Kirche hat wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs etwa 1.200 Zwangsarbeiter beschĂ€ftigt. Im Einzelnen seien
bislang 478 FĂ€lle nachgewiesen, sagte der Historiker Uwe Kaminsky am Dienstag in DĂŒsseldorf bei der Vorstellung seines Buches «Dienen unter Zwang». Es ist die erste gröĂere Studie zu Zwangsarbeit
im Bereich der christlichen Kirchen wĂ€hrend des NS-Zeit. Etwas mehr als die HĂ€lfte der Betroffenen waren den Angaben zufolge «Ostarbeiter» aus der Sowjetunion, ĂŒberwiegend junge Frauen. BeschĂ€ftigt
wurden sie vor allem in der Land- und Forstwirtschaft sowie in KrankenhÀusern und Heimen der Diakonie als Putzhilfen und in WÀschereien, vereinzelt auch als Haushaltshilfen in kinderreichen
Pfarrfamilien. Die Kirche sei an einem Zwangs- und Unrechtssystem beteiligt gewesen und bekenne diese Schuld, sagte der rheinische PrÀses und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland,
Manfred Kock. «Auch das System von Kirche und Diakonie war im Zweiten Weltkrieg daran beteiligt, dass Menschen die WĂŒrde genommen wurde.» Die dunklen Seiten der Vergangenheit mĂŒssten aufgedeckt
werden, «um den Opfern auch auf diese Weise Gerechtigkeit widerfahren zu lassen». Kock rÀumte ein, die Kirche sei «spÀt mit der inhaltlichen Aufarbeitung, hoffentlich nicht zu spÀt». Der Direktor
der rheinischen Diakonie, Reinhard Witschke, Ă€uĂerte sich «beschĂ€mt» darĂŒber, dass «Kirche und Innere Mission in das staatliche System der Knechtung auslĂ€ndischer ArbeitskrĂ€fte eingebunden
waren». Die Scham werde dadurch nicht geringer, dass die Zahl vergleichsweise klein und die Zwangsarbeiter «relativ human untergebracht waren», sagte Witschke dem epd. http://www.ekd.de/aktuell_presse/news_2002_04_23_4_ekir_zwangsarbeiter.html
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Zwischenbericht "Runder Tisch Heimerziehung" S.21: Bei einigen der Arbeiten in Heimen wurden mögliche gesundheitliche SchÀdigungen vernachlÀssigt. Ziel war aber keinesfalls ein der
Zwangsarbeit der NS-Zeit entsprechendes Konzept der gezielten Existenzvernichtung durch hÀrteste körperliche Arbeit. Auch aus diesem Grunde kann der in Deutschland historisch besetzte Begriff der
âZwangsarbeitâ nicht verwendet werden â auch wenn Kinder und Jugendliche zur Arbeit gezwungen wurden und auch wenn sie dies als âZwangsarbeitâ empfunden haben.
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Die Rolle der GrĂŒnen zum Thema OpferentschĂ€digung
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Volker Beck: Zwangsarbeiter-Stiftung Modell fĂŒr Heimkinder 12. Dezember 2009, 18:08 Uhr Die vor zehn Jahren initiierte Stiftung zur EntschĂ€digung der NS-Zwangsarbeiter könnte dem GrĂŒnen-Politiker Volker
Beck zufolge ein Modell fĂŒr eine EntschĂ€digung der Heimkinder sein. Berlin. Eine Stiftung oder ein Fonds gĂ€ben mehr Spielraum als ein Leistungsgesetz, um EinzelfĂ€llen bei der EntschĂ€digung
gerecht zu werden, sagte der Parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrer der GrĂŒnen-Bundestagsfraktion in einem EPD-GesprĂ€ch in Berlin. Dies könne ein Ergebnis des Runden Tisches Heimerziehung sein. In
einem Gesetz mĂŒsse klar definiert werden, welches Schicksal Grundlage fĂŒr eine EntschĂ€digungszahlung sein könne. Unter UmstĂ€nden wĂŒrden in einem Gesetz auch erhebliche Anforderungen bei der
BeweisfĂŒhrung gestellt. Im Einzelfall könne es dann zu schwierigen Situationen kommen, weil der Betroffene den Nachweis nicht liefern könne, erlĂ€uterte Beck, der sich als Bundestagsabgeordneter seit
1994 fĂŒr eine EntschĂ€digung der NS-Zwangsarbeiter eingesetzt hatte. Eine Stiftung könne hingegen flexibler arbeiten, weil sie sich auĂerhalb von bestimmten RechtsansprĂŒchen bewege. Allerdings
mĂŒssten die Betroffenen selbst entscheiden, welchen Weg sie gehen wollten, sagte Beck. Zur Aufarbeitung des Schicksals ehemaliger Heimkinder aus den 50er und 60er Jahren tagt seit Februar dieses Jahres
ein Runder Tisch Heimerziehung, der unter anderem die Frage einer EntschÀdigung klÀren will. Zwischen 1950 und den 70er Jahren waren rund 800.000 Kinder und Jugendliche in Heimen untergebracht und in
groĂem Umfang entwĂŒrdigt, geprĂŒgelt und zur Arbeit gezwungen worden. Die Stiftung âErinnerung, Verantwortung und Zukunftâ zur EntschĂ€digung der NS-Zwangsarbeiter wurde im Jahr 2000
eingerichtet. Im Dezember 1999 hatten sich Wirtschaft und Bundesregierung darauf geeinigt, jeweils fĂŒnf Milliarden Mark (2,55 Milliarden Euro) zur VerfĂŒgung zu stellen. Bis 2007 zahlte die Stiftung an
1,66 Millionen ehemalige Zwangsarbeiter insgesamt 4,37 Milliarden Euro aus. Beck bezeichnete dies als âhumanitĂ€r groĂen Erfolgâ. âWir haben einen ernsthaften Beitrag geleistet, um vielen
Opfern an ihrem Lebensende ein paar zusĂ€tzliche Möglichkeiten einzurĂ€umen, nachdem sie in ihrem Leben ein so schweres Schicksal erlitten hatten.â Gerade fĂŒr die noch lebenden ehemaligen
Zwangsarbeiter in Osteuropa seien die EntschÀdigungssummen zwischen 2.500 und 7.500 Euro ein erheblicher Betrag gewesen. (epd/abendblatt.de) http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/art
icle1305696/Volker-Beck-Zwangsarbeiter-Stift ung-Modell-fuer-Heimkinder.html
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Opfervertreter Michael Witti am 21.01.2010 an Volker Beck, MdB (BĂŒndnis90 GrĂŒne) DIE WAHRHEIT ZUM OPFERSCHUTZ
OFFENER BRIEF AN DIE MITVERANTWORTLICHEN 10 000 TAUSENDE NS OPFER UM IHR RECHT GEBRACHT... Lassen Sie mich nun noch den
Exkurs zum Ghettorentengesetz (ZRBG ) machen . Auch das ist wichtig fĂŒr âIhre â Rolle gegenĂŒber den NS Opfern und was den ehemaligen Heimkindern droht.
Es war unausgesprochen bekannt,
dass die NS Zwangsarbeiterregelung nicht ganz die jĂŒdischen AnsprĂŒche- die AnsprĂŒche meiner Mandantschaft â befriedigte. Ein Schwerpunkt der Stiftung floss nach Osteuropa zu nichtjĂŒdischen
Opfern. Das BverfG judizierte damals zum Ende der NS Zwangsarbeiterverhandlungen echte Rentenzeiten zugunsten von Ghettoarbeitern/hÀftlingen.
In enger Zusammenarbeit konnte ich
damals den Komplex mit Sonderbotschafter Bindenagel thematisieren.
Leider wurde dann meine Mitarbeit am ZRBG â und Gesetzgebungsverfahren â abgelehnt. Ich mutmasste damals
Geheimabsprachen dazu. Mitarbeiten durfte ich nicht und verantworte auch nicht das desaströse Ergebnis fĂŒr NS Opfer.
Jedenfalls verabschiedete die ROT / GRĂNE Bundesregierung das ZRBG.
Ich konnte, von 1000enden Opfern mandatiert, diese vertreten. Zu Beginn gab es eine enorme Anzahl von zuerkannten Renten nach dem ZRBG, der abrupt abbrach. RĂŒckfragen bei den
VersicherungstrÀgern erklÀrten mir dann, dass man dort erbost war , eine EntschÀdigungsregelung (man sah es nicht als Rentenregelung ) aus der Rentenkasse zu zahlen und man verweigerte .
Dabei berief man sich auf das Gesetz, das wÀhrend Ihrer Regierungsverantwortung entstand, und dessen Wortlaut . Dieser entstand ohne meine Beteiligung und enthielt die absurde Vorschrift :
Rentenberechtigung nur dann , wenn man freiwillig !!! und gegen Geld !!! im Ghetto arbeitete. Ein genialer Ausschlussgrund, den Profis nie zulassen durften, den aber Ihre
Regierungspartei ins Gesetz verabschiedete. Nicht ich, Ihre Partei war verantwortlich fĂŒr diesen absurden Gesetzeswortlaut, der nun ĂŒber Jahre ĂŒber 90 % der GhettohĂ€ftlinge von der Rente
ausschloss.
MĂŒsig zu spekulieren, warum gerade bei mir von den zuerkannten 6 % fast 25 % hĂ€ngenblieben. Bei der Kanzlei, die beste Kenntnis und Verbindungen zum empfindlichen USA und
dessen Rechtssystem hatte.
Trotzdem blieb es ĂŒber Jahre bei Ablehnungen â wegen des Gesetzeswortlautes
Kleine Anfragen zum Bundestag
â offizielles Verfahren - zum Misstand beim Ghettorentengesetz fĂŒhrten zur BestĂ€tigung der restriktiven Regelung. Unter ROT/GRĂNER Regierungsverantwortung wurde das missglĂŒckte Gesetz zementiert.
Um es nocheinmal festzuhalten â der Bundestag, dominiert von ROT / GRĂN zementierte die Katastrophe und bestĂ€tigte , dass es gewollt ist nur bei freiwilliger Arbeit und Barentlohnung die
Rente zu erhalten . Das war Willen beim Entwurf des Gesetzes.Sie tragen immer vor engst um diese Opfergruppe sorge zu tragen .
Es wurden hunderte Richterstellen und GeschÀftsstellen bei den
Sozialgerichten eingerichtet, nur zur Abwehr der Klagen der NS Opfer gegen die Ablehnung des Ghettorentenantrags.
Die Gerichte, die wegen Hartz IV Klageflut zusammenbrechen wurden zuvor schon von Klagen der GhettohĂ€ftlinge ĂŒberflutet . Das Gesetz belastete die öffentlichen Kassen mit Millionen.
Ăber 90 % der betagten NS Opfer gingen leer aus, als Folge eines unnötig missglĂŒckten Gesetzes. http://www.michaelwitti.de/ kompletter Brief : hier klicken
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Vollmer fordert unbĂŒrokratische EntschĂ€digung fĂŒr Heimkinder
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Focus online 16.04.2010, 17:30 Missbrauch Vollmer fordert
unbĂŒrokratische EntschĂ€digung fĂŒr Heimkinder Die Vorsitzende des Runden Tisches fĂŒr misshandelte Heimkinder, Antje Vollmer, hat
sich fĂŒr eine unbĂŒrokratische EntschĂ€digung der Opfer ausgesprochen. Sie fĂŒrchte, dass viele Betroffene âsehr bĂŒrokratische, detaillierte PrĂŒfverfahrenâ nicht verkraften wĂŒrden, sondern als
weiteres Unrecht empfinden wĂŒrden, sagte die frĂŒhere BundestagsvizeprĂ€sidentin am Freitag in Berlin.
Vertreterin der Heimkinder fordert EntschÀdigungen Eine Vertreterin der ehemaligen Heimkinder, Sonja Djurovic, kritisierte die
schnelle Einsetzung des Runden Tisches der Bundesregierung zu FĂ€llen sexuellen Missbrauchs. âWir haben den Eindruck, dass hier mit zweierlei MaĂ gemessen wirdâ, sagte sie. Weil âEliteschĂŒlerâ
betroffen seien, habe man in rasantem Tempo einen Runden Tisch gegrĂŒndet, die ehemaligen Heimkinder dagegen hĂ€tten jahrelang dafĂŒr kĂ€mpfen mĂŒssen. Djurovic forderte âeine angemessene finanzielle
EntschĂ€digungâ der ehemaligen Heimkinder. http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/mis
sbrauch-vollmer-fordert-unbuerokratische-entscha edigung-fuer-heimkinder-_aid_499318.html
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Dazu Michael Witti, Opfervertreter, am 25.5.2010 Sehr geehrte Frau Dr. Vollmer , erlauben Sie mir zu einer Ihrer Ăusserungen (unten als erste Anlage
angefĂŒgt ) , dass die Missbrauchsopfer â Heimkinder- pauschal â unbĂŒrokratisch - entschĂ€digt werden sollten eine AnfĂŒgung als StaatsbĂŒrger . Ich kann mich an viele meiner
frĂŒheren Verfahren erinnern , die dann , sobald der Opferanspruch fĂŒr die Verursacher empfindlicher und prĂ€zisierter wurde und unausweichlich wurde , den Opfern mit dem Ziel der PrĂ€judizierung in der
Ăffentlichkeit , dahingehend entgegengekommen wurde , dass den Opfern sogenannte grosszĂŒgige , pauschale und unbĂŒrokratische EntschĂ€digung zugesichert wurde. Das war dann von der Hoffnung getragen ,
dass dann die darbenden Opfer zugreifen und die ungebildete Ăffentlichkeit Nachforderungen als Gier bezeichnet. Darauf ziehlt Ihre GrosszĂŒgigkeit der AnkĂŒndigung pauschaler EntschĂ€digung ab .
Nun wurde Ihnen ja , nachdem Sie durch Ihr Verhalten auch gegenĂŒber dem VEH ein Mediendebakel fĂŒr die Kirchen geschaffen haben -
wir warnten vor den Folgen den VEH entgegen Zusage zu exkludieren und wir baten vergebens Staats â und KirchenfĂŒhrung sich mit uns vor Ihren Interessen zu schĂŒtzen - der Hauptkomplex sexueller Missbrauch , der die meisten Heimkinder betrifft, entzogen . Ich bedanke mich bei der FDP , dass meine Analysen zu Ihrem Verhalten zur Kenntnis genommen wurden und so wurde der Sache neuer Spirit eingehaucht.
Nun aber zu Ihrer Aussage der pauschalen EntschÀdigung : Brief komplett: hier klicken
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Zum Willen zur Aufarbeitung von Verbrechen an Heimkindern
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Nicht 900.000 ⏠zur AufklÀrung von Verbrechen an Heimkindern
sondern nur 400.000 Die dem RTH
bewilligten 400.000 Euro, daran sei hier noch einmal erinnert, sind weniger als die HĂ€lfte der vom Bundestag der Regierung empfohlenen und in einem Projektentwurf gut begrĂŒndeten Finanzierung. Dieser
Eingriff des Familienministeriums unmittelbar vor der Einsetzung des Gremiums hatte die gewĂŒnschten Folgen: Mit der Reduzierung auf zwei Personalstellen fĂŒr Organisation und Kontakte mit Ehemaligen
Heimkindern und mit der Reduzierung von Sachmitteln, der unter anderem der Aufbau eines dringend notwendigen bundesweiten Netzwerks zum Opfer gefallen ist, musste der RTH strukturell und inhaltlich
permanent ĂŒberfordert sein und auf âSparflammeâ arbeiten. Ein weiterer Grund fĂŒr das magere Ergebnis von einem Jahr âintensiver Aufarbeitungâ. Diese âAusstattungâ war eine Missachtung der
Ehemaligen Heimkinder. Die Ablehnung der Finanzierung einer wahrscheinlich notwendigen VerlĂ€ngerung um einige Monate wĂŒrde diesen politisch gewollten Geburtsfehler des RTH noch verschĂ€rfen. 400.000
Euro fĂŒr die âAufarbeitungâ eines jahrzehntelangen Unrechts an hunderttausenden Kindern und Jugendlichen in der alten Bundesrepublik, die durch verbotene Kinderarbeit und verbotene Zwangsarbeit
Millionen-BetrĂ€ge erwirtschaften mussten, mit denen sie das System, in dem sie gedemĂŒtigt, missbraucht und geknechtet wurden, auch noch selbst finanzieren mussten â das ist ein Skandal, der durch den
sich in falscher Harmonisierung ergehenden Zwischen-bericht verdeckt wird. http://www.gewalt-im-jhh.de/Kappeler_zu_ZB_RTH.pdf
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1,6 Millionen Euro: Die teure Imagepflege der Ursula von der Leyen Ursula von der Leyen
will das Image ihres Ministeriums aufpolieren: Mit 1,6 Millionen Euro aus dem Etat soll klammheimlich eine externe Kommunikationsstelle aufgebaut werden. Die tatsĂ€chlichen Kosten dĂŒrften deutlich
höher liegen. BERLIN. Ursula von der Leyen will ihr Image mit Beratungsleistungen in Höhe von 1,6 Millionen Euro aufpolieren. Dazu plant die Arbeitsministerin eine GeschĂ€ftsstelle auĂerhalb ihres
Hauses, die sie der Ăffentlichkeit offenbar vorenthalten will. Die zu erbringende Leistung erfordere ein hohes "MaĂ an Vetraulichkeit und Geheimhaltung", heiĂt es in einem internen
geheimen Strategiepapier, das dem Handelsblatt vorliegt. http://www.handelsblatt.com/politik/deut
schland/1-6-millionen-euro-die-teure-im agepflege-der-ursula-von-der-leyen;259 3210
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TOP-News Runder Tisch Heimkinder 18.06.2010 09:02
Rund oder eckig?
von Ernst Elitz
Mehr Ecken und Kanten im politischen Handeln fordert Ernst Elitz, GrĂŒndungsintendant des Deutschlandradios. Der
runde Tisch ist zur Allzweck-Waffe der Politik verkommen. Klare Entscheidungen und AutoritÀt sollten die Politiker von heute auszeichnen.
Da
steht er nun, der Runde Tisch, das gute StĂŒck der Republik. Will ein Politiker EntscheidungsstĂ€rke beweisen, ohne genau zu wissen, worĂŒber und wie er entscheiden soll, greift er zum Ikea-Katalog und bestellt
einen Runden Tisch, hiebfest fĂŒr das GesprĂ€ch zwischen den Religionen, beiĂfest zum Thema Zahnersatz und Krankenkasse. Gratis mitgeliefert werden die drei SchlĂŒsselworte, die alle Runden Tische umkreisen:
âAufarbeitenâ, âAugenhöheâ , âergebnisoffenâ und der Standardsatz fĂŒr die Eröffnungsrede: âDie Politik ist einig, dass gehandelt werden muss. Allerdings bestehen unterschiedliche Vorstellungen
darĂŒber, was zu tun istâ (Originalzitat). Also reden wir mit dem BĂŒrger im Internet-Chat ĂŒber ârunde oder eckige tischeâ und erkunden, was er von unserem Staatsmöbel hĂ€lt.
Der Runde Tisch ist
SchĂŒlermitverwaltung. Kaum sitzt der BĂŒrger, ist er gerĂŒhrt, dass er mitreden darf â ĂŒber Bildung, Gentechnik oder GewĂ€sserschutz. Doch leider hört keiner ihm zu. Verborgen im dichten Nebel des Desinteresses
schrieb der 2003 einberufene Runde Tisch âPflegeâ in seinem Schlussdokument alles auf, was uns aus der Altersmisere heraushelfen könnte: mehr Pflegepersonal, weniger Verwaltungsaufwand, Hilfe fĂŒr Familien,
Orientierung an den BedĂŒrfnissen der Betroffenen. Das Gutachten wurde abgelegt und verstaubte. Heute lamentiert der Bundestag ĂŒber den Zustand der Pflegeheime, als hĂ€tte es den Runden Tisch und seinen
Sachverstand niemals gegeben.
In einem Zwischenbericht stellte der 2008 vom Bundestag einberufene âRunde Tisch Heimerziehungâ
unwidersprochen fest: âGeschlossene SystemeâŠbieten keine SchutzrĂ€ume, sondern Orte, in denen körperliche und psychische Misshandlungen und in manchen FĂ€llen auch sexuelle Gewalt möglich waren und nicht oder
nur unzureichend unterbunden oder geahndet wurden.â Das klingt wie von heute, aber blieb folgenlos, denn als das Thema besprochen wurde, gönnten sich die Behördenvertreter ihren tarifvertraglich zugesicherten
Mittagsschlaf. Auch der nĂ€chste Satz riss sie nicht aus dem Schlummer. Er war nicht weniger deutlich: âAufsichts- und Kontrollinstanzen waren offenbar nicht in der Lage oder gewillt, diese MissstĂ€nde â selbst
wenn sie bekannt wurden â abzustellen.â Dem folgte ein mĂŒdes GĂ€hnen. Die eingeschlafenen Kultusminister waren weder willens noch in der Lage, diese Erkenntnisse des Runden Tisches auf die ihrer Aufsicht
anvertrauten Schulen und Internate zu ĂŒbertragen. Kein Heimkind wurde entschĂ€digt, kein Missbrauchsfall von einer Behörde enthĂŒllt.
Wer
verÀndern will, braucht Entscheidungsmut. Wer bewegen will, braucht AutoritÀt. Entscheiden können nur Regierungen und Parlamente. Deshalb gehören die Grundfragen unseres Zusammenlebens auf den Tisch von
Regierungskommissionen, die nach angelsĂ€chsischem Vorbild berufen werden â mit Sachkunde, Prominenz und Durchsetzungskraft. Britische Kabinette können sich den Empfehlungen der Royal Commissions nur schwer
widersetzen, denn der Gesetzgeber hat sie stark gemacht. Hierzulande sieht sich die politische Klasse mit Runden Tischen besser bedient. Wird dort ein Problem zerredet oder verpufft es im Streit, hat die Politik
den Schuldigen schon parat: den BĂŒrger, der sich des GroĂmuts der Politiker nicht fĂŒr wĂŒrdig erwies.
Runde Tische fördern die Bequemlichkeit. Sie gehören ins Bonner Haus der Geschichte â neben die
Kohlâsche Strickjacke und den Nierentisch. Entscheiden ist eckig und unbequem und birgt Verletzungsgefahren. Ein Politiker, der dieses Risiko scheut, muss zur Berufsberatung. http://www.veh-mediencenter.de/news.php?nid=21
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Runder Tisch - Ehemalige Heimkinder verlangen mehr als Anerkennung
Die Opfervertreter am Runden Tisch, den die ehemalige Bundestags-VizeprĂ€sidentin Antje Vollmer (GrĂŒne) leitet, haben ihre
Forderungen nun schriftlich formuliert und an die Vertreter von Staat, Kirchen und WohlfahrtsverbÀnden adressiert. Sie verlangen eine Opferrente von 300 Euro im Monat, die auf keine andere staatliche Leistung
anzurechnen sein soll. "Wir haben uns an vergleichbare FĂ€lle, wie etwa die der SED-Opfer oder der Heimkinder in der ehemaligen DDR,
gehalten", erlĂ€utert Djurovic. Letztere haben, anders als die Heimkinder in der Bundesrepublik, einen Anspruch auf EntschĂ€digungen, weil fĂŒr sie das "Gesetz ĂŒber die Rehabilitierung und EntschĂ€digung
von Opfern rechtsstaatswidriger StrafverfolgungsmaĂnahmen im Beitrittsgebiet" gilt. Djurovic macht geltend: "Bei uns gab es ebensolche Heime, in denen ebensolches Unrecht geschah." Die 300 Euro
Rente, die die Heimkinder jetzt fordern, sollen nach ihren Vorstellungen von den ehemaligen TrĂ€gern der Heime in einen Fonds gezahlt werden. Zu diesem Zweck solle eine Stiftung gegrĂŒndet werden - samt Beirat der
Opfer mit Vetorecht. http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2840410_Runder-Tisch-Ehemalige-Heimkinder-verl angen-mehr-als-Anerkennung.html GrĂŒndung einer Stiftung angeregt Damit halten sich die Opfervertreter am Runden Tisch an die Empfehlungen einer Expertise der UniversitĂ€t Göttingen, die sich mit den Rechtsfragen der
Heimerziehung befasst. Der Vorteil einer Fonds- oder Stiftungslösung bestĂŒnde darin, dass die Kriterien einer Auszahlungen von Leistungen bis zu einem gewissen Grad von der Rechtslage gelöst werden könnte, die
zu der Zeit vorherrschte, in der das Unrecht begangen wurde, heiĂt es in der Expertise. Staat und Kirchen sollten nach dem Willen der Heimkinder auch die Kosten fĂŒr Traumatherapien ĂŒbernehmen. "Die heute noch lebenden ehemaligen Heimkinder erwarten eine EntschĂ€digung", sagt Sonja Djurovic. Der Heimaufenthalt habe viele fĂŒr ihr
Leben beschĂ€digt. "Es wĂ€re skandalös, wenn am Ende des Runden Tisches keine finanzielle EntschĂ€digung fĂŒr die Heimkinder beschlossen wĂŒrde." Man appelliere deshalb an die Verantwortlichen am Runden Tisch, sich dem Antrag der Heimkindervertreter anzuschlieĂen. "Wir halten uns an vergleichbare
FĂ€lle wie die der Heimkinder in der DDR." Sonja Djurovic, ehemaliges Heimkind http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0713/politik/0044/index.html
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EntschĂ€digung fĂŒr Heimkinder: Tirol ist Vorbild 27. Juli 2010 | 09:59 | | STEFAN VEIGL (SN) Ăbergriffe. Tirol zahlt bis zu
25.000 Euro an Opfer staatlicher Heime. Nun ist auch Salzburg gefordert ... SALZBURG (SN). SchlÀge und andere physische Gewalt. Systematische
Misshandlungen und sexueller Missbrauch. Wenn ehemalige Zöglinge, die in den 50er- bis 70er-Jahren in Kinderheimen untergebracht waren, von ihrer Erziehung berichten, kommen hÀufig schlimme Schicksale zutage. Der
GroĂteil von ihnen wurde von der Salzburger FĂŒrsorge in Heime in anderen BundeslĂ€nder verteilt, wie Historiker berichten. Ob mehrere Hundert oder sogar mehrere Tausend davon betroffen waren, weiĂ niemand. Genaue
Zahlen gibt es keine, an die Ăffentlichkeit gingen bisher nur wenige. FĂŒr jene dieser Gewaltopfer, die in kirchlichen Heimen untergebracht waren, ist auch die Klasnic-Kommission zustĂ€ndig. ... Als Vorbild
fĂŒr alle diese MaĂnahmen nannte Scharer immer das Land Tirol: Ihr dortiger Ressort- und Parteikollege Gerhard Reheis hatte bereits im FrĂŒhjahr eine Steuerungsgruppe einberufen. Dieses Gremium, bestehend aus
Juristen, PÀdagogen, Psychologen sowie Therapeuten, dem Reheis vorsteht, ist vergangene Woche mit seinem Empfehlungskatalog vorgeprescht: Konkret schlagen die Experten eine pauschale EntschÀdigung von 15.000 bis
25.000 Euro pro Opfer vor. ... http://www.salzburg.com/online/salzburg/stadt+salzburg/Entschaedigung-fuer-Heimkinder-Tirol-ist-Vorbild.
html?article=eGMmOI8Vd45KpgR8qUQeleC32FNZ4dXtwMqTUNk&img=&text=&mode
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Robert Nieporte zum Argument institutionalisiertes Unrecht Die nÀchste Frage, und das weià der Runde Tisch sehr wohl, ist die, ob es sich um institutionelles Unrecht handelt. Wenn es sich um Unrecht an einzelnen
Betroffenen gehandelt hĂ€tte, dann könnte die VerjĂ€hrung eingetreten sein. Wenn es aber ein institutionalisiertes Unrecht war, das System also auf diesem Unrecht gebaut war und sich darauf grĂŒndete â und das
gilt es zu beweisen â, dann kann sich der Staat nicht auf VerjĂ€hrung berufen. Die Folge aus der gravierenden Missachtung geltenden Rechts - auch des Verfassungsrechts - nicht nur im Einzelfall bedeutet, dass
institutionelles Unrecht geschehen ist und der Staat sich dem nicht entziehen kann. Ich erinnere an die MauerschĂŒtzenfĂ€lle. Und deswegen argumentiert der Staat am Runden Tisch: âInstitutionalisiert war das
Unrecht nichtâ, und versucht das wissenschaftlich auch so darzustellen. NatĂŒrlich muss es nicht zwangslĂ€ufig sein, dass eine bestimmte Verhaltensweise in jedem Kinderheim gegeben war, aber â und das ist
mein Vorwurf an den Staat â immer wenn es so ein Unrecht gegeben hat, hat der Staat nichts dagegen unternommen. Er hat seine verfassungsrechtlichen Verpflichtungen damit verletzt, indem er die TrĂ€ger der
Heimeinrichtungen nicht kontrolliert hat, und er hat sich seines verfassungsrechtlichen Auftrags, den der Staat auch damals hatte, durch Ăbertragung auf die Kirchen bewusst entzogen. SchlieĂlich hat er davon
profitiert und - trotz der Notwendigkeit der Kontrolle â keine Aufsicht geĂŒbt und dem Unrecht auch keinen Einhalt geboten. Das ist institutionalisiert! Nach strafrechtlichen MaĂstĂ€ben ist das Unterlassen dem
Tun gleichzustellen. Und dann ist es nicht nur moralisch verwerflich, wenn sich der Staat auf die VerjĂ€hrung beruft, sondern er hat das Recht hierzu ĂŒberhaupt nicht. Was ich mir wirklich wĂŒnschen wĂŒrde... Man
darf nicht vergessen, es waren Kinder, zum Teil SĂ€uglinge, und mittlerweile gibt es Untersuchungen, die belegen, wie wichtig die ersten Monate, die ersten Jahre fĂŒr die Entwicklung eines Menschen sind. Diese
Untersuchungen gab es zum damaligen Zeitpunkt noch nicht. Aber dass ein Kind eine gewisse Zuwendung benötigt, diese Erkenntnis gab es bereits. Auch der Staat wusste das. Wie man diese Erkenntnis umsetzt und dass
man auch die Gewalt verhindert muss, die sich ansonsten potenziert, auch das war damals schon klar. Es waren doch Kinder! Selbst wenn Kinder innerhalb einer Familie arbeiten mussten, arbeiteten sie fĂŒr die
Familie und deren Vermögen. Diese Kinder werden zukĂŒnftig insoweit auch entschĂ€digt, selbst wenn keine Rentenzahlungen geleistet wurden. Das war bei den Heimkindern aber nicht der Fall, im Gegenteil. Und es hat
sich gesteigert. Weil einzelne Erzieherinnen und Erzieher von dieser Masse an Kindern ĂŒberfordert waren, war Gewalt ein Druckmittel, um Kinder willfĂ€hrig zu machen. Das war durchaus systematisch und deswegen auch
institutionalisiert. Denn wenn etwas Teil des Systems ist und der Staat darauf nicht reagiert, ist es institutionalisiert. Ich kenne viele Akten von Heimkindern, da zieht sich das wie ein roter Faden durch. Dass der
Runde Tisch die Betroffenen letzten Endes zwingt, den rechtlichen Weg zu gehen, wĂŒnsche ich beiden nicht. Aber das muss jetzt dem Runden Tisch auch eindeutig gesagt und angekĂŒndigt werden. Insofern bin ich mit
dem Vorstand des VeH, mit der Vorsitzenden Frau Tschapek-GĂŒntner sowie mit vielen Betroffenen zur Ăbereinkunft gelangt, dass es sinnvoll wĂ€re, wenn jeder Einzelne durch eine entsprechende BevollmĂ€chtigung einen
Vertreter beauftragt und diesem die Befugnis erteilt, mit diesem Runden Tisch persönlich in Kontakt zu treten. Es geht natĂŒrlich schlecht, dass dort plötzlich 500 Leute sitzen, also wird eine Person entsandt. Und
ich wĂŒrde mich bereit erklĂ€ren, dies zu tun. Mich haben schon sehr viele Betroffene angeschrieben und mir ihre Vollmacht zugeschickt. Ich hoffe, dass die Personenzahl so groĂ werden wird, dass man die
Legitimation auch am Runden Tisch sieht, anerkennt und sich dann wirklich mehr auf die Opfergruppe und deren Probleme und BedĂŒrfnisse einlĂ€sst. Es geht hierbei nicht alleine um die materielle Anerkennung, es
geht auch um Aufarbeitung. Es geht um Therapien, die sehr kostspielig sind. Eine Lösung zu finden, die den Betroffenen gerecht wird, die wĂŒnsche ich mir. Nichts ist fĂŒr eine betroffene Person schlimmer, als dass
sie noch um Kosten fĂŒr Behandlungen âbettelnâ muss und dabei aussichtslos ist, weil der Gang durch die deutsche BĂŒrokratie lang und zĂ€h ist. Hier ist - fĂŒr viele Betroffene - schnelle und unbĂŒrokratische
Hilfe gefordert. Das könnte der Runde Tisch leisten. http://hpd.de/node/10030?page=0,2
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Frau 30. 08. 2010
Katharina Loerbroks
Referentin der Infostelle âRunder Tisch Heimerziehungâ
e-mail: info@rundertisch-heimerziehung.de
Anfrage nach Ihrem sonstigen Wirken und möglichen Aussagen
Sehr geehrte Frau Loerbroks!
Im Internet geistern Vermutungen ĂŒber Ihr sonstiges Wirken in der Ăffentlichkeit herum. Es wird angefĂŒhrt, dass Sie âDozentin an der
Bundesakademie fĂŒr Kirche und Diakonie Berlinâ seien.
Frage 1: Stimmt diese Angabe?
Frage 2: Ist die nachfolgend genannte Homepage Ihre?:
http://www.ueber-blick.eu/start-loerbroks.htm
Ferner werden Sie mit einer Telefonaussage in Verbindung gebracht, die folgenden Inhalt gehabt haben soll: »EntschĂ€digung ? â Nein
mit âEntschĂ€digungâ befassen wir uns nicht. Die meisten Betroffenen wollen das auch gar nicht. Sie sind nur an einer âEntschuldigungâ interesssiert.«
Im Falle der Richtigkeit wĂŒrde mich die Beantwortung folgender Fragen interessieren:
1. Welche Zahlen liegen Ihnen vor, die diese Feststellung stĂŒtzen?
2. Wie viele Anrufer wollen EntschÀdigung?
3. Wie viele Anrufer wollen keine EntschÀdigung?
4. Wie viele Anrufer wollen Entschuldigung?
5. Wie viele Anrufer wollen keine Entschuldigung?
6. Wie viele Anrufer wollen Entschuldigung und EntschÀdigung?
7. Wie viele Anrufer wollen weder Entschuldigung noch EntschÀdigung?
8. Woraus wird abgeleitet, dass sich der Runde Tisch nicht mit EntschÀdigungsfragen befasst?
9. Wann werden die EntschÀdigungsforderungen der drei Vertreter der Heimopfer erörtert?
Anfrage komplett hier
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Erinne- rung 18.09.10
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âDa bin ich heute krank vonâ Was hilft ehemaligen Heimkindern bei der BewĂ€ltigung ihrer Traumatisierung? Silke Birgitta Gahleitner und Ilona Oestreich
Im Auftrag des Runden Tisches Heimerziehung 2010 WĂ€hrend der 7. Sitzung des Runden Tisches wurde die Expertise âWas hilft ehemaligen Heimkindern bei der BewĂ€ltigung ihrer komplexen
Traumatisierung?â von Frau Prof. Dr. Silke Birgitta Gahleitner vorgestellt. Auf Wunsch der ehemaligen Heimkinder am Runden Tisch wurde diese Expertise nun speziell fĂŒr die Zielgruppe der âEhemaligen
Heimkinderâ ĂŒberarbeitet. Lesen: http://www.rundertisch-heimerziehung.de/documents/RTH_dabinichheutekrankvon.pdf ĂŒbernommen von emak: http://www.emak.org/news/news_index.htm
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Drohung? Mahnung an den Runden Tisch Heimerziehung â Noch HĂŒrden auf der Zielgeraden Vollmer: Niemand darf ausscheren OsnabrĂŒck. Schwieriger Endspurt und viele
HĂŒrden auf der Zielgeraden: Die Vorsitzende Antje Vollmer erwartet noch harte Verhandlungen, bis der Runde Tisch Heimerziehung in den 50er- und 60er-Jahren (RTH) im Dezember seinen Abschlussbericht
vorlegen kann. Im GesprĂ€ch mit unserer Zeitung mahnte Vollmer alle Beteiligten zu Gemeinsamkeit: âWir haben das Prinzip der gemeinsamen Verantwortung schon im Zwischenbericht festgeschrieben. Um nun
eine Lösung zu finden, ist es zwingend, dass alle in dieser gemeinsamen Verantwortung bleiben.â Niemand dĂŒrfe ausscheren, weil dann das Gesamtpaket scheitern wĂŒrde. ... die frĂŒhere
BundestagsvizeprĂ€sidentin: âNoch habe ich die Lösung nicht. Um zum Ziel zu kommen, ist es notwendig, dass alle â wirklich alle â an einem Strang ziehen.â ... Die VorschlĂ€ge und
Forderungen der ehemaligen Heimkinder sind nach den Worten von Vollmer am Runden Tisch âmit groĂem Respektâ aufgenommen worden. âEs wurde stets ĂŒberlegt, welche Punkte man ĂŒbernehmen kannâ,
sagte sie. Vertreter der ehemaligen Heimkinder verlangen unter anderem einen finanziellen Ausgleich in Form einer Opferrente von monatlich 300 Euro, Zahlungen nach dem Modell des
HaftentschĂ€digungsgesetzes und Lohnnachzahlungen fĂŒr in den Heimen geleistete Arbeit. ... âUns geschah Unrecht in einem Rechtsstaatâ, heiĂt es im Positionspapier der ehemaligen Heimkinder
zum Abschlussbericht, der unserer Zeitung vorliegt. Die Sprecher mahnen: âEs wĂ€re skandalös, wenn am Ende des Runden Tisches keine finanzielle EntschĂ€digung fĂŒr die ehemaligen Heimkinder
beschlossen wĂŒrde ⊠â http://www.noz.de/artikel/47999832/vollmer-niemand-darf-ausscheren
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Ex-RA Michael Witti an Martin Mitchell (Australien): Martin- ich erinnere mich noch , dass man uns bei 2 MRD bereits drohte â niemand darf ausscheren . Dann warens am Ende 10 Mrd
plus ca 3,4 Mrd Sonderzahlung an meine Mandantschaft . Die Opfervertreter haben ja volle Erfahrung mit diesen Grosskomplexen und werden schon ein anstÀndiges Ergebnis erreichen . Witti zu
"Vollmer: Niemand darf ausscheren" Martin, dazu kann ich nur sagen , dass RA Wilmans dies vorhersagte, dass gegen Ende des RTH mit Scheitern gedroht wird (niemand darf ausscheren ) Ist
auch kein Wunder. Immer dann wenn ein Ergebnis erreicht wurde , dass einigen Parteien ĂŒberhaupt nicht gefĂ€llt , droht man mit dem Scheitern des Gesamtkomplexes. War bei NS Zwangsarbeietern so, bei den
Swiss Banks ua . Meine Arbeit ist ja Vorbild und Schablone der hiesigen Lösung . Man schreibt schliesslich nur ab . email 27.09.10
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Martin Mitchell (Opfer Freistatt) fragt: Alle von dem âUnrecht und Leidâ in der damaligen âHeimerziehungâ Betroffenenâ â âOPFER EHEMALIGER HEIMERZIEHUNGâ â wollen wissen ...
Welche Version, welcher »LĂSUNGSVORSCHLĂGE«, mit welchen Datum, wurde denn nun wirklich von den drei der Antje Vollmer am »Runden Tisch Heimerziehung« in Berlin akzeptabelen Betroffenen-Vertretern offiziell
vorgelegt und WANN âEINGEBRACHTâ und wann als âeingebrachtâ offiziell dokumentiert ? 1. ) DIESE und NUR DIESE »LĂSUNGSVORSCHLĂGE« im genauen Wortlaut, bitte.
2. ) Datum und Uhrzeit DIESER »LĂSUNGSVORSCHLĂGE«, bitte. 3. ) Wann, wie und wo und auf welche Weise, wurden DIESE »LĂSUNGSVORSCHLĂGE« âeingebrachtâ, bitte ? 4. ) Von wem wurden DIESE
»LĂSUNGSVORSCHLĂGE« offiziell entgegengenommen, bitte ? â Datum und Uhrzeit, bitte ! 5. ) Wie, wo und von wem und auf welche Weise wurde die Einbringung und offizielle Entgegennahme DIESER
»LĂSUNGSVORSCHLĂGE« offiziell und unwiderruflich dokumentiert, bitte ? Nur wenn all diese Fragen zufriedenstellend beantwortet sind, können wir, meines Erachtens, davon ausgehen, dass dem »Runden Tisch
Heimerziehung« in Berlin ein »LĂSUNGVORSCHLĂGE-KATALOG« vorliegt auf den sich alle Betroffenen GEEINIGT haben und der auch die vom âRTHâ anerkannte notwendige durch Dokumentierung und Protokollierung
bestÀtigte LegitimitÀt erhalten hat. ... email 27.09.10
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Dierk Schaefers Blog Sie hat es geschafft, Frau Dr. Antje Vollmer Veröffentlicht in heimkinder von dierkschaefer am 28. September 2010 Sie hat es geschafft, auch noch in der Endphase die Zweifel an ihrer GlaubwĂŒrdigkeit
zu verstĂ€rken, indem sie rigoros Geschlossenheit fordert und Drohungen ausspricht. In ihrem Interview in der OsnabrĂŒcker Zeitung sagt sie: »Wir haben das Prinzip der gemeinsamen Verantwortung schon im
Zwischenbericht festgeschrieben. Um nun eine Lösung zu finden, ist es zwingend, dass alle in dieser gemeinsamen Verantwortung bleiben«. Niemand dĂŒrfe ausscheren, weil dann das Gesamtpaket scheitern wĂŒrde. âŠ
»Noch habe ich die Lösung nicht. Um zum Ziel zu kommen, ist es notwendig, dass alle â wirklich alle â an einem Strang ziehen.« http://www.noz.de/drucken/show?id=47999832&name=2709-pol-02-heimkinder Montag, 27. September 2010 Da wird offensichtlich ein Gesamtpaket geschnĂŒrt â wie bei Verhandlungen ĂŒblich. So ein Kuhhandel ist zwar leider nötig.
Doch wer ihn im Vorfeld öffentlich ankĂŒndigt, bewirkt das Gegenteil und gefĂ€hrdet das PĂ€ckchen-packen.
Frau Vollmer hĂ€tte sich bereits frĂŒher um glaubwĂŒrdige Ăffentlichkeitsarbeit bemĂŒhen sollen.
Sie darf sich nicht wundern, wenn nun ein Kommentar zum Artikel die dubiose Rolle beleuchtet, die Frau Vollmer bisher am Runden Tisch gespielt hat: http://www.noz.de/artikel/47999832/vollmer-niemand-darf-ausscheren »Heidi D., gestern um 15:37 Uhr Niemand darf ausscheren? Wer bestimmt das? âWir haben das Prinzip der gemeinsamen Verantwortung schon im Zwischenbericht
festgeschrieben,â sagt Frau Vollmer. Lieber vergessen wĂŒrde sie offensichtlich, dass schon der Zwischenbericht eben NICHT ungeteilte Zustimmung fand â Frau Djurovic (Ehemaligen-Vertreterin) z.B. hat sich gegen
weite Teile desselben ausgesprochen. Vor laufenden Fernsehkameras ĂŒbrigens! Nun erfahren wir voller Staunen, dass Frau Vollmer es âzwingendâ findet, dass âkeiner ausschertâ. Wen mag sie damit wohl
meinen? Und vor allem: Wer soll sich wohl angesprochen fĂŒhlen, wenn sie im nĂ€chsten Satz betont, dass, sollte es dennoch jemand wagen (wer wohl?), das âGesamtpaketâ zu scheitern drohe. Um es mal ganz
deutlich zu machen: die Ăberlebenden von sexueller, psychischer und physischer Gewalt in deutschen Heimen UND Internaten fordern ein angemessenes Schmerzensgeld, das sich in seiner Höhe an den gezahlten bzw.
zugesagten Geldern international und nicht etwa an den erschreckend niedrigen Geldern fĂŒr die ehemaligen Zwangsarbeitern ausrichtet!« http://dierkschaefer.wordpress.com/2010/09/28/sie-hat-es-geschafft-frau-dr-antje-vollmer/
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02.11.2010 âWir werden doch ĂŒber den Tisch gezogen.â Keine VorschlĂ€ge - Runder Tisch zur Heimerziehung vor dem Scheitern Sechs Wochen vor dem Ende der Beratungen gibt es keinen Vorschlag fĂŒr EntschĂ€digungen der ehemaligen Heimkinder. Die Opfer fĂŒhlen sich betrogen.
Kurz vor Weihnachten sollen sie der Ăffentlichkeit vorgestellt werden: die Ergebnisse der Arbeit am âRunden Tisch Heimerziehung in den 50er und 60er Jahrenâ. Zwei Jahre lang hat sich das
Gremium getroffen, zu seinen Aufgaben gehörte es, einen Vorschlag zu erarbeiten, wie ehemalige Heimkinder fĂŒr erlittenes Unrecht entschĂ€digt werden könnten. Doch Monika Tschapek-GĂŒntner, die
Vorsitzende des Verbandes ehemaliger Heimkinder, erwartet nicht mehr, dass es zu einer Einigung kommt. Damit wÀre der Runde Tisch aus Sicht der Opfer gescheitert, denn die Frage der EntschÀdigung ist
ihr wichtigstes Anliegen. Noch immer gibt es keinen Vorschlag der Heimvertreter am Runden Tisch, ĂŒber den man reden könnte. âEs wird bis Dezember verhandeltâ, wehrt Antje Vollmer, Moderatorin
des Gremiums, die Fragen nach der EntschĂ€digung ab. Mehr will sie nicht sagen, es sei ein âheikles Themaâ. Auch die Evangelische Kirche will keine Stellungnahme zu diesem Thema abgeben, sie möchte
den âBeratungen nicht vorgreifenâ. Ăhnlich diskret die Deutsche Bischofskonferenz: Sie verrĂ€t nur, dass sie âkonstruktiv an einer Lösung zum Thema EntschĂ€digung mitarbeitetâ. Mit wem da
beraten und verhandelt wird, ist rĂ€tselhaft. Den Heimkindervertretern wurde jedenfalls noch kein Angebot unterbreitet: âEs tut sich nichtsâ, sagt der 70-jĂ€hrige Stefan Beuerle, einer der Vertreter
der Betroffenen am Runden Tisch. âKeiner nennt Zahlen, niemand macht einen konkreten Vorschlag.â http://www.tagesspiegel.de/politik/runder-tisch-zur-heime
rziehung-vor-dem-scheitern/1972092.html
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von H.Dettinger 02.11.2010 12:28 Uhr
Ăber den Tisch gezogen... ...werden sollen ehemalige Heimkinder bei dieser Alibiveranstaltung, die sich "Runder Tisch
Heimerziehung der 50er und 60er Jahre" (RT) nennt! Das lÀsst sich leicht an verschiedenen Punkten belegen: 1. Einem
Aufgebot von sechzehn (!) Vertretern verschiedener TĂ€ter- oder TĂ€ternachfolgeorganisationen (etwa die HĂ€lfte Juristen)sitzen drei Ăberlebende gegenĂŒber - ohne das fĂŒr diese brisanten Verhandlungen
notwendigen Hintergrundwissen, ohne finanzielle Ausstattung, ohne Organisation im RĂŒcken und natĂŒrlich ohne Rechtsbeistand! 2. Das eindeutig gegen die Ehemaligen durchgesetzte eingeschrĂ€nkte
Zeitfenster (50er und 60er Jahre). 3. Ehemalige Heimkinder mit Behinderungen wurden von Anfang an ausgeschlossen. Ist es weniger schlimm, ein Kind zu misshandeln, dass sich ob einer Behinderung noch
weniger oder gar nicht wehren kann? 4. Frau Vollmer redet von Anfang an von einer ominösen "kleinen Wahrheitskommission", von Ăbereinstimmung und Offenheit - achtet aber gleichzeitig
darauf, dass möglichst nichts von dem Gesprochenen nach auĂen dringt! 5. Dissens wird unter den Tisch gekehrt, abgewĂŒrgt, glatt abgestritten, weg gelogen (s. Zwischenbericht, dabei besonders
Vollmers Darstellung und im Gegensatz dazu die deutlich anderen Worte, die eine Ăberlebende zu diesem Bericht und der angeblichen Einstimmigkeit hierzu fand). 6. Schon ziemlich frĂŒh legte Frau
Vollmer fest, dass "keine andere Opfergruppe dĂŒpiert" werden dĂŒrfe - und meinte damit die "EntschĂ€digung" der ZwangsarbeiterInnen. Mit anderen Worten: Die beschĂ€mende Praxis den
ZwangsarbeiterInnen gegenĂŒber soll jetzt bei den Heimkindern wiederholt werden. 2.500 Euro und Schnauze halten! 7. Nicht mit einem Wort erwĂ€hnt wurde wĂ€hrend der fast zweijĂ€hrigen Arbeit des RTs
die Schmerzensgeldzahlungen international: Irland, England, Norwegen, USA, Kanada, Australien. Offensichtlich soll sich Deutschland hier nicht messen mĂŒssen - dann lieber eine Schande mit einer weiteren
zementieren. Und emotional belegen!
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Dierk SchĂ€fer: Die Zeiten der ZwangsfĂŒtterung sind vorbei. »Keine VorschlĂ€ge â Runder Tisch zur Heimerziehung vor dem Scheitern«
Veröffentlicht in News, heimkinder von dierkschaefer am 4. November 2010 Der Tagesspiegel bringt eine vage Nachricht. Der Runde Tisch stehe vor dem Scheitern; es lĂ€gen keine VorschlĂ€ge fĂŒr eine finanzielle EntschĂ€digung auf diesem
Tisch. http://www.tagesspiegel.de/politik/runder-tisch-zur-heimerziehung-vor-dem-scheitern/1972092.html [Mittwoch, 3. November 2010] Auch wenn ich nicht daran glaube, daà noch akzeptable VorschlÀge kommen
werden: Nachdem der Runde Tisch fast zwei Jahre vor sich hingedĂŒmpelt ist, ohne etwas auf den Tisch zu bringen, können wir bis Anfang Dezember auch noch zuwarten, bis das offizielle Ergebnis verkĂŒndet wird.
Doch wenn das so ausfĂ€llt, wie der Tagesspiegel argwöhnt, dann bin ich gespannt, ob die Vertreter der ehemaligen Heimkinder sich aufraffen, aufzustehen und deutlich zu sagen: »Wir fĂŒhlen uns veralbert. Das
ist nicht unser Ergebnis!« Wenigstens einer oder eine sollte den Mut dazu aufbringen und dokumentieren, daà die Zeit vorbei ist, in der man die ehemaligen Heimkinder so abservieren kann.
Die Zeiten der ZwangsfĂŒtterung sind vorbei. Geben wir dem Runden Tisch und den Vertretern der ehemaligen Heimkinder also bis zum Dezember noch eine Chance! http://dierkschaefer.wordpress.com/2010/11/04/%C2%BBkeine-vorschlage-runder-tisch-zur-heimerziehung-vor-dem-schei tern%C2%AB/
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"Vor vorschnellen Urteilen hĂŒten" Runder Tisch Heimerziehung wehrt sich gegen Vorwurf, die ehemaligen Heimkinder zu bevormunden Christian Schrapper im GesprĂ€ch mit
Joachim Scholl Scholl: Die Vertreter der Heimkinder fĂŒhlen sich bevormundet und dadurch gedemĂŒtigt, was sagen Sie zu diesem
Vorwurf? Schrapper: Wie immer ist die Geschichte etwas komplizierter. Als der Runde Tisch zusammengesetzt wurde, sind die PlÀtze verteilt worden, und als Einzige hat der Verein ehemaliger
Heimkinder drei PlÀtze an einem Runden Tisch bekommen, alle anderen Institutionen jeweils nur einen. Diese drei PlÀtze sind dann zu Beginn auch von dem Verein mit dem damaligen Vorstand und
Vorstandsmitgliedern besetzt worden: Herr Dr. Wiegand, Frau Fleth und Frau Djurovic. Im weiteren Verlauf, dann schon sehr bald, haben sich Mitglieder und Vorstand in dem Verein, soweit ich das von auĂen
wahrnehmen konnte, zerstritten, und Herr Wiegand und die beiden anderen hatten nicht mehr das Mandat des Vereins. Auf der anderen Seite war bei der Zusammensetzung des Runden Tisches fĂŒr alle, die dort
Vertreter hin entsandt haben, klar, dass es eine persönliche Entsendung ist, keine PlĂ€tze, die beliebig von Vertretern wahrgenommen werden können, und diese Grundposition ist dann auch gegenĂŒber dem
Verein vertreten worden. Sie haben einmal Personen entsandt, bei denen bleibt es. Scholl: Sie sind Professor fĂŒr PĂ€dagogik, Herr Schrapper, weitere 18 Akademiker sitzen am Tisch, das ist
natĂŒrlich schon eine geballte intellektuelle Ăbermacht, wĂ€hrend die Heimkinder meist andere Sozialisationen haben, viele von Hartz IV leben. Dass Sie sich der Diskussion, wie Sie und Ihre Kollegen sie
fĂŒhren können, naturgemÀà nicht gewachsen fĂŒhlen, das kam natĂŒrlich auch so, sozusagen als Vorwurf kursierte das. Können Sie das nicht nachvollziehen? Schrapper: Ich kann es nachvollziehen,
aber auch hier gibt es noch was dazu zu sagen: Zum einen ist dann sehr schnell am Runden Tisch entschieden worden, dass jeder persönlich auch einen Vertreter oder eine Vertreterin benennen kann, und nur
fĂŒr die Vertreter der ehemaligen Heimkinder ist dann entschieden worden, dass diese Vertreter regelmĂ€Ăig an allen Sitzungen teilnehmen und auch Rederecht haben, und dass diese Sechsergruppe gemeinsam
noch einen Vorbereitungstermin unterstĂŒtzt bekommt, die zusĂ€tzlichen Kosten ĂŒbernommen werden und auch jemand aus dem Runden Tisch - das hat dann Herr Schruth ĂŒbernommen, selber auch Jurist - in
dieser Vorbereitung sie unterstĂŒtzt. Und sozusagen ein Weiteres, das zeigt auch, dass wir uns da vor vorschnellen Urteilen hĂŒten mĂŒssen: Von diesen sechs Vertretern der ehemaligen Heimkinder sind auch
zwei ausgewiesene Akademiker. Also nicht so schnell sozusagen mit der GegenĂŒberstellung. Text: http://www.vehev-mediencenter.de/news.php?nid=42 oder: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1317510/ Ton 1: http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=3&broa dcast=348687&datum=20101112&playtime=128955674
3&fileid=04ee34f8&sendung=348687&beitrag=1317510 &/ Ton 2: http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=3&broa dcast=348687&datum=20101112&playtime=128955674
3&fileid=04ee34f8&sendung=348687&beitrag=1317510 &/ Ton komplett: hier klicken 
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Sich vor vorschnellen Urteilen zu hĂŒten, ist in der Tat ein guter
Vorsatz. (Eine Antwort auf Herrn Schrapper im
GesprÀch mit Herrn Scholl, im Deutschlandradio, 12.11.2010) Es ist schon erstaunlich, wie glatt es Herrn Schrapper runter geht, zu
behaupten: "Auf der anderen Seite war bei der Zusammensetzung des Runden Tisches fĂŒr alle, die dort Vertreter hin entsandt haben, klar, dass es eine persönliche Entsendung ist, keine PlĂ€tze,
die beliebig von Vertretern wahrgenommen werden können, und diese Grundposition ist dann auch gegenĂŒber dem Verein vertreten worden. Sie haben einmal Personen entsandt, bei denen bleibt es." Da
war Frau Dr. Vollmer, als Moderatorin des Runden Tisches noch am 26.03.2009 anderer Meinung. Sie schrieb dem Vorstand des VEH e.V. mit diesem Datum nÀmlich: "Wen Sie aus dem Kreis der wirklich
Betroffenen fĂŒr einen Platz am Runden Tisch benennen wollen, steht Ihnen selbstverstĂ€ndlich frei. So wie wir die bisherigen drei Vertreter begrĂŒĂt haben, wĂŒrden wir das auch im Falle einer
Vertretung oder einer anderen Zusammensetzung tun. (...)" Als wir ihr dann Anfang Mai unsere gewĂ€hlten VertreterInnen nannten, hielt Frau Vollmer es nicht einmal fĂŒr nötig, uns zu antworten!
In einem Punkt allerdings gebe ich Herrn Schrapper voll und ganz Recht: Aus der Perspektive des Einzelnen ist eine Zahlung von 300 Euro pro Monat wenig. Verdammt wenig fĂŒr eine zerbrochene
Biografie, fĂŒr ein "LebenslĂ€nglich" an Ăngsten, Schmerzen, Einsamkeit, AlbtrĂ€umen. Ganz und gar nicht Recht gebe ich ihm, wenn er darauf beharrt, dass die angenommene Summe von 1,5 - 1,8
Milliarden Euro zu hoch oder gar unbezahlbar sei. Wie kommen die Herren und Damen am Runden Tisch, in den Kirchen, in der Politik und/oder der Wirtschaft auf diese groteske Idee? Und: Sollen wir ein
zweites und drittes Mal draufzahlen, weil andere PrioritÀten gesetzt werden? Wer auch immer diese setzt... Ist es nicht vielmehr so, dass sich ein Schmerzensgeld an den erlittenen Schmerzen, ein
Schadensersatz an dem verursachten Schaden ausrichtet - und nicht etwa an dem Willen des Verursachers, die notwendige Summe aufzubringen? Und ist es nicht so, dass in Irland, in Norwegen, in den USA,
in Australien, in Kanada Summen an die Opfer gezahlt werden, die durchaus vergleichbar sind? Wer will hier wem weismachen, dass ausgerechnet in der Bundesrepublik Deutschland - einem der reichsten
LĂ€nder der Welt - dieses nicht möglich sein sollte? Wer will hier wem weismachen, dass die Kirchen - die evangelische und die katholische - nicht ĂŒber genĂŒgend Vermögen verfĂŒgten, um diese ihre
Schuld zu begleichen? Es gibt nur eine Partei - eine einzige - die an diesem ganzen Elend unschuldig ist. Und das sind die physisch und psychisch misshandelten Kinder, die Opfer von Vergewaltigung und
Folter, zur Arbeit gezwungen, von Bildung ferngehalten, traumatisiert bis ins hohe Alter! Und genau die sollen letzten Endes wieder draufzahlen! Gerechtigkeit?
(Heidi Dettinger, SchriftfĂŒhrerin VEH e.V.) http://veh-ev.info/
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HP des Runden Tisches Sexueller MiĂbrauch. Auf den ersten Blick: spannend; auf
den zweiten ebenfalls. http://beauftragte-missbrauch.de/
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Terminverschiebung Pressekonferenz zum AbschluĂbericht
An das ZDF Fax: 06131/70-2157
An den WDR Fax: 0221/220-4800
An Deutschlandradio Fax: 0221 - 345 18 39
Pressekonferenz des âRunden Tisches Heimerziehungâ (Dr. Vollmer)
Sehr geehrte Damen und Herren!
Unter den Heimopfer herrscht groĂe Unruhe. Diese Unruhe ist nachzuvollziehen, weil der AbschluĂbericht des âRunden Tisches Heimerziehungâ ganz
anders vorgestellt werden soll, wie der Zwischenbericht.
In dem inzwischen auf der Homepage des RTH versteckten Link
http://www.rundertisch-heimerziehung.de/aktuelles3.htm
ist in dem Protokoll
http://www.rundertisch-heimerziehung.de/documents/Ergebnisprotokoll_Sitzung9_RTH_000.pdf
zu lesen:
âIm Weiteren berichtete die Vorsitzende ĂŒber eine Einladung der Bundespressekonferenz fĂŒr die Vorstellung des Abschlussberichtes des Runden
Tisches. Der Abschlussbericht wird am 17. Dezember 2010 vor der Bundespressekonferenz der Ăffentlichkeit vorgestellt werden. Vorgabe der Bundespressekonferenz ist die Teilnahme von maximal vier Personen auf dem
Podium. Es wurde beschlossen, dass die Vorsitzende des Runden Tisches, ein Vertreter der ehemaligen Heimkinder am Runden Tisch, ein Vertreter fĂŒr den Bund und die LĂ€nder und ein Vertreter fĂŒr die Kirchen dort
Platz nehmen werden.
Die offizielle Ăbergabe des Abschlussberichtes an den Deutschen Bundestag ist fĂŒr die dritte Kalenderwoche in 2011 (Sitzungswoche des Bundestages)
geplant.â
Bereits diese Tatsache sorgt fĂŒr Unruhe. Wurde der Zwischenbericht in einem groĂen Rahmen vorgestellt, wobei auch Heimopfer und ihre Vertreter,
beispielsweise Professor Dr. Kappeler, unter den Zuschauern sitzen und unangenehme Fragen stellen konnten, so sitzen im Bundespressehaus nur vier Personen vorn. Ansonsten werden nur Journalisten zugelassen.
Einige Opfer wollen sich vor dem Bundespressehaus versammeln und hoffen, daĂ sie bei Ihnen Gehör finden. Wir bitten Sie freundlich â auch weil die
behinderten Heimopfer aus unerklĂ€rlichen GrĂŒnden vom âRunden Tisch Heimerziehungâ ausgeschlossen wurden â den Opfern, die sich in Wind und KĂ€lte vor das Pressehaus stellen, Aufmerksamkeit zu geben.
Es sprach sich herum und hat die Opfer sehr gefreut, daĂ Phönix TV die Bundespressekonferenz live ĂŒbertragen will. Diese Ăbertragung ist fĂŒr die
Heimopfer der seit zwei Jahren herbeigesehnte Termin schlechthin. Veröffentlicht der Runde Tisch doch an dem Tag seine BeschluĂempfehlung an den Deutschen Bundestag. Zur Zeit ist sich der RTH lĂ€ngst noch nicht
einig.
Jetzt geistert durchs Internet eine Verschiebung der Pressekonferenz vom 17. Dezember
auf Montag, 13. Dezember 2010, um 10:30 Uhr bis 11:30 Uhr
Es ist uns wichtig, Ihnen diese mögliche TerminÀnderung, die erstaunlicherweise auf der Homepage des RTH nicht zufinden ist, mitzuteilen. Bitte
ĂŒberprĂŒfen Sie den Termin.
Bitte teilen Sie mir auch mit, ob Sie â an welchem Termin auch immer â diese fĂŒr uns wichtige Pressekonferenz live ĂŒbertragen.
In einem Beitrag in meinem privaten Blog habe ich schon vor Wochen die BefĂŒrchtungen der Opfer einmal zusammengefasst:
http://helmutjacob.over-blog.de/article-soll-die-bundespressekonferenz-in-sachen-heimopfer-zum-festival
-der-harmonie-verkommen-58862265.html
Mit freundlichen GrĂŒĂen (Helmut Jacob)
Sprecher
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4.12.2010 Nicht realisierbar?
Offenbar keine generelle EntschĂ€digung fĂŒr ehemalige Heimkinder Opfer von Gewalt in Kinderheimen sollen nicht generell mit einem Pauschalbetrag entschĂ€digt werden. Das wolle der Runde Tisch Heimerziehung nach
zweijĂ€hrigen Beratungen bei seinem letzten Treffen in der kommenden Woche offenbar in einem Endbericht festschreiben, berichtet das Hamburger Nachrichtenmagazin âDer Spiegelâ. ... In dem âSpiegelâ-Bericht hieĂ es, Staat und Kirchen lehnten eine âpauschale EntschĂ€digungâ oder eine âpauschale Opferrenteâ als ânicht
realisierbarâ ab. Zahlungen solle es nur im Einzelfall geben, die Betroffenen mĂŒssten nachweisen, dass sie sich âin schwierigen Lebenssituationen befindenâ. Einigung sei bislang nur darĂŒber erzielt worden,
dass Bund, LĂ€nder und Kirchen eine gemeinsame Stiftung fĂŒr Heimkinder einrichten und je ein Drittel des Stiftungsvermögens bereitstellen. Dessen Höhe sei noch offen. http://www.domradio.de/aktuell/69717/nicht-realisierbar.html
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Eine "pauschale EntschÀdigung" oder eine "pauschale Opferrente" lehnen Staat und Kirchen laut SPIEGEL-Informationen als "nicht
realisierbar" ab. Zahlungen soll es nur im Einzelfall geben - Betroffene mĂŒssen nachweisen, dass sie sich "in schwierigen Lebenssituationen befinden". Vertreter der Heimkinder hatten eine
Opferrente von 300 Euro im Monat oder eine Einmalzahlung von 54.000 Euro gefordert. Dies lehnen vor allem die unionsregierten BundeslÀnder ab. Zum Vergleich: In Irland wurden ehemalige Heimkinder mit
durchschnittlich 76.500 Euro entschĂ€digt. Einigung wurde bislang nur darĂŒber erzielt, dass Bund, LĂ€nder und Kirchen eine gemeinsame Stiftung in Sachen Heimkinder einrichten und je ein Drittel des
Stiftungsvermögens bereitstellen. Offen ist aber, wie viel Geld eingezahlt werden soll. http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,732875,00.html
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Leserbrief in: http://dierkschaefer.wordpress.com/2010/12/03/spekulatiuszeit-zeit-fur-spekulationen/#comments Dirk Friedrich sagte, am 4. Dezember 2010 zu 16:12 Einfach widerwÀrtig! Sie haben uns unsere Kindheit gestohlen! Uns belogen, betrogen und viele Ehemalige zerbrochen. Sie haben uns schuften lassen! Sie haben uns weg gesperrt!
GeprĂŒgelt, verachtet und sexuell missbraucht! Sie haben uns wie Dreck behandelt! Sie haben uns ihre Religion der âNĂ€chstenliebeâ in die Köpfe gehauen. Sie haben unzĂ€hlige unserer Heimkinderakten
vernichtet, die als einzige Beweise fĂŒr ihr elendiges Verhalten herhalten könnten. Wir sollen jetzt nachweisen in welches Elend sie uns gestoĂen haben, obwohl sie die Beweise rigoros vernichtet haben.
Jetzt zeigen sie uns wieder ihre Verkommenheit. Ihre Menschenverachtung ĂŒbersteigt jedwede Grenzen. Was diese skrupellosen KinderschĂ€nder uns angetan haben verfolgt uns bis heute und es hört nicht auf.
Die âchristlichâ regierten LĂ€nder lehnen eine pauschalierte EntschĂ€digung ab. Sie sind das âCâ nicht wert, dass sie vor sich hertragen.
Was ist das fĂŒr ein furchtbares Land? Meines ist es nun nicht mehr! Dennoch lassen wir ehemalige Heimkinder uns nicht weiter so behandeln. Unser Kampf geht weiter!
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Veröffentlicht in heimkinder, Kirche, Politik von dierkschaefer am 7. Dezember 2010
Sagt NEIN!!!
Heute bekomme ich von vielen Seiten den Text âEntwurf fĂŒr den Abschlussbericht des Runden Tisches Heimerziehung â Zwischen den Zeilen gelesen IIIâ von
Prof. Dr. Manfred Kappeler.
Kritik_Endbericht_RTH_Zwischen-den-Zeilen-III
Es handelt sich um den auch mir vorliegenden 3. Entwurf des SchluĂberichts.
Herzlichen Dank, Herr Prof. Kappeler, fĂŒr die grĂŒndliche Arbeit und die nachvollziehbaren SchluĂfolgerungen! Sie haben das Unternehmen Runder Tisch
nicht nur entlarvt, sondern auch fachlich begrĂŒndet, warum der Runden Tisch eine Farce ist.
Man muĂ die Aussage von Frau Dr. Vollmer in die Bewertung mit aufnehmen http://www.youtube.com/watch?v=BuCz22X0Lxk (Herrn Mitchell/Australien vielen Dank fĂŒr den Hinweis!).
Wenn Frau Vollmer meint, man dĂŒrfe nicht sagen, es habe sich nichts verĂ€ndert, auch fĂŒr die Betroffenen, und sie dann nicht mehr nennen kann, als daĂ
diese nun ĂŒber ihre Vergangenheit sprechen können, dann hat sie selbst offenbart, daĂ sie als Moderatorin des Runden Tisches völlig versagt hat. Denn der Mut der Betroffenen, ĂŒber ihre Geschichte offen zu
reden, hat ja ĂŒberhaupt erst die Petition und damit den Runden Tisch ingang gebracht. Immerhin spricht sie auch von âvollkommener Rechtlosigkeitâ der Betroffenen, ist aber nicht in der Lage, den Rechtlosen zur
auch finanziellen Gerechtigkeit zu verhelfen. Sie kann sich also nicht behelfen mit der klassischen Ausrede, was damals recht gewesen sei, könne heute nicht unrecht sein. Sondern es gilt: Was damals unrecht war,
wird auch heute weder sanktioniert noch in seinen Folgen gemildert.
Vollmer im O-Ton: »Ich glaube, man darf nicht sagen, daĂ sich nichts verĂ€ndert hat, auch fĂŒr die Betroffenen â und viele von denen sind doch aus
dieser Mauer des Schweigens herausgekommen und reden ĂŒber ihre Geschichte und das war, glaube ich, das Allerschlimmste, diese Mischung aus vollkommener Rechtlosigkeit und Ohnmacht und vollkommenem
gesellschaftlichen Desinteresse, ja, geradezu Zustimmung der Gesellschaft zu dem, was in den Heimen passiert ist. Und das ist vorbei.«
Was tun? Kappeler schreibt: »Der ganze Komplex âII Finanzielle MaĂnahmen zu Gunsten einzelner Betroffenerâ wird, wenn in der Abschluss-Sitzung nicht
noch entscheidende VerÀnderungen erreicht werden, aus der Sicht der Interessen und Forderungen der Ehemaligen Heimkinder nicht zustimmungsfÀhig sein. (S.15).«
Also wenn in diesem Punkt nicht noch entscheidende VerĂ€nderungen erreicht werden, kann es nur heiĂen: Sagt NEIN!
Diese Aufforderung er geht an die Heimkindervertreter am Runden Tisch: Sagt NEIN! Gebt nicht auch noch eure Zustimmung dazu, daĂ ihr ĂŒber den Tisch gezogen
wurdet. Sagt dem Petitionsausschuà öffentlich, wie sein guter Auftrag durch eine inkompetente Moderatorin und durch die finanziellen Interessen von Staat (LÀndern) und Kirchen (und ihren Einrichtungen)
pervertiert wurde.
Sagt NEIN!
Beschlagwortet mit:bundeslĂ€nder, dr. antje vollmer, EntschĂ€digung, heimkinder, Kirchen, Runder Tisch, SchluĂbericht
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Prof. Dr. Manfred Kappeler Vom 2. Entwurf zum 3. Entwurf fĂŒr den
Abschlussbericht des Runden Tisches Heimerziehung â Zwischen den Zeilen gelesen III Auf Seite 6 des Entwurfs heiĂt es: âAuch der Mitwirkung
der Ehemaligen Heimkinder am Runden Tisch kommt eine besondere Bedeutung zu. Sie haben den Forderungen der Betroffenen eine unĂŒberhörbare Stimme gegeben. Ihnen ist es besonders zu verdanken, dass der Runde Tisch
das erfahrene Leid und das geschehene Unrecht klar benannt hat und konkrete VorschlĂ€ge fĂŒr die Anerkennung des Schicksals der Betroffenen unterbreitet. Der Berichterstattung der Ehemaligen Heimkinder und den
darin enthaltenen Unrechtserfahrungen wird geglaubt.â Diese Aussage, mit der die Ehemaligen Heimkinder am RTH als Experten fĂŒr die AufklĂ€rung der Heimerziehung der vierziger bis siebziger Jahre anerkannt
werden, weckt zu Beginn der LektĂŒre dieses Textes die Hoffnung, dass die âForderungen der Betroffenenâ sich zuletzt, nach einem zweijĂ€hrigen konfliktreichen Arbeitsprozess, doch noch in die âEmpfehlungenâ
an den Bundestag, die LĂ€nderparlamente und die Regierungen aufgenommen werden. Leider wird diese Hoffnung beim Weiterlesen von Seite zu Seite immer mehr frustriert und verliert sich am Ende in eine groĂe
EnttÀuschung. ...
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09. 12. 10 Email an die FAG JHH 2006:
Sehr geehrte Damen und Herren! Als Anhang
sende ich Ihnen einen offenen Brief, den ich per Brief und Mail an den runden Tisch Heimerziehung gesendet hatte. Leider habe ich auch nach Monaten keine Antwort erhalten ...
Wissen Sie ob sich mittlerweile auch um behinderte Heimkinder gekĂŒmmert wird? Selber habe ich z. B. Folgendes erlebt: ein Arzt aus
Bethel, der mich im Heim begutachten sollte, erklĂ€rte, dass ich niemals den HauptschulabschluĂ schaffen könne. Zum GlĂŒck hat man nicht auf ihn gehört, denn ich war bald der beste SchĂŒler der Klasse!
Ich denke aber, das solche Arzte damals sehr viel Unheil angerichtet haben! mit vielen GrĂŒssen
Thomas Wiefelhaus (Buchautor und ehemaliger Heimzögling und Psychiatrie-Patient) Wenn Sie möchten, können Sie den Brief auf Ihre Homepage stellen!
Runder Tisch Heimerziehung, MĂŒhlendamm 3, 10178 Berlin Offener Brief an den Runden Tisch Heimerziehung in Berlin
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder
politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.
Vor kurzem habe ich erfahren, dass der Runde Tisch fĂŒr Heimerziehung nicht fĂŒr ehe- malige MinderjĂ€hrige aus Behindertenheimen, deren MenschenwĂŒrde verletzt und
denen Unrecht angetan wurde, zustĂ€ndig sei. â Dasselbe gelte fĂŒr ehemalige minder- jĂ€hrige Patientinnen und Patienten aus den Psychiatrien.
Darin sehe ich eine offene und öffentliche Diskriminierung, sowie einen Verstoà gegen unser Grundgesetz! Ich frage mich, ob und wie der Runde Tisch die vergangenen Menschenrechts-
verletzungen und VerstöĂe gegen das Grundgesetz entschĂ€digen und öffentlich machen will, wenn er selber heute das Grundgesetz ignoriert?
Es ist ausgeschlossen, dass es nicht auch in Behindertenheimen oder psychiatrischen Einrichtungen zu WillkĂŒr, Unrecht, Missbrauch, zu Verletzungen der Menschenrechte
und MenschenwĂŒrde gekommen ist! Gegen viele junge Behinderte, bzw. Kinder, die sich nicht wehren konnten und traumatisiert wurden!
Im Gegenteil, gerade Behinderte sind oft noch wehrloser, als Gesunde. Das gilt fĂŒr damals, wie fĂŒr heute, wenn es um das Einfordern von Rechten, von Aufmerksamkeit
und von AufklĂ€rung geht! Sie brauchen unser MitgefĂŒhl und praktische Hilfe! Es ist also beschĂ€mend, wenn ich den Runden Tisch noch auf SelbstverstĂ€ndlichkeiten
unseres Grundgesetzes, und die der Menschlichkeit, hinweisen muss. Bei den Betroffenen entsteht der Eindruck: Wir (der Runde Tisch) machen nur, was
wir, auf den Druck von auĂen hin, machen mĂŒssen⊠Oder: Wir tun nur so, als ob⊠Die Bundesrepublik verstöĂt, heute wie damals, wieder gegen ihre Aufsichtspflicht.
Wenn ein, immer noch, traumatisiertes Opfer hoffnungsfroh beim Runden Tisch anruft, wird es wiederum in seiner MenschenwĂŒrde verletzt! Und fĂŒhlt sich an die
vielen ehemals erlittenen Herzlosigkeiten (mit oft unglaublicher WillkĂŒr) erinnert! Die Probleme der Betroffenen, und unser Grundgesetz, mĂŒssen endlich beachtet werden!
WillkĂŒrlich finde ich auch die Begrenzung auf die 60er Jahre. Auch 1970 sind noch viele Menschenrechtsverletzungen in unseren Republiken (Ost wie West) passiert!
Zwischen Heim und Psychiatrie gibt es Parallelen. Oft haben Heimkinder unnötige Psychopharmaka bekommen, oder wurden aufgrund nachweislich falscher Diagnosen
von wichtigen Schulbesuchen abgehalten. Bei der Psychiatrie sehe ich weiterhin eine groĂe mangelnde öffentliche VergangenheitsbewĂ€ltigung.
Zudem denke ich, der Runde Tisch sollte sich regelmĂ€Ăiger in diesem Jahr treffen; aber nicht lĂ€nger, um die Opfer nicht warten zu lassen; denn: sich die Zeit nehmen fĂŒr
Menschenrechte muss sein. Die Menschen lÀnger warten zu lassen, aber nicht. Es sei denn, wir nehmen die Opfer, die Menschenrechte (und unser Grundgesetz) und die eigene Menschlichkeit nicht mehr ernst.
Ich möchte Sie bitten, diesen offenen Brief auf ihre Internetseiten bzw. in ihre Newsletter zu stellen und mir dort zu antworten. von Thomas Wiefelhaus; Buchautor mit Jugendheim- und Psychiatrieerfahrung
PDF-Datei hier klicken
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Zwei Jahre lang arbeitete der Runde Tisch in Berlin die Heimerziehung auf â
Heute geht es in die Endrunde SchlĂ€ge und der âHeilige Geistâ ... âFreistatt war kein Heim, sondern ein KindergefĂ€ngnis mit Zwangsarbeitâ, empörte sich Kowalke, als im Juni 2009 eine Gruppe von SPD-Politikern
den Ort im Diepholzer Moor besuchte. Inzwischen ist die Aufarbeitung des Themas weit fortgeschritten: so weit, dass der vom Bundestag eingesetzte Runde Tisch Heimerziehung heute zur Schlussrunde zusammentreten kann.
Beobachter erwarten trotz intensiver Vorbereitung eine spannende Sitzung. ... Es geht nicht nur um warme Worte und Anerkennung des Unrechts, sondern zugleich um viel Geld, etwa um Renten zahlen und
Traumatisierten helfen zu können. Denn VernachlĂ€ssigung, SchlĂ€ge und DemĂŒtigungen, mitunter auch sexueller Missbrauch waren vielerorts an der Tagesordnung. Und etliche Betroffene leiden bis heute an den Folgen
des Erlittenen. Doch wĂ€hrend frĂŒhere âZöglingeâ auf pauschale EntschĂ€digungen gehofft hatten, etwa 300 Euro Rente im Monat oder Einmalzahlungen von bis zu 54000 Euro, zeichnet sich jetzt eine
kompliziertere Lösung ab: Finanzielle MaĂnahmen sollen nach Informationen unserer Zeitung âimmer individuell gewĂ€hrt werden, anknĂŒpfend an heute noch vorhandene FolgeschĂ€denâ. Dies könnte eine intensive
EinzelfallprĂŒfung bedeuten. Opfervertreter wie JĂŒrgen Beverförden aus OsnabrĂŒck lehnen das ab. âWer entscheidet, ob man bedĂŒrftig ist?â, lautet eine seiner Fragen. Er warnt, Tausende von ehemaligen
Heimkindern âdurch bĂŒrokratische HĂŒrden und peinliche Befragungen erneut zu traumatisierenâ. Umstritten ist zudem noch, wer wie tief fĂŒr die Opfer in die Tasche greift. Im GesprĂ€ch sind ein Renten-
und ein âTraumatisiertenâ- Fonds, je zu einem Drittel finanziert vom Bund, den LĂ€ndern und den beiden groĂen Kirchen. Doch aufseiten der LĂ€nder gibt es noch Widerstand, sehr zum Ărger von Antje Vollmer,
der Moderatorin am Runden Tisch. ... Noch ist es aber nicht so weit, sind noch viele Steine aus dem Weg zu rĂ€umen. Trotzdem geht Antje Vollmer âentschlossen und zuversichtlichâ in die letzte Sitzung
des GesprĂ€chskreises. Sie betont: âWir haben viel erreicht. Immerhin hat es vor zwei Jahren noch geheiĂen, alle AnsprĂŒche seien verjĂ€hrt. Jetzt wird es dagegen einen Renten- und einen Traumatisierten-Fonds
geben, aus dem Opfer substanzielle Hilfe erwarten können.â Zudem bleibe es jedem unbenommen, EntschĂ€digungen zu verlangen, die der Runde Tisch zum sexuellen Missbrauch ermöglichen wolle.
Immer wieder zu Wort gemeldet hat sich auch Eckhardt Kowalke. ... Schlecht erging es nach seinen Worten auch einem Neuankömmling, der es gewagt hatte, nach einem StĂŒck Butter zu fragen. Er wurde dem Augenzeugen
zufolge so lange vom StubenĂ€ltesten zusammengeschlagen, bis er bewusstlos liegen blieb. âDie Diakone störte die Gewalt nicht. Sie frĂŒhstĂŒckten in Ruhe weiter.â http://www.noz.de/deutschland-und-welt/politik/49743745/schlaege-und-der-heilige-geist
Tabula rasa am Runden Tisch Ein politisches Experiment des Bundestages geht zu Ende: der Runde Tisch zur Heimerziehung. Die moralische Pflicht scheint die Herzen von Bund, Kirchen und
LĂ€ndern zu öffnen - beim Ăffnen der Taschen tut man sich schwerer. Zwei Jahre Zeit hat sich der Runde Tisch Heimerziehung mit Vertretern von Bund, LĂ€ndern, Kirchen, freien TrĂ€gern und Betroffenen
genommen, um die Folgen der sogenannten schwarzen PĂ€dagogik der Nachkriegszeit in den Heimen fĂŒr Kinder und Jugendliche in Westdeutschland aufzuarbeiten. Im Kern geht es bei dem Gerangel um die Summen, die der
Gesetzgeber, die damalige Heimaufsicht und die TrĂ€ger, also Bund, LĂ€nder und Kirchen, zu zahlen bereit sind. Der Bund etwa strĂ€ubt sich dagegen, von einer âgesamtgesellschaftlichen Verantwortungâ fĂŒr das
Heimsystem zu sprechen - dann fiele die Verantwortung vor allem auf den Gesetzgeber zurĂŒck. Etwas anders liegen die Interessen der Kirchen: Sie stehen in der Ăffentlichkeit nach den EnthĂŒllungen ĂŒber
sexuellen Missbrauch unter moralischem Erwartungsdruck. Entsprechend hoch ist ihr Interesse an einer Einigung, die nach ihrem Willen nicht nur die Ăbernahme von Therapiekosten, sondern auch indirekte finanzielle
Leistungen, etwa einen Rentenzuschuss, enthalten könnte. Allerdings wollen sie die finanzielle Last - zur Debatte steht derzeit eine Gesamtsumme von etwa 100 Millionen Euro - keinesfalls alleine tragen, sondern
diese Àhnlich wie der Bund gedrittelt sehen. Das Heft des Handelns liegt deshalb bei den LÀndern, die am Runden Tisch durch einen Vertreter aus Schleswig-Holstein und StaatssekretÀr Klaus SchÀfer aus
Nordrhein-Westfalen vertreten sind, dem die Abstimmung der LĂ€nderinteressen obliegt. Einige von der Union regierte BundeslĂ€nder - vor allem Bayern und Hessen und mit Abstrichen auch Baden-WĂŒrttemberg - wollen
sich jedoch auf keine Zusagen oder auch nur AbsichtserklÀrungen einlassen. http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E3AAD1F4C881448B4991E2
9B474F930BB~ATpl~Ecommon~Scontent.html Eine Pauschalrente hierzulande lehnen vor allem die unionsregierten LÀnder ab. Das könne niemand
bezahlen, argumentieren die LĂ€ndervertreter am runden Tisch. Die LĂ€nder sind es auch, die dem Vernehmen nach nicht in einen geplanten gemeinsamen Opferfonds einzahlen wollen. Der soll zu gleichen Teilen von
Bund, LĂ€ndern und den beiden Kirchen getragen werden. Steigen die LĂ€nder aus, ist fraglich, ob es den Fonds ĂŒberhaupt geben wird. "Wir hoffen, dass das nicht passiert", sagte ein Mitglied der
Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD): "FĂŒr uns ist die Verantwortungsgemeinschaft nicht aufgekĂŒndigt." Eine generelle EntschĂ€digung der ehemaligen Heimkinder hĂ€lt aber auch der EKD-Mann fĂŒr
fragwĂŒrdig: "Man kann nicht pauschal sagen, wer in einem Heim war, ist auf jeden Fall Opfer."
Deshalb plĂ€dieren die Kirchen dafĂŒr, "Betroffenen mit fortdauernden Leiden" zu helfen: mit Therapiekosten, kleinen Renten, Ausbildungsbeihilfen. Wer davon profitieren könnte, ist schwer zu sagen.
Zwar ist die Rede von "unbĂŒrokratischen Hilfen", aber bislang mĂŒssen die Opfer bleibende SchĂ€den nachweisen, beispielsweise mit Akten, die belegen, dass die Misshandlungen die dauerhaften SchĂ€den
verursacht haben. Bisher sollen sich knapp 2.000 Betroffene mit bleibenden SchÀden beim runden Tisch gemeldet haben. http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/kein-geld-fuer-heimkinder/
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Nahaufnahme, Do 09.12.10 10:45 Uhr Geschlagen, getreten - und zum
Schluss noch entwĂŒrdigt Wer in der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik in ein Heim kam, war verraten und verkauft. Denn in den
Heimen der 50er und 60er Jahre wurde geprĂŒgelt und gestraft, dass vielen Hören und Sehen verging. Erziehungsmethoden, Menschenbild und Moralvorstellungen stammten oft noch aus der Kaiserzeit. Es sprach
der Rohrstock, nicht die liebende Hand. Tausende ehemalige Heimkinder leiden darunter bis heute, obwohl viele lÀngst im Rentenalter sind. Um sie und ihr Schicksal ging es jetzt zwei Jahre lang im
Rahmen eines Runden Tisches. Heute und morgen findet in Berlin die Abschlusssitzung statt. Heute bestreiten weder die Kirchen noch staatliche HeimtrÀger Schilderungen wie diese - die die
GrĂŒnen-Politikerin Antje Vollmer so zusammenfasst: Antje Vollmer: "Es gab ein ganzes "System Heimerziehung"â. Das war nicht Einzelversagen. Das war auch nicht nur ein einzelnes Heim,
sondern auch die leichteren Heime wirkten durch die Drohung mit den schweren. Und insgesamt war das Heim die Drohung fĂŒr eine ganze Kindergeneration: 'Funktioniert, sonst werdet ihr
weggeschlossen!â" ... Zwei Jahre lang hat Antje Vollmer jetzt den "Runden Tisch Heimerziehung" geleitet - an ihm sitzen Vertreter beider Kirchen, des Bundes und der LĂ€nder. Sie alle
tragen - wenn auch in der Nachfolge - Verantwortung gegenĂŒber Menschen wie Gerd Amelung. Entweder, weil ihre Institutionen die Heime betrieben, oder weil ihre Vormundschaftsgerichte sich nicht um die
Heimkinder kĂŒmmerten. Was schwere Folgen hatte - denn die Kinder und Jugendlichen hatten niemanden, an den sie sich wenden konnten, um PrĂŒgel, Strafen und DemĂŒtigungen anzuprangern. Die Heimleiter
selbst taten oft genug alles, um die Untaten ihrer Erzieher zu vertuschen - weiĂ Peter Wensierski. Das alles irgendwie wenigstens finanziell wieder gutzumachen, darum ringt jetzt der Runde Tisch in
seiner Schlussphase. SPIEGEL-Autor Peter Wensierski hat Einblick in die Verhandlungen, kennt die EntwĂŒrfe fĂŒr mögliche EntschĂ€digungen. Zu seiner EnttĂ€uschung ist offenbar keine einfache, pauschale
Lösung geplant, sondern eine kleinteilige, die fĂŒr die Opfer viel Papierkrieg und MĂŒhe bedeuten könnte. Weshalb der Journalist ein enttĂ€uschtes Fazit zieht. Peter Wensierski: "Eigentlich hat man jetzt eine groĂe Chance verpasst. Wenn man die Gerechtigkeit fĂŒr die Heimkinder wieder hergestellt
hĂ€tte, eine Wiedergutmachungsregelung, die einfach und unkompliziert ist, dann hĂ€tte es auch die GlaubwĂŒrdigkeit der katholischen Kirche, der evangelischen Kirche und all der anderen staatlichen
Institutionen wieder herstellen können. Diese Chance hat man - soweit ich das sehen kann - vertan, verpasst, und stattdessen wieder eine sehr schwierige, bĂŒrokratische Lösung gefunden, was fĂŒr viele,
die jetzt schon auch Ă€lter sind, doch sehr schwierig werden dĂŒrfte, das wirklich zu nutzen." http://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/nahaufnahme/201012/151759.html
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Peter Wensierski: "Eigentlich hat man jetzt eine groĂe
Chance verpasst. Wenn man die Gerechtigkeit fĂŒr die Heimkinder wieder hergestellt hĂ€tte, eine Wiedergutmachungsregelung, die einfach und unkompliziert ist, dann hĂ€tte es auch die GlaubwĂŒrdigkeit der katholischen
Kirche, der evangelischen Kirche und all der anderen staatlichen Institutionen wieder herstellen können. Diese Chance hat man - soweit ich das sehen kann - vertan, verpasst, und stattdessen wieder eine sehr
schwierige, bĂŒrokratische Lösung gefunden, was fĂŒr viele, die jetzt schon auch Ă€lter sind, doch sehr schwierig werden dĂŒrfte, das wirklich zu nutzen." http://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/nahaufnahme/201012/151759.html
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9.12.2010 - 11:42 Uhr Runder Tisch
Die dritte DemĂŒtigung Missbrauchte Heimkinder haben Respekt verdient. Und Geld. Was kostet ein verpfuschtes Leben? Wie viel Geld braucht es, um das Unrecht, das
zahllosen Heimkindern im Deutschland der fĂŒnfziger und sechziger Jahre zugefĂŒgt wurde, zu sĂŒhnen? Und ist SĂŒhne ĂŒberhaupt möglich? Es ist das selbe Dilemma, das sich auch im Streit um die
EntschÀdigung von NS-Zwangsarbeitern gestellt hat: Was geschehen ist, lÀsst sich nicht mit Geld aus der Welt schaffen.
Und doch können finanzielle Hilfen fĂŒr die Opfer auch noch nach Jahrzehnten ein Weg sein, die Vergangenheit ertrĂ€glicher zu machen. Im Fall der Heimkinder sind solche Zahlungen sogar unumgĂ€nglich. ... Gibt es am Ende gar kein Geld fĂŒr die Heimkinder? Das wĂ€re nach dem Missbrauch und dem jahrzehntelangen Schweigen darĂŒber die
dritte DemĂŒtigung fĂŒr die Opfer. http://www.zeit.de/2010/50/P-Missbrauch-Kinder NatĂŒrlich ist die Suche
nach Kriterien fĂŒr finanzielle EntschĂ€digungen in heiklen FĂ€llen wie diesem ungeheuer schwierig. Erlittenes Leid muss gleichsam taxiert, abgewogen und verglichen werden. So hatte das Unrecht in den
Heimen zwar System, aber nicht jedes Heimkind war davon gleichermaĂen betroffen. Deshalb muss jeder einzelne Fall geprĂŒft werden, aber diese PrĂŒfung darf fĂŒr die Betroffenen nicht zur neuerlichen
DemĂŒtigung geraten; nicht jeder Stockschlag muss bewiesen werden. ... Viele ehemalige Heimkinder leiden bis heute unter den traumatischen Erlebnissen ihrer Schulzeit. Sie brauchen Geld, fĂŒr
Therapien oder weil sie, so die bittere Ironie der Geschichte, nicht selten in Ă€hnlich prekĂ€ren VerhĂ€ltnissen leben, derentwegen sie die JugendĂ€mter seinerzeit in Heime abgeschoben haben. Es werden erhebliche Summen sein mĂŒssen, wenn sie die FolgeschĂ€den der Heimunterbringung dieser Menschen wirksam lindern sollen â in
EinzelfÀllen auch mehr als hunderttausend Euro. http://www.zeit.de/2010/50/P-Missbrauch-Kinder?page=2
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Dierk SchĂ€fer âWenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd
reitest, steig ab!â Weisheit der Dakota-Indianer
Im Leben versuchen wir oft andere Strategien fĂŒr diese Situation, denn: âKein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch reiten
könnte!â o Wir besorgen eine stĂ€rkere Peitsche. o Wir wechseln die Reiter. o Wir sagen: âSo haben wir das Pferd doch immer
geritten.â o Wir grĂŒnden einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren. o Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
o Wir erhöhen die QualitĂ€tsstandards fĂŒr den Beritt toter Pferde. o Wir bilden eine Task-Force, um das tote Pferd wiederzubeleben. o
Wir schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen. o Wir stellen Vergleiche unterschiedlich toter Pferde an. o Wir Àndern die Kriterien,
die besagen, ob ein Pferd tot ist. o Wir kaufen Leute von auĂerhalb ein, um das tote Pferd zu reiten. o Wir schirren mehrere tote Pferde zusammen an, damit
sie schneller werden. o Wir machen zusÀtzliche Mittel locker, um die Leistung des Pferdes zu erhöhen. o Wir machen eine Studie, um zu sehen, ob es
billigere Berater gibt. o Wir kaufen etwas zu, das tote Pferde schneller laufen lĂ€Ăt. o Wir erklĂ€ren, dass unser Pferd besser, schneller und billiger tot
ist. o Wir bilden einen QualitĂ€tszirkel, um eine Verwendung fĂŒr tote Pferde zu finden. o Wir ĂŒberarbeiten die Leistungsbedingungen fĂŒr Pferde. o
Wir richten eine unabhĂ€ngige Kostenstelle fĂŒr tote Pferde ein.
http://dierkschaefer.wordpress.com/2010/12 /09/%E2%80%9Ewenn-du-entdeckst-dass- du-ein-totes-pferd-reitest-steig-ab%E2%80 %9C/
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Runder Tisch Heimkinder droht zu scheitern
Seit Donnerstag berĂ€t der Runde Tisch Heimerziehung in Berlin zwei Tage lang ĂŒber seinen Abschlussbericht. Ob sich die Teilnehmer auf diesen einigen
können, ist aber alles andere als sicher.
Den Teilnehmern liegt ein 130 Seiten langer Entwurf mit abschlieĂenden Empfehlungen vor, der allerdings umstritten ist.
âWir werden richtig heftig verhandelnâ, sagte Norbert Struck "Welt Online" vor Beginn der GesprĂ€che. Struck ist Jugendhilfereferent des
ParitĂ€tischen Gesamtverbands und sitzt fĂŒr die Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege mit am Tisch. Im derzeitigen Entwurf stecke âjede Menge Sprengstoffâ, so Struck: âEr wird den Interessen
der ehemaligen Heimkinder nicht gerecht, da muss noch einmal nachgearbeitet werden.â Struck plĂ€diert fĂŒr eine Anerkennung des Leides der Heimkinder âin Form einer relevanten Rentenzahlungâ.
Im GesprĂ€ch ist nach Informationen von âWelt Onlineâ auch eine kleine
Opferrente fĂŒr die Ex-Heimkinder. Diese soll sich aber weit unter der von ehemaligen Heimkindern geforderten Zahlung von 300 Euro monatlich pro Person bewegen.
Einzelne LĂ€nder wollen sich vor Fonds-Zahlung drĂŒcken
Die LĂ€nder hĂ€tten sich in den Beratungen zur Mitverantwortung fĂŒr die Heimerziehung bekannt, sagte Vollmer der âNeuen OsnabrĂŒcker Zeitungâ: âDa
können sie jetzt nicht so tun, als gehe sie das alles nichts mehr an.â Vollmer lieĂ zudem das Argument einzelner LĂ€nder nicht gelten, dort hĂ€tten sich nur wenige Opfer gemeldet: âAuch aus Bayern und
Baden-WĂŒrttemberg wurden Heimkinder in umstrittene Einrichtungen wie Freistatt und GlĂŒckstadt geschickt.â
Opferverein verlangt mindestens 300 Euro Opferrente monatlich
Der Verein ehemaliger Heimkinder, dem rund 500 Betroffene angehören, hat schon jetzt klargemacht, was er von der Arbeit des Runden Tisches hÀlt.
âEnttĂ€uschendâ nennt die Vereinsvorsitzende Monika Tschapek-GĂŒntner den Entwurf fĂŒr den Endbericht. Expertisen wĂŒrden benutzt, âum das Leid der Heimkinder abzuwiegelnâ: âHier findet erneut eine
Traumatisierung der Heimkinder statt, nur diesmal durch den Runden Tisch.â
Auch finanziell sei das bisherige Ergebnis enttÀuschend. Einen Vorschlag, der unter der geforderten Opferrente von 300 Euro monatlich liege, werde der
Verein das nicht akzeptieren: âWir werden uns durchklagen bis zum EuropĂ€ischen Gerichtshof fĂŒr Menschenrechte.â
http://www.welt.de/politik/deutschland/article11506185/Runder-Tisch-Heimkinder-droht-zu-scheitern.html
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Runder Tisch zur Heimerziehung Heimkinder empört ĂŒber geplante EntschĂ€digung
09.12.2010, 18:56 2010-12-09 18:56:27 Eklat am runden Tisch:
Die Opfer, die unter unmenschlichen Erziehungsmethoden litten, bleiben dem Treffen fern. Sie halten die in Aussicht stehenden Hilfen fĂŒr viel zu gering. Mit einem Eklat haben am Donnerstag die AbschlussgesprĂ€che des runden Tisches ĂŒber eine EntschĂ€digung fĂŒr ehemalige Heimkinder begonnen. Die drei Vertreter
der Heimkinder blieben den GesprÀchen zunÀchst demonstrativ fern. Mit ihrem Wegbleiben wollten sie gegen aus ihrer Sicht völlig unzureichende Hilfen und EntschÀdigungen protestieren, wie sie der Entwurf des
Abschlussberichts fĂŒr Opfer vorsieht, die unter oft unmenschlichen Erziehungsmethoden in bundesdeutschen Kinderheimen der fĂŒnfziger und sechziger Jahre gelitten haben. Daraufhin sollen die Vertreter von Bund,
LĂ€ndern und HeimtrĂ€gern gedroht haben, die GesprĂ€che platzen und ohne Ergebnis enden zu lassen, berichteten Teilnehmer der Runde der SĂŒddeutschen Zeitung.
Ob die GesprÀche wiederaufgenommen werden sollten, war zunÀchst noch unklar. http://www.sueddeutsche.de/politik/runder-tisch-zur-heimerziehung-heimkinder-empoert-ueber-geplante-e ntschaedigung-1.1034467
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Klaus Dickneite, Pressesprecher der Freien
Arbeitsgruppe JHH 2006, war auf der Opferkonferenz, die nach der Pressekonferenz des Runden Tisches Heimerziehung im Bundespressehaus stattfand, zugegen. Hier seine ersten EidrĂŒcke in einer
Telefonschaltung:
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Kritik am Runden Tisch Heimerziehung - Kommentar im BR5 19.12.10
hier klicken
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Pressespiegel
âDruck aufgebaut ...â oder âSie wurden erpresst ...â
"Wir kamen uns wieder einmal vor wie die Bettler", sagt Sonja Djurovic, eine der Vertreterinnen der Heimkinder. Also blieben sie drauĂen vor
der TĂŒr, und erst als Antje Vollmer, die Moderatorin des "Runden Tisches Heimerziehung", ihnen ins Gewissen redete, sie dĂŒrften doch nicht am vorletzten Tag der Beratungen alles kaputt machen,
da setzten sie sich doch zu den anderen, zu den Vertretern des Bundes, der LĂ€nder, der Kirchen und der Wissenschaft. "Mit sehr gemischten GefĂŒhlen", wie Sonja Djurovic sagt, "aber es ist besser, ein bisschen zu erreichen, als gar nichts zu erreichen".www.sueddeutsche.de/politik/nach-zwei-jahren-verhandlungen-heimkinder-koennen-auf-entsch
aedigung-hoffen-1.1034971
Sonja Djurovic, eine der Vertreterinnen der Heimkinder im O-Ton: hier klicken
Ist das ein verwunderliches Ergebnis? Nein, höre ich nach Sitzungsschluss, es wurde unglaublicher Druck auf die drei ehemaligen Heimkinder Sonja Djurovic,
Eleonore Fleth, Dr. Hans-Siegfried Wiegand und deren stĂ€ndige Vertreter Stefan Beuerle, JĂŒrgen Beverförden, Rolf Breitfeld ausgeĂŒbt. Und der drang hinaus bis zu den Wartenden vor der SicherheitstĂŒr: Erst sorgte
die Vorsitzende dafĂŒr, dass von den sich StrĂ€ubenden zumindest die festen Mitglieder den Saal betraten, spĂ€ter Marlene Rupprecht, Mitglied des Petitionsausschusses und des Deutschen Bundestages, die bewegt und
gestikulierend auf die vor der SaaltĂŒr sich beratende Gruppe der Ehemaligen Heimkinder einwirkte. http://hpd.de/node/10864
"Eigentlich mĂŒsste die Summe viel höher sein", sagte Sonja Djurovic, Teilnehmerin des Runden Tisches, gegenĂŒber WDR 5. UrsprĂŒnglich
wollten sie und die beiden anderen ehemaligen Heimkinder den Runden Tisch aus Protest verlassen und damit platzen lassen. "Dann wÀre aber das Geld weg gewesen, das hÀtte keinem der Betroffenen genutzt."
Die ehemaligen Heimkinder hÀtten zugestimmt - unter der Bedingung, dass der Fonds nach oben offen bleibt, falls er eines Tages ausgeschöpft sein sollte. http://www.wdr.de/themen/panorama/26/heimkinder_entschaedigung_2/101211.jhtml?stdComments=1#s
tdComments
http://www.wdr5.de/sendungen/morgenecho/s/d/11.12.2010-06.05/b/ringen-um-entschaedigung-der-rund e-tisch-heimerziehung.html
JĂŒrgen Beverförden, der Stellvertreter eines Heimkinder-Vertreters am Runden Tisch war, sagte, es sei Druck auf sie ausgeĂŒbt worden. "Es gab
die Drohung, dass wir gar nichts kriegen, wenn wir dem Abschlussbericht nicht zustimmen", sagte er. http://www.ksta.de/html/artikel/1292251097758.shtml
Weitere Berichte hier: Pressespiegel hier kliken
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13.12.2010 Der Runde Tisch zum Missbrauch von Heimkindern bis in die
70er-Jahre legt heute seinen Abschlussbericht vor. Eine pauschale EntschĂ€digung ist nicht vorgesehen. Hans Ulrich Anke [Ev. Kirche] rechtfertigt diese Regelung und verspricht: Einzelfalle wĂŒrden
"unbĂŒrokratisch" geprĂŒft. Heinlein: Sind Sie stolz auf die Ergebnisse des Runden Tisches? Anke: Ich begrĂŒĂe sehr, dass der
Runde Tisch nun eine einstimmige Lösung, einen einstimmigen Lösungsvorschlag gefunden hat und auch die Bewertung der Heimerziehung in den 50er- und 60er-Jahren sich einstimmig zu eigen gemacht hat, so wie es heute
Frau Dr. Vollmer im Abschlussbericht vorstellen wird. Heinlein: Wie war denn, Herr Anke, die AtmosphÀre bei den Schlussverhandlungen? Ging es zuletzt vor allem ums Geld, also EntschÀdigungszahlungen ja oder
nein? Anke: Es war wichtig, dass es nicht nur ums Geld gegangen ist, aber es ging natĂŒrlich auch um die Frage, wie konkret Heimkindern jetzt geholfen werden kann, die bis heute andauernden Folgen zu bewĂ€ltigen.
Heinlein: Warum gibt es denn keine pauschale Opferrente fĂŒr jedes Heimkind? Anke: Wir haben in den Beratungen und in den Expertisen und in den Berichten der Heimkinder am Runden Tisch gehört, dass die
Heimerziehung in den 50er- und 60er-Jahren sehr vielgestaltig war, dass Leid und Unrecht vielfach geschehen ist in den Einrichtungen, aber dass es doch so vielgestaltig ist, dass man nicht einfach eine pauschale
Regelung, eine pauschale Bewertung unrechtspauschal in der Heimerziehung der 50er- und 60er-Jahre feststellen kann. Heinlein: Also im Klartext: Nur wer jetzt nach 20, 30 Jahren noch nachweisen kann, dass er
gequÀlt und erniedrigt wurde, der kann dann mit einer EntschÀdigung rechnen, die anderen nicht? Anke: Es geht vor allen Dingen darum, diejenigen, die heute noch darunter leiden, denen zu helfen, dass dieses
Leid bewÀltigt werden kann. Also diejenigen, die etwa Therapien brauchen, dass man ihnen hilft, die richtige Therapie zu finden und diese Therapie zu finanzieren. Oder diejenigen, denen etwa Ausbildung in der Zeit
der Heimerziehung vorenthalten wurde, weil sie zur Arbeit herangezogen wurden, dass dieses nachgeholt werden kann, wenn das heute möglich ist. Heinlein: WÀre es nicht angemessener gewesen, Herr Anke, nach all
diesen Jahren den Betroffenen diese EinzelfallprĂŒfung zu ersparen? Anke: Man kann diese EinzelfallprĂŒfung deswegen nicht ersparen, weil wie gesagt die Heimerziehung relativ unterschiedlich war. Es war so, dass
in vielen Gruppen schon das Leid und Unrecht so war, dass man es nicht einfach ĂŒber einen Kamm scheren kann, sondern dass sehr unterschiedliche Herangehensweisen dort waren. Deswegen ist es wichtig, dass geguckt
wird, wie ihnen jetzt heute geholfen werden kann. weiter ... http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1340632/ Ton: http://www.dradio.de/aodflash/player.php?station=1&broadcast=196841&datum=20101213&playtime=
1292221128&fileid=b889bc0b&sendung=57967&beitrag=1340632&/ Ton defekt: hier klicken
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Abschlussbericht des Runden Tisches âHeimerziehung in den 50er
und 60er Jahrenâ hier klicken
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âUnrecht und Leid â Rehabilitation und EntschĂ€digung? Der
Abschlussbericht des Runden Tisches Heimerziehung.â Analyse des AbschluĂberichtes durch Prof. Dr. Manfred Kappeler
hier klicken
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Zur Abstimmung ĂŒber den Abschlussbericht wurden folgende Notizen zu Protokoll
gegeben:
Protokollnotiz der Bundesregierung
Nach Auffassung der Bunderegierung richten sich die Empfehlungen und Ăberlegungen zur immateriellen und materiellen Anerkennung des Unrechts und des Leids in der Heimerzie-hung der 50er und 60er Jahre an die
bereits im Zwischenbericht genannten verantwortlichen Institutionen. Der Bund wird sich an einer gemeinsamen Lösung beteiligen, wenn die anderen öffentlichen und freien TrÀger ihrer Verantwortung gerecht
werden. Mit der Ăbergabe des Berichtes an den Deutschen Bundestag obliegt es diesem, die vorlie-genden VorschlĂ€ge zu bewerten und darĂŒber zu entscheiden.
Protokollnotiz der Vertreter der LĂ€nder am Runden Tisch Die Vertreter der
LĂ€nder am Runden Tisch weisen zu ihrem Abstimmungsverhalten auf Fol-gendes hin: Die LĂ€nder sind in der föderalen Struktur Deutschlands eigene verfassungsrechtliche Rechtspersönlichkeiten. FĂŒr sie handeln die
in den jeweiligen Landesverfassungen bestimm-ten Organe, nĂ€mlich die Landesregierungen, bzw. die Landesparlamente. Nur diese können Verpflichtungen fĂŒr die LĂ€nder,
insbesondere in einer Dimension, wie im vorliegenden Fall, verbindlich beschlieĂen. Die Vertreter der LĂ€nder bei dem Runden Tisch haben insoweit kein Mandat zum Abschluss. Ihre Aufgabe war, daran
mitzuwirken, wie Lösungen aussehen kön-nen. Genau diese Aufgabe haben die Vertreter der LÀnder wahrgenommen. Mit Vorlage des Abschlussberichtes an die LÀnder obliegt es diesen, die vorliegenden Vor-schlÀge
zu bewerten und darĂŒber zu entscheiden.
Protokollnotiz der LandesjugendÀmter Herr Meyer erklÀrt, dass er als Vertreter der LandesjugendÀmter hinsichtlich der LösungvorschlÀge des Runden Tisches Heimerziehung verbindlich keine
ErklĂ€rung fĂŒr alle LandesjugendĂ€mter abgeben könne.
Diese seien zum ĂŒberwiegenden Teil Landesbehörden, so dass insoweit das jeweilige Land entscheiden mĂŒsse. Im Ăbrigen gebe es drei kommuna-le LandesjugendĂ€mter: FĂŒr Baden-WĂŒrttemberg könne er keine ErklĂ€rung abgeben. FĂŒr die beiden LandschaftsverbĂ€nde aus Nord-Rhein-Westfalen könne er feststellen, dass dort im Grundsatz Bereitschaft signalisiert worden sei, die VorschlĂ€ge des Runden Tisches Heimer-ziehung â soweit möglich â aufzugreifen.
Protokollnotiz der Kommunalen SpitzenverbÀnde Die
kommunalen SpitzenverbĂ€nde halten eine Vielzahl der unter IV formulierten VorschlĂ€ge zu PrĂ€vention und Zukunftsgestaltung fĂŒr nicht zielfĂŒhrend bzw. fĂŒr nicht ĂŒberzeugend. Die VorschlĂ€ge unter IV werden
daher nicht unterstĂŒtzt. http://www.rundertisch-heimerziehung.de/documents/Ergebnisprotokoll_Sitzung10_RTH_000.pdf
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19. Januar 2011 Missbrauchte HeimkinderEntschÀdigung bleibt umstritten
DemĂŒtigungen und SchlĂ€ge, Missbrauch und Zwangsarbeit waren noch bis in die 70er Jahre in Kinderheimen in Deutschland an der Tagesordnung. Jetzt
sollen die Opfer möglichst rasch entschĂ€digt werden. Allerdings ist die Summe gedeckelt. Ehemalige Heimkinder fordern eine pauschale Opferrente von monatlich 300 Euro - oder eine fĂŒnfstellige
EntschĂ€digungssumme. Der EntschĂ€digungsfonds fĂŒr misshandelte Heimkinder soll möglichst noch in diesem Jahr eingerichtet werden. Dieses Ziel nannten Vertreter aller Bundestagsfraktionen, als der
Abschlussbericht des Runden Tisches an ParlamentsprĂ€sident Norbert Lammert ĂŒbergeben wurde. Vollmer mahnte eine schnelle Einigung von Bund und LĂ€ndern an. Wenn Ende des Jahres die Stiftung eingerichtet sei,
habe sich der Bundestag - anfangs im Petitionsausschuss, spĂ€ter am Runden Tisch - insgesamt fĂŒnf Jahre lang damit beschĂ€ftigt. "Es darf keinen Tag lĂ€nger dauern." Georg Gorrissen vom
Sozialministerium in Schleswig-Holstein erklÀrte allerdings, es gebe noch erheblichen Abstimmungsbedarf zwischen Bund, Kirchen und den elf betroffenen BundeslÀndern. Ein Abschluss noch in diesem Jahr sei deshalb
ein "ehrgeiziger Zeitfahrplan". Viele ehemalige Heimkinder klagen Die katholische Deutsche Bischofskonferenz und das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche drÀngten ebenfalls zur Eile. Viele
der der Heime waren von den Kirchen organisiert, weshalb diese ein Drittel der EntschĂ€digungssumme ĂŒbernehmen. http://www.n-tv.de/politik/Entschaedigung-bleibt-umstritten-article2399966.html
18.01.2011 12:00 Uhr Fonds fĂŒr Ex-Heimkinder soll noch 2011 stehen Die EntschĂ€digungen fĂŒr misshandelte ehemalige Heimkinder sollen noch in diesem Jahr auf den Weg gebracht werden. Darin sind sich alle Bundestagsfraktionen
einig. Auch ParlamentsprÀsident Norbert Lammert (CDU) will eine Lösung "so schnell wie möglich", sagte er am Mittwoch in Berlin, als ihm der Runde Tisch zur Aufarbeitung der Heimkinderschicksale
seinen Abschlussbericht ĂŒberreichte. http://www.ndr.de/regional/niedersachsen/heimkinder139.html
19.01.2011 SPD-Bundestagsfraktion - Forderungen des Runden Tisches
Heimkinder schnellstmoeglich umsetzen: Unser Ziel ist die schnellstmoegliche Umsetzung der Forderungen des Runden Tisches, damit die
betroffenen Menschen nicht laenger auf Unterstuetzung warten muessen. Wir wollen noch in diesem Jahr alle rechtlichen Voraussetzungen fuer eine materielle Entschaedigung im Sinne der vom Runden Tisch geforderten
Stiftungsloesung mit einem Volumen von 120 Millionen Euro schaffen. Der Fonds wird anteilig von Bund, den Laendern und Kommunen sowie den Kirchen und Wohlfahrtsverbaenden getragen. Der Bundestag hat
fraktionsuebergreifend Zustimmung und die Bereitschaft signalisiert, den Fonds und diverse vom Runden Tisch angeregte gesetzgeberische Initiativen interfraktionell zu beschliessen. Wir sind nach fuenf Jahren harter
und konstruktiver Arbeit im Petitionsausschuss und am Runden Tisch zuversichtlich, dass wir die Forderungen des Runden Tisches rasch gemeinsam auf den parlamentarischen Weg bringen und beschliessen. Wir fordern die
Laender auf, ebenso schnell zu handeln. http://www.prmaximus.de/3347
19.01.2011 EKD setzt auf rasche Hilfen fĂŒr ehemalige Heimkinder/ Hannover (ots) - Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) setzt sich dafĂŒr ein, dass die Empfehlungen des Runden Tisches Heimerziehung in den 50er und 60er
Jahren rasch umgesetzt werden. AnlĂ€sslich der heutigen Ăbergabe des Abschlussberichtes des Runden Tisches im Deutschen Bundestag Ă€uĂerte der PrĂ€sident des Kirchenamtes der EKD, Hans Ulrich Anke, die
Erwartung, dass Hilfen fĂŒr ehemalige Heimkinder rasch realisiert werden. "Die evangelische Kirche und ihre Diakonie hoffen, dass der Deutsche Bundestag sich die Ergebnisse des Runden Tisches zu eigen macht und
dass die im Abschlussbericht enthaltenen Empfehlungen zĂŒgig und ohne bĂŒrokratische HĂŒrden umgesetzt werden", sagte Anke am Rande der BerichtsĂŒbergabe an BundestagsprĂ€sident Norbert Lammert am heutigen
Mittwoch in Berlin. Anke betonte, dass die evangelische Kirche und ihre Diakonie bereit seien, Verantwortung zu ĂŒbernehmen. Er hoffe sehr, dass auch die anderen Partner in der Verantwortungsgemeinschaft zu
dieser Lösung und den sich daraus ergebenden Konsequenzen stehen. "Die evangelische Kirche und ihre Diakonie werden sich jeder Verzögerung bei der Realisierung des vom Runden Tisch vorgeschlagenen Fonds fĂŒr
ehemalige Heimkinder energisch entgegenstellen", so der PrÀsident weiter. http://www.presseportal.de/pm/55310/1750850/ekd_evangelische_kirche_in_deutschland
Bundesweite Anlaufstelle um ein Jahr verlÀngert Das
Bundesfamilienministerium kĂŒndigte eine Ăbergangsregelung fĂŒr die vom Runden Tisch eingerichtete bundesweite Anlaufstelle an. Nach dem Auslaufen des Mandats der bisherigen Stelle Ende Februar soll die Arbeit
fĂŒr weitere zwölf Monate gesichert sein, kĂŒndigte der Leiter der Abteilung Kinder- und Jugendhilfe im Ministerium, Lutz Stroppe, an. Darauf habe man sich mit den LĂ€ndern am Dienstagabend verstĂ€ndigt. In einem
halben Jahr will der Runde Tisch ĂŒberdies erneut zusammenkommen und Bilanz ziehen. Vertreter der Betroffenen bemĂ€ngelten unterdessen erneut, dass statt einer generellen EntschĂ€digung nur Zahlungen an
einzelne Opfer der Heimerziehung beschlossen werden sollten. Viele Heimkinder wĂŒrden es als neues Unrecht emfpinden, wenn sie nicht entschĂ€digt wĂŒrden, sagte Heimkinder-Vertreterin Sonja Djurovic. Die Scham und
das Stigma seien ĂŒberdies so tief verwurzelt, dass die meisten Opfer sich ohnehin nicht melden wĂŒrden, ergĂ€nzte sie. Rolf Breitfeld, nicht stimmberechtigter Vertreter der Heimkinder am Runden Tisch, nannte
die Summe von 120 Millionen Euro "erbÀrmlich". Der Runde Tisch hatte sich allerdings zum Abschluss seiner Beratungen darauf geeinigt, den Fonds nach oben offen zu halten. http://www.evangelisch.de/themen/gesellschaft/heimkinder-runder-tisch-%C3%BCbergibt-abschlussbericht-
an-lammert31915
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19.1.2011 Nichts ist entschieden Runder Tisch Heimerziehung ĂŒbergibt Abschlussbericht an Bundestag
âEine schwierige Kisteâ Doch bis sich diese Empfehlungen in bare MĂŒnze fĂŒr die Opfer verwandeln, ist noch einiges zu tun. Notwendig ist
ein Staatsvertrag zwischen dem Bund, den westdeutschen LÀndern und den TrÀgern ehemaliger Heime, der die Finanzierung regelt.
âDas wird noch eine schwierige Kiste, vor allem die LĂ€nder alle unter einen Hut zu bringenâ, prognostiziert Rupprecht.
Sie will nun vorschlagen, in einer interfraktionellen Arbeitsgruppe einen gemeinsamen Antrag zu erarbeiten, der die Bundesregierung auffordert, eben solch einen Staatsvertrag auszuhandeln. Die familienpolitische Sprecherin der Union, Dorothee BĂ€r (CSU), ist da optimistischer: âDie Empfehlungen sind auf jeden Fall umsetzbar und ich denke, dass das auch recht schnell geht.â Sie habe bereits aus einigen BundeslĂ€ndern positive RĂŒckmeldungen bekommen.
Unterdessen erlebte die Leiterin der vom Runden Tisch eingerichteten Info- und Beratungsstelle, Katharina Loerbroks, seit der Vorstellung des Abschlussberichts im Dezember einen sprunghaften Anstieg der
Anfragen von ehemaligen Heimkindern. Bescheidene 650 Anfragen hatte es in den zwei Jahren zuvor gegeben. Nun kamen binnen Wochen rund 500 neue hinzu. âViele Anrufer sagten mir auch, dass sie jetzt durch die
Medien ĂŒberhaupt zum ersten Mal vom Runden Tisch gehört hĂ€ttenâ, berichtet Loerbroks. Viele EnttĂ€uschungen Und dann musste sie viele Anrufer auch noch enttĂ€uschen: âDie meisten dachten, jetzt sei alles entschieden und sie könnten bei mir Formulare fĂŒr
EntschĂ€digungen beantragen.â Viele reagierten frustriert: âKennt man ja. Typisch, wir werden weiter vertröstet.â
Rupprecht kann solche Reaktionen gut nachvollziehen: âEs ist den Betroffenen schwer zu erklĂ€ren, warum sich das alles so zieht, warum es so schwierig ist, mit all den unterschiedlichen Playern eine gemeinsame Lösung zu finden.â
http://www.domradio.de/aktuell/70850/nichts-ist-entschieden.html
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Opfervertreter wehren sich
Ehemalige Heimkinder sorgten fĂŒr Ăberraschung BERLIN. (hpd) â19.01.2011,
9.30 Uhr: Der Runde Tisch Heimerziehung stellt Abschlussbericht vorâ, so stand es geschrieben und die Ăberraschung lag auf dem Tisch. Neben dem von Frau Dr. Antje Vollmer am 10. Dezember 2010 unterzeichneten
Abschlussbericht erhielt der BundestagsprÀsident ein weiteres Dokument. Vier der sechs ehemaligen Heimkinder, die am Runden Tisch Heimerziehung (R.T.H.) die Anzahl von ca. 750.000 bis 800.000 Kinder und
Jugendlichen zu vertreten hatten, schlossen sich erneut zusammen. Ihre Forderung ist erneut und wie in der letzten Sitzung R.T.H. gestellt: Pauschaler Folgenausgleich in Höhe einer monatlichen Rente von 300,-
Euro, die anrechungsfrei auf alle anderen sozialen Leistungen sein muss, oder wahlweise eine Einmalzahlung von 54 000,- Euro. Am 19. Januar 2011 wandten sich die ehemaligen Heimkinder direkt an den
BundestagsprÀsidenten, die Abgeordneten und allen Anwesenden mit der Bitte, einen finanziellen Ausgleich ernst zu nehmen und umzusetzen. Ihr Brief:
Berlin, 19. Januar 2011
Sehr geehrter Herr BundestagsprÀsident, sehr geehrte Abgeordnete des Bundestages, sehr geehrte Damen und Herren,
Frau
Eleonore Fleth und ich, als zwei der drei ehemaligen Heimkinder am Runden Tisch Heimerziehung (R.T.H.), sowie Herr JĂŒrgen Beverförden und Herr Rolf Breitfeld, als zwei der drei Stellvertreter, appellieren an Sie,
Herr BundestagsprÀsident und die anwesenden Abgeordneten dieses hohen Hauses, unsere finanziellen EntschÀdigungsvorschlÀge, wie sie im Abschlussbericht des R.T.H. stehen, bei der parlamentarischen Umsetzung zu
berĂŒcksichtigen.
Wir, die Opfer der Heimerziehung haben dem R.T.H. diese VorschlĂ€ge vorgelegt, sie sind jedoch von den ĂŒbrigen Mitgliedern des R.T.H. im Abschlussbericht nicht empfohlen worden.
Hintergrund unserer EntschĂ€digungsforderung ist das von Staat veranlasste Unrecht der damaligen FĂŒrsorgeerziehung in Deutschland und die daraus gewalttĂ€tige Zerstörung von Lebenschancen der ehemaligen Heimkinder.
Man sagt ganz grundsĂ€tzlich und ohne EinschrĂ€nkung im Abschlussbericht, dass man den ehemaligen Heimkindern âglaubeâ. Und dann sollte man uns auch glauben:
Die ehemaligen Heimkinder wurden in
ihrer Kindheit und Jugendzeit ihrer Lebenschancen beraubt, sie bekamen nichts mit auf den Weg, weder Schulbildung noch Ausbildung. Sie wurden weggesperrt, sie waren recht- und wertlos und waren deshalb schutzlos
ausgeliefert, wenn sie von den (kirchlichen) Erziehungsberechtigten in den Heimen schwer misshandelt, gedemĂŒtigt, missbraucht wurden. Sie litten damals unter dieser rigiden Heimerziehung und leiden auch heute
noch unter dem âAlbtraum-Heimerziehungâ, wobei auch SĂ€uglinge und behinderte Menschen nicht ausgeschlossen werden dĂŒrfen.
Die âFĂŒrsorgezöglingeâ leisteten (nicht erziehungsbedingte) verbotene
Kinder- und ĂŒbermĂ€Ăige Zwangsarbeit in den Erziehungsanstalten und Kinderheimen und wurden nicht fĂŒr diese Arbeit entlohnt. Sie wurden wirtschaftlich ausgebeutet und mussten fĂŒr die Heime, sowie auch fĂŒr
externe Betriebe und Landwirtschaft schwer arbeiten.
In vielen Köpfen, der damals fĂŒr uns âzustĂ€ndigenâ Personen, auĂerhalb und innerhalb der Erziehungsheime, herrschte immer noch, bis spĂ€t in die
60er Jahre, vieles von dem Gedankengut der NS Zeit. Zucht und Ordnung sollten Kindern und Jugendlichen beigebracht werden, egal um welchen Preis. Das Grundgesetz, das 1949 in Kraft trat, sollte fĂŒr alle
Menschen gelten, fĂŒr uns traf das jedoch nicht zu, zu keiner Zeit. Die âMenschenrechteâ wurden 1948 auch von Deutschland anerkannt, nur fĂŒr uns galten sie nicht. Insbesondere deshalb war die damalige
Heimerziehung ein Unrechtssystem (das verfassungswidrige besondere GewaltverhĂ€ltnis, ĂŒbermĂ€Ăige ZĂŒchtigungen, Zwangsarbeit, umfassende im Abschlussbericht dokumentierte Grundrechtsverletzungen von Kindern und
Jugendlichen), dieses Unrechtssystem der Heimerziehung muss endlich auch als ein solches anerkannt werden. Das âTrauma Heimâ ist bei uns, den ehem. Heimkindern, immer noch gegenwĂ€rtig.
Viele von uns sind heute schwer krank an Leib und Seele.
Viele der Opfer der Heimerziehung leben heute am Existenzminimum, von Hartz IV oder der Grundsicherung oder beziehen nur eine geringe Rente. Sie
konnten sich nach der Entlassung aus den Heimen in dieser Gesellschaft nicht einfĂŒgen oder anpassen. Sie bekamen nichts mit auf den Weg, keine Schulbildung, meistens auch keine Ausbildung, keine AufklĂ€rung und
Vorbereitung auf das Leben drauĂen. Somit waren viele von Anfang an zum Scheitern verurteilt.
Die BRD hat sich eines schweren Vergehens schuldig gemacht, sowie auch die LĂ€nder und die beiden groĂen
Kirchen. (Hinweis auf die Verantwortungskette). Der Staat, sowie auch die LĂ€nder haben bis heute nicht anerkannt, dass uns groĂes Unrecht in diesem âRechtsstaat Deutschlandâ zugefĂŒgt wurde.
Dieses Unrecht muss uneingeschrÀnkt anerkannt werden, von Staat, LÀndern und auch den Kirchen.
Diese unselige Zeit ist ein dunkler, ja sogar âschwarzer Fleckâ in der Geschichte der BRD.
Man kann diesen Fleck nicht mit 120 Millionen weiĂ waschen, dazu bedarf es schon sehr viel mehr als das.
Die 120 Millionen, werden hoffentlich als Soforthilfe den schwer bedĂŒrftigen
ehem. Heimkindern zukommen.
Eine finanzielle EntschĂ€digung fĂŒr die ehem. Heimkinder ist aber in dieser Summe nicht enthalten. Deshalb sagen wir: Wir wollen nicht nur fĂŒr die FolgeschĂ€den
sozialarbeiterische Hilfen (die sicherlich gut und wichtig fĂŒr viele ehemaligen Heimkinder sind), wir wollen umfassender rehabilitiert werden und dazu gehört eine finanzielle EntschĂ€digung (zumindest symbolisch
gemeint) fĂŒr alle von uns, die sich melden werden.
Im Abschlussbericht steht deshalb von uns, den ehemaligen Heimkindern, das wir (auch wegen der erlittenen FolgeschÀden), einen pauschalen Folgenausgleich
in Rente fordern und zwar in Höhe einer monatlichen Rente von 300,- Euro, die anrechungsfrei auf alle anderen sozialen Leistungen sein muss, oder wahlweise eine Einmalzahlung von 54 000,- Euro.
Was die Höhe
der EntschÀdigungsforderung betrifft, so haben wir uns an anderen LÀndern orientiert, in denen bereits EntschÀdigungen an ehem. Heimkinder ausgezahlt wurden.
Die Hoffnung von allen âOpfern der Heimerziehungâ liegt nun in Ihren HĂ€nden. Ich bitte Sie instĂ€ndig, unsere EntschĂ€digungsforderung fĂŒr das groĂe Unrecht und Leid, das uns zugefĂŒgt wurde, zu
akzeptieren. Es gab seit der Zeit des Nationalsozialismus keine andere Opfergruppe, die so rechtlos war wie wir, die âOpfer der Heimerziehung in den 50er und 60er Jahrenâ.
Man kann uns gegenĂŒber
die Anerkennung dieser schweren Grundrechts- und Menschenrechtsverletzungen und des bis heute noch fortdauernden Leides nur glaubhaft machen, in dem der Staat und die LĂ€nder sowie die Kirchen und alle beteiligten
TrÀgerorganisationen allen Opfern der Heimerziehung finanzielle EntschÀdigung zukommen lassen, die das beantragen werden.
Wir möchten an dieser Stelle noch einmal an Sie, sehr geehrter Herr
BundestagsprÀsident Lammert und die Abgeordneten aller Fraktionen im Bundestag appellieren, uns, den Opfern der Heimerziehung eine finanzielle EntschÀdigung, wie vorgeschlagen, zukommen zu lassen.
Sonja Djurovic Eleonore Fleth JĂŒrgen Beverförden Rolf Breitfeld Ehemalige Heimkinder und Mitglieder des R.T.H.
http://hpd.de/node/11017?page=0,0
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Runder Tisch Abschlussbericht
= Mogelpackung fĂŒr alle ex-heimkinder. + Detailanalyse durch Herrn Prof. Kappeler
Das vorgestellte EntschĂ€digungsmodell des runden Tisches kann nur als selten plumper Affront gegenĂŒber ehemaligen Heimkindern bezeichnet werden, mit dem sich nach jahrelanger Kungelei hinter verschlossenen TĂŒren, Kirchen und Staat darauf verstĂ€ndigt haben, der Ăffentlichkeit ein gelĂ€utertes Gewissen von moralischen Anstand vorzutĂ€uschen, den sie in den AnfĂ€ngen der Heimkinderklagen noch unverhohlener missen lieĂen. Etwa indem sie die Klagen und Begehren der ehemaligen Heimkinder zunĂ€chst entrĂŒstet abzuwimmeln versuchten, um spĂ€ter auf Druck öffentlicher Medien scheibchenweise einen der schauderlichsten Skandale dieser Bundesrepublik einrĂ€umen zu mĂŒssen.
NiedertrĂ€chtig auch die Versuche der Kirchen den ehemaligen Heimkindern fĂŒr ihren konstruktiven Vorschlag einer einmaligen EntschĂ€digungspauschale fĂŒr
alle gelittenen Heimkinder von etwa 50000 Euro, oder einer monatlichen Rente von etwa 300 Euro Habgier zu unterstellen. Etwa durch Kardinal Lehmann, dessen ehrverletztenden ĂuĂerungen auf wundersame Weise nicht mehr im Internet abzurufen sind.
Oder das unverschÀmte Verleugnen expliziter
EntschĂ€digungsforderungen der ehemaligen Heimkinder, wie sie vom SekretĂ€r der Deutschen Bischofskonferenz Herrn StĂŒcker-BrĂŒning auf der Abschlusspressekonferenz kaum kaltschnĂ€utziger zu bennenen vermieden wurde.
Siehe offizielle Pressekonferenz, ab etwa 25, Minute Absolut empfehlenswert auch die alternative Pressekonferenz der ehemaligen Heimkinder.
weiter: hier klicken
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Dierk SchÀfer: Der Runde Tisch Heimkinder und der Erfolg der Politikerin Dr. Antje Vollmer
Ein informationsgestĂŒtzter Interpretationsversuch
Der Runde Tisch stand von Beginn an unter keinem guten Stern. Zwar hatte er eine nicht zu ĂŒberschĂ€tzende parlamentarische Startbedingung durch den Auftrag
des Petitionsausschusses bekommen, doch dann geriet das Verfahren unter die RÀder der Alltagspolitik, die immer Interessenpolitik ist, bei der sich letztlich das Beharrungsvermögen (TrÀgheit inbegriffen) und die
mÀchtigeren Interessen durchsetzen.
Da war zunĂ€chst die damalige Familienministerin Ursula von der Leyen, die ich als die böse Fee der Heimkinder sehe. Sie sorgte mit ihrem Votum fĂŒr die
ârichtigeâ Weichenstellung: âDie Einrichtung eines nationalen EntschĂ€digungsfonds wird von Bundestag und Bundesregierung nicht angestrebt.â
Die psychologischen Auswirkungen dieses Satzes waren verheerend. Er hat einen ungeheuren Vertrauensschaden angerichtet.
Doch die Ministerin blieb am Ball: Im Zuge der Vergabe der Organisation des Runden Tisches kam es zu einer KĂŒrzung des Budgets von rund einer Million auf
rund vierhunderttausend Euro. Diese Zahlen waren mir bei meiner Anhörung am Runden Tisch am 2. April 2008 noch nicht bekannt ( http://dierkschaefer.files.wordpress.com/2009/04/runder-tisch-bericht-ds.pdf ). Es war klar, daà mit dieser Summe nicht angemessen gearbeitet werden konnte. Sollte ja vielleicht auch nicht werden.
Zu welchem Zeitpunkt in diesem HintergrundgeplÀnkel Frau Vollmer mit der Moderation beauftragt wurde, weià ich nicht. Aus jahrelanger Erfahrung als
Moderator weiĂ ich aber, daĂ ein Moderator, wenn nicht nach auĂen, so doch zumindest in der Gruppe, die er moderiert, unglĂŒckliche Startbedingungen benennen und mit der Gruppe ĂŒberlegen muĂ, wie man damit
umgehen will, um das Projekt erfolgreich anzugehen. Dies hat Frau Vollmer nicht getan.
Zudem hat ein Moderator darauf zu achten, daà kein Mitglied der Gruppe deutlich schwÀcher gestellt ist, als andere. Eine asymmetrische Machtverteilung gibt
es zuweilen. Doch eine ungleichgewichtige Beteiligung darf ein Moderator nicht hinnehmen, sondern muĂ ihr gegensteuern. Das bedeutet, daĂ Frau Vollmer dafĂŒr Sorge hĂ€tte tragen mĂŒssen, daĂ den ehemaligen
Heimkindern die begleitende Beratung durch eine renommierte Rechtsanwaltskanzlei finanziert wird. Doch die bekamen nicht einmal ein eigenes Budget.
Alle anderen Teilnehmer am Runden Tisch waren den ehemaligen Heimkindern durch Bildung und Ausbildung, und auch durch ihre berufliche Position haushoch
ĂŒberlegen. Zudem hatten sie einen âApparatâ im Hintergrund, den sie zumindest logistisch nutzen konnten. Zu erwĂ€hnen ist auch die SelbstverstĂ€ndlichkeit, daĂ ihre TĂ€tigkeit zumeist im Rahmen ihrer
dienstlichen Obliegenheiten erfolgte.
All dieses nicht angesprochen und kompensiert zu haben, ist professionelles Versagen der Moderatorin Vollmer. Zugleich ist es eine Frage der Berufsethik, die
sie als Pfarrerin zu berĂŒcksichtigen hat, auch wenn sie nicht explizit als solche tĂ€tig wird.
Doch dabei blieb es nicht. Frau Vollmer hĂ€tte erkennen mĂŒssen, daĂ die am Runden Tisch beteiligten ehemaligen Heimkinder einen schweren Stand auch
gegenĂŒber ihrer Basis haben, gerade weil Frau von der Leyen sich so definitiv geĂ€uĂert und schon die deutliche Verzögerung des Beginns des Runden Tisches verursacht hatte. Auch diesen Punkt habe ich in meiner
Anhörung deutlich herausgestellt. Sie hat jedoch die Alarmsignale ignoriert und eine Ăffentlichkeitsarbeit betrieben, die als Verheimlichungsarbeit wahrgenommen werden muĂte. Es ist zu konzedieren, daĂ die
Politik des VeH ihr dabei in die HĂ€nde gespielt hat; eine Politik, die ich bei meiner Anhörung als problematisch bezeichnet habe. Doch Frau Vollmer hĂ€tte gegensteuern können und mĂŒssen. Allerdings scheint
sie in der Person von Dr. Siegfried Wiegand ein williges Werkzeug gefunden zu haben, den sie nach meinen Informationen in mindestens einer separaten Unterredung auf Gefolgschaft einstimmen konnte. Dadurch hat sie
die Position der ehemaligen Heimkinder am Runden Tisch noch mehr geschwÀcht, indem diese nun nicht nur dem Druck der Heimkinderöffentlichkeit ausgesetzt waren, sondern auch dem KonformitÀtsdruck innerhalb ihrer
Dreierkonstellation; schlieĂlich hatte Herr Wiegand erkennbar eine Leitfunktion inne und beanspruchte sie auch.
So eingefÀdelt konnten die Dinge ihren Lauf nehmen. Informationen vom Runden Tisch blieben eher formal, wenn auch ein paar Gutachten in Auftrag gegeben
wurden, die zu anerkennenswerten Ergebnissen kamen. Die beim Runden Tisch eingerichtete Anlaufstelle fĂŒr ehemalige Heimkinder hat nichts verlautbaren lassen, was auf eine erfolgversprechende Arbeit schlieĂen
lieĂe; ehemalige Heimkinder, die Kontakt mit mir hatten, haben sich ausschlieĂlich negativ ĂŒber die Stelle geĂ€uĂert.
Dann kam der Zwischenbericht. Er wurde von Prof. Kappeler auf hohem fachlichem Niveau ausfĂŒhrlich analysiert. Herr Wendelin vom Runden Tisch versicherte mir
zwar, alles werde vom Runden Tisch wahrgenommen; doch die Analyse von Prof. Kappeler fand weder eine offizielle Anerkennung, noch wurden die aufgezeigten gravierenden MĂ€ngel in der Folgezeit kompensiert.
Die SchluĂphase â Endlich hatten die drei Teilnehmer des Runden Tisches mit Heimhintergrund ein Papier mit konkreten Forderungen nicht nur vorgelegt,
sondern auch offiziell eingebracht. Damit kamen Turbulenzen in die Beratungen des SchluĂberichts, so daĂ die SchluĂversion besser aussah als der Entwurf.
Die Analyse des SchluĂberichts durch Prof. Kappeler ist aufschluĂreich. Wie kam das Abstimmungsergebnis zustande? Die drei âordentlichenâ Vertreter der
Heimkinderseite hatten drei persönlich zugeordnete Stellvertreter bekommen. Diese waren zwar redeberechtigt, was ihnen aber anscheinend nicht gleich gesagt wurde. Stimmberechtigt waren sie jedoch nur bei
Nichtanwesenheit dessen, den sie zu vertreten hatten. Folgerichtig gab es also immer nur drei Heimkinderstimmen. Zur Absegnung des SchluĂberichts sollten auch die Stellvertreter plötzlich stimmberechtigt sein; die
Heimkinder hÀtten also sechs Stimmen gehabt. Doch die Verdoppelung der Ohnmacht klappte nicht, denn ein Stellvertreter scherte aus. Eine Gegenstimme hÀtte nicht gut ausgesehen. Den Stellvertretern wurde das gerade
eben zugesprochene Stimmrecht schnurstracks wieder entzogen. Die anderen wurden vor die Alternative gestellt: entweder es gibt das, was nun aufgetischt ist, oder es gibt gar nichts. Bei Tarifverhandlungen zwischen
in etwa gleich starken Partnern ist das ein legitimes Mittel, einen KompromiĂ herbeizufĂŒhren oder die Situation zu klĂ€ren. Doch diese Konstellation war von Anfang bis Ende nicht gegeben. Die Moderatorin setzte
die schwĂ€cheren Partner unter Druck (und Zeitdruck) und bekam das, was sie spĂ€ter in der Presse eine immer gute Lösung nannte, den einstimmigen BeschluĂ. So darf ein neutraler Moderator nicht verfahren.
Dennoch bin ich der Meinung, daà Frau Vollmer ihren Job professionell gemacht hat. Ich hÀnge jedoch nicht den Verschwörungstheorien vieler ehemaliger
Heimkinder an. Die RealitĂ€t dĂŒrfte banal sein. Frau Vollmer hat ausschlieĂlich als Politikerin agiert und das gefördert, was angesichts der VerhĂ€ltnisse machbar war und als persönlicher Erfolg verkauft werden
konnte. Sie muĂte dabei nur entsprechend jonglieren und aufpassen, daĂ kein Ball zu Boden fĂ€llt.
Das ist ihr zweifellos gelungen. Frau Vollmer hat ihren Job beendet und hĂ€lt sich mit Recht fĂŒr erfolgreich. Auch der Hauptvertreter der Heimkinder am
Runden Tisch kann sich im Erfolg sonnen, wie ich vermute, selbstgefÀllig: Er hat immerhin den ehemaligen Heimkindern einen Spatzen verdient.
Auch gekonnt-professionelles Handeln kann Ă€uĂerst degoutant sein.
http://dierkschaefer.wordpress.com/2011/01/31/der-runde-tisch-heimkinder-und-der-erfolg-der-po litikerin-dr-antje-vollmer/#comments
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Webmaster: de|gou|tant: ekelhaft, abstoĂend.
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Wensierski, Peter: System des Grauens Der "Runde Tisch Heimerziehung" schlieĂt seine Arbeit ab. Anders als in Irland sollen Opfer von Gewalt und schwarzer PĂ€dagogik nicht generell
entschĂ€digt werden. ... Doch in der zentralen Frage der EntschĂ€digung gibt es vorerst kaum Fortschritt: Kirchen, BundeslĂ€nder und zustĂ€ndige Bundesministerien wie die fĂŒr Arbeit, Familie oder Justiz haben
seit Wochen hinter den Kulissen gefeilscht. Argumente fĂŒr eine unbĂŒrokratische, schnelle EntschĂ€digung wurden mit jeder Fassung des Abschlussberichts getilgt. Stattdessen wird ein kompliziertes Geflecht
vorgeschlagen. So soll es eine bundesweite Stiftung geben, einen Beirat, Renten- und Traumatisiertenfonds sowie regionale Anlauf- und Beratungsstellen. Es kann Jahre dauern, bis diese Struktur durch AusschĂŒsse,
Bundes- und LĂ€nderparlamente gegangen und per Gesetz verabschiedet ist. Und selbst dann werden finanzielle Hilfen schwer zu bekommen sein: Die Opfer mĂŒssen individuell nachweisen, dass sie sich "in
schwierigen Lebenssituationen" befinden. Staat und Kirchen als Betreiber der damaligen Schreckensheime stellen sich nach Jahrzehnten zwar allmĂ€hlich ihrer moralischen Verantwortung, aber sie drĂŒcken
sich vor den finanziellen Folgen. ... http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-75476915.html
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Veröffentlicht in heimkinder von dierkschaefer am 1. MÀrz 2011
FĂŒr heute nur kurz die Zahlen:
Knapp 92 % der ehemaligen Heimkinder akzeptieren das Ergebnis des Runden Tisches (SchluĂbericht) nicht.
Im einzelnen:
Fragestellung:
Am Runden Tisch Heimkinder wurden viele Probleme behandelt, die fĂŒr mich wichtig sind.
Das Ergebnis im Einzelnen ist unterschiedlich zu bewerten. Wenn ich auf das blicke, was fĂŒr mich persönlich besonders wichtig ist, komme ich zu folgender
Stellungnahme [bitte ankreuzen]:
o Ja, ich akzeptiere das Ergebnis des Runden Tisches.
o Nein, ich akzeptiere das Ergebnis des Runden Tisches nicht.
o Ich kann mich nicht entscheiden und enthalte mich der Stimme.
endgĂŒltiges Abstimmungsergebnis (Dienstag, 1. MĂ€rz 2011)
Zahl der abgegebenen Stimmzettel 52
davon ungĂŒltig 4
Zahl der gĂŒltigen Stimmen 48
davon
Ja-Stimmen 3 = 6,25 %
Nein-Stimmen 44 = 91,67 %
Enthaltungen 1 = 2,08 %
http://dierkschaefer.wordpress.com/2011/03/01/basisumfrage-das-abstimmungsergebnis/
Fragen dazu von Helmut Jacob
Herr SchÀfer, die Abstimmung auf Ihrem Blog ist beendet. Wie lautet das Ergebnis?
Es gingen 52 Stimmzettel ein, davon waren 48 gĂŒltig. Darunter waren 3 Ja-Stimmen fĂŒr die Akzeptanz der Ergebnisse des Runden Tisches, 44 Nein-Stimmen und
eine Enthaltung. Es gab auch zwei Doppelabstimmungen, die ich dann als jeweils eine Stimme gewertet habe.
Dann haben nur50 Personen an der Abstimmung teilgenommen. Macht Sie das zufrieden oder nachdenklich?
Wenn man Erfahrung mit Umfragen hat, in diesem Fall aber keine reprÀsentative Stichprobe ziehen konnte, dann ist man nur zufrieden, wenn sehr viele Stimmen
eingehen. Ich hatte mit rund 500 gerechnet und frage mich, warum es nicht mehr waren. Das stimmt mich schon sehr nachdenklich.
Wie bewerten Sie die Stimmverteilung?
Schwierige Frage. Das Ergebnis ist zwar sehr eindeutig, allerdings angesichts der geringen Beteiligung wird, wer es will, dieses Ergebnis ohne Probleme
ignorieren oder gar schluĂfolgern, daĂ die meisten Heimkinder kein Interesse mehr haben. Wenn man denkt, daĂ in der Ăffentlichkeit SchĂ€tzungen von 800.000 ehemaligen Heimkindern genannt wurden, darf man sich
ĂŒber solche Interpretationen nicht wundern.
Nein, ich akzeptiere das Ergebnis des Runden Tisches [Heimerziehung] nicht. So haben die meisten Teilnehmer abgestimmt. Welche Signalwirkung hat dieses
Ergebnis fĂŒr die ehemaligen Teilnehmer des Runden Tisches?
Ich glaube nicht, daĂ die dieses Signal nötig hatten. Wer in dieser Weise ein Problem versucht auszusitzen und die Ă€uĂerst geschickte Taktiererei der
Moderatorin erlebt hat, ich denke besonders an die ganz spezielle Einbindung eines Heimkindervertreters und an den Psychodruck in der letzten Sitzung, so jemand wird sich keinen Illusionen hingegeben haben, daĂ der
SchluĂbericht von der Basis akzeptiert werden könnte. Doch die Basis hat sich bei mir nicht gemeldet.
Welche Wirkung mĂŒĂte das Ergebnis auf die bevorstehende Debatte zur Einrichtung des vorgeschlagenen Fonds im Deutschen Bundestag haben?
Ich befĂŒrchte, daĂ dieses Ergebnis trotz seiner Eindeutigkeit eher dazu angetan ist, dem Bundestag zu signalisieren, daĂ das Mengenpotential der
unzufriedenen ehemaligen Heimkinder so groĂ doch nicht ist, und daĂ man fortfahren kann, die ohnehin schlechten LösungsvorschlĂ€ge vom Runden Tisch fĂŒr die einzelnen Betroffenen weiter zu verschlechtern; der
Gang der Gesetzgebung und die Verwaltung der AnsprĂŒche bieten dafĂŒr viele Möglichkeiten.
Kann man die geringe Teilnehmerzahl auch in Bezug zur geringen Zahl der bekannt gewordenen Opfer setzen?
Prof. Kappeler nennt zweieinhalbtausend, die sich an die verschiednen Anlaufstellen gewendet haben. Ich denke, das ist die einzig relevante BezugsgröĂe,
auch wenn ich annehme, daĂ es immer noch viele gibt, die sich lieber verstecken; dafĂŒr dĂŒrften andererseits sich auch manche bei mehr als einer Anlaufstelle gemeldet haben. Da diese Personen jedenfalls etwas
wollen, egal ob EntschÀdigung, Rehabilitierung oder Entschuldigung, sollte man annehmen, daà sie sich an einer zu nichts verpflichtenden Umfrage beteiligen. Doch auch, wenn ich von den zweieinhalbtausend ausgehe,
ist die Beteiligung von nur 50 Personen nicht geeignet fĂŒr eine plausible Darstellung der ablehnenden Haltung der ehemaligen Heimkinder.
Was soll mit dem Ergebnis Ihrer Abstimmung passieren? Wo geht sie hin?
Ich habe die Ergebnisse, so wie ich es zugesagt habe, bereits verbreitet, also an den BundestagsprÀsidenten, die Familienministerin, die
Fraktionsvorsitzenden, den PetitionsausschuĂ, den FamilienausschuĂ und den RechtsausschuĂ. Dazu habe ich einige Pressedienste mit einer Presseinformation bedient. In allen FĂ€llen war es mir wichtig, nicht nur
Prozentangaben zu machen, sondern auch die absoluten Zahlen zu nennen. Ich möchte mir keine unseriöse Arbeitsweise vorwerfen lassen. Doch insgesamt kam ich mir komisch vor. Wenn ich selber eine solche Umfrage
bekĂ€me, wĂŒrde ich sie kaum beachten.
Inwiefern bestimmt das Abstimmungsergebnis Ihr weiteres Handeln?
Ich frage mich natĂŒrlich, was ich nach diesem Ergebnis noch fĂŒr die ehemaligen Heimkinder tun kann; das fragt mich mein Umfeld auch.
Zu einem anderen Thema, Ihrem BuĂaufruf. Vor ĂŒber einem Jahr riefen Sie die Kirchen zur BuĂe auf. Jetzt kommt einiges in Bewegung. Bischof Bode hat
sich im OsnabrĂŒcker Dom bĂŒĂend zum Altar gelegt. Wie bewerten Sie diese Geste?
Ja, da gab es auch noch die FuĂwaschung. Es sind durchaus bewegende Gesten, die im kirchlichen Rahmen angemessen sind. Doch solange es nur Gesten bleiben,
handelt es sich um bloĂe Inszenierungen, mit anderen Worten: Alles Theater.
Konservative Kritiker bedauern diese Geste. Was meinen Sie dazu? (http://www.noz.de/deutschland-und-welt/politik/niedersachsen/49571028/konservative-kritiker-bedauern
-bischoefliche-bue-nach-missbrauchsfaellen)
Wenn jemand ernsthaft sagt: âBischof Bode noch immer im Missbrauchs-Wahn.â, dann soll er das im JĂŒngsten Gericht verantworten, an das er doch hoffentlich
glaubt.
Kardinal MeiĂner trug seine BuĂworte gesanglich vor. Hat er damit ĂŒberzeugt? (http://www.youtube.com/watch?v=iWfdApi8trI)
Ich habe mir das soeben erst angehört und â Entschuldigung â ich muĂte lachen. Man könnte noch mehr dazu sagen, doch das lohnt nicht. Eins aber doch:
ehemaligen Heimkindern dĂŒrfte nicht zum Lachen zumute sein. Wenn ich Betroffener wĂ€re, kĂ€me eine unsĂ€gliche Wut in mir hoch ĂŒber die unglaublich umsichtige Empathiebezeugung dieses hochrangigen kirchlichen
WĂŒrdentrĂ€gers.
Die Bischofskonferenz will im Rahmen ihrer nĂ€chsten Vollversammlung im MĂ€rz in Paderborn in einem BuĂakt âdie Opfer und Gott um Vergebungâ bitten.
Kommt dieser Akt nach Ihrer Meinung im RĂŒckblick auf das bisherige Verhalten der katholischen Kirche bei den Opfern an? (http://www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article12668028/Kirche-sendet-Signal.html)
Das kann ich mir nicht vorstellen â es sei denn, es werden groĂzĂŒgige EntschĂ€digungen angekĂŒndigt. Doch es scheint ohnehin nur um MiĂbrauchsfĂ€lle zu
gehen, diese Fixierung auf Sex ist schon interessant. Die ehemaligen Heimkinder bleiben wieder einmal als Schmuddelkinder auĂen vor.
Wie sieht Ihre weitere Arbeit in Sachen ehemalige Heimkinder aus? Im jetzigen Stadium kann ich das noch nicht absehen.
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An BundestagsprÀsident Dr. Norbert Lammert: 1. Wir akzeptieren die
Beschlussempfehlung des Runden Tisches nicht. Wir fordern eine Opferrente in Höhe von monatlich 400,00 âŹ. 2. Wir akzeptieren
die Arbeit des Runden Tisches insgesamt nicht. Der Runde Tisch Heimerziehung hat offensichtlich gegen die Opfer gearbeitet. 3. Wir fĂŒhlten uns durch den Runden Tisch in keinster Weise vertreten. Auch war die
Informationsarbeit des RTH ungenĂŒgend. Brief komplett hier
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19. April 2011 Verein ehemaliger Heimkinder e.V. an den Bundestag
Sehr geehrte Frau ... / geehrter Herr,
wir, ehemalige Heimkinder organisiert in einem der international gröĂten ZusammenschlĂŒsse,
dem Verein ehemaliger Heimkinder e.V., sind betroffen von der EiseskÀlte, mit der Staat und Kirchen uns begegnen.
â Wir sind zutiefst empört darĂŒber, dass man zwar das âradikal Böseâ, das uns in
unserer Kindheit und Jugend angetan wurde, am âRunden Tisch Heimerziehung der 50er und 60er Jahreâ (RTH) dokumentierte, die Konsequenzen aus diesem Tun fĂŒr uns â den Opfern dieses âradikal Bösenâ sich
aber nicht wirklich erkennbar niederschlagen sollen. â Wir fĂŒhlen uns missachtet â wieder einmal â von denen, die uns schon einmal missachtet haben, misshandelt, missbraucht auf jede nur erdenkliche Art.
â Wir fĂŒhlen uns betrogen von denen, die uns bereits um unsere Kindheit, unsere Jugend, um Schul- und Berufsausbildung betrogen haben. â Wir sind zornig ob der KaltschnĂ€uzigkeit, mit der empfohlen
wird, uns â die Ăberlebenden des gröĂten Verbrechens der Bundesrepublik Deutschland â mit einer völlig indiskutablen Summe abzuspeisen. Und das dann auch noch als einen Erfolg verkaufen will. Uns verkaufen
will! â Wir sind wĂŒtend, traurig, retraumatisiert, einige sind voller Hass und Ablehnung. Wir fragen uns: Ist dieses unser Land? Sind wir âGleiche unter Gleichenâ? Oder sind wir wieder und immer noch die
stigmatisierten Schmuddelkinder, mit denen nach Belieben umgesprungen werden kann... Brief komplett hier klicken
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Ăberfraktionelle Forderung nach EntschĂ€digung von misshandelten Heimkindern
Familie, Senioren, Frauen und Jugend/Antrag - 09.06.2011 Berlin: (hib/AW) Kinder und Jugendliche, die wÀhrend einer kommunalen oder
kirchlichen Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR zwischen 1949 und 1975 zu Opfern von Unrecht und Misshandlungen geworden sind, sollen entschÀdigt werden. Dies fordern die Fraktionen der
CDU/CSU, SPD, FDP und von BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen in einem gemeinsamen Antrag (17/6143). Die Bundesregierung soll in Abstimmung mit den betroffenen BundeslĂ€ndern und den Kirchen zeitnah entsprechende Regelungen
entwickeln und dem Bundestag vorlegen. Diese sollen sich an den LösungsvorschlĂ€gen orientieren, die der Runde Tisch âHeimerziehung in den 50er und 60er Jahrenâ, dessen Einrichtung der Bundestag im November
2008 einstimmig beschlossen und der am 19. Januar dieses Jahres dem BundestagsprĂ€sidenten seine Empfehlungen ĂŒberreicht hatte, orientieren.
Dazu gehöre die finanzielle EntschÀdigung einzelner Opfer ohne Anrechnung auf Renten und Transferleistungen, die PrÀvention vor weiteren Misshandlungen und die Einrichtung regionaler Anlauf- und Beratungsstellen.
Die EntschĂ€digung westdeutscher Heimkinder soll gemÀà der Empfehlungen des Runden Tisches ĂŒber einen bundesweiten Fonds in Höhe von 120 Millionen Euro finanziert werden. Der Bund, die alten BundeslĂ€nder
und die Kirchen sollen dafĂŒr jeweils 40 Millionen Euro bereitstellen. Die EntschĂ€digung von Kindern, die in den Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen der DDR Unrecht erlitten hatten, soll nach den gleichen
MaĂstĂ€ben erfolgen. http://www.bundestag.de/presse/hib/2011_06/2011_245/07.html
Deutscher Bundestag Drucksache 17/6143 17. Wahlperiode 08. 06. 2011
Antrag: Opfern von Unrecht und Misshandlungen in der Heimerziehung wirksam helfen http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/061/1706143.pdf Bundestagsdebatte (Videobeitrag des Deutschen Bundestages): http://www.bundestag.de/Mediathek/index.jsp?isLinkCallPlenar=1&categorie=Plenarsitzung& action=search&instance=m187&mask=search&ids=1174724 oder: http://www.youtube.com/watch?v=bHPNAOVmaWE
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Marlene Rupprecht
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Zwischenruf Marlene Dittrich (MdB SPD): âDie Kollegin Dittrich behauptet, dass die ehemaligen Heimkinder am Runden Tisch â sechs waren es â dass die unter Druck gesetzt wurden und erpresst
wurden. Ich war Mitglied des Runden Tisches fĂŒr den Petitionsausschuss. Und ich möchte hier feststellen, dass ich es nicht zugelassen hĂ€tte, dass irgend jemand erpresst wird oder unter Druck gesetzt wird.
(Beifall) Meine Aufgabe am Runden Tisch war, darauf zu achten, dass die Vorgaben des Petitionsausschusses umgesetzt werden. Und egal, wer was im Nachhinein behauptet, es stimmt so nicht.â
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Kaum noch Zweifel: Marlene Rupprecht, MdB (SPD), hat gelogen
Zur GlaubwĂŒrdigkeit der Bundestagsabgeordneten Marlene Rupprecht (SPD)
Reporter Peter Henselder vom Berliner Privatsender Alex-TV befragte Jonathan Overfeld, Vorstandsmitglied im Bundesverband der Heimkinder, zu den
Aussagen der Frau Rupprecht und zu den Erpressungen der Opfervertreter am âRunden Tisch Heimerziehungâ.
Heidrun Dittrich (Die Linke) fĂŒhrte wĂ€hrend der Bundestagsdebatte in Sachen Heimerziehung am 9.
Juni aus: âDie Zustimmung zu Ihrem Vorschlag einer freiwilligen Fondsregelung anstelle eines gesetzlichen Anspruchs haben Sie von den Heimkindern mit dem Ausspruch erpresst: Sonst gibt es gar nichts.â
Dazu nimmt Jonathan Oberfeld in dem Filmbeitrag von Peter Henselder - Teil 2, ab fĂŒnfter Minute - Stellung: âGenau diese Worte, das waren die Worte der
Frau Antje Vollmer, an die ich mich sehr gut erinnere, weil ich in unmittelbarer NÀhe ... gestanden habe und habe das GesprÀch in dem Flur mitbekommen. [Vollmer sagte:] Entweder Sie stimmen mir zu - in einem so
barschen Ton hat sie das gesagt - oder es gibt gar nichts. Wir können den AbschluĂbericht auch so weiterleiten.â
Zu den VorwĂŒrfen der Heidrun Dittrich erfolgte ein Zwischenruf der SPD-Abgeordneten Marlene Rupprecht: âDie Kollegin Dittrich behauptet, dass die
ehemaligen Heimkinder am Runden Tisch â sechs waren es â unter Druck gesetzt und erpresst wurden. Ich war fĂŒr den Petitionsausschuss Mitglied des Runden Tisches. Ich möchte hier feststellen, dass ich es nie
zugelassen hÀtte, dass irgendjemand erpresst oder unter Druck gesetzt wird. Meine Aufgabe am Runden Tisch war, darauf zu achten, dass die Vorgaben des Petitionsausschusses umgesetzt werden. Egal wer was im
Nachhinein behauptet: Es stimmt so nicht.â
Dazu Jonathan Overfeld: âFrau Marlene Rupprecht, da muss ich Sie eines Besseren belehren. Sie erinnern sich an mich - in der Pause der Gerichtsverhandlung
am 13. August 2009 - als die Richterin zu erkennen gab, dass Sie uns Heimkindern Recht geben wollte ... da haben Sie in der Pause gesagt, ich zitiere wörtlich: 'Wenn Sie auf Ihre AnwÀlte verzichten, dann stimmen
wir zu.' Und da habe ich Ihnen gesagt, 'Nein, das können wir nicht; wir werden nicht auf unseren Rechtsbeistand verzichten.' Dann sind Sie nachher, kurz vor Ende der Gerichtsverhandlung hingegangen, nachdem die
Richterin zu erkennen gegeben hat, dass sie zu unseren Gunsten entscheiden wollte: 'Frau Richterin, wenn Sie so entscheiden, wie Sie hier zu erkennen geben, wird sich der Runde Tisch ab sofort auflösen. Ich habe
die Zustimmung aller Mitglieder des Runden Tisches.'" Nach dem Zwischenruf verweist Dittrich auf einen Brief eines Vertreters einer Opfergruppe aus Niedersachsen. In der ca. achten Minute kommt dieser
Opfervertreter, JĂŒrgen Beverförden, der gleichzeitig Stellvertreter eines Heimkindervertreters am Runden Tisch war, zu Wort:â Wir haben dann nach lĂ€ngerem Druck... uns wurde klar gemacht, als wir nicht rein
wollten, nicht mitverhandeln wollten, dass denn der Runde Tisch geplatzt ist. Es gibt kein Ergebnis fĂŒr den Bundestag und fĂŒr die LĂ€nder.â
UnlÀngst meldete sich ein weiterer ehemaliger Opfervertreter
des âRunden Tisches Heimerziehungâ im Blog des Theologen Dierk SchĂ€fer: ârolf breitfeld sagte, am 12. Juni 2011 zu 19:16 marlene rupprecht lĂŒgt!!!!!! ich habe als vertreter der frau eleonore fleth direkt neben der frau rupprecht gestanden als sie drohte: âsonst gibt es
garnichtsââ.
ErdrĂŒckende Aussagen von Overfeld, Beverförden und Breitfeld, und dies unabhĂ€ngig voneinander. Aussagen die nur eine Schlussfolgerung zulassen: dass die
Bundestagsabgeordnete Marlene Rupprecht (SPD), gelogen hat. Film Henselder Teil 2: http://www.youtube.com/watch?v=MS5QdMTD3kA&feature=related Sitzungsprotokoll Bundestag:
http://www.bundestag.de/dokumente/protokolle/amtlicheprotokolle/2011/ap17114.html
Film Peter Henselder:
http://www.youtube.com/watch?v=Krffaup7kHU&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=MS5QdMTD3kA&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=Co0-iwkkA2o
Zeuge Rolf Breitfeld: http://dierkschaefer.wordpress.com/2011/06/10/frau-rupprecht-mdb-lugt-%E2%80%A6/#comments
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Hans-Siegfried Wiegand, Heimopfervertreter, schlieĂt sich öffentlich den
Forderungen der ehemaligen Heimkinder an
In einer Stellungnahme fĂŒr die öffentliche Anhörung des Familienausschusses zum Thema âHeimerziehungâ am 27.06.2011 schreibt Dr. Hans-Siegfried
Wiegand, Vertreter der Opfer am âRunden Tisch Heimerziehungâ:
âIch spreche hier auch im Namen von Frau Sonja Djurovic und Frau Eleonore Fleth, die mit mir als ehemalige Heimkinder am Runden Tisch Heimerziehung
waren. Unsere Stellungnahme zu den im Deutschen Bundestag am 9. Juni 2011 in 1. Lesung beratenen beiden AntrÀgen gliedert sich in 4 Punkte:
1. Einbeziehung der Kinder und Jugendlichen, die in Einrichtungen der Behin- dertenhilfe und/oder der Psychiatrie waren 2. Offenhaltung des Fonds 3. Forderung nach EntschÀdigung
4. Mitwirkung von Betroffenen bei der notwendigen weiteren Beratung der Lö- sungsvorschlĂ€ge im kommenden Halbjahrâ
Forderungskatalog komplett hier klicken
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SachverstÀndige zur Heimerziehung Geschrieben von pethens Mittwoch, 29. Juni 2011 Am 27. Juni 2011 fand eine Anhörung von SachverstÀndigen zum Thema "Heimerziehung in
den 50er und 60er Jahren" durch den Bundestagsausschuss fĂŒr "Familie, Senioren, Frauen und Jugend" statt. Als
SachverstĂ€ndigen waren geladen: Gabriele Beyler (Jugendwerkhof Torgau), Dr. Uwe Kaminsky, (Evangelisch-Theologische FakultĂ€t der Ruhr-UniversitĂ€t Bochum), Prof. Dr. Manfred Kappeler (Professor fĂŒr Erziehungswissenschaften und SozialpĂ€dagogik), GĂŒnter Saathoff (Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunftâ), Prof. Dr. Christian Schrapper (UniversitĂ€t Koblenz-Landau), Prof. Dr. Peter Schruth (Hochschule Magdeburg-Stendal), Norbert Struck (ParitĂ€tischer Gesamtverband), Dr. Friederike Wapler (UniversitĂ€t Göttingen, Lehrstuhl fĂŒr Rechts- und Sozialphilosophie), Ralf Weber (Opferbeirat GJWH Torgau) und Dr. Hans-Siegfried Wiegand (Vertreter der Heimkinder am Runden Tisch). Sie hatten bereits schriftliche Stellungnahmen eingereicht, die inzwischen auch veröffentlicht sind.
Thema der Befragung war vor allem die Herausarbeitung von Aspekten und Kriterien, die im Rahmen eines EntschĂ€digungsmodell berĂŒcksichtigt werden sollten. Grundlage waren die AntrĂ€ge der
Bundestagsfraktionen vom 9. Juni 2011 und der Abschlussbericht des Runden Tisches Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren vom 13. Dezember 2010. Damit ist nicht nur der Rahmen der Befragung, sondern auch der
Rahmen der EntschÀdigung abgesteckt. Doch es zeigte sich, daà der vorgegebene finanzielle Rahmen zumindest nicht so fest geschlossen ist, wie es oft den Anschein hatte. Unter dem Aspekt der Gleichbehandlung wurden
auch FĂ€lle angesprochen, die vor den 50er Jahren, aber auch nach den 60er Jahren lagen. Dazu kam die Ăffnung des Runden Tisches Heimerziehung fĂŒr DDR-Heime. Wie es aussieht, könnten auch die Behindertenheime
ebenfalls berĂŒcksichtigt werden.
Frau Vollmer begrĂŒĂte die Befragung und ging mit einigen SĂ€tze auf die Entstehung, Aufgabe und Leistung des Runden Tisches Heimerziehung ein. Dabei schob sie gelegentlich
auch Vergleiche mit dem Runden Tisch sexueller Missbrauch ein, dessen Ergebnisse, obgleich dieser noch nicht beendet ist, sie eher skeptisch sieht. Runde Tische sollten nicht die Regel werden. In diesem Punkte
konnte sie gewiss mit Zustimmung rechnen.
Die Stellungnahmen der SachverstĂ€ndigten bewegten sich meist im Rahmen ihrer schriftlichen Vorlagen. Norbert Struck, der aus persönlichen GrĂŒnden noch keine
schriftliche Ausarbeitung vorgelegt hatte, nutzte den AnlaĂ, ein paar Worte zum Runden Tisch "Heimerziehung" zu sagen. Er glaubte, daĂ der Runde Tisch Heimerziehung mit der historischen Aufarbeitung und
dem Finden eines EntschĂ€digungsmodus strukturell ĂŒberfordert gewesen sei, daĂ in Zukunft fĂŒr ungelöste Fragen es wohl besser wĂ€re, die Fragen der historischen Aufarbeitung und der EntschĂ€digung zu trennen.
Die Forderungen der ehemaligen Heimkinder am Runden Tisch hielt er fĂŒr legitim und gut begrĂŒndet, es solle aber nun darum gehen, die Intentionen, die hinter diesen Forderungen stehen, in das laufende Verfahren
einzubringen. Zentral war ihm die Forderung, daĂ die ehemaligen Heimkinder an den Strukturen
der zĂŒgigen Umsetzung beteiligt werden sollen. Wichtig seien auch die Kriterien, nach denen entschĂ€digt werden soll, d.h. die ehemaligen Heimkinder sollen einen Katalog abarbeiten, der die gravierende Punkte des Heimaufenthaltes und dessen Folgen aufschlĂŒsselt.
Eindrucksvoll war die Schilderung von Ralf Weber zum Alltag im Jugendwerkshof Torgau, die deutlich macht, daĂ innerhalb der Aufarbeitung der Heimgeschichte in der ehemaligen DDR Punkte zu berĂŒcksichtigen
sind, die in Deutschland West kaum ins Gewicht fallen. Gabriele Beyler beschreibt die BemĂŒhungen um die Aufarbeitung der Heimgeschichte der DDR am Beispiel von Torgau. Seit 1996 gibt es die GedenkstĂ€tte
Torgau, die bundesweit Heimkindern gewidmet ist. Mit UnterstĂŒtzung der EuropĂ€ischen Union und von Bundesstellen etc. konnten im Laufe der Zeit Ausstellungen durchgefĂŒhrt werden. Hier griff die Möglichkeit der
Projektförderung im Rahmen der Aufarbeitung des DDR-Unrechts. Doch werden auch Aspekte der Aufarbeitung der Heimerziehung in der Bundesrepublik und in Europa mit einbezogen. Prof. Schrapper plĂ€dierte fĂŒr
regionale Anlaufstellen und auch fĂŒr regionale GedenkstĂ€tten. (Im Zusammenhang mit der Euthanasie sind solche Gedenktorte, meist in den in psychiatrischen Einrichtungen geschaffen worden, nur fragt sich, ob mit
solchen GedenkstĂ€tten das geschehene Unrecht im allgemeinen Bewusstsein wachgehalten werden kann, oder doch zumindest an einem exponierten Ort, eine ĂŒberregionale GedenkstĂ€tte geschaffen werden sollte.)
Eindrucksvoll war auch die Stellungnahme von Prof. Kappeler zu den SĂ€uglingsheimen und das Problem des Hospitalismus und wie dieses in der Geschichte der Bundesrepublik immer wieder ignoriert wurde, obwohl die
SchÀdigungen der SÀuglinge durch die Massenpflege lÀngst bekannt waren.
Fragen der Eingruppierung der Betroffenen bzw. der Heime in verschiedene Kategorien wurden angesprochen und ein Anspruch auf
EntschĂ€digung fĂŒr den Fall in Aussicht gestellt, daĂ die Zugehörigkeit zu einer dieser Gruppen glaubhaft gemacht werden könne. Der stringente Nachweis einer persönlichen SchĂ€digung solle nicht erforderlich
sein. Die strenge Bindung der EntschĂ€digung an die Folgen, wie sie der Runde Tisch Heimerziehung favorisiert hatte, dĂŒrfte damit vom Tisch sein. Zur besseren Erreichbarkeit der in Aussicht genommenen Hilfen
sollten regionale Anlaufstellen eingerichtet werden, die zur Sicherung der Gleichbehandlung durch eine Zentrale koordiniert werden sollen.
StÀrker als der Runde Tisch Heimerziehung, der sich vorwiegend der
Aufarbeitung verpflichtet wuĂte, traten in einigen Fragen auch Aspekte der zukĂŒnftigen PrĂ€vention hervor. Wie sei es zu verhindern, daĂ Kinder in eine Lage kĂ€men, in der sie sich ohnmĂ€chtig und hilflos fĂŒhlen
und keinen Ansprechpartner finden, der sich ihres Anliegens annÀhme. "Kinder und Jugendliche stÀrken" war ein Punkt des Runden Tisches sexueller Missbrauch, in dem auch immer wieder das neue
Bundeskinderschutzgesetz zur Sprache kam. Beim Runden Tisch Heimerziehung spielte dieses Gesetzesvorhaben keine Rolle, womit sich auch hier der "Blick zurĂŒck" vor den Aspekten der zukĂŒnftigen PrĂ€vention
durchsetzte. Sollte dies nun korrigiert werden, so wĂ€re das nur zu begrĂŒssen.
Weniger intensiv war hingegen die Frage nach der Verantwortung. Sie schwang zwar in manchen Stellungnahmen mit, doch so
eindeutig, wie diese in Bezug auf die DDR-Heime ausgesprochen wurde, fehlte sie in Bezug auf die Heime in Deutschland West. Man wird abwarten mĂŒssen, was der Ausschuss aus den VorschlĂ€gen und Anregungen der
SachverstÀndigen machen wird.
Hier einige Interview aus der FamilienausschuĂsitzung vom 27.6.2011: Interview mit der Vorsitzende des Runden Tisch Heimerziehung, Antje Vollmer auf der AusschuĂsitzung (ehemaligen Heimkinder) im Reichstag am 27.6.2011
http://www.youtube.com/watch?v=sTjLe2S3ZaI Interview mit Katja Dörner, MdB, BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen auf der AusschuĂsitzung (ehemaligen Heimkinder) im Reichstag am 27.6.2011 http://www.youtube.com/watch?v=Q_3pzHj-Q94
Interview mit Heidrun Dittrich, MdB, Die LINKE auf der AusschuĂsitzung (ehemaligen Heimkinder) im Reichstag am 27.6.2011 http://www.youtube.com/watch?v=QF6iEEXKWPs http://www.top-medien-berlin.de/content/view/1051/1/
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Der Webmaster in einem privaten Beitrag: Wednesday, 13. july 2011
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120. Sitzung vom 07.07.2011
TOP 14 Hilfe fĂŒr Opfer von Misshandlungen in Heimen
14.) Beratung Beschlussempfehlung u Ber (13.A) zum Antrag CDU/CSU, SPD, FDP, B90/GRĂNE
Opfern von Unrecht und Misshandlungen in der Heimerziehung wirksam helfen zum Antrag DIE LINKE. UnterstĂŒtzung fĂŒr Opfer der Heimerziehung - Angemessene EntschĂ€digung fĂŒr ehemalige Heimkinder umsetzen
- Drucksache 17/6143, 17/6093, 17/6500 -
Dazu klare Worte von "EMaK Erwachsene Misshandelt als Kinder" 13. Juli 2011
Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete und Mitglieder des Deutschen Bundestages, wir haben Ihre Reden im Bundestag 120. Sitzung vom
7.7.2011 im Internet angesehen und mussten mit Erstaunen feststellen, wie wenig informiert Sie teilweise sind ĂŒber die Fakten der Heimkinderzeit, vor allem aber ĂŒber die tatsĂ€chlichen Misshandlungen und deren
FolgeschÀden. Deshalb erlauben wir uns, als Team EMaK der Organisation Erwachsene Misshandelt als Kinder, einen Kommentar zu einzelnen Punkten aus der Sicht der Opfer vorzulegen in der Reihenfolge der Redner.
http://www.emak.org/news/Kommentar_%20120_%20Sitzung.htm
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Ohrfeige fĂŒr den "Runden Tisch Heimerziehung" Positionierung der Internationalen Gesellschaft fĂŒr erzieherische Hilfen (IGfH) zum Abschlussbericht des Runden Tisches Heimerziehung der 50er
und 60er Jahre Was die Ergebnisse des RTH betrifft, hÀtten wir uns deutlichere Worte und mehr Mut, zur
öffentlichen Verantwortung und zur Wiedergutmachung zu stehen, gewĂŒnscht! Die grundsĂ€tzliche öffentliche Anerkennung von Unrecht und die Bitte um Verzeihung sind nicht
wenig, aber die Empfehlungen individualisieren und pĂ€dagogisieren das strukturell verursachte Unrecht (nicht umsonst ist das Kapitel der VorschlĂ€ge ĂŒberschrieben mit
ârehabilitative MaĂnahmenâ) und auch ein evtl. materieller Schadensausgleich wird an individuell nachzuweisende aktuelle FolgeschĂ€den gebunden. Der Schadensausgleich ist
zudem vom Umfang her (120 Millionen Euro, jeweils zu einem Drittel aufzubringen von Bund, LĂ€ndern und Kommunen sowie katholischer und evangelischer Kirche) deutlich zu
niedrig angesetzt. Hier hĂ€tte man sich ein Beispiel an Irland nehmen können. Zwar wurde auch hier ein Beratungsservice fĂŒr ehemalige Heimkinder eingerichtet, doch durch die
landesweite Empörung, die der Film âDie unbarmherzigen Schwesternâ auslöste, sah sich der irische Staat veranlasst, ca. 15.000 Betroffene mit einer Milliarde Euro plus 128 Millionen
seitens der irischen katholischen Kirche zu entschĂ€digen. Wir schlieĂen uns hier den Forderungen der ehemaligen Heimkinder nach materieller Anerkennung/ Ausgleichzahlungen in Form einer lebenslangen
monatlichen Rente von 300 Euro bzw. einer entsprechenden einmaligen Ausgleichszahlung an! http://www.infothek.paritaet.org/igfh/igfhdoks.nsf/638cd8d95a1e16e7c1256c42006fc6eb/4d38b522 1e1feb4dc12578b60037d82f/$FILE/Stellungnahme_IGfH%20zum%20RTH.pdf
Link defekt? Hier klicken
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Veröffentlicht in heimkinder, Kirche, Politik von dierkschaefer am 26. August 2011
Martin Mitchell/Australien bat mich, den unten stehenden Text in meinem Blog zu veröffentlichen, was ich gern tue. Denn es stimmt schon merkwĂŒrdig, daĂ von
offizieller Seite aus Staat/LĂ€ndern/JugendĂ€mtern und Kirchen meines Wissens bisher niemand auf die unterschiedlichen Kompensationsregelungen fĂŒr die miĂhandelten und zum Teil auch miĂbrauchten ehemaligen
Heimkinder eingegangen ist. Die Unterschiedlichkeit der Rechtssysteme allein reicht nicht aus, die Differenzen zu erklĂ€ren. Die Herangehensweise war eine völlig andere und lĂ€Ăt fĂŒr mich nur den SchluĂ ĂŒbrig,
daĂ von Beginn an es nur darum ging, billig davon zu kommen. In anderen LĂ€ndern hatten die miĂhandelten Kinder bei gleicher Problemlage mehr Beschwerdemacht als bei uns.
FĂŒr wen ist die BeschĂ€mung gröĂer, fĂŒr die Politiker, fĂŒr die Kirchen oder fĂŒr die deutsche Ăffentlichkeit, die sich abwendet?
Und hier der Text von Mitchell:
DEUTSCH
â So sieht âHeimkinder-EntschĂ€digungâ im Vaterland aus ! â
Fakt ist: DIES WURDE ENTSCHIEDEN UND BESTIMMT ( alles andere ist eine LĂŒge ! )
In der Bundesrepublik Deutschland wurde kĂŒrzlich entschieden: Ehemalige Heimkinder, die damals wĂ€hrend ihrer âHEIMERZIEHUNGâ keine erzwungenen
âsexuellen Dienstleistungenâ erbracht haben, sondern in den damaligen Heimen ânurâ auf physische und psychische Weise misshandelt wurden und ânurâ gezwungen wurden, unentlohnte ZWANGSARBEIT zu leisten,
haben keinen Anspruch auf EntschĂ€digung und werden nicht entschĂ€digt werden. Die Organisationen der TĂ€ter und SchĂ€diger aus Staat und Kirchen haben in dieser Sache den maĂgebenden EinfluĂ genommen und
bekommen. Ihre Entscheidung ist endgĂŒltig und nicht anfechtbar. Was damalige erzwungene âsexuelle Dienstleistungenâ betrifft: In den USA werden Kindsopfer âsexualisierter Gewaltâ durchschnittlich mit
Summen in Höhe von 5 Millionen Dollars entschĂ€digt. In der Bundesrepublik Deutschland bestimmen KIRCHE und STAAT maximal 5 Tausend Euros zu zahlen â genau 0,1% dessen was ein Opfer in den USA an EntschĂ€digung
bekommt ( wenn wir einfach mal fĂŒr diese Zwecke die verschiedenen WĂ€hrungen als gleichwertig betrachten ).
Das nennt sich âEntschĂ€digung Made in Germanyâ.
Formuliert von dem in 1946 geborenen Ehemaligen Heimkind Martin Mitchell â Australien 2011.
Diese Email erreichte auch den Webmaster. Mehr Durchblick fĂŒr Alle kann nicht schaden. Darum der Beitrag von Martin Mitchell auch an dieser Stelle.
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PresseerklÀrung des AFH im vollen Wortlaut:
âWollen die BundeslĂ€nder sich aus dem 120-Millionen-Fonds fĂŒr die ehemaligen
Heimkinder bedienen?â
In der letzten gemeinsamen Beratung mit Vertretern von Bund, LĂ€nder und Kirchen (AG Leistungsrichtlinien) hat sich zu unserer Ăberraschung herausgestellt,
dass die LĂ€nder mit Zustimmung der Vertreter des Bundes und der Kirchen beschlossen haben, dass sie sich die Kosten fĂŒr die in den LĂ€ndern aufzubauenden niedrigschwelligen Anlaufstellen fĂŒr ehemalige Heimkinder
aus dem 120 Mio.-Fonds mit bis zu 10% (= 12 Mio. âŹ) bezahlen lassen wollen.
Fadenscheinige BegrĂŒndungenâŠ
Die Vertreter von Bund, LĂ€nder und Kirchen weisen zur BegrĂŒndung auf eine Empfehlung des RTH hin, der eine Finanzierung von Beratungsarbeit aus Fondsmitteln
als Teil der Aufarbeitung vorsehe. Zwar habe der RTH diese Beratungsarbeit als Aufgabe einer zentralen Stelle formuliert; in der praktischen Umsetzung sei aber eine ortsnahe Beratung zielfĂŒhrender.
Doch eine Empfehlung vom RTH, dass eine zentrale Stelle die eigentliche Beratungsarbeit leisten solle, gibt es nicht. Immer ging man davon aus,
dass die Beratung vor Ort in den Anlaufstellen erfolgen soll.
Das Verhalten der Vertreter von Bund, LĂ€ndern und Kirchen ist skandalös, âŠ.
- weil das gegebene Wort am Runden Tisch Heimerziehung gebrochen wird,
- weil eine solche 10%-RĂŒckholfinanzierung durch die LĂ€nder in nicht öffentlich verhandelten Absprachen ohne Beteiligung der ehemaligen Heimkinder
beschlossen wurde,
- weil es gegen den Wortlaut, Sinn und Zweck der Ergebnisse des Abschlussberichtes des Runden Tisches und des Beschlusses des Bundestages ist,
- weil es den ehemaligen Heimkindern â abgesehen von der geforderten und unerfĂŒllt gebliebenen EntschĂ€digungsforderung â nicht mal die vollen 120
Mio. belÀsst, was sie ohnehin als unangemessen und zu wenig beurteilen,
- weil es den ehemaligen Heimkindern zeigt, dass die BundeslÀnder ihre am RTH gemachten Zusagen, brechen, um ihre Kosten zu reduzieren,
- weil es symbolisch den ehemaligen Heimkinder wieder einmal ihre Unterwerfung demonstriert unter eine obrigkeitliche AbhÀngigkeit wie zu Zeiten der
damaligen Heimerziehung (hier bestimmen jetzt die Geldgeber, nicht der RTH, nicht der Bundestag),
Die 10%-KĂŒrzung muss zurĂŒckgenommen werdenâŠ
Die 10%-Refinanzierung der Anlaufstellen durch die LĂ€nder ist eine einseitige und unabgesprochene KĂŒrzung der Finanzierungszusagen der LĂ€nder zu Lasten
der ehemaligen Heimkinder.
Wir fordern deshalb mit Nachdruck:
Wenn die LĂ€nder den ehemaligen Heimkindern den 120-Mio-Fonds â wie im Abschlussbericht des RTH und im Beschluss des Bundestages in Absprache mit den
LĂ€ndern zugesagt â zukommen lassen wollen, dann mĂŒssen sie aus ihrem jeweiligen Haushalt die Einrichtung und Unterhaltung der Anlaufstellen zusĂ€tzlich finanzieren.
[1] Der Arbeitskreis Fondsumsetzung Heimerziehung (AFH) hat sich vor wenigen Wochen im September gebildet, um an der Umsetzung der vom Runden Tisch Heimerziehung (RTH) und dem Beschluss des Bundestages vorgegebenen Fondslösung im Interesse der ehemaligen Heimkinder mitzuwirken. Hierzu hat der AFH drei seiner Mitglieder in die von Vertretern des Bundes, der LĂ€nder und Kirchen tagende AG Leistungsrichtlinien entsandt, die bis Ende des Jahres fĂŒr einen funktionierenden Fonds sorgen will, aus dem die ehemaligen Heimkinder ihre LeistungsantrĂ€ge wegen erlittener FolgeschĂ€den aus der damaligen Heimerziehung stellen können.
http://ak-fondumsetzungheimerziehung.over-blog.de/article-presseerklarung-des-afh-1-86890996. html Donnerstag, 20. Oktober 2011
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