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Heimbewohner über Jahre gequält und misshandelt Dem aufmerksamen
Zuhörern stockte der Atem, als die beiden Historiker, Prof. Hans-Walter Schmuhl und Dr. Ulrike Winkler, die Umstände und Gewaltakte erläuterten, unter denen die Heimkinder des Johanna-Helenen-Heims in
Volmarstein leiden mussten. ... In der Begrüßungsansprache betonte Pfarrer Jürgen Dittrich, auch Vorstandssprecher der
Evangelischen Stiftung Volmarstein , die Notwendigkeit der Aufarbeitung dieser Geschehnisse und sprach darüber hinaus, allen Betroffenen sein tiefstes Beileid aus. ... Den Berichten der Zeitzeugen
nach, standen Schläge, sexuelle Nötigung und Aufforderung zur Gewalt auf der Tagesordnung. Die Isolierung, die emotionale Kälte seitens der Diakonissen, sowie die Unterbindung der Kontakte unter den
Heimkindern, sorgten für wahre Angstzustände.
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Eine „allumfassende Angst” war das Grundgefühl der Kinder, sagt
Professor Schmuhl. „Gewalt bis hin zu rohen Misshandlungen gehörte zum Alltag”. Es gab Schläge mit der Hand, mit der Faust, mit dem Stock. Und Zwangsfütterungen, wenn es sein musste, auch mit dem eigenen
Erbrochenen. Bisher ist es ruhig geblieben im Kirchenschiff, in dem gut 100 Zuhörer Platz genommen haben. Jetzt aber, und nur dieses eine Mal deutlich vernehmbar, gibt es einen Ausruf des Entsetzens, des
Mitleidens: Das Erbrochene sei regelrecht in den Mund eines Mädchens zurückgeschaufelt worden, hat ein Mitarbeiter damals schriftlich festgehalten - heute ein wichtiges Zeugnis, dass die Geschichten aus
dem Johanna-Helenen-Heim nicht erfunden sind.
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Ulrike Winkler fasst zusammen: "In dem Heim herrschten Willkür,
Zerstörung, Angst und Einsamkeit. Man blickte in das Herz der Finsternis." Die Züchtigung sei auch nach damaliger
Rechtslage als Körperverletzung strafbar gewesen, sagte Schmuhl und warf der damaligen Leitung des Sozialwerks vor, die Kinder nicht geschützt zu haben. Die Bewohner des Heims, ... forderten, dass
beim Mitte Februar eingerichteten bundesweiten "Runden Tisch zur Aufarbeitung des Schicksals von Heimkindern" Misshandlungen körperbehinderter Kinder eigens behandelt werden.
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Wetter: Schicksal behinderter Heimkinder
Im Behindertenheim der heutigen evangelischen Stiftung Wetter-Volmarstein sind
in den Nachkriegsjahren Heimkinder misshandelt worden. Das haben jetzt Recherchen von Historikern ergeben. Rund 60 körperbehinderte Kinder zwischen 6 und 14 Jahren lebten in der
Nachkriegszeit in den "Krüppelanstalten Volmarstein" - so damals der offizielle Name des Heims. Geleitet wurde es von Diakonissinnen ohne pädagogische Ausbildung, die selbst
kriegstraumatisiert waren. Sie führten ein grausames Regiment. Die Kinder wurden geschlagen, eingesperrt und gedemütigt und mussten sogar ihr Erbrochenes essen. Zwei Wissenschaftler haben im
Auftrag der heutigen Heimleitung die Details recherchiert. Im Herbst sollen sie als Buch veröffentlicht werden - als Geste der Annäherung und Versöhnung mit den Opfern von damals.
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