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Weihnachten bedeutet: Wir feiern die Geburt Christi. Damit verbunden ist es, dass sich viele Millionen Menschen gegenseitig beschenken. Das Foto ist ein Geschenk von Dierk SchĂ€fer aus seiner riesigen Fotosammlung. Wenn Sie auf die Kugeln klicken und der Mauszeiger zu einer Hand wird, schenkt Ihnen bei einem Linksklick das Internet, in diesem Fall YouTube, festliche Musik bekannter und unbekannter KĂŒnstler. Wir schenken Ihnen die Gestaltung dieser Weihnachtsseite.

Auf dieser Seite:
1. Weihnachtsgruß von Dierk SchĂ€fer, Pfarrer i. R., Bad Boll (Um die Formatierungen beibehalten zu können, ist der Webmaster gezwungen, den grĂ¶ĂŸten Teil dieses Beitrages als PDF-Datei abrufbar einzustellen)
2. Weihnachtsgruß der FAG JHH 2006
3. Besinnliches von Diakon Karl-Joachim Twer, Mitglied der Arbeitsgruppe

An der Krippe stand kein Weihnachtsbaum
Kein Weihnachtsbaum? Nein, der kam erst viel spÀter.
Und die Krippe? Die ist schon recht alt und taucht schon in der Weihnachtsgeschichte auf.  Wer mehr ĂŒber die Weihnachtsgeschichte wissen will als in einen Weihnachtsgruß hineinpaßt, der findet bei Wiki eine gute Zusammenfassung.

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Als Helmut Jacob mich auch in diesem Jahr um einen Weihnachtsgruß fĂŒr seine Volmarsteiner Gruppe bat, fiel mir spontan die Überschrift ein: An der Krippe stand kein Weihnachtsbaum.

Ob glĂ€ubig oder nicht – wir alle „kennen“ die Weihnachtsgeschichte. Nein, auch nicht wir alle. Als meine Frau mit Chor, Schulorchester, Solisten und ihrer Klasse kurz nach der „Wende“ mit dem „Weihnachtsoratorium Bethlehem Provence“ nach Jena fuhr, und man am Nachmittag vor der AbendauffĂŒhrung noch probte, kamen Kinder aus Jena in die Kirche, neugierig was da lĂ€uft – und sie staunten. Wir staunten auch, denn die Kinder kannten die uns vertraute Story ĂŒberhaupt nicht. Die DDR hatte diesen Teil der europĂ€ischen kulturellen Überlieferung ausgeblendet.
 

Liebe ehemalige Schulkameradinnen, liebe ehemalige Schulkameraden!

Liebe Besucher dieser Homepage!

Liebe Freunde!

Sehr geehrte Damen und Herren!

Auch in diesem Jahr entsenden wir einen Weihnachtsgruß an alle, die wir ĂŒber die Homepage erreichen können. In diesem Zusammenhang halten wir RĂŒckblick auf das nun bald vergangene Jahr und berichten auch ĂŒber derzeitige AktivitĂ€ten und solche, die in Planung sind, aber auch darĂŒber, was in Sachen ehemaliger Heimkinder derzeit in unserem Land passiert. Es passiert nicht viel. Bund, LĂ€nder und die Kirchen haben, wie Ihnen bekannt ist, 120 Mio. Euro in einen Opferfonds eingezahlt, aus dem sie Beihilfen fĂŒr Heimopfer leisten. Diese Mittel sind inzwischen aufgebraucht. Es soll nachgelegt werden, heißt: Dieser Fonds soll aufgestockt werden. Wann dies soweit ist, ist nicht absehbar. Der Bund ist willig, aber die LĂ€nder und die Kirchen anscheinend schwach. Sie haben sich noch nicht eindeutig dahingehend geĂ€ußert, ob sie sich zu je 1/3 an dieser Aufstockung beteiligen.

Immer noch ist der Sachstand der, dass fĂŒr die zwangsweise in die Psychiatrie eingewiesenen Kinder und Jugendlichen, als auch fĂŒr behinderte Heimopfer keine Fondsleistungen in Anspruch genommen werden können. Zwar hat der Bund signalisiert, dass er speziell fĂŒr diese Gruppen einen Extrafonds auflegen will, allerdings steht noch aus, inwieweit sich die LĂ€nder und die Kirchen daran beteiligen. Es ist zu beobachten, dass die Kirchen in dieser Sache sehr zurĂŒckhaltend sind.

Ganz abgesehen davon gibt es noch die Kleinkinder, die ebenfalls in den Heimen unendliches Leid erfahren haben, dies aber nicht artikulieren können. Es wird zwar immer stĂ€rker sichtbar, dass sie manchmal hier und da „Eigenarten“ aufweisen, die ungewöhnlich sind, aber die Ursache lĂ€sst sich nicht an der Heimkindzeit festmachen. Allerdings ist Dank der Dokumentationen von Dr. Carlo Burschel inzwischen bekannt, dass es auch hier Misshandlungen gegeben hat, die beispielsweise auch dadurch entstanden sind, dass diese Kleinkinder zu wenig Zuwendungen erhalten haben. In allen, so auch in diesen Heimen hat permanent Personalnot geherrscht, und jede Mutter und jeder Vater weiß, dass in den ersten Jahren eines Menschenlebens die NestwĂ€rme und Körperkontakte  wichtig sind. Auch wissenschaftlich ist dies belegt. Diese Opfergruppe hat bedauerlicherweise, außer durch Carlo Burschel, gar keine Lobby und findet aus diesem Grunde in der Öffentlichkeit zu wenig Beachtung.

So ist das Problem ehemaliger Heimkinder immer noch ein unbefriedigendes, weil nur halbherzig geholfen wird. Die Gelder, die bisher an nichtbehinderte ehemalige Heimkinder, also an Jugendliche aus der Erziehungshilfe gezahlt werden, betragen im Durchschnitt 5.000 Euro, wobei die Spanne zwischen 2.500 und 7.500 Euro angesiedelt ist. Hier sprechen die Gesetzgeber und die Rechtsnachfolger der Heime und die TĂ€tervertreter, gerne von EntschĂ€digungen. Dieser Missbrauch des Wortes ist eine weitere Ohrfeige fĂŒr die Opfer, weil wirkliche EntschĂ€digungen in einem  wesentlich höheren Bereich liegen mĂŒssen. Die Opfer selbst, das ist Ihnen bekannt, fordern eine  Einmalzahlung von 54.000 Euro oder eine monatliche Rente bis zum Lebensende von monatlich  300 Euro, wobei unsere Arbeitsgruppe fĂŒr behinderte Heimopfer aus Volmarstein monatlich 400 Euro Opferrente gefordert hat.

Die Evangelische Stiftung Volmarstein, Rechtsnachfolgerin der damaligen OrthopĂ€dischen Heil-, Lehr,- und Pflegeanstalten Volmarstein, steht eigentlich in der Verantwortung fĂŒr eine solche OpferentschĂ€digung. Sie weigert sich immer noch und daran wird sich wahrscheinlich nichts Ă€ndern. Allerdings wiederhole ich auch in diesem Jahr: Die Stiftung leistet Einzelfallhilfe und dies in sehr großzĂŒgigem Rahmen. Wer also aufgrund seiner SchĂ€den, die er in Volmarstein erlitten hat, finanzielle Hilfe, zum Beispiel fĂŒr HörgerĂ€te oder andere didaktische GerĂ€te, benötigt, kann sich vertrauensvoll an ein Mitglied der Arbeitsgruppe oder direkt an Herrn Pfarrer JĂŒrgen Dittrich wenden. Auch bei Pfarrer Dittrich sind Sie diesbezĂŒglich in guten HĂ€nden.

Das Interesse der Öffentlichkeit fĂŒr die Verbrechen in den Nachkriegsjahrzehnten und die damit verbundenen Problemen der ehemaligen Heimkinder wird immer geringer. Umso wichtiger ist es, dass Betroffene selbst ihre InternetprĂ€senzen aufrechterhalten. Wie Sie festgestellt haben, haben wir selbst nun die dritte Homepage unter dem Dachmantel „Gewalt im JHH“ eröffnet. Auch die zweite Homepage war so ĂŒberladen, dass es immer schwieriger wurde, die Inhalte fehlerlos ins „www“ zu laden.

Wichtig war und ist uns auch weiterhin der „Blick ĂŒber den Tellerrand“. Auf diesen Seiten berichten wir immer wieder ĂŒber andere Heime fĂŒr Behinderte und Nichtbehinderte, ĂŒber andere AktivitĂ€ten fĂŒr diese Opfer. Wir dokumentieren auch  die Reaktionen der Kirchen und ĂŒber interessante Meldungen aus den Medien. So wird der Schwerpunkt der Arbeit des Webmasters darin liegen, diese Informationen darzustellen. Dennoch lohnt es sich fĂŒr jeden, diese Seiten zu besuchen, denn hier sind Infos in konzentrierter Form zu finden.

Die Arbeit der „Freien Arbeitsgruppe“ wird auch weiterhin begleitet und unterstĂŒtzt. Hier ist an erster Stelle der Theologe i. R. Dierk SchĂ€fer aus Bad Boll zu nennen.

Ihnen, lieber Herr SchĂ€fer, herzlichen Dank auch an dieser Stelle fĂŒr Ihr unermĂŒdliches Eintreten fĂŒr alle Heimopfer.

Der Verein ehemaliger Heimkinder hat sich unsere Anliegen ebenfalls auf die Fahnen geschrieben.

Dies ist Verdienst der beiden Vorstandsmitglieder Heidi Dettinger und Dirk Friedrichs. Auch Ihnen beiden herzlichen Dank dafĂŒr, dass Sie uns nicht vergessen haben.

Wir danken aber auch allen anderen, die an uns denken, und die unsere BeitrĂ€ge auf ihren Plattformen ĂŒbernehmen und in alle Welt transportieren, so zum Beispiel Martin Mitchell aus Australien. Mitchell war selbst Heimkind in Freistatt, eine Einrichtung, die zu den Anstalten Bethel gehört.

Bleibt mir jetzt lediglich, Sie im Auftrage der Arbeitsgruppe herzlich zu grĂŒĂŸen, Ihnen eine besinnliche Adventszeit und ein schönes Weihnachtsfest zu wĂŒnschen.

Alles Gute fĂŒr das Jahr 2015! 

Wir denken an alle Heimopfer, die in der Zwischenzeit gestorben sind - an solche, die uns aus anderen Heimen bekannt sind, aber auch an jene aus dem Johanna-Helenen-Heim. Wir sind traurig mit den Hinterbliebenen.

Einige von uns sind alt und krank und gebrechlich, einige haben Schmerzen, andere sind traurig und verzweifelt. Ihnen gilt unser aufrichtiges MitgefĂŒhl. Seien Sie sich gewiss, dass die Arbeitsgruppe diese Arbeit auch aus dem Grunde macht, weil sie weiß, dass alle ehemaligen Heimkinder in ihrer Jugend auf der Schattenseite des Lebens standen und die meisten auch heute noch auf dieser Schattenseite stehen.

Herzliche GrĂŒĂŸe

Ihre „Freie Arbeitsgruppe JHH 2006“

i.A. des Sprechers Klaus Dickneite  

Helmut Jacob