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Aktuelles von der oder über die Freie/n Arbeitsgruppe JHH - Aktuelle Themen

Ich nehme die Entschuldigung nicht an
Helmut Jacob - privates Schreiben an:
Evangelische Stiftung Volmarstein
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Es gibt keinen Schadenersatz und keine Entschädigung
http:// www.borkenerzeitung.de/nachrichten/mu ensterland_artikel,-%E2%80%9ETherapie-fang- ich-nicht-mehr-an%E2%80%9C-_arid,29981.ht ml
Infos: hier klicken PDF-Datei hier klicken

Klartext: Prof. Kappelers Rückblick auf die Arbeit des Runden Tisches Heimerzie hung
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“Wir bitten Sie deshalb, endlich Ihrer Verantwortung nachzukommen und Schmerzensgeldzahlungen zu entrichten.“
Nachdem sich die Auffassung durchgesetzt hat, dass für Schmerzensgeld- und Entschädigungsleistungen die Verursacher bzw. ihre Rechtsnachfolger zuständig sind, hat die FAG JHH 2006 ein erneutes Schreiben an die ESV geschickt und sie aufgefordert, diese Leistungen zu erbringen. Die Antwort wird hier veröffentlicht. Brief an die ESV im Original: hier klicken

Weihnachtsgruß der FAG JHH 2006 an die ehemaligen Mitschüler/Innen und die Besucher dieser Homepage
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Erinnerungen

03.08.11

Wiedergutmachung Kirche/Staat

26.08.11

Blick über den Tellerrand 6

04.02.12

Kappeler-Schäfer und andere 2

25.01.12

Runder Tisch Heimkinder

26.01.12

Runder Tisch sexueller Missbrauch

07.12.11

Meinungen

20.05.11

Offene Vorgänge

09.06.10

Runder Tisch Volmarstein (ESV)

20.02.11

Rechtsanwalt Nieporte hilft  Heimopfern

23.08.10

Presse-RF-TV-Filme

05.01.11

Marianne-Behrs-Haus

30.04.11

Runder Tisch Volmarstein

13.04.11

 JHH + Freie Arbeitsgruppe in der Presse

09.11.11

Leistungen aus dem Opferfonds Heimerziehung nur bei Verzicht auf weitere Forderungen und Rechtsmittel   hier klicken

"Ich fasse es nicht!" - Heidi Dettinger warnt vor Zeitungsenten
Vermehrt wird in der Presse auf die neuen Anlaufstellen hingewiesen, die für die Verteilung der Mittel aus dem Opferfonds zugunsten ehemaliger Heimkinder in den einzelnen Bundesländern zuständig sind. In diesem Zusammenhang schreiben die Zeitungen schlagzeilenträchtig von "Opferentschädigungen", die ab Januar dieses Jahres ausgezahlt werden. Dettinger, Schriftführerin im "Verein ehemalige Heimkinder", stellt klar: Es gibt keine Entschädigung. Hier ihr Schreiben an die Presse und andere Internetforen: Hier klicken

aus einer e-mail:
Ich schäme mich für Deutschland, solch eine Infamie ertragen zu müssen. Die Situation zeigt eine ziemliche Ausweglosigkeit für Euch. Das ich Dir das schreibe, hilft Euch auch nicht. Also: was soll ich machen und denken?
Ach ………laßt Euch einfach in den Arm nehmen und Euch sagen: Ihr seid tolle Menschen, daß Ihr an so viel Diskriminierung noch nicht untergegangen seid.”
siehe auch:
Dierk Schaefers Blog
»Fremdschämen«

Sonderseite: Wetters Bürgermeister Frank Hasenberg behauptet: Volmarstein hatte kein Jugendamt - Hier Fotos vom ehemaligen Rathaus Volmarstein
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Sprachregelung: Keine direkten Entschädigungs- zahlungen der Einrichtungen selbst. Hier Bergische Diakonie: www.rhein-berg-online.ksta.de/html/artikel/1300555264818.shtml

Dazu fällt dem Web- master nichts ein

http://www.evangelisch.de/themen/religion/pr%C3%A4ses-schnei der-im-video-zu-heimkindern-und-weihnachten29503

Die Heimerziehung der 40er- bis 70er-Jahre im Spiegel der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe - AGJ
Studie von MANFRED KAPPELER, Berlin
hier klicken

Wenn der Entschuldigung Wiedergutmachung folgen soll, vergißt manch Frommer seinen Titel. So auch der Sprecher der Diakoniestiftung Salem, Diakon Ulrich Strothmann. Er hat auf den Brief eines ehemaligen Heimkindes geantwortet. Wie, das liest man nach dem Klick hier.

Lieber einen Spatzen in der Hand als eine Taube auf dem Dach? Abstimmungsergebnis des Vereins ehemaliger Heimkinder (VeH) liegt vor. Hier klicken und bis Ende scrollen

Worthülsen oder glaubwürdige Verlautbarungen? FAG fragt nach:

06. Februar 2011 Brief an:

Evangelische Kirche in Deutschland, 30419 Hannover, Fax: 0511 / 27 96 – 707

Diakonisches Werk Deutschland, 14195 Berlin, Fax: (030) 83001-222, E-Mail: diakonie@diakonie.de

Landschaftsverband Westfalen-Lippe, 48133 Münster, Fax: 0251 591-218, E-Mail: wolfgang.kirsch@lwl.org

Landschaftsverband Rheinland, 50679 Köln, Fax: 0221 / 809 - 22 00, E-Mail: post@lvr.de

Kreisverwaltung Ennepe- Ruhrkreis, e-Mail: verwaltung@en-kreis.de

Wetter (Ruhr), 58300 Wetter (Ruhr), Herrn Bürgermeister Frank Hasenberg, Kaiserstr. 170, Fax: 02335/840102

Evangelische Stiftung Volmarstein, Herrn Pfarrer Jürgen Dittrich, Telefax: 02335639119

 

Abschlußbericht des „Runden Tisches Heimerziehung“ – Welche Konsequenzen ziehen Sie daraus für die behinderten Heimopfer?

Sehr geehrte Damen und Herren!

Zu Beginn des neuen Jahres ziehen wir Bilanz und schauen auf Ergebnisse, Forderungen und Hoffnungen des vergangenen Jahres.

Da macht sich zunächst Ent-Täuschung breit. Den vielen öffentlichen Voten des Bedauerns, der Entschuldigung und möglicher Entschädigungen folgten bisher keine Taten.

Wir zitieren:

Landschaftsverband Westfalen-Lippe:

"Wir bekennen uns zu unserer Schuld. Wir sind unserer Verantwortung nur unzureichend nachgekommen“

http://www.westline.de/lokales/muenster/nachrichten/lnrn/Tausende-Heimkinder-misshandelt-LWL-bittet-u m-Entschuldigung;art1789,351312

"Wir können nichts ungeschehen machen, aber versuchen, den Betroffenen so gut es geht zu helfen"

http://www.nw-news.de/owl/4088219_Landschaftsverband_entschuldigt_sich_bei_Heimkindern.html

Landschaftsverband Rheinland

Die rheinischen Kommunalpolitikerinnen und -Politiker drücken in der Resolution ihr "tiefstes Bedauern" aus und die Versammlung "entschuldigt sich bei allen ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohnern, die körperliche und psychische Demütigungen erlitten haben".

http://www.report-k.de/content/view/21809/127/

Ennepe-Ruhr-Kreis, Kreisverwaltung, im Schreiben vom 22. 05. 2009

"Der Einsatz für Menschenrechte, vor allem die Rechte von Behinderten, ist von zentraler Bedeutung für mich und meine politische Arbeit. Daher begrüße ich ausdrücklich Ihre Initiative, die damaligen Geschehnisse aufzuklären, zu dokumentieren und sich für die Opfer einzusetzen."

http://gewalt-im-jhh.de/Was_wir_wollen_-_zwischen_Ents/EN-Kreis_220509.jpg

Wetter (Ruhr), Stadtverwaltung, im Schreiben vom 3. 06. 2009

"Dennoch möchte ich es nicht versäumen, mich des Schicksals anzunehmen und auf diesem Wege meine aufrichtige Anteilnahme auszusprechen."

http://gewalt-im-jhh.de/Was_wir_wollen_-_zwischen_Ents/Wetter_nicht_zustaedig_030609.jpg

Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)

 „Ich bitte die Opfer um Vergebung und halte fest: Kein Mensch hat das Recht, im Namen Gottes Gewalt auszuüben.“

http://www.diakonie.de/agenturmeldungen-190-ekd-ratsvorsitzender-dringt-auf-rasche-entschaedigung-75 47.htm

Der Präses….bat die Missbrauchs-Opfer «um Entschuldigung für alle Gewalt, die Menschen in kirchlichen und diakonischen Einrichtungen zugefügt wurde».

http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1294060149153.shtml

Evangelische Stiftung Volmarstein

... kann ich mich auf diese Weise nur mit tiefem Bedauern und großer Betroffenheit dafür entschuldigen, dass Sie in der genannten Zeit Repressalien ausgesetzt waren, wie sie in der Dokumentation nachzulesen sind.“

http://gewalt-im-jhh.de/Gewalt_in_der_Korperbehinderte/gewalt_in_der_korperbehinderte.html

Sind diese, im Internet und auf unserer Homepage dokumentierten Äußerungen ernstgemeinte Worte oder sind sie auch wieder nur Worthülsen, wie wir sie schon zu oft ertragen mussten?

Diese Frage drängt sich uns geradezu auf.

Am 20. Dezember des vergangenen Jahres schrieben wir Ihnen diesbezüglich einen Brief. Zu unserer Erschütterung müssen wir feststellen, dass bis heute nicht ein einziger Adressat reagiert hat. So müssen wir annehmen, dass es sich bei den öffentlichen Äusserungen von Kirchen, staatlichen und Landes-Behörden bis hin zur komunalen Verwaltung nur um Lippenbekenntnisse handelt.

Die Evangelische Stiftung Volmarstein hat allerdings erste Aktionen zur Wiedergutmachung umgesetzt. Weitere Maßnahmen werden nötig sein, weil - wie Ihnen nach Beendigung des Runden Tisches Heimerziehung endgültig bekannt geworden ist – Volmarsteiner Heimopfer keine Wiedergutmachungsleistungen aus dem Opferfonds erwarten können. Zwar hat Pfarrer Dittrich, Vorstandssprecher der Evangelischen Stiftung Volmarstein, öffentlich gefordert, dass auch die behinderten Heimopfer aus Volmarstein von dem Opferfonds profitieren, aber derartiges liegt in weiter Ferne. Außerdem ist es den Opfern nach bald 5 Jahren Auseinandersetzung mit den an ihnen begangenen Verbrechen längst nicht mehr zuzumuten, weitere taktische Verhandlungen abzuwarten. Den damaligen Jungen und Mädchen, die besonders schlimm leiden mussten und deren Leben teilweise verpfuscht ist, muss nun endlich Hilfe zuteil werden. Die Hilfe ist notwendig, damit sie wenigstens einen würdevollen Lebensabend erhoffen können. Dazu reicht kein „sorry“, dazu ist finanzielle, materielle und pflegerische Absicherung und Hilfe in häuslicher Umgebung nötig.

Wir rufen Sie alle auf, nun endlich den Runden Tisch Volmarstein einzurichten und mit uns, den Betroffenen und ihren Unterstützern, an diesem Tisch zur Lösung unserer Forderungen und Probleme zusammenzuarbeiten. Wir hoffen nunmehr, in den kommenden Tagen konstruktive Mitteilungen von allen Briefempfängern zu erhalten. Sie alle stehen in der moralischen Verantwortung.

Mit freundlichen Grüßen

i. A.

(Helmut Jacob)                                                                       

      Sprecher                                                                                           

Auf das nachfolgende Schreiben, das die FAG JHH 2006 am 20. Dezember 2010 versandte, erfolgte bis zum 09. Februar 2011 nicht eine einzige Antwort.

Schreiben der FAG JHH 2006 am 20. Dezember 2010 an:

Evangelische Kirche Deutschland

30419 Hannover
Fax: 0511 / 27 96 – 707
 

Diakonisches Werk Deutschland

14195 Berlin
Fax: (030) 83001-222
E-Mail:
diakonie@diakonie.de
 

Landschaftsverband Westfalen-Lippe

48133 Münster
Fax: 0251 591-33 00
E-Mail:
lwl@lwl.org
 

Landschaftsverband Rheinland

50679 Köln
Fax: +49 (0) 221 / 809 - 22 00
E-Mail:
post@lvr.de
 

Kreisverwaltung Ennepe- Ruhrkreis

e-Mail: verwaltung(at)en-kreis.de
 

Stadtverwaltung Wetter (Ruhr)

58300 Wetter (Ruhr)

Kaiserstr. 170

Fax: 02335/840102

 

Evangelische Stiftung Volmarstein

Herrn Pfarrer Jürgen Dittrich

Telefax: 02335639119

 

Abschlußbericht des „Runden Tisches Heimerziehung“ – Welche Konsequenzen ziehen Sie daraus für die behinderten Heimopfer?

Sehr geehrte Damen und Herren!

Inzwischen dürfte auch Ihnen der Abschlußbericht des „Runden Tisches Heimerziehung“ vorliegen. Sie können diesem Abschlußbericht entnehmen, dass der „Runde Tisch Heimerziehung“ nicht für die behinderten Kinder und Schüler zuständig ist, die Opfer von

Gewalt wurden. Zwar ist dies schon seit über einem Jahr bekannt, aber Sie haben immer wieder auf den Runden Tisch verwiesen und wollten abwarten. Nun ist der Abschlußbericht geschrieben.

Es stellt sich die Frage, in welcher Weise Sie nun die Heimopfer für die ihnen zugefügten Verbrechen entschädigen. Die Resolution der Freien Arbeitsgruppe JHH 2006 liegt Ihnen auch bereits vor. Wir hängen sie noch mal zur Sicherheit diesem Schreiben an.

Es geht uns darum, dass die Kinder nach ihrer verpfuschten Kindheit wenigsten einen Lebensabend in Würde verbringen können. Sie haben kaum eine Schulausbildung machen, haben teilweise keine Berufsausbildung machen können, wurden durch die erlittenen Erfahrungen in eine völlig andere Lebensplanung gezwängt. Sie sind heute großteils arm und auf Sozialhilfe angewiesen. So erwarten wir eine Opferrente ohne Anrechnung auf soziale Leistungen, damit die Opfer die letzten Jahre ihres Lebens erträglicher erleben.

Eine wichtige Forderung ist auch die nach Verhinderung einer erneuten Heimeinweisung. Es ist also notwendig, dass Regelungen geschaffen werden, die im Rahmen des Assistenzmodells einVerbleib in häuslicher Umgebung sichert. Dies bedeutet, dass die Kostenträger großzügig die Anträge bescheiden, die sich auf das nötige Personal im Rahmen der Behindertenassistenz beziehen.

Bei uns haben sich etwa 25 Opfer gemeldet, die wir vertreten müssen. Inwieweit sich noch andere Opfer melden, bleibt abzuwarten. Wir erinnern an Ihre moralische Pflicht. Die Stadt Wetter, der Ennepe-Ruhr-Kreis, die Landschaftsverbände und die damaligen Anstaltsleiter und Pfarrer Vietor, Kalle und Lotze der damaligen Orthopädischen Anstalten Volmarstein haben in der Aufsichtspflicht versagt, bzw. haben diese Aufsichtspflicht überhaupt nicht wahrgenommen. Für die Kirche gilt, dass diese Verbrechen unter evangelischem Dach geduldet wurden.

Wir hoffen nun für die Heimopfer, dass Sie in kürzester Zeit mit dem Vorstandssprecher der Evangelischen Stiftung Volmarstein, Herrn Pfarrer Dittrich, zusammentreffen, um mit ihm zu erörtern, in welcher Form sie in einer gemeinsamen Aktion den behinderten Opfern Wiedergutmachung leisten. Wir weisen schon heute darauf hin, dass wir analoge Widergutmachungsleistungen in der Form, wie sie der Runde Tisch Heimerziehung vorschlägt, der finanziellen Höhe nach nicht akzeptieren werden.

Wir hoffen sehr, im Januar von allen in der Adresse aufgeführten Einrichtungen eine konkrete Stellungnahme zu erhalten.

Mit freundlichen Grüßen                                                                        

„Es macht wütend“ – Behinderte Heimopfer lehnen Entschuldigung der Evangelischen Kirche ab Link

Schlussbericht des „Runden Tisches Heimerziehung“ in Berlin

 Pressemitteilung der Freie Arbeitsgruppe JHH 2006“ (FAG JHH 2006)

Die FAG JHH 2006 versteht sich als Interessenvertretung behinderter Opfer von Gewalt und Verbrechen in den drei Nachkriegsjahrzehnten in den Orthopädischen Anstalten Volmarstein, heute Evangelische Stiftung Volmarstein in Wetter (Ruhr). Weil andere Behinderteneinrichtungen erst vor dem Beginn oder im Anfangsstadium der Aufarbeitung der Ereignisse stehen, ist sie auch so lange Stimme für die dortigen Heimopfer, bis diese sich selbst organisiert haben.

Der „Runde Tisch Heimerziehung“ in Berlin, unter Vorsitz von Dr. Antje Vollmer, hat in seinem Abschlussbericht laut Presseinformationen vom 10. Dezember dieses Jahres folgende Empfehlung an den Deutschen Bundestag gerichtet:

Einrichtung eines Fonds in Höhe von 120 Millionen Euro mit der Willensbekundung zur Aufstockung bei Bedarf. Aus diesem Fonds sollen entgangene Rentenansprüche für Jugendliche bezahlt werden, die in den Nachkriegsjahrzehnten in Erziehungsheimen Zwangsarbeit geleistet haben. Außerdem sollen Therapien für Traumatisierte finanziert werden. Ob behinderte Heimkinder und –jugendliche von dem Opferfonds profitieren, ist ungeklärt.

Die FAG JHH 2006 teilt hierzu mit:

Sie empfindet es nach wie vor als einen besonderen Skandal von weiteren Skandalen im Rahmen der Aufarbeitung der Verbrechen an ehemaligen Heimkindern, dass die Gruppe der behinderten Heimopfer brüsk ausgeschlossen wurde:

Schreiben des Runden Tisches vom 21. April 2009

Die FAG JHH 2006 hat betont, dass auch in Behinderteneinrichtungen Erziehung stattgefunden hat und der Beschluss des Bundestages zur Einrichtung des „Runden Tisches Heimerziehung“ den Ausschluss der Heimerziehung in Behinderteneinrichtungen für Kinder und Jugendliche nicht vorsieht. Auf die Frage nach Belegen für einen möglichen Ausschluss hat der Runde Tisch nicht mehr reagiert.

Die FAG JHH 2006 empfindet es ebenfalls als Skandal, dass die Verbrechen an Säuglingen und Kleinkindern keine Aufarbeitung erfahren haben. In den damaligen Orthopädischen Anstalten Volmarstein wurde Gewalt auch an Kleinkindern verübt. Ebenso ist es ein Skandal, dass die Misshandlungen an zum Teil zwangsweise in die Psychiatrie eingewiesene Kindern und Jugendlichen nicht aufgearbeitet wurden.

Die FAG JHH 2006 betrachtet den „Runden Tisch Heimerziehung“ als eine Farce. So hat der Runde Tisch durchgängig Stellungnahmen vermieden, die zu einer spürbaren Verbesserung der finanziellen Situation ehemaliger Heimkinder hätten beitragen können. Da die Fakten weitgehend von Beginn an bekannt waren, haben wir den Eindruck, daß hier Zeit geschunden wurde, in der die Zahl der Anspruchberechtigten durch Tod minimiert wurde. Doch wahrscheinlich ist das nur ein (willkommener?) Nebeneffekt.

Die FAG JHH 2006 verurteilt das Verhalten der evangelischen und der katholischen Kirche und ihrer Verbände Caritas und Diakonie. Die Kirchen und ihre Organisationen haben sich zwar für die an ihnen anvertrauten Heimkindern und Jugendlichen verübten Verbrechen entschuldigt, weichen aber immer wieder dem Thema der Wiedergutmachung aus. Solange sie jedoch keine konkreten Wiedergutmachungsmaßnahmen vorschlagen, betrachten wir Opfer ihre Entschuldigungsformulierungen als Heuchelei.

Die FAG JHH 2006 sieht eine zusätzliche Diskriminierung behinderter Menschen, die ebenfalls in stationären Einrichtungen in unvorstellbarer Form Opfer von Gewalt und Verbrechen wurden. Für diese Gruppe gibt es zur Zeit niemanden auf der politischen oder kirchlichen Ebene, der sich darum kümmert, auch für diese Gruppe eine angemessene Entschädigung und Wiedergutmachung zu erreichen. So fühlen sich die behinderten Heimopfer in doppelter Weise misshandelt: Einmal in der Zeit zwischen 1947 bis Ende der 70er Jahre und zum anderen heute dadurch, dass zwischen ihnen und den Kindern der Heimerziehung offensichtlich ein gewollter Unterschied gemacht wird. Das kann und darf nicht unwidersprochen hingenommen werden. Es wird erwartet, dass die verantwortlichen Politiker endlich für eine angemessene Anerkennung dieses Leidens auch Menschen mit Behinderungen sorgen.

Die FAG JHH 2006 fasste am 21. 08. 2010 folgenden Beschluss:

Forderungen an Politik und Kirche:

  1. Opferrente für alle Geschädigten in Höhe von 400 € bis zum Lebensende
  2. Individuelle Wohnformsicherung (im Einvernehmen der Betroffenen) zur Verhinderung erneuter stationärer Unterbringung
  3. Nichtanrechenbarkeit jeglicher Geld- und Sachleistungen für Entschädigungen und Wiedergutmachungen auf bisherige oder zukünftige Leistungen der verschiedenen Sozialleistungsträger.

Die FAG JHH 2006 hat diesen Beschluss mit heutigem Datum noch einmal einstimmig bekräftigt. Sie nimmt in diesem Beschluss das Votum eines Gruppenmitglieds auf, das an Stelle einer monatlichen Opferrente eine pauschale Opferentschädigung in Höhe von 54.000 Euro fordert. Sie wird keine anderen Entscheidungen akzeptieren. Über die Zustände in Volmarstein liegt eine wissenschaftliche Expertise vor.* Die FAG JHH 2006 wird nicht noch einmal den Wahrheitsgehalt der Berichte und die Schäden, die aus den Misshandlungen während der Kindheit entstanden sind, überprüfen lassen. Für Opfer von Gewalt im damaligen Johanna-Helenen-Heim reklamiert die FAG JHH 2006 die volle Anspruchsberechtigung für Leistungen, sei es vom Heimträger, sei es aus einem möglicherweise eingerichteten Opferfonds, für jedes einzelne Opfer.

Wir fordern ferner die Evangelische Stiftung Volmarstein (ESV), entscheidungsbefugte Vertreter der Kirchen, der Landschaftsverbände, des Ennepe-Ruhr-Kreises und der Stadtverwaltung Wetter auf, nunmehr binnen kürzester Zeit in einen Dialog zu treten, um die drei genannten Punkte umzusetzen. Wir verweisen darauf, dass wir von der ESV bereits die Einrichtung eines „Runden Tisches Volmarstein“ gefordert und nur darum zurückgestellt haben, weil die ESV die Beschlussempfehlung des „Runden Tisch Heimerziehung“ abwarten wollte.

* Die FAG JHH 2006 begründet ihre Forderungen mit dem unvorstellbaren Ausmaß an Gewalt in dem damaligen Johanna-Helenen-Heim und in anderen Häusern oder Stationen für behinderte Kinder (Orthopädische Klinik Volmarstein, Hermann-Luisen-Haus). Diese Gewalt, die auch nach damaliger Rechtsprechung teils justiziabel war, wurde inzwischen zweifach bestätigt:

1. durch die Aufarbeitung einiger Opfer und einiger ehemaliger MitarbeiterInnen, dokumentiert auf der Homepage: http://gewalt-im-jhh.de/

2. durch die Aufarbeitung der Historiker Dr. Ulrike Winkler und Prof. Dr. Hans-Walter Schmuhl, dokumentiert in dem Buch: „Gewalt in der Körperbehindertenhilfe – Das Johanna-Helenen-Heim in Volmarstein von 1947 bis 1967“ Hans–Walter Schmuhl, Ulrike Winkler, Verlag für Regionalgeschichte, ISBN 978-3-89534-838-9

 

Freie Arbeitsgruppe JHH 2006

Erika Bach

Marianne Behrs

Klaus Dickneite

Christel Flügge

Eberhard Flügge

Helmut Jacob

Wolfgang Möckel

Horst Moretto

Karl-Joachim Twer

11. Dezember 2010

Vernichtendes Urteil über den runden Tisch
Bad Boll.  Ein vernichtendes Urteil über die Arbeit des runden Tisches für ehemalige Heimkinder fällt Dierk Schäfer aus Bad Boll. Er macht sich für die Opfer stark.
Pfarrer i. R. Dierk Schäfer, früherer Studienleiter an der Evangelischen Akademie Bad Boll und in dieser Funktion auch auf das Schicksal der Heimkinder gestoßen, hat die Kirchen vor einem Jahr wegen ihrer historischen Verantwortung zu tätiger Buße aufgerufen. Das geschah nicht. Schäfer hat auch dem runden Tisch seine Vorstellungen unterbreitet, wie eine Entschädigung aussehen sollte: Regelungen für Zwangsarbeit, die ein Teil der Heimkinder leisten musste, Therapiekosten, Schmerzensgeld und auch die Kosten für besonders qualifizierte Altenheim-Plätze für ehemalige Heimkinder hat er angemahnt - letzteres, weil die Opfer langsam ins Alter kommen und einem neuen Heimaufenthalt mit Ängsten entgegensehen.
Jetzt sieht er sich bestätigt, dass der runde Tisch wenig umgesetzt habe - "und auch das nur, nachdem die Vertreter der Heimkinder mit Auszug gedroht haben." weiter:
http://www.swp.de/goeppingen/lokales/voralb/art5775,766430

Dierk Schäfer - Perverser geht’s nicht
Hier versteckt sich ein Heim hinter seinen Opfern:
»… fachlich sei es problematisch, ehemalige Heimkinder unaufgefordert mit ihrer Vergangenheit und damit mit möglichen Traumatisierungen zu konfrontieren. Sehr viele verschwiegen ihren Ehepartnern und Kindern ihre Zeit im Heim. Sie sollten selbst entscheiden, ob sie Kontakt zu anderen Heimkindern oder direkt zur Bergischen Diakonie aufnehmen wollten.«

Ich nehme die Entschuldigung nicht an

Helmut Jacob * Am Leiloh 1 * 58300 Wetter - privates Schreiben an:

 

Evangelische Stiftung Volmarstein
Kuratorium - Aufsichtsrat - Vorstand
Hartmannstraße
58300 Wetter

Ihr Schreiben vom 12. Mai 2011

 

Vergangenheitsbewältigung ist nur dann glaubhaft, wenn man bereit ist, für die Opfer auch Opfer zu bringen.
Dipl.-Theologe/Dipl.-Psychologe Dierk Schäfer
http://
dierkschaefer.wordpress.com/2010/07/25/ein-neues-stuttgarter-schuldbekenntnis/

Die dritte Demütigung
Missbrauchte Heimkinder haben Respekt verdient. Und Geld.
Was kostet ein verpfuschtes Leben? Wie viel Geld braucht es, um das Unrecht, das zahllosen Heimkindern im Deutschland der fünfziger und sechziger Jahre zugefügt wurde, zu sühnen? Und ist Sühne überhaupt möglich? Es ist das selbe Dilemma, das sich auch im Streit um die Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern gestellt hat: Was geschehen ist, lässt sich nicht mit Geld aus der Welt schaffen. Und doch können finanzielle Hilfen für die Opfer auch noch nach Jahrzehnten ein Weg sein, die Vergangenheit erträglicher zu machen. Im Fall der Heimkinder sind solche Zahlungen sogar unumgänglich. ...
Gibt es am Ende gar kein Geld für die Heimkinder? Das wäre nach dem Missbrauch und dem jahrzehntelangen Schweigen darüber die dritte Demütigung für die Opfer.
http://
www.zeit.de/2010/50/P-Missbrauch-Kinder

Viele ehemalige Heimkinder leiden bis heute unter den traumatischen Erlebnissen ihrer Schulzeit. Sie brauchen Geld, für Therapien oder weil sie, so die bittere Ironie der Geschichte, nicht selten in ähnlich prekären Verhältnissen leben, derentwegen sie die Jugendämter seinerzeit in Heime abgeschoben haben. Es werden erhebliche Summen sein müssen, wenn sie die Folgeschäden der Heimunterbringung dieser Menschen wirksam lindern sollen – in Einzelfällen auch mehr als hunderttausend Euro.
http://
www.zeit.de/2010/50/P-Missbrauch-Kinder?page=2

„Wenn das bestehende Recht nicht ausreichen sollte, angemessene Entschädigungen zu zahlen, stehen deshalb die Träger der Heime in der moralischen Pflicht, über eigene Modelle der Hilfe nachzudenken. Denn eines darf nicht sein: dass nach Jahrzehnten des Unter-den-Teppich-Kehrens die letzte Chance vertan wird, den immer älter werdenden Opfern Gerechtigkeit wiederfahren zu lassen.“
http://www.presseportal.de/pm/58964/1354765/neue_osnabruecker_zeitung

Sehr geehrte Damen und Herren,

fünf Jahre hat es gebraucht, bis die Verbrechen an den Hilflosesten der Gesellschaft, nämlich an behinderten Klein- und Schulkindern, ansatzweise aufgearbeitet werden konnten. Viele Verbrechen bleiben in ihrer Häufigkeit im Dunkeln. So beispielsweise das Leid der Kleinkinder auf der Kleinkinderstation, die Gewalt gegen Kinder in anderen Häusern und die sexuelle Gewalt. Zu wenig Opfer der Orthopädischen Anstalten Volmarstein (OAV) haben den Mut gefasst, ihr Leiden auszusprechen. Viele von ihnen haben auch gesagt: „Das bringt sowieso nichts“. Wir wissen von Ehemaligen, die unermessliche Gewalt ertragen mussten. Sie äußern sich nicht. In diesem Zusammenhang denke ich an „Jaschko“, dem die Sadistin Gertraude Steiniger ihren Gehstock, der ihre Behinderung ausgleichen sollte, so ins Kreuz schlug, dass dieser schwere Stock zerbrach.

Am 19. März 2006 begann durch einen Leserbrief der Aufarbeitungsprozess.
http://gewalt-im-jhh.de/Wie_alles_begann_-_Presseberic/wie_alles_begann_-_presseberic.html

Erst dreieinviertel Jahre später hat die Evangelische Stiftung Volmarstein (ESV) den Mut zu einer scheinbar aufrichtigeren Entschuldigung gefunden.
http://gewalt-im-jhh.de/-_Entschuldigung_ESV/-_entschuldigung_esv.html

Die Entschuldingungsformulierungen des vorherigen Stiftungssprechers Ernst Springer in seiner „Volmarsteiner Erklärung“ konnten von niemandem ernst genommen werden und wurden auch von der „Freien Arbeitsgruppe JHH 2006“ (FAG) als Unverschämtheit betrachtet, hier unter anderem die Heranziehung von Zitaten aus dem Alten Testament zur teilweisen Rechtfertigung der Gewaltexzesse sadistischen Personals (siehe Anhang S. 10, 11).
http://gewalt-im-jhh.de/Volmarsteiner_Erklarung_von_Er/volmarsteiner_erklarung_von_er.html

Die Frage, ob wir die neue Entschuldigung annehmen, hat die Arbeitsgruppe bewusst zurückgestellt. Sie war auch mit diesen Formulierungen nicht einverstanden, sah allerdings das Dilemma, in dem sich Pfarrer Dittrich befand. Die FAG meinte erkannt zu haben, dass Dittrich auch nur ausführende Person des Aufsichtsrates und Kuratoriums sein kann. Wir können uns auch heute nicht vorstellen, dass er kritische Worte zu den lächerlichen angeblichen Aufarbeitungsbemühungen seines Vorgängers Springer formulieren darf, zumal der Kuratoriums- und Aufsichtsratsvorsitzender in Union Hans-Dieter Oelkers mit Springer befreundet war.

So haben wir die Frage offen gelassen, ob wir diese Entschuldigung annehmen und beschlossen, auf die Taten der Wiedergutmachung zu warten. An den Taten wollten wir uns orientieren und uns dann für oder gegen die Annahme der Entschuldigung entscheiden. Nun liegen alle Fakten auf dem Tisch und ich schicke voraus:

Ich nehme die Entschuldigung nicht an.

Dabei spreche ich nicht für die Arbeitsgruppe, auch, weil ich nicht mehr ihr Sprecher bin. Ich weiß auch nicht, ob und wie die FAG diese Absage der Opferrente beurteilt. Dennoch möchte ich als Privatperson und stark betroffenes Opfer von Gewalt und Terror begründen, warum ich die Entschuldigung nicht akzeptieren darf:

Ich empfinde das Entschuldigungsschreiben der ESV vom 15. Juni 2009 als Beleidigung. Es war nicht nur die fehlende persönliche Ansprache, die mir den Eindruck einer Postwurfsendung aufdrängte. Ich finde jeden Satz kritikwürdig und stellenweise skandalös.

Wenn die ESV schreibt, daß erst durch die Wissenschaftler das Ergebnis vorliegt, ignoriert sie die  Ergebnisse der FAG, die bereits seit November 2008 nicht nur der ESV vorliegen, sondern gleichzeitig veröffentlicht wurden.

Die Formulierung „war es im wesentlichen eine schlimme Zeit“ ist eine Verharmlosung der Verbrechen, die in dieser Zeit stattgefunden haben. Hier verweise ich auf Kapitel 5 unserer Ausarbeitung und auf die Auflistung der Verbrechen
http://gewalt-im-jhh.de/Zusammenfassung_der_Aufarbeitu/zusammenfassung_der_aufarbeitu.html

Hier noch einmal – für Nicht-PC-Besitzer - eine Zusammenstellung:

Zu den einzelnen Misshandlungen und Straftaten

Eindeutig an erster Stelle, weil am häufigsten genannt, sind Schläge und sonstige körperliche Misshandlungen sowohl durch den größten Teil der Stationsschwestern als auch durch drei Lehrerinnen und den ersten Schulrektor. Zu dieser Kategorie zählen:

 -        Hiebe mit dem Krückstock auf die Finger

-         Hiebe mit dem Krückstock auf den Kopf, gegen den Rücken, in die Kniekehle

-         Unkontrollierte Hiebe mit dem Krückstock ohne Beachtung des Ziels

-         Schläge mit den Fäusten auf den Kopf, ins Gesicht, auf die Ohren

-         Schläge mit den flachen Händen ins Gesicht und auf die Ohren

-         Das Schleudern des kindlichen Körpers gegen Heizungsrohre

-         Aufschlagen des Kopfes auf die Pultplatte

-         Einquetschung des Kopfes in die Flügel der klappbaren Schultafel

-         Traktieren der „Eckensteher“ mit dem Stock - wenn sie gefallen sind - solange, bis sie wieder aufstanden

-         Werfen von Gegenständen nach Kindern

-         In einem Fall: Zusammentreten eines Kindes, dass zuvor unter dem Lehrerpult gefangen gehalten wurde

-         Kindern an den Haaren ziehen und dabei über den Holzfußboden ziehen

-         Kinder ohne Vorwarnung schlagen

Weitere Gewalttätigkeiten bestanden in der Ausübung psychischer Gewalt:

 -        Kleinkinder mit dem „Bullemann“ oder der Leichenhalle drohen

-         Kleinkinder und andere Kinder in permanente Angstzustände versetzen durch Drohungen, unangekündigte Schläge, Schlafentzug, unkontrollierte Gefühlsausbrüche

-         Zerstörung jeder Regungen von Mitgefühl für die Mitschüler durch Aufstachelung zur Anzeige irgendwelcher Vergehen (hat ins Bett gemacht, hat wieder mit dem Kopf gewackelt) und Belohnung in Form wohlwollender Zuwendung (freundliche Worte)

-         Isolationsfolter, stundenlanges, tagelanges, wochenlanges Einsperren in Badezimmer, Abstellraum oder Wäschekammer - oder im Urlaub in einem leeren Zimmer.

-         Beleidigung: „Du bist nicht dumm, sonder asozial.“

-         Psychische Folter: Insekten ins Bett legen und Betroffene zwingen, sich nackt auf die teils lebenden Insekten zu legen.

-         Anstiftung zum Denunzieren.

-         Aufforderung einzelner Mitarbeiter an einzelne Kinder einzelne andere Kinder zu schlagen.

Sexueller Missbrauch

Hier sind an erster Stelle die Verbrechen des Rektors F. zu nennen, der sich an mindestens 5 Schülerinnen und Schüler verging und zusah, wenn andere dies taten. In diese Kategorie sortieren wir aber auch ein:

-         Zur-Schau-Stellung der sekundären Geschlechtsmerkmale

-         Stimulierung und Erregung von Jugendlichen unter Einsatz des Waschlappens und Seife, wobei die direkte Berührung mit den Händen nicht ausgenommen war

-         Fortführung dieser Stimulierungen bis zu den bekannten Ergebnissen

-         Hinzuziehung von jungem Personal zur Besichtigung der Geschlechtsregion unter Hinweis auf Pickel, die behandelt werden müssten

-         Anschließende Bestrafung dieser Opfer, weil sie angeblich „Schweine“ seien.

-         Auskleiden und neu Einkleiden von Mädchen, bereits im Speisesaal vor allen anderen Mädchen

-         Untersuchung der Brüste und des Intimbereiches auf Weiterentwicklung, wobei vordergründig Büstenhalter angepasst werden sollten

-         Herunterziehen der Hose wenigstens eines männlichen Schülers durch die Lehrerin ST

Weitere Brutalitäten:

-         Wegnahme des Spielzeugs

-         Einschränkung der Flüssigkeitszufuhr; In einigen Fällen bis zur Reduzierung auf eine halbe Tasse Muckefuck pro Tag

-         Zertreten und Zerstören von Spielzeug

-         Schwere körperliche Arbeit, in einem Fall bereits ab 7 Jahren. Alle Ehemalige, die zu körperlicher Arbeit fähig schienen, wurden eingesetzt.

-         Verletzung des Briefgeheimnisses, Zensur der ausgehenden Briefe, Verhinderung von Briefsendungen, Vorenthaltung von Briefeingängen.

Zur medizinischen Versorgung:

-         Fehlende Medikamente, da diese in die DDR verschickt wurden.

-         Fehlende Behandlung von Mittelohrentzündungen, in deren Folge es zu Operationen und einseitigen Taubheiten kam.

-         Keine Behandlung zumindest einer Mittelohrvereiterung

-         Druckstellen wurden erst behandelt, wenn sie völlig vereitert waren (HD).

-         Abbruch der bis dahin medizinischen Behandlung nach Einweisung ins JHH (HO).

 

Selbst, wenn wir nur die bereits von Springer in der „Volmarsteiner Erklärung“ zugegebenen Verbrechen berücksichtigen, stellt obige Formulierung „war es im wesentlichen eine schlimme Zeit“ eine Verharmlosung dar.
http://gewalt-im-jhh.de/ESV_will_Schreckenszeit_im_Int/ESV_7kurz.jpg

Die ersten Sätze des zweiten Abschnitts des Entschuldigungsschreibens sind schlichtweg inakzeptabel! Zitat: „Die damaligen Verstöße stellen nach heutiger Erkenntnis massives Fehlverhalten dar. Sie waren of­fensichtlich leider keine ,Einzelfälle‘, wie wir zunächst vermuteten, sondern weit mehr: Kinder und Jugendliche in diesem Haus waren Übergriffen von Mitarbeitenden ausgesetzt, die eigenmächtig einem falsch verstandenen pä­dagogischen Verständnis nacheiferten. Es sah Bestrafung in übelster Weise vor und ließ die Würde und die Achtung vor dem Mitmenschen völlig außer acht.“

„Die damaligen Verstöße“ waren Verbrechen! Sie stellten nicht erst „nach heutiger Erkenntnis“ und schon gar nicht „massives Fehlverhalten“ dar, sondern waren auch schon zu damaliger Zeit justiziable Verbrechen. Wir haben die ESV in unserer Dokumentation vom November 2006 sogar die entsprechenden Paragraphen herausgesucht. Diese schlichtweg zu ignorieren, empfinde ich persöhnlich als Verhöhnung unserer gesamten Arbeitsgruppe, zumal selbst in dem Buch der Historiker auf die Tatsache hingewiesen wurde, dass hier teils justiziable Taten stattfanden.

Wenn im Folgenden von „eigenmächtig“ handelnden Mitarbeitern gesprochen wird, so werden die Eingaben des damaligen Diakonenschülers Jochen Twer bei Anstaltsleiter Ernst Kalle, der Diakonischen Helferin Christel Reuter bei der Hausleiterin Schwester Elfriede, die Eingaben des Mitschülers Wolfgang Möckel ebenfalls bei Kalle, Proteste einiger Eltern bei Kalle und Elfriede, völlig ignoriert und damit elegant vertuscht, daß diese Eigenmächtigkeiten von oben gedeckt wurden. Niemand, außer ansatzweise Steiniger, hat „einem falsch verstandenen pädagogischen Verständnis“ nachgeeifert. Weil es keine pädagogischen Konzepte gab oder zumindest nicht nach ihnen vorgegangen wurde.

Wir wären ja schon froh gewesen, wenn es nur „Bestrafung in übelster Weise“ gewesen wäre. Dann könnte man diese Bestrafung im Kontext der Zeit betrachten. Diese Gewaltorgien fanden allerdings oft völlig ohne Grund und völlig ohne Bezug statt. Sie waren unkontrolliert, geschahen überwiegend unangekündigt, willkürlich und hatten oft stark ausgeprägte sadistische Züge.

„Die Würde und die Achtung vor den Mitmenschen“ wurde nicht erst im Zuge der „Bestrafung in übelster Weise“ mit Füßen getreten, sondern beispielsweise bereits im Hinblick auf die Unterkünfte. Oder können Sie in den Massenunterkünften, ohne persöhnliche Rückzugsmöglichkeiten, „Würde und Achtung vor dem Mitmenschen“ erkennen?
http://gewalt-im-jhh.de/Das_Johanna-Helenen-Heim_1955-/das_johanna-helenen-heim_1955-.html

„Auch die Leitung hat nicht angemessen reagiert“, schreiben Sie in Ihrer Entschuldigung. Wie bitte ? Sie hat überhaupt nicht reagiert. Sie ist ihrer Aufsichtspflicht sträflichst nicht ansatzweise nachgekommen; mehr noch: sie hat Beschwerden abgewimmelt. Sie selbst wurde Täter.

„Daneben hat es auch damals Mitarbeitende gegeben, die Ihnen zur Seite gestanden und Ihnen so auch vielleicht manche Hilfestellung gegeben haben.“, heißt es weiter. Es fehlt der Hinweis, daß diese Mitarbeiter Repressalien ausgesetzt waren und z. B. Diakonenschüler Twer massiv unter Druck gesetzt wurde, seinen Praktikumsbericht
http://gewalt-im-jhh.de/Auszug_aus_einem_Praktikumsber/auszug_aus_einem_praktikumsber.html
zurückzunehmen, was er nicht tat.

Zitat aus dem Entschuldigungsschreiben: „Dass damals die Leitung der Stiftung in finanziell angespannter Zeit auf die Zuweisung von öffentlichen Mitteln wartete, um durch einen Neubau die schlechten räumlichen Verhältnisse zu verbessern und zu überwinden, er­klärt vielleicht manches. Aber dies entschuldigt nicht die bedrückende Situ­ation, wie sie in Einzelschilderungen beschrieben wird.“

Obwohl es die ESV längst anders weiß, arbeitet sie immer wieder mit dem Totschlagargument geringer Geldmittel und betont auch hier die „finanziell angespannte Zeit“. Dabei haben wir mehrmals aufgezeigt, daß es trotz „finanziell angespannter Zeit“ in anderen Häusern besser war, es menschenwürdiges Essen gab und keine Gewaltorgien stattfanden. Die Hausenge war auch gar nicht das Urproblem der Kinder. Die Gewalt, das Eingesperrtsein, die wenigen Freigänge auf dem winzigen Hof, die permanente Angst, haben die „bedrückende Situation“, wie die ESV diesen Zustand umschreibt, ausgemacht.
http://gewalt-im-jhh.de/Das_Johanna-Helenen-Heim_1955-/Hof.jpg

„Dass damals die Leitung der Stiftung in finanziell angespannter Zeit“ allerdings Geld für eine noch heute völlig überflüssige neue Kirche sammelte - obwohl eine kaum gefüllte Holzkapelle vorhanden war –
http://gewalt-im-jhh.de/Fakten_zur_Volmarsteiner_Erkla/fakten_zur_volmarsteiner_erkla.html und: http://gewalt-im-jhh.de/Fakten_zur_Volmarsteiner_Erkla/Martinskirche.JPG
anstatt schimmeliges Brot mit Rübenkraut gegen Brötchen mit Schinken und gekochte Speckschwarten mit Borsten gegen Schnitzel auszutauschen, ist ein Skandal an sich. Selbst in die Holzkapelle wurden nach Berichten ehemaliger Bewohner beispielsweise der Frauenstation des JHH die Behinderten nachdrücklich „eingeladen“ und gegebenenfalls von dem Pfarrer zur Teilnahme am Gottesdienst abgeholt.

Weiter heißt es: „Dass Mitte der 90er Jahre Hinweisen auf diese Missstände im Johanna-Helenen-Heim nur sehr zurückhaltend nachgegangen wurde, kann ich mir nur so erklären, dass die Zeit für die Aufarbeitung - wie sie jetzt geschehen ist und geschieht - noch nicht reif war.“

Zwangsläufig stellen sich mir folgende Fragen:

1. Will Pfarrer Dittrich seinen Vorgänger Springer aus der Schußlinie halten? Springer wurde ja 1996 nachweislich von Bach informiert und hat noch im Jahre 2006 versucht, Bach zu diskreditieren.
http://gewalt-im-jhh.de/Grobe_Unwahrheit_-_ESV-Leiter_/Unwahrheit_2klein.jpg

Für Nicht-PC-Besitzer hier aus dem Zeitungsartikel: „´Wie vor den Kopf geschlagen` sei die Abschiedsgesellschaft 1996 angesichts dieser ´absolut nebulösen` Eröffnungen gewesen. Es sei das Problem von Ulrich Bach, ´dass er ein absolut verschlüsselter Mensch ist`, erklärt Springer, warum diese Schilderungen damals keine Nachforschungen nach sich gezogen hätten.“

2. Wann bitteschön darf denn nach Empfinden der ESV der richtige Zeitpunkt für die Aufarbeitung sein?

3. Ist dies denn nach Empfinden der ESV jetzt überhaupt der richtige Zeitpunkt?

4. Wer legt den richtigen Zeitpunkt fest?

5. Ist 40 Jahre später nicht der richtige Zeitpunkt (so z.B. der juristische) schon verpaßt?

 

Im letzten Abschnitt endschuldigt sich die ESV dafür, daß wir „in der genannten Zeit Repressalien ausgesetzt waren, wie sie in der Dokumentation nachzulesen sind.“

Mein Duden sagt dazu:

Re|pres|sa|lie * [...©Ù] <lat.-mlat.>die; -, -n (meist Plural): Druckmittel, Vergeltungsmaßnahme.

(c) Dudenverlag

Wie also soll ich diesen Begriff verstehen? Waren es nur Druckmittel? Kann man von Vergeltungsmaßnahmen sprechen, wenn ohne Sinn und Konzept misshandelt wurde und der Strafcharakter oft gar nicht im Vordergrund stand?

Warum diese scheinbare Kleinkarriertheit beim Verstehen dieses Endschuldigungsbriefes? Weil diese Formulierungen genau diesen Sprachstil, der flächenübergreifend bei der Abarbeitung der Heimskandale angewandt wird, kopiert. Es ist eine interne Sprachregelung, an die man sich mehr oder weniger hält; zuvor übrigens auch Springer. Es hat eigentlich noch ein Satz gefehlt, um diese Sprachregelung komplett zu dokumentieren: „Heute machen wir alles besser“ oder ähnliches Geschwafel. Das Vorwort der ESV im Buch ähnelt denn auch dem des Vorwortes des Vorstandsvorsitzenden Ulrich Pohl der Bethelschen Anstalten und dem bald erscheinenden Vorwort der Leitung der Stiftung Wittekindshof.

Zum Schluß Anmerkungen des Dipl. Theologen / Dipl. Psychologen Dierk Schäfer, Pfarrer i.R.: (mit freundlicher Genehmigung) zu dem Entschuldigungsschreiben, das ich ihm seinerzeit mit der Bitte um eine Stellungnahme zugeschickt habe:

sie haben die volle anerkennung bekommen. aber mehr (ich hoffe, nur vorläufig) nicht.
unschön ist der vorsichtige versuch, gut gegen böse abzuwägen, doch auch hier: "die negativen Ergebnisse waren prägender."
was nicht im schreiben steht, sind die seelischen schäden, die sie erlitten haben, schäden, die sich nachhaltig auf die lebensläufe ausgewirkt haben und für die es eine finanzielle kompensation geben muß.
Einige Stunden später in einer zweiten Email:

“ich kam spät heim, habe nun zu abend gegessen, und muß noch etwas nachlegen:
das schreiben von herrn dittrich finde ich eher empörend. hätte es sein vorstandskollege, der diplom-betriebswirt neumann geschrieben, wäre ich nachsichtiger.
ich verstehe nicht, warum solche leute pfarrer geworden sind, wenn sie kein herz oder wenigstens verständnis für menschen in schwierigen lagen haben, in diesem fall, für menschen, denen folgenschweres unrecht getan wurde -- und das noch von der institution, die sie vertreten.
natürlich kann man nicht erwarten, daß sich volmarstein für die ehemaligen heimkinder so verschuldet, daß es nicht mehr arbeiten kann, obwohl der wirtschaftliche bankerott nach dem moralischen durchaus folgerichtig wäre.
aber hätte herr dittrich sich in seinem schreiben wenigstens verpflichtet gezeigt, als sachwalter für die ehemaligen heimkinder aus "seinem" heim zu fungieren, hätte er zugesichert, daß er eine schadenskompensation organisieren werde und dazu auch heimmittel, wenn auch nur im bescheidenen rahmen, einsetzen will, dann, aber auch nur dann wäre er glaubwürdig.
doch für diese dinge scheint er blind zu sein. ...
doch eines kann man schon öffentlich herausstellen: ethik wird erst dann richtig glaubwürdig, wenn sie auf dem prüfstand steht und etwas kostet. sonst bleibt sie sonntagsgeschwätz oder -- schlimmer noch -- heuchelei.

Ich teile alle Ansichten des Schreibers. Er hat meine Gefühle zu diesem Entschuldigungsbrief wiedergegeben.

 

Welche Taten sind nun aus dem Entschuldigungsschreiben erwachsen?

Historiker wurden beschäftigt und ein Buch geschrieben, mit Sicherheit nicht mit dem überzeugten Willen der ESV. Für Springer reichte die vorschnelle Volmarsteiner Erklärung bereits nach einem viertel Jahr.

Ein neues Kinderheim wird nach einem Opfer benannt. Dazu schreibt Dierk Schäfer:

„Die Absicht der Evangelischen Stiftung Volmarstein, ein neues Heim in der Nähe des Johanna-Helenen-Heims nach einem mißhandelten Heimkind zu benennen, ist nach meiner Ansicht die höchste Anerkennung, die auf der symbolischen Ebene möglich ist. Natürlich darf es nicht bei der Symbolik bleiben. Aber wer ein so hohes Symbol setzt, wird sich der Erwartung nicht widersetzen wollen/können, auch die finanzielle Seite der Rehabilitation angemessen zu regeln.“

Von Symbolen allein kann man nicht leben. Insbesondere nicht Behinderte, deren Biografie durch die OAV in Schutt und Asche gelegt wurde, die heute arm sind und mit einer geforderten lächerlichen Opferrente von 300 Euro monatlich für absehbare zehn Jahre nach verlorenen Kindheitsjahren wenigstens ein bisschen mehr Würde im Alter erleben wollen. Die Verweigerung dieser Rente und Abwälzung des Problems auf den „Runden Tisch Heimerziehung“ (Vollmer) stellt eine erneute Misshandlung der Opfer der OAV dar. Eine derartige Entsorgung des Problems ist unmoralisch.

Die Renovierung einer Wohnung eines Betroffenen nach über zwanzig Jahren mit einer Laufzeit von über einem Jahr ist keine Opferhilfe. Die zugesagte Behindertenassistenz von ein bis zwei Stunden wöchentlich für den selben Betroffenen findet seit Monaten nicht statt. Einem anderen Behinderten wurde eine schöne Wohnung mit großer Terrasse gestellt, allerdings nicht die täglich notwendige  Behindertenassistenz für wenigstens zwei Stunden. So verbringt er mehr oder weniger einsam seine Tage.

Weil ich diese Kosmetik nicht als Wiedergutmachung verstehen kann, muss ich die Entschuldigung als unaufrichtig zurückweisen. Andernfalls würde ich meinen geschundenen Mitschülern ins Gesicht schlagen.

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Ehrenberg-Preis für Antje Vollmer
für ihren "... Einsatz beim „Runden Tisch Heimerziehung“, wo frühere Heimkinder als Opfer von Misshandlungen Rechte gegenüber Vertretern vom Heimträgern geltend machen konnten. Antje Vollmer habe als Vorsitzende entscheidend zum Konsens beigetragen" http://www.derwesten.de/staedte/bochum/antje-vollmer-erhaelt-den-hans-ehrenberg-preis-2011-i d6036220.html
Prosteste Dierk Schäfer: "Obszön" / Helmut Jacob: "Schlag ins Gesicht vieler Heimopfer" / VEH: "Offener Brief"
Demo in Bochum am 22 November Link: http://helmutjacob.over-blog.de/article-heimopfer-demonstrieren-gegen-preisver leihung-an-antje-vollmer-89097419.html   PRESSESPIEGEL hier

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