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Sexuell motivierte Verbrechen im Johanna-Helenen-Heim

Auszug aus einer Email an die Gruppenmitglieder am 04. April 2012

Sexuelle Gewalt im Johanna-Helenen-Heim

Das Thema ist nicht aufgearbeitet, weil es mit Tabus behaftet ist und die direkte Schamschwelle der Betroffenen berĂŒhrt. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass sexuelle Gewalt nur in EinzelfĂ€llen stattgefunden hat. Sie wird in irgendwelcher Form tĂ€glich und zumindest an den Badetagen stattgefunden haben. In drei Kindheitserinnerungen sind solche Übergriffe teils klar beschrieben. Unstreitig ist, dass der Schulleiter F. sich an Kinder vergriffen hat oder bei entsprechenden Handlungen zugeschaut hat. Nach erscheinen des Buches haben sich vier weitere ehemalige SchĂŒler/innen gemeldet, die unter sexueller Gewalt litten. Es sind Opfer bekannt, die zum Zwecke sexueller Handlungen an Schwestern missbraucht wurden. In einem Fall sollte der Junge, allerdings noch im vorpubertĂ€ren Stadium immer mal wieder eine Schwester penetrieren. Er wurde nicht gezwungen, den Geschlechtsakt zu versuchen. Anscheinend reichte dieser Schwester der direkte Kontakt des Jungen im Intimbereich der Schwester. Dieser Junge wird sich nicht melden. VerstĂ€ndlicherweise. Schon zu der Zeit, er war etwa 11, 12 Jahre alt, ist er psychisch mit dieser Situation völlig ĂŒberfordert gewesen und kam jedes Mal völlig verwirrt aus dem Schwesternzimmer zurĂŒck.

Im Laufe der Recherchen fĂ€llt auf, dass Schwester J. gern pubertierende Jungen sexuell demĂŒtigte und zu Kindern darunter durchaus ein liebevolles VerhĂ€ltnis aufbauen konnte. Durch die Recherchen der Historiker Schmuhl/Winkler wissen wir, dass die Schwestern auf der Flucht wohl mehrmals vergewaltigt wurden. Der Hass auf MĂ€nner muss darum besonders tief gesessen haben.

Jetzt wird mir die Beobachtung immer klarer, die ich an einem Badetag machte. FĂŒr ein Buchvorhaben Ende der 70er Jahre habe ich diese Begebenheit aufgezeichnet (Ulrich Bach wurde ĂŒbrigens von mir verdonnert, alle meine Artikel zu lesen, was er selbstverstĂ€ndlich tat und die er immer wieder hilfreich kommentierte). Sie war mir zu der Zeit noch taufrisch in Erinnerung.

An diese Stelle meiner Email fĂŒgte ich aus der Erinnerung die Beobachtung eines offensichtlichen sexuellen Missbrauchs eines pubertierenden Jungen durch Schwester Jenny ein. Inzwischen habe ich in meinen Aufzeichnungen das Original gefunden.  Mitte der siebziger bis achtziger Jahre begann ich, meine Kindheitserlebnisse nieder zu schreiben. Anlass war die Aufforderung eines Arbeitskollegen. Sie dĂŒrften nicht in Vergessenheit geraten meinte er. Ulrich Bach half mir seinerzeit, die Texte zu korrigieren und stand mir auch sonst beratend zur Seite. Hier das Original dieses Kapitels, nachtrĂ€glich gekĂŒrzt, um keine voyeuristischen Blicke zu provozieren.

Gewalt gegen behinderte Kinder
„Das glaubt doch heute keiner mehr...“ - Ein Zeitdokument
...
Wir lebten - es war um 1960 - auf einer Kinderstation und jeder Donnerstag war unser „Badetag“. Alle 24 Jungen, von 6 bis 18 Jahren Alter, mußten in die Wanne. Sie wurden hintereinander von Schwester Waltraud und Schwester Else gebadet und das mit Kernseife. Auch diejenigen, die sich selbst baden konnten, kamen unter Schwester Waltraud’s Schrubber, eine BĂŒrste, mit der sie hernach auch die Wanne zu sĂ€ubern pflegte.
Beim Baden der Jungen war Schwester Waltraud sehr aktiv. Den Wolfgang schrubbte sie mit einer besonderen Inbrunst. Sein RĂŒcken war schon ganz rot und seine ziemlich behaarte Brust ebenfalls. Nun legte sie die BĂŒrste ab und langte an seine Geschlechtsteile. Mit Kernseife und Lappen und oft auch ohne Lappen schrubbte sie zwischen seinen Schenkeln hin und her, durch die Behaarung, an den Hoden entlang. Sie nahm das Glied in den Lappen und wusch mit einer IntensitĂ€t, die manchen Jungen zum Kichern brachte, weil bei ihnen selbst diese Prozedur „ruckzuck“ ging. Nur Wolfgang kicherte nicht. Er hatte eine rote „Bombe“. Mir schien, es war ihm alles sehr peinlich. Denn er konnte nicht verhindern, was sich an ihm gegen seinen Willen regte und bewegte. Doch Schwester Waltraud ließ nicht nach.
Weshalb wĂ€scht die uns da unten, das können wir doch selbst?, dachte ich mir oft. Denn die Else tat das nie. Aber mehr Gedanken darĂŒber verlor ich nicht. Schwester Waltraud badete eben da unten. Und das war so, basta. Nur eins fiel mir auf: Schwester Else erledigte das da unten viel schneller, wenn sie doch einmal dort wusch, zum Beispiel bei denen, die es nicht ohne Hilfe konnten. Einmal mit dem Lappen durch die Beine, fertig. Man meinte oft, Schwester Else schließt dabei die Augen. Mit dem Po und dem RĂŒcken war auch Waltraud schnell fertig. Aber „da unten“ fummelte sie immer besonders lange herum. Noch dachte ich nichts Verwerfliches dabei. Als sich bei Wolfgang einiges bewegte und er mit hochrotem Kopf in der Wanne stand, dachte ich mir auch nicht viel. Zwar las ich oft heimlich die „Bravo“, die irgend ein Junge immer hatte. Ich las auch die Briefe darin an Dr. Christoph Vollmer und war von seinen Antworten sehr angetan. Daher wußte ich, daß ein Glied auch ‚mal hart werden kann. Aber was das mit dem Baden zu tun hat, diese Verbindung kriegte ich nie hin.
Nachdem Schwester Waltraud die Waschprozedur beendet hatte, stieg Wolfgang aus der Wanne und stand nun mitten unter uns. Der „Pillermann“, so nannten wir Jungen unser „Ding“, hing wieder herunter. Schwester Waltraud schnappte das Handtuch. Alle HandtĂŒcher waren gleich. Weiße Farbe und in der Mitte große Buchstaben: der Name der Anstalt.
Jetzt trocknete sie ihn ab: die Haare, den RĂŒcken, den Po. Dabei mußte sich Wolfgang vornĂŒber beugen. Die Beine kamen dran, das Gesicht und der Bauch. Und nun wurde Waltraud wieder emsig. Sie trocknete sein Glied, fuhr hin und her, rieb hier und da. Dann nahm sie das Glied in beide HandtuchhĂ€nde und rubbelte wie wild. Wolfgang sah weg, denn jetzt passierte wieder etwas, wofĂŒr er nichts konnte.
Jetzt beugte sich Schwester Waltraud tief nach unten und ihr Kopf befand sich in Höhe des Bauches. Sie schien eine Entdeckung gemacht zu haben: „Was hast Du denn da unten?“, herrschte sie Wolfgang an und - wir konnten nichts erkennen - zerrte ihn ans Fenster. Es war ein großes Fenster, welches das gesamte große Badezimmer, in dem links 2 Wannen, daneben 3 Toiletten und gegenĂŒber etwa 10 Waschbecken untergebracht waren, in helles Licht tauchte.
Mit allen fĂŒnf Fingern einer Hand schob sie Wolfgangs Vorhaut zurĂŒck. ... „FrĂ€ulein Monika, sehen Sie sich das doch ‚mal an!“, rief Waltraud . FrĂ€ulein Monika eilte heran. Sie war Diakonische Helferin im Heim. Heute schĂ€tze ich sie auf damals 18 Lenze. Monika guckte und wurde rot. Wir feixten. „Sehen Sie diesen Belag?“, wollte Waltraud von ihr wissen. Sie sah ihn - oder auch nicht. Denn oft schaute sie zur Seite. „Und hier, - fĂŒhlen Sie ‚mal die Knoten da unten.“ Waltraud machte ihr dies vor. Sie fĂŒhlte bei Wolfgang rund ums Glied und dieses wollte nicht mehr ‚runterhĂ€ngen. „FĂŒhlen Sie ‚mal!“, wurde Waltraud nun bestimmender. Monika fĂŒhlte, aber nur ganz oberflĂ€chlich und schnell. Und ob sie dabei auch hinschaute, war nicht klar auszumachen. Nur, daß sie ganz rot im Gesicht war und wir lauter feixten. Waltraud zu uns: „Ihr kriegt gleich Eure Tracht, wenn Ihr nicht aufhört!“ Ihre SchlĂ€ge waren gefĂŒrchtet und auf der Stelle kehrte eisige Stille ein. Nur einer machte noch eine Bemerkung, die ich jedoch nicht verstand. Anders Schwester Else; sie meinte bestens verstanden zu haben. „Ich beklopp’ Dir die Schnute!“, ereiferte sich Else. Dann sprach Waltraud wieder: „Achten Sie in Zukunft darauf, daß Bunsen sich anstĂ€ndig wĂ€scht, sonst kriegt er ‚ne EntzĂŒndung“. Monika nickte und war sehr schnell weg. Wolfgang durfte in die Schlafanzughose steigen.
An „Badetagen“ ging es schon um 17.00 Uhr ins Bett. In 4 Zimmern lagen etwa 24 Jungen. In meinem 6, nebenan 8. Links neben meinem Zimmer befand sich das Badezimmer. SchrĂ€g gegenĂŒber von mir wohnte Schwester Waltraud , links daneben Schwester Else und daneben ein „Bruder“. So nannten alle die DiakonenschĂŒler. Ich lag unten an der TĂŒr, links an der Wand zum Badezimmer. Vor mir lag Gerd, ein kleiner Junge. Einmal hatten Gerd und ich Zimmerarrest. Der Wolfgang brachte das Abendessen aus dem großen Speisesaal im Erdgeschoß zu unserer Station in den zweiten Stock. Er gab mir die gestrichenen und belegten Schnitten und dem Gerd auch. Beide unterhielten sie sich und ich begriff nicht, worĂŒber, sie flĂŒsterten.
WĂ€hrend ich die Brote kaute - es gab hartes Brot mit viel Butter, darauf Wurst oder KĂ€se - sah ich, daß Wolfgang seine Hand unter Gerds Decke hatte. „Glotz nicht so blöd, fress’ lieber weiter!“, drohte Wolfgang. Vor Wolfgang hatte ich richtig Angst. Der hatte mir ‚mal eine geschmiert, so daß ich hinflog. Ich steckte meinen Kopf in beide HĂ€nge und war trotz Angst von einer Neugierde getrieben, die ich bis dahin gar nicht kannte. Als ich merkte, daß die Beiden ihre Unterhaltung einstellten, lugte ich vorsichtig zwischen den Fingern hindurch: Der Wolfgang fummelte mit seiner Hand an dem „Pillermann“ von Gerd. ... Je lĂ€nger Wolfgang am Glied von Gerd spielte, desto grĂ¶ĂŸer wurde es. ... Nun wußte ich auch, warum der Wolfgang sich verĂ€nderte, als Schwester Waltraud ihn badete, ihn abtrocknete und als FrĂ€ulein Monika „fĂŒhlen“ mußte. Indem sie ihn wusch oder abtrocknete, massierte sie sein Glied.
Heute ist mir klar, daß Schwester Waltraud wohl ein gestörtes VerhĂ€ltnis zur SexualitĂ€t, vor allem zur eigenen, gehabt haben muß. Sie, die durch ihre Bindung an das Mutterhaus keine Beziehungen zu MĂ€nnern eingehen durfte, mangels Gelegenheit kaum konnte aber sicherlich darunter litt, erregte sich sexuell, wenn Sie einen Jungen erregen konnte und die FrĂŒchte ihrer versteckten Masturbationspraktiken sah. Was Wolfgang und andere Jungen an eigenem Leibe erfuhren, wiederholten sie in Kontakten zu Gleichaltrigen. Es wurde ein Teil der Freizeitgestaltung dieser Kinder. Wie intensiv diese Art Kontakte untereinander waren, wurde mir erst bewußt, als ich meine eigene PubertĂ€t erlebte und selbst mit Schwester Waltraud’s Waschzeremonie konfrontiert wurde.
Gelegentlich gab sie uns, den geschundenen und gedemĂŒtigten Kindern, ein GefĂŒhl der Geborgenheit. Dann legte sie MĂ€rchenplatten auf ihren alten Schallplattenapparat, oder sie bastelte mit uns und sang dabei Kirchenlieder in höchsten Tönen und mit einer Stimme, die selbst uns Kinder beeindruckte. Schwester Waltraud war der Teufel in Menschengestalt, aber sie konnte WĂ€rme vermitteln.
(Alle Namen geÀndert)