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Gewalt im JHH - Homepage 2

10 Mio. € Investion in Neukauf - 0 € Investition in die Hölle von Volmarstein? Die Opfer warten auf echte Wiedergutmachung ...

WETTER - ESV übernimmt Kliniken in Dortmund
01.02.2012 | 18:16 Uhr
Wetter/Dortmund.Die Evangelische Stiftung Volmarstein übernimmt zu 100 Prozent die Geschäftsanteile der Evangelischen Krankenhaus GmbH Dortmund. Zu ihr zählen das Evangelische Krankenhaus Lütgendortmund und das Evangelische Krankenhaus Bethanien.
... In den nächsten fünf Jahren, so die Ankündigung, will die ESV zehn Millionen € in die neuen Standorte investieren.
http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-wetter-und-herdecke/esv-uebernimmt-kliniken-in-dortmund-id 6306812.html
„Westfalenpost“, Lokalteil Wetter/Herdecke  am 02. 02. 2012

12. 05. 2011 Evangelische Stiftung Volmarstein
“Eine einseitige und nur durch die Evangelische Stiftung Volmarstein zu tragende monatliche Opferentschädigung über das bisher freiwillig von der Evangelischen Stiftung Volmarstein Geleistete hinaus, wie Sie es in Ihrem Brief formulieren, kann ich Ihnen nicht in Aussicht stellen.”
kompletter Brief hier klicken

Das Hilfesystem entlastet die Täter und die Institutionen, in deren Verantwortungsbereich
die Übergriffe geschahen, nicht von ihrer Pflicht, sich mit weitergehenden Forderungen der
Betroffenen nach Genugtuung und Wiedergutmachung auseinanderzusetzen. Zu Recht
erwarten die Betroffenen, dass die Institutionen, die ihre Verantwortung in der
Vergangenheit nicht wahrgenommen haben, wenigstens heute Verantwortung für die
Taten übernehmen. Dazu gehören nach Ansicht des Runden Tisches auch sogenannte
„Schmerzensgeldzahlungen“. Der Runde Tisch betont, dass diese Maßnahmen allein den
Institutionen obliegen.

Empfehlung Runder Tisch Sexueller Mißbrauch:
http://www.rundertisch-kindesmissbrauch.de/documents/111130AbschlussberichtRTKM.pdf

Dierk Schäfers Blog
»Was kostet ein verpfuschtes Leben?«

Christine Bergmann, RT Sexueller Mißbrauch:
Genugtuung und Anerkennung liegt in der Zuständigkeit der jeweiligen Institution, in der der Missbrauch stattgefunden hat, ...” mehr: hier klicken

Die dritte Demütigung
Missbrauchte Heimkinder haben Respekt verdient. Und Geld.
Was kostet ein verpfuschtes Leben? Wie viel Geld braucht es, um das Unrecht, das zahllosen Heimkindern im Deutschland der fünfziger und sechziger Jahre zugefügt wurde, zu sühnen? Und ist Sühne überhaupt möglich? Es ist das selbe Dilemma, das sich auch im Streit um die Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern gestellt hat: Was geschehen ist, lässt sich nicht mit Geld aus der Welt schaffen
. Und doch können finanzielle Hilfen für die Opfer auch noch nach Jahrzehnten ein Weg sein, die Vergangenheit erträglicher zu machen. Im Fall der Heimkinder sind solche Zahlungen sogar unumgänglich. ...
Gibt es am Ende gar kein Geld für die Heimkinder? Das wäre nach dem Missbrauch und dem jahrzehntelangen Schweigen darüber die dritte Demütigung für die Opfer.
http://www.zeit.de/2010/50/P-Missbrauch-Kinder
Natürlich ist die Suche nach Kriterien für finanzielle Entschädigungen in heiklen Fällen wie diesem ungeheuer schwierig. Erlittenes Leid muss gleichsam taxiert, abgewogen und verglichen werden. So hatte das Unrecht in den Heimen zwar System, aber nicht jedes Heimkind war davon gleichermaßen betroffen. Deshalb muss jeder einzelne Fall geprüft werden, aber diese Prüfung darf für die Betroffenen nicht zur neuerlichen Demütigung geraten; nicht jeder Stockschlag muss bewiesen werden. ...
Viele ehemalige Heimkinder leiden bis heute unter den traumatischen Erlebnissen ihrer Schulzeit. Sie brauchen Geld, für Therapien oder weil sie, so die bittere Ironie der Geschichte, nicht selten in ähnlich prekären Verhältnissen leben, derentwegen sie die Jugendämter seinerzeit in Heime abgeschoben haben. Es werden erhebliche Summen sein müssen, wenn sie die Folgeschäden der Heimunterbringung dieser Menschen wirksam lindern sollen – in Einzelfällen auch mehr als hunderttausend Euro.
http://www.zeit.de/2010/50/P-Missbrauch-Kinder?page=2

Der Wortlaut der Resolution der FAG JHH 2006
Forderungen an Politik und Kirche: 

  1. Opferrente für alle Geschädigten in Höhe von 400 € bis zum Lebensende
  2. Individuelle Wohnformsicherung (im Einvernehmen der Betroffenen) zur Verhinderung erneuter stationärer Unterbringung
  3. Nichtanrechenbarkeit jeglicher Geld- und Sachleistungen für Entschädigungen und Wiedergutmachungen auf bisherige oder zukünftige Leistungen der verschiedenen Sozialleistungträger.

 Volmarstein, den  21. 8. 2010
Freie Arbeitsgruppe JHH, 58300 Wetter

Vergangenheitsbewältigung ist nur dann glaubhaft,
wenn man bereit ist, für die Opfer auch Opfer zu bringen.
Dipl.-Theologe/Dipl.-Psychologe Dierk Schäfer
http://dierkschaefer.wordpress.com/2010/07/25/ein-neues-stuttgarter-schuldbekenntnis/

Insgesamt verdichten sich die Anzeichen, dass alle ... Institutionen und Behörden auf die biologische Lösung des Problems setzen.
Die Arbeitsgruppe wird sich dagegen weiterhin dafür einsetzen, dass die noch lebenden Betroffenen die Wiedergutmachung in den Formen erfahren, wie sie im Forderungskatalog der Arbeitsgruppe aufgelistet sind. Dieser ist unter dem Homepage-Button „Forderungen an ESV“ dargestellt.
Aus der Stellungnahme der FAG JHH 2006 zum Erscheinen des Buches „Gewalt in der Körperbehindertenhilfe –
Das Johanna-Helenen-Heim in Volmarstein, 1947-1967“

Auszug aus einem Brief an Bundestagspräsident Norbert Lammert vom 28. 04. 2009

"Zu den einzelnen Misshandlungen und Straftaten z. B.:
-  Hiebe mit dem Krückstock auf den Kopf, gegen den Rücken, in die Kniekehle
-  Schläge mit den Fäusten auf den Kopf, ins Gesicht, auf die Ohren
-  kindlichen Körper gegen Heizungsrohre schleudern
-  Aufschlagen des Kopfes auf die Pultplatte bzw. Einquetschen zwischen die Flügel der klappbaren Schultafel
-  Traktieren der "Eckensteher" mit dem Stock - wenn sie gefallen sind - solange, bis sie wieder aufstanden
-  Zwangsfütterung (selbst des Erbrochenen)

Weitere Gewalttätigkeiten bestanden in der Ausübung psychischer Gewalt z. B.:
-  Kleinkinder mit dem "Bullemann" oder der Leichenhalle drohen
-  Kleinkinder und andere Kinder in permanente Angstzustände versetzen durch Drohungen, unangekündigte Schläge, Schlafentzug, unkontrollierte Gefühlsausbrüche
-  Isolationsfolter, stundenlanges, tagelanges, wochenlanges Einsperren in Badezimmer, dunklem Abstellraum oder Wäschekammer - oder im Urlaub in einem leeren Zimmer
-  Aufforderung an einzelne Kinder, andere Kinder zu schlagen.

Sexueller Missbrauch z. B.:
-  Zur-Schau-Stellung der sekundären Geschlechtsmerkmale
-  Stimulierung und Erregung von Jugendlichen unter Einsatz des Waschlappens und Seife, wobei die direkte Berührung mit den Händen nicht ausgenommen war
-  Fortführung dieser Stimulierungen bis zum Erguß
-  Aufforderung an junge Diakonische Helferinnen, die Erregung bei Jungen zu beobachteten
-  Anschließende Bestrafung dieser Jungen, weil sie angeblich "Schweine" seien.
-  Untersuchung der Brüste und des Intimbereiches auf Weiterentwicklung, wobei vordergründig Büstenhalter angepasst werden sollten“

 

Liebe ehemalige Mitschüler, liebe ehemalige Mitschülerinnen!

Liebe Besucher/innen dieser Homepage!

Darf man Mißhandlungen so deutlich beschreiben, wie wir es in unserem Brief an den Bundestagspräsidenten getan haben? Vor vier Jahren - es ging um unsere Stellungnahmen zur „Volmarsteiner Erklärung“ der ESV - standen wir vor einem ähnlichen Problem. Anhand von Paragraphen aus dem Strafgesetzbuch machten wir viele Gewalttaten als „Verbrechen“ fest. „Darf man das als ‘Verbrechen’ ausdrücken?“, wurde ich gefragt.

Ja, man muß es. Denn es geht um die Taten und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Opfer. Es geht um die zerstörten oder manipulierten Biographien; darum, daß das Leben einiger Klein- und Schulkinder heute sicher anders verlaufen wäre, wenn sie diese „Hölle von Volmarstein“ nicht durchlitten hätten. Sie wären nicht auf medizinische Hilfe, auf psychologische Hilfe und auf finanzielle Hilfe der Solidargemeinschaft angewiesen.
 

Es geht aber auch um die Täter. In dem Buch „Gewalt in der Körperbehindertenhilfe …“ werden sie namentlich genannt:

Gertraude Steiniger (Lehrerin)

Ewald Friedrichs (Lehrer und Rektor)

Erika Severin (Lehrerin)

Martha Statz (Diakonisse)

Elise Dickschat (Diakonisse)

Eugenie Zoller, genannt „Jenny“ (Diakonisse)

Dr. Alfred Katthagen, erst Oberarzt, dann Chefarzt der Orthopädischen Klinik Volmarstein.

Sie haben, einige mehr, andere weniger, behinderte Kleinkinder und Schulkinder mißhandelt oder wurden an ihnen zu Verbrechern.
 

Und es geht um jene Institutionen, die in der Aufsichtspflicht völlig versagt haben:

Die Hausleitung des Johanna-Helenen-Heims Diakonisse Elfriede Kehler-Hoffmann

Die Anstaltsleiter Pastor Hans Vietor, Pastor Ernst Kalle und Rudolph Lotze

Die Mitarbeiter/innen der Orthopädischen Anstalt Volmarstein, die das Leid der Kinder sahen und schwiegen

Das Jugendamt und das Vormundschaftsamt Volmarstein

Die Verwaltung Volmarstein mit ihrem Bürgermeister Henning

Das Jugendamt des Ennepe-Ruhr-Kreises

Der Landschaftsverband Rheinland

Das Landesjugendamt Rheinland

Der Landschaftsverband Westfalen

Das Landesjugendamt NRW

Die Landesregierung NRW

Die Innere Mission der Evangelischen Kirche von Deutschland, heute Diakonie Bundesverband (Diakonisches Werk).


Wenn die Runden Tische 1 (Dr. Antje Vollmer) und 2 (Dr. Christine Bergmann) ihre Beschlußempfehlungen an die Bundesregierung und/ oder an den Bundestag formulieren, dann haben sie die Pflicht, auch die oben aufgeführten Verbrechen und Brutalitäten zu berücksichtigen.

Dabei fordert die „Freie Arbeitsgruppe JHH 2006“ aber auch, daß Begriffsklitterungen im Kontext von Geschichtsklitterungen unterlassen werden. Im Johanna-Helenen-Heim hat Zwangsarbeit stattgefunden. Beispiel ist die Zwangsarbeit eines 9-jährigen Mädchens, auf unserer ersten Homepage und im Buch der Historiker dokumentiert. Völlig außer Zweifel steht heute, daß im Johanna-Helenen-Heim massivste Menschenrechtsverletzungen stattgefunden haben. Wer immer noch daran zweifelt, ist moralisch unanständig.

Bei der Beschlußempfehlung der Runden Tische geht es nicht mehr nur um Entschuldigungen. Nach 4 Jahren Wartens haben die in der Rechtsnachfolge stehenden Verantwortlichen in Kirche und Staat diese Chance verwirkt. Darauf können die meisten Heimopfer heute verzichten, weil nach so langer Zeit diese wohl kaum noch glaubwürdig erscheinen kann. Die Evangelische Stiftung Volmarstein (ESV), vertreten durch ihren Vorstandssprecher Pfarrer Jürgen Dittrich, hat sich entschuldigt. Es ist Dittrich, der durch Worte, Veröffentlichungen und Taten vermittelt, daß diese Entschuldigung glaubhaft ist.

Heute geht es um Wiedergutmachung und vor allem um Wiedergutmachung. Sie soll anstrengen und wird evtl. sogar wehtun. Die Verbrechen an den behinderten Klein- und Schulkindern haben ihnen wehgetan. Sie muß auch Geld kosten, weil Täter und Weggucker behinderte Kinder in die Armut trieben. Und die Wiedergutmachungsbemühungen werden erst dann zuletzt glaubwürdig, wenn den damaligen Opfern ein weiterer Heimaufenthalt erspart wird. Schon der Gedanke daran macht die meisten erneut zu Opfern!

Wir rufen die einzelnen Behörden und Rechtsträger auf, sich zusammenzufinden und endlich solche Konzepte der Wiedergutmachung zu erstellen und umzusetzen, die über die Wiedergutmachungsbemühungen der ESV und auch über evtl. vorhandene Pflichtleistungen hinausgehen. Die ESV kann die Last nicht allein schultern.

Deshalb fordern wir einen „Runden Tisch Volmarstein“ Nicht erst nach den Abschlußberichten, sondern sofort!!!

Ihr,

die Landschafsverbände,

die Evangelische und Katholische Kirche,

die Caritas und das Diakonische Werk,

die Stadtverwaltung Wetter,

die Sozialverwaltung Ennepe-Ruhr-Kreis,

entscheidungsbefugte und kompetente Vertreter der Landesregierung NRW,

habt die Pflicht zur Teilnahme am „Runden Tisch Volmarstein“.

Nicht erst nach den Abschlußberichten, sondern sofort! Das seid Ihr Euren Opfern schuldig. Die Evangelische Stiftung Volmarstein ist aufgerufen, zu diesem „Runden Tisch Volmarstein“ einzuladen. Aus diesem Grunde trägt eine der ersten Seite unserer neuen Homepage die Seitenbezeichnung „Runder Tisch Volmarstein“.
 

Die erste Homepage (www.gewalt-im-jhh.de) bleibt im Netz. Sie ist ein Zeitdokument. Sie soll wenigstens weitere 20 Jahre im Netz bleiben. Sie soll der Forschung, der Lehre, der Erinnerung und der Mahnung dienen.

Auf den zukünftigen Seiten „Blick über den Tellerrand“ werden nur noch solche Dokumente veröffentlicht, die der längerfristigen Archivierung bedürfen. Andere Tagesmeldungen werden im Blog

 www.gewalt-im-jhh.over-blog.de/

zu finden sein. Blogs sind leichter und schneller zu aktualisieren. Dieses „Internet-Tagebuch“ ist ab sofort einsehbar.

Auf dieser zweiten Homepage geht es nicht mehr so sehr um die Evangelische Stiftung Volmarstein. Sicher werden wir beispielsweise über den Bau und die Einweihung des „Marianne-Behrs-Hauses“ berichten, auch über gemeinsame Sitzungen und weitere Vereinbarungen. An dieser Stelle ist es uns aber wichtiger, aufzuzeigen, wie Kirche, Staat und Gesellschaft mit der dunklen Geschichte der 50er bis 70er Jahre umgehen und wie sie den Forderungen nach Wiedergutmachung begegnen.

Freie Arbeitsgruppe JHH 2006
i.A. Helmut Jacob
(Gruppensprecher)