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Das tiefe Bedauern der Kirchen lässt auf konstruktive und offene
Beratungen hoffen. Doch ist es nur ein erster kleiner Schritt in Richtung eines fairen Ausgleichs mit den Opfern. Diese wollen nicht
nur, dass Unrecht benannt wird, sondern fordern völlig zu Recht auch finanzielle Wiedergutmachung. Wer unbezahlte Zwangsarbeit leistete, wer für sein ganzes Leben schwer traumatisiert worden ist und
darunter auch im Berufsleben gelitten hat, der darf nicht nur mit einem warmen Händedruck und ein paar gefühlvollen Worten abgespeist werden.
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VOLLMER DÜPIERT BETROFFENE -
EHEMALIGE HEIMKINDER SETZEN SICH ZUR WEHR Nach der konstituierenden Sitzung des Runden Tisches zur Heimerziehung in den
50er- und 60er Jahren vom 17.02.09 ist für den 02./03.04.09 die erste inhaltliche Sitzung des Runden Tisches angesetzt. Bereits im Vorfeld dieser ersten Sitzung sieht sich der Verein
ehemaliger Heimkinder (VEH), der am Runden Tisch die Interessen der geschätzt 500.000 Betroffenen vertritt, von der Leitung des Runden Tisches schikaniert.
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Nachdem sich der Runde Tisch "Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren" am 17. Februar 2009 auf Beschluss des Deutschen Bundestages und unter Vorsitz von Frau Dr. Antje Vollmer, Bundestagsvizepräsidentin a.D., in Berlin konstitutierte, tritt er nun am 2./3. April 2009 zur zweiten Sitzung zusammen. Unter
anderem wird in dieser nichtöffentlichen Sitzung des Runden Tisches aus der Arbeit von Infostellen einzelner Bundesländer berichtet. Darüber hinaus wird es um Erfahrungsberichte Betroffener
und ehemaliger Erzieher sowie um eine zeitgeschichtliche Einordnung der damaligen Heimerziehung durch Vertreter der Wissenschaft gehen.
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BERLIN. Um den Runden Tisch zur Aufarbeitung des Schicksals ehemaliger Heimkinder in der Bundesrepublik gibt es erneut Streit. Der
Verein ehemaliger Heimkinder, der die Opfer am Runden Tisch vertritt, wirft der Koordinatorin des Gremiums, Antje Vollmer, vor, sich auf unzulässige Weise in seine Belange einzumischen.
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Der Runde Tisch zur Aufarbeitung des Schicksals der Heimkinder in der Bundesrepublik der 50er- und 60er-Jahre hat die vom Verein
ehemaliger Heimkinder (VEH) geforderte Teilnahme eines Rechtsbeistandes in dem Gremium zurückgewiesen.
Der Runde Tisch, der Ende dieser Woche zu seiner zweiten Sitzung zusammengekommen war, habe beschlossen, keine Anwälte zuzulassen, erklärte die Koordinatorin des Gremiums, Antje Vollmer (Grüne) am Freitag in Berlin.
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Pfarrer Dierk Schäfer am 02. 04. 2009 vor dem Runden Tisch “Nachdem immer mehr Heimkinderschicksale publik wurden
und sich auch stellenweise Betroffenengruppen aus einem Heim zusammenfanden, war nicht mehr zu leugnen, daß einer nicht unerheblichen Anzahl ehemaliger Heimkinder Unrecht geschehen war durch
Mißhandlungen, Ausbeutung und Mißbrauch. Nun gab es Betroffenheitsbekundungen vonseiten einzelner Kirchenvertreter und Heimträger. Doch diese „Entschuldigungen“ wiesen zumeist Schlupflöcher
auf. Der Forderung nach Entschädigung wurde entgegengesetzt, vieles sei einfach zeitbedingt gewesen, Gewalt in der Erziehung normal, wie auch die Inanspruchnahme der Arbeitskraft zumindest
auf dem Land üblich, und man habe eben in dieser Zeit auch mit kaum ausgebildeten Personal arbeiten müssen. Das erklärt manches, entschuldigt aber nichts. Die ehemaligen Heimkinder sehen
darin nur Ausflüchte und werden/bleiben mißtrauisch. Die Verantwortung des Staates, der Heimträger und ihrer Rechtsnachfolger bleibt.”
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Es gab Gruppen und Einrichtungen der Fürsorgeerziehung, die in den
Jahren zwischen 1950 und ca. 1970 systematisch eine menschenrechtswidrige Betreuung praktizierten – diese müssen konkret benannt und belegt werden. Nach dem heutigen Stand der Erkenntnis sind in Gruppen und Einrichtungen, die diese
Funktion der „letzten Station“ erfüllt haben, systematisch - und nicht nur in Einzelfällen - junge Menschen unter Missachtung grundlegender Verfassungsgebote zur Achtung der
Menschenwürde betreut worden: Körperliche Züchtigungen, Wegsperren in Isolierzellen, pauschale Bestrafung, Zwangsarbeit, Verweigerung von Ausbildungsleistungen,
Kontaktsperren usw. gehörten häufig zu den angewendeten Praktiken in solche Gruppen und Anstalten. Diese Erkenntnis ist hinreichend durch seriöse Forschungen, inzwischen
mehrfach auch durch selbstkritische Dokumentation solcher Einrichtungen, belegt und wird aktuell in zahlreichen Forschungsprojekten vertiefend aufgearbeitet.
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dradio.de - Kommentar 17.02.2009 "Zu groß war die Scham der Betroffenen. Zu mächtig mag ihnen der Einfluss ihrer Peiniger erschienen sein. Denn das Leid, das am Runden
Tisch nun öffentlich gemacht wird, wurde verübt von Erwachsenen, die sich im Dienste Gottes sahen und von den Kirchen oder kirchlichen Einrichtungen für die Erziehung Schutzbefohlender bezahlt wurden.
... Sie raubten den Heimkindern Gott und Urvertrauen und den Glauben an die Menschlichkeit.”
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Schneckenbrot und Tatzensteckerl Ruth Anders ist heute 62 Jahre alt und lebt nach wie vor in München. Zweimal im Jahr bekommt sie Post aus Feldkirchen: die Einladung zum Weihnachts-
und zum Sommerfest. Hingegangen ist sie bis jetzt noch nie. Ins Heim kam sie mit acht, 1955 war das. Die Mutter sah sie von da an nur noch einmal im Monat. Das Heim war jetzt ihr Zuhause. Dort aber
musste man sich schweigend waschen, musste schweigend essen. "Verboten war eigentlich alles, was Spaß machte." Und verboten war auch jede Form von Zärtlichkeit. Sie habe sich gesehnt nach
Zuwendung und Liebe, sagt Anders. Doch sie kann sich nicht daran erinnern, von den Erzieherinnen in den Arm genommen worden zu sein. Im Schlafsaal wachte eine Aufpasserin darüber, dass die Mädchen ihre
Hände über der Bettdecke hielten - wohl aus Sorge vor "unzüchtigem Treiben". "Wir haben das überhaupt nicht verstanden", klagt Anders. Unter größter Vorsicht schob sie ihre Hand ab
und an zur Nachbarin hinüber. Dann kraulten sich die Mädchen an den Handgelenken und fühlten sich nicht ganz so einsam.
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SPD will bei Heimkindern „am Ball bleiben“ Von Uwe Westdörp Hannover/Berlin. Grundsätzlich sind sich alle Parteien im Landtag einig: Das Schicksal von Heimkindern in den 1950er- und
1960er-Jahren ist „eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Kinder- und Jugendhilfe“, so der SPD-Politiker Uwe Schwarz. Übereinstimmend haben Partei- und Regierungssprecher im Februar im Parlament
Aufklärung verlangt. Doch seither ist es nicht recht vorangegangen, weshalb die SPD-Fraktion, die auf einen runden Tisch für Niedersachsen drängt, nun eine Anhörung für den 4. Mai anberaumt hat. Gestern
sind die Einladungen verschickt worden: „Wir wollen bei dem Thema am Ball bleiben, es muss weitergehen“, heißt es in der SPD.
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Die Betreuer wurden mit den Kindern ausgestoßen Von Susanne Kusicke, Ludwigsburg Werner Hertler kam als Neunzehnjähriger auf die Karlshöhe. Er stand in der Ausbildung zum Diakon, das erste Jahr
hatte er in einem Kinderheim in Hamburg gearbeitet. Jetzt also die Karlshöhe in Ludwigsburg bei Stuttgart. „Nun, Bruder Hertler“, sagte der Direktor, „Sie gehen zu Fräulein März, der Erzieherin im Oberen
Haus, Sie haben ja schon Erfahrung mit der Erziehungsarbeit.“ Und so wurde Hertler zum Hilfserzieher für 18 Jungen zwischen neun und 15 Jahren, fast allein verantwortlich für ihren gesamten Tagesablauf,
für Gesundheit und Erziehung, mit einer Freistunde am Tag und freien Sonntagen alle zwei Wochen. „Es war eine Aufgabe, der ich mich mit ganzer Kraft gestellt habe“, sagt der leicht ergraute Mann. ...
Hertler gehört zu den wenigen Erziehern und Verantwortlichen aus jener Zeit, die sich überhaupt öffentlich über ihre Rolle äußern und Vorverurteilungen nicht fürchten. Denn seit Erscheinen des Buchs
„Schläge im Namen des Herrn“ von Peter Wensierski im Jahr 2006 fühlen sich viele frühere Erzieher pauschal verurteilt und zu Unrecht an den Pranger gestellt. Die Zeitumstände würden nicht berücksichtigt,
lautet vielfach die Kritik, und es werde kaum gefragt, was in der Erziehung damals weithin für normal gehalten wurde.
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„Einsam, isoliert, gedemütigt“ Von Uwe Westdörp Osnabrück. Es geht um harte Schicksale und die Aufarbeitung
eines dunklen Kapitels der Nachkriegsgeschichte: Antje Vollmer, ehemalige Bundestagsvizepräsidentin, berichtet über ihre Arbeit als Vorsitzende des „runden Tisches“ Heimkinder: Frau Vollmer, der
runde Tisch zu den Schicksalen der Heimkinder in den 1950er- und 1960er-Jahren hat jetzt zweimal getagt. Welches sind Ihre wichtigsten ersten Eindrücke? Alle sind beeindruckt von den teilweise
sehr erschütternden Berichten der Betroffenen. Zugleich ist es eine große Verantwortung, in einer so schwierigen Angelegenheit eine Lösung finden zu müssen. Immerhin hat dies ja auch der
Petitionsausschuss des Bundestages drei Jahre lange versucht, die Aufgabe dann aber weitergegeben. Inzwischen gab es bereits ersten Streit am runden Tisch. War es richtig, den Verein ehemaliger
Heimkinder (VEH) einzuladen? ... weiter siehe Link
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katholisch-kirchlicher Umgang mit ihrem Täter aus Spiegel-online 20. 04. 09: "MISSBRAUCH - Unter Brüdern" von Peter Wensierski Schon 1985 fiel Weiß im Bistum Würzburg erstmals auf,
nachdem er im fränkischen Miltenberg mehrere Kinder geküsst und ihnen in die Hose gefasst hatte. Es kam zu einer ersten Verurteilung, dann zur Zahlung einer Geldbuße von 8000 Mark gegen Einstellung des
Verfahrens. Dennoch wurde Weiß kurz darauf mit Hilfe des damaligen Limburger Generalvikars Raban Tilmann 170 Kilometer entfernt wieder Seelsorger.
Wenige Jahre später musste Pfarrer Weiß seine
neue Gemeinde in Ransbach-Baumbach im Bistum Limburg verlassen, nachdem Messdiener erneut von sexuellen Übergriffen berichtet hatten. Weiß gab gegenüber der Kirche zu, dass er auch in seiner neuen
Pfarrstelle "Kinder streichelt, weil er sie gernhat". Generalvikar Tilmann verzichtete jedoch auf ein Disziplinarverfahren und steckte ihn als Seelsorger in ein Frankfurter Krankenhaus,
ungeachtet der Vorwürfe, dass er bei Krankenbesuchen Kinder unsittlich berührt haben soll. 1992 übergab Limburg den Seelsorger ins Bistum Bamberg - mit angeblich guten Referenzen.
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Link zum Bericht und Film
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Von 1910 bis in die 1970er-Jahre gab es eine Kultur der Gewalt in
Freistatt. Das geht aus den schriftlichen Berichten der Jugendhilfe-Einrichtung hervor. Für sein Buch "Endstation Freistatt", das im September dieses Jahres erscheint, kann sich Prof. Dr.
Matthias Benad auf Tausende von Akten beziehen. Darüber hinaus hat der Leiter des Instituts für Diakonie- und Sozialgeschichte der Kirchlichen Hochschule Bethel mit ehemaligen Zöglingen gesprochen und
Nazareth-Diakone interviewt, die damals für die Heimerziehung der männlichen Kinder und Jugendlichen zuständig waren. "Wir müssen uns heute fragen, inwieweit die Schläge und Demütigungen mit dem
christlichen Selbstverständnis zu vereinbaren sind", sagt Prof. Benad.
Die Zöglinge im Alter von 14 bis 21 Jahren wurden als unentlohnte "Zwangsarbeiter" in der Torfwirtschaft der
Diakonie eingesetzt. In der Abgelegenheit des Wietingsmoors gab es niemanden, dem sie sich hätten anvertrauen können. Disziplinierungen und die Prügelstrafe waren an der Tagesordnung. Gewalt erfuhren die
Zöglinge aber auch von anderen Zöglingen. "Das wurde nicht nur geduldet, sondern gefördert", so Prof. Benad.
Ältere Jungen wurden zu Hilfserziehern gemacht, vergleichbar den Kapos in
ehemaligen Straf- und Gefangenenlagern. Und sie waren nicht zimperlich mit ihren Strafaktionen. "Das kann den Hausvätern nicht entgangen sein", ist Prof. Benad überzeugt.
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Grausamkeiten gegenüber Heimkindern in den 50er- und 60er-Jahren
auch im Wittekindshof Betroffene klagt an
"Immer
wieder gab es Schläge mit dem Kleiderbügel auf den Rücken - selbst bei nichtigsten Anlässen. Es wurde uns der Kopf auf den Holztisch geschlagen, wenn in der Mittagspause geredet wurde. Oder wenn wir uns
widersetzt haben, wurde uns ein Medikament gespritzt. Danach war man benommen und nicht mehr handlungsfähig", beschreibt sie das Erlittene. ... "Die Schwester hat mich in das
Besinnungsstübchen gesteckt", erzählt Hildegard Neumeyer, und die sonst so resolute Stimme wird leise. Das sei ein Raum unterm Dach gewesen, das Fenster dunkel übermalt. "Ich war elf Jahre alt
und wollte einfach nur sterben." Ein Schluchzen unterbricht den Satz, Tränen kullern. Es dauert einige Zeit, dann hat sich die 63-Jährige wieder gefangen. Leise erzählt sie davon, dass sie deshalb
das Essen verweigert habe. "Aber ich wurde festgehalten und alles zwangsweise in mich hineingeschaufelt. Selbst Erbrochenes."
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LVR stellt sich seiner Vergangenheit So fand Prof. Jürgen Rolle, der Vorsitzende des LVR-Landesjugendhilfeausschusses, schon zu Beginn der Veranstaltung klare Worte: "Ich möchte
für mich persönlich und auch stellvertretend für den LVR ausdrücken, dass ich tief betroffen über die Bedingungen bin, unter denen Kinder und Jugendliche in Heimen, auch in denen des LVR, leben mussten.
Und ich bedaure, dass ich in einem ersten Schritt nicht mehr tun kann, als hier und jetzt öffentlich eine Entschuldigung dafür auszusprechen." ... Michael Mertens, LVR-Dezernent für Schule
und Jugend, richtete seinen Blick in die Zukunft: "Die Ergebnisse der Studie werden wir der Öffentlichkeit zugänglich machen und danach über die Frage eines Entschädigungsfonds beraten. Außerdem
besteht die Idee, eine Gedenkstätte in Zusammenarbeit mit Betroffenen oder ihren Interessenverbänden einzurichten."
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Anleitung zum Beantworten peinlicher Fragen Fundstelle:http://dierkschaefer.wordpress.com/
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Kommentar zum privaten Blog "a comment has been posted by Bernhard Leihe on your blog helmutjacob Comment extract: Sieht man von den Ausnahmen ab, waren Heime - insbesondere der konfessionellen Richtung - systematische Folteranstalten, inj denen Kinder
auf unbeschreibliche Weise depraviert und für's Leben zerstört wurden. Ich war von Geburt an in katholischen Heimen und kann aus eigener Erfahrung berichten, das alle hier auf dieser Seite beschriebenen
Foltermethoden tägliche Praxis war. Ganz besonders Ordensangehörige, wie Nonnen, erlebten in diesen Heimen eine Renaissance der mittelalterlichen Inquisition. Ich wurde in den 18 Jahren meiner Heimzeit
(von 1951 bis 1969) mindestens 16 Jahre lang in einer totalen Angststarre versetzt, ausgelöst durch Jahre lange Isolation, täglicher körperlicher und seelischer Misshandlungen, Entwürdigung und
Entmenschlichung. Mir wurde regelrecht die "Widerlichkeit" meiner kindlichen Existenz eingeprügelt. Und das alles in Gottes Namen. gez.: Leihe"
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Einer der Erzieher des Heimes, dessen Träger der Landschaftsverband
Rheinland (LVR) war, habe ihn an den Brustwarzen gepackt, hoch gehoben und dann geschüttelt. Bis heute habe er irreparable seelische und körperliche Schäden aus der Zeit im Heim zurückbehalten.
„Ich bin tief betroffen über die Bedingungen, unter denen Kinder und
Jugendliche leben mussten und möchte hier und jetzt dafür öffentlich eine Entschuldigung aussprechen“, sagte der Vorsitzende des LVR-Landesjugendhilfeausschusses, Jürgen Rolle, ... siehe Link
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"Kein Mensch sollte so traurig sein, wie ich es war." Die heute 66-Jährige kann eindringlich erzählen: "Ich wollte an einer Lungenentzündung sterben." Dann schildert sie, wie sie sich an
einem Herbstabend, als alle schliefen, auf die kalte Toilette schlich. "Ich zog mein Nachthemd aus, legte mich auf den kalten steinernen Fußboden, wickelte mich regelrecht um das Klo und blieb ganz
still liegen." Die ganze Nacht habe sie dort gelegen und geweint: "Mami, Mamilein, ich will zu dir. Bitte, bitte hol mich hier endlich heraus, ich kann es nicht mehr aushalten."
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Anstalt Hephata Mönchengladbach Was ist aus Rudi Rauschild geworden? Dieses Bild wird der 69-Jährige nicht
los: Im Tagesraum wird Fischsuppe serviert, ein Junge verschluckt sich an einer Gräte und ringt nach Luft. Eine Schwester vermutet offenbar, dass der Junge lediglich bockig ist, reißt seinen Kopf nach
hinten und füttert ihn. Weiter und immer weiter - bis der Kopf des Jungen nach vorne fällt. Die Schwester hält inne und ruft Hilfe. Der leblose Körper des Jungen wird aus dem Speisesaal getragen. ...
Vergünstigung gegen Sex Bei den Fahrten zu den
Feldern ist es eng gewesen auf dem Unimog-Anhänger. Doch der Fahrer bot dem 15-Jährigen einen Platz im Führerhaus an. Die Bedingung sei gewesen: Der Junge musste am Vorabend jeder dieser Vergünstigungen
auf das Zimmer des Fahrers kommen und ihn sexuell befriedigen. Bernd von Eicken erinnert sich: „Als junger Heranwachsender, der in einer Gruppe von Menschen mit schweren geistigen Behinderungen keine
Möglichkeit hatte, eine eigene Sexualität zu entwickeln, wusste ich zunächst natürlich nicht, dass dieses Verhalten des Fahrers nicht richtig ist.“ Das sei ihm erst viel später bewusst geworden, es
habe lange gedauert, bis er diese Erlebnisse einigermaßen verarbeitet habe. Im „Hephata“-System aus Befehl und Gehorsam sei Widerspruch nicht möglich gewesen. Bernd von Eicken: „Irgendwann fragt man
nicht mehr, man widersetzt sich auch nicht mehr.“
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Prof. Dr. Manfred Kappeler Vortrag in der 1. Arbeitssitzung des Runden Tisches zur Aufarbeitung der Heimerziehung der vierziger bis siebziger Jahre am 2./3. April 2009
Thema: Zur zeitgeschichtlichen Einordnung der Heimerziehung Auszug:
Aber auch ErzieherInnen haben in der Heimerziehung der vierziger bis siebziger Jahre traumatisierende Erfahrungen machen müssen. Für sie ist es sehr schwer,
heute offen und selbstkritisch über ihre Sichtweisen und Handlungen im Berufsalltag jener Jahre zu reden. Wie vielen ehemaligen Heimkindern schließt auch ihnen die
Scham den Mund und möglicherweise sogar die Erinnerung. Aber die Scham der Erziehenden ist eine andere als die der „Zöglinge“. Während die der „Zöglinge“ aus
verinnerlichten Schuldzuschreibungen und gesellschaftlichen Unwert-Urteilen resultiert, hat die Scham der Erziehenden ihre Wurzeln im „pädagogischen
Gewissen“ und im Erschrecken vor dem Leiden, das sie den ihnen zur Unterstützung, zu Hilfe und Geborgenheit anvertrauten Kindern und Jugendlichen
angetan haben. Dieses Versagen sich selbst, den ehemaligen Heimkindern und möglicherweise in der gegenwärtigen Auseinandersetzung einer breiteren
Öffentlichkeit einzugestehen, erfordert große Selbst-Aufrichtigkeit und sehr großen Mut. Ein solcher Schritt ist in jedem Fall ein Wagnis und wird nicht ohne seelische
Erschütterungen möglich sein. Man kann dieses Wagnis durchaus mit dem der ehemaligen Heimkinder – wenn sie über ihre Erfahrungen zu reden beginnen –
vergleichen, wenn auch die Hintergründe und die Folgen sehr verschieden sind. In den Kinderheimen und Fürsorgeerziehungsheimen der vierziger bis siebziger
Jahre wurden vor allem solche Erzieherinnen und Erzieher traumatisierenden Erfahrungen ausgesetzt, die mit pädagogischem Eros oder gar mit dem Vorsatz,
diese Verhältnisse zu ändern, in diesen Totalen Institutionen ihren berufliche Weg begannen. Am 22.1.2009 widmete der Deutschlandfunk die Sendung „Hintergrund
Politik“ (18.40 Uhr bis 19 Uhr) dem Schicksal der ehemaligen Heimkinder. In der Sendung wurde auch auf die Situation der ErzieherInnen eingegangen:
„Dennoch ergriffen junge Erzieherinnen und Erzieher manchmal auch für jene Partei, die ihnen anvertraut waren. Eine Chance hatten sie jedoch nicht. Das System
Heimerziehung funktionierte nur, indem auch Mitarbeiter, die andere Vorstellungen von ‚Fürsorge’ hatten, gebrochen wurden. Dietmar Krone erzählt, wie junge,
freundliche Erzieher sehr schnell, von heute auf morgen, verschwanden. Und Hans Bauer (der ehemalige Leiter des Evangelischen Erziehungsverbandes wurde von der
Niedersächsischen Landesbischofin Käßmann mit einer Untersuchung über die Fürsorgeerziehung und Heimerziehung in kirchlichen Einrichtungen beauftragt, M.K)
hat in seinen Ermittlungen auch mit ehemaligen Mitarbeitern in Heimen gesprochen, unter anderem mit einer heute Siebzigjährigen, die Anfang der sechziger Jahre in
einem Heim für Mädchen tätig war. Sie erzählt, dass sie morgens ‚Unruhe in der Gruppe hatte und dann kam der Pastor, der der Leiter dieser Einrichtung war, und
hat das moniert und hat dann ihre Hand genommen und gesagt: Und diese Hand kann hier keine Ruhe schaffen? Dann hat er dem Mädchen, das da ein bisschen laut
war, einen Pantoffel ausgezogen und es kräftig zusammengeschlagen, dass das Mädchen wimmernd auf dem Boden lag, hat einem anderen Kind befohlen, einen
Eimer kaltes Wasser zu holen, hat das Wasser über das Kind gekippt und hat die junge Erzieherin angeguckt und gesagt: Und das konnten Sie nicht’!?“
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Prof. Dr. Manfred Kappeler
Vortrag in der 1. Arbeitssitzung des Runden Tisches zur Aufarbeitung der Heimerziehung der vierziger bis siebziger Jahre am 2./3. April 2009
Thema: Zur zeitgeschichtlichen Einordnung der Heimerziehung Auszug: Resümee Die Behauptungen, „Die Zeiten waren nun einmal so…“ und „Die Heimerziehung war
auch nicht anders als die in der Gesellschaft üblichen Verhältnisse“ und „Man kann nicht mit Maßstäben von heute die Heimerziehungspraxis der vierziger bis siebziger
Jahre beurteilen“, werden durch eine zeithistorische Einordnung der Heimerziehung widerlegt. Diese Behauptungen sind aber auch bezogen auf das gesetzlich
festgelegte Ziel der Heimerziehung und ihr formuliertes Selbstverständnis nicht haltbar. Die Heimerziehung hatte den eindeutig definierten Auftrag, die Kinder und
Jugendlichen, die zum ganz großen Teil aus „unterpriviligierten Lebensverhältnissen“ kamen, nicht noch unter diese Verhältnisse zu drücken, sondern sie darüber hinaus
zu heben und ihnen eine Perspektive auf ein gelingendes Leben auf der Ebene des durchschnittlichen Reproduktionsniveaus der bundesrepublikanischen Gesellschaft zu eröffnen
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Vortrag von Prof. Dr. Manfred Kappeler/Berlin
„Ich konnte nicht länger schweigen – aber wer wird mir glauben?“ – Über die Traumatisierungen ehemaliger Heimkinder Während der Anhörung von Sachverständigen zur Heim- und Fürsorgeerziehung der
vierziger bis siebziger Jahre durch den Petitionsausschuss des Bundestags im Januar 2008 sagte ein Abgeordneter sinngemäß: Er könne nicht verstehen, warum
die ehemaligen Heimkinder heute, dreißig, vierzig oder mehr Jahre nach ihrer Zeit im Heim, mit solcher Dramatik über ihre Erfahrungen reden. Ob es denn überhaupt
möglich sei, nach so langer Zeit sich so bestimmt an einzelne Handlungen von Erzieherinnen und Erziehern und an Einzelheiten des Heimalltags zu erinnern. Die
Antwort gab der Psychoanalytiker und Traumatologe Prof. Gerion Heuft, Leiter der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie am Universitätsklinikum Münster. Er
berichtete über Langzeitfolgen traumatischer Erfahrungen. Im Unterschied zu anderen konflikthaften Erfahrungen würden solche realitätsnäher, das heißt ohne
sekundäre Bearbeitung, im Gedächtnis aufbewahrt und können offensichtlich auch nach Jahrzehnten plötzlich wieder „vor Augen stehen“. Er belegte diese Mitteilung mit Beispielen aus seiner Praxis.
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Aufstand der Heimkinder Im schleswig-holsteinischen Glückstadt kam es vor 40 Jahren zu einer Rebellion gegen ein Heimerziehungssystem, das noch in der Tradition der Nazizeit
stand Seit dem 1. April 1951 nannte sich die Einrichtung Landesfürsorgeheim, in das Jugendliche und junge entmündigte Erwachsene beiderlei Geschlechts eingewiesen werden konnten. Aus Mangel an
geeignetem Personal griff man in dieser Zeit auch auf „vorbelastete“ Beschäftigte aus der NS-Zeit zurück.
Das haben Nachforschungen der Heiminsassen beim United States Holocaust Memorial Museum in Washington ergeben. ... Die in Haus 1 und 2 untergebrachten 80 Heimzöglinge zündeten Matratzen und
Kleidungsstücke an, rissen sanitäre Anlagen aus den Wänden, zertrümmerten Fenster wie Möbel und attackierten das Heimpersonal. Einer der Rebellierenden war der damals 17-jährige Peter-Jürgen Boock,
der nach der Heimrevolte in das hessische Jugendhaus von Rengshausen verlegt wurde. Dort kam er unter anderem mit Andreas Baader und Gudrun Ensslin in Kontakt, ...
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13.05.2009 Heimkinder kaltblütig gequält Einen Zehnjährigen habe man des Nachts im Zimmer eingeschlossen, einige Kinder mussten oftmals bis nach Mitternacht Hausaufgaben und Strafarbeiten
machen, manche Teenager wurden zum Rauchen gezwungen, bis sie sich übergeben mussten.
Und das, weil die Leiterin Angst vor dem Zündeln und dem heimlichen Rauchen der Jugendlichen hatte. Auch Schläge gegen einen Jungen wurden dem Heimleiter nachgewiesen.
Große Schüsseln mit
Süßigkeiten mussten die Kinder runter würgen, weil sie angeblich zuvor im Keller geklaut haben sollen. Stundenlanges barfuß in einer Ecke ausharren, oder vor dem Spiegel stehen war eine andere
Straflektion.
Gegen den Willen filmte die Heimbetreiberin einen Jungen mit der Videokamera. Die Angst vor weiteren Bestrafungen ließ die Kinder schweigen und stillhalten. Wider die Bedürfnisse der Kinder habe die Heimleiterin ihnen immer wieder ihren Willen aufgezwängt, so die Staatsanwaltschaft.
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Evangelische Bildungs- und Pflegeanstalt Hephata in Mönchengladbach
Bestätigung Ich kann die Angaben nur bestätigen. Ich bin selber ehemaliges Heimkind, die letzte Anstalt von insgesamt 5 war die
Evangelische Bildungs- und Pflegeanstalt Hephata in Mönchengladbach. Hier war ich von 1959 bis 1969. Auch hier war die Prügelstrafe mit dem Tröster, so nannten wir den Stock, an der Tagesordnung,
wobei das weibliche Erziehungspersonal das mit Abstand schlimmere war.
Das Besinnungsstübchen kenne ich ebenfalls: Ein kleiner Raum mit einem Bett und einem Putzeimer auf einer Gummiunterlage als Toilette. Als Sondervergünstigung konnte ein Buch mitgenommen werden. Sonst nichts.Auch kein Wasser. Wenn ich in Urlaub zu Hause war und wieder zurück musste, habe ich tagelang vorher geweint. Ich habe nach einem Selbstmordversuch und psychologischer REHA betreutes Wohnen (BeWo).
Die Todessehnsucht bleibt. Zur Zeit schreibe ich eine Biographi, soweit ich mich erinnern kann, für meinen Psychotherapeuten. Es ist nicht einfach. Meine Therapeutin vom BeWo hat mir geraten, nur
dann weiter zu schreiben, wenn kurz darauf die Betreuung zu mir kommt. Die Anstalt ist heute die evangelische Stiftung Hephata, sie gibt sich alle Mühe, den Makel der Anstalt loszuwerden. In einem
Prospekt der letzten Zeit wird diese Stiftung hoch gelobt. Allerdings ist hier auch eine Doppelseite mit einem Bereicht eines Ehemaligen. Die damaligen Verhältnisse werden zumindest nicht ganz
totgeschwiegen. Für mich hört die Anstalt Hephata allerdings nicht auf, eine Anstalt zu sein.
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Kottnik: "Ich bedauere zutiefst, was damals im Namen der
Diakonie geschehen ist" „Ich habe mir bis vor zwei Jahren nicht vorstellen können, dass wir so etwas in unserer Geschichte der
Diakonie mitschleppen”, sagte Kottnik. Mehrere hunderttausend Kinder und Jugendliche waren in der frühen Bundesrepublik oft aus nichtigen Anlässen in vorwiegend kirchliche Heime eingewiesen worden. Viele
von ihnen wurden geschlagen und zur Arbeit gezwungen, zudem gab es sexuelle Misshandlungen. Eine Schulausbildung erhielten die Kinder häufig nicht.
Er habe früher von Einzelschicksalen gesprochen,
sagte der Präsident. Heute wisse er, dass dies eine unzulässige Bagatellisierung sei. „Ich will, dass es für die Betroffenen in irgendeiner Form eine Wiedergutmachung gibt”, betonte Kottnik. Der vom
Bundestag eingerichtete Runde Tisch, an dem sich auch die Diakonie beteiligt, wolle Ende Juni erste Vorschläge unterbreiten. WR siehe Link
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Runder Tisch Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren Ergebnisprotokoll der 2. Sitzung des Runden Tisches Heimerziehung in den 50er
und 60er Jahren am 02./ 03. April 2009
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Diakoniedirektor: Einzelschicksale von Heimkindern brauchen Würdigung Hannover (epd). Jedes Einzelschicksal von ehemaligen
Heimkindern verdient nach Ansicht des Direktors des Diakonischen Werks der hannoverschen Landeskirche, Christoph Künkel, eine besondere Aufmerksamkeit und Würdigung. "Wir müssen den Menschen Gehör
schenken, denen Unrecht zugefügt wurde, und ihnen so weit wie möglich Hilfe anbieten", sagte Künkel am Freitag im epd-Gespräch am Rande eine Buchpräsentation über das Schicksal ehemaliger Heimkinder
in der Diakonie Freistatt bei Bremen. Unrecht bleibe Unrecht, auch wenn die Tatbestände strafrechtlich verjährt sein sollten.
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Behindertes Kind ans Bett gefesselt Pfleger soll Schützlinge misshandelt haben Besonders schwer wiegt die
Anklage bei einer Reihe von Übergriffen gegen einen behinderten Jungen, der sich wiederholt mit Kot beschmierte. Als dabei einmal ein Teppich beschmutzt wurde, soll der Pfleger den Jungen geohrfeigt
haben. In einer Wanne habe er ihn dann bei offenem Fenster eiskalt abgeduscht. Die Staatsanwältin wertet diese Tat als "besonders gefühlskalt". Als sich der Junge wieder schmutzig machte, soll
ihn der Pfleger mit einem Fixierband ans Bett gefesselt haben. Eine Mitarbeiterin fand den Jungen erst tags darauf und meldete den Vorfall. Die Misshandlungen ereigneten sich bereits in den Jahren
2005 und 2006 in dem mit 800 Bewohnern und 1000 Mitarbeitern zu den größten Behinderteneinrichtungen Bayerns zählenden Franziskuswerk.
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Patrick Walsh war zwei Jahre alt, als er in eine katholische
Erziehungsanstalt kam, 14 Jahre lang war er dort: "Der Missbrauch war emotional, psychologisch und, vor allem im fortgeschrittenen Kindesalter, sexuell. Wenn ich gefragt werde, was das schlimmste an
allem war, denke ich immer wieder darüber nach und sage heute: der Verlust der Freiheit." Albtraum ohne Ausweg: Tausende irische Kinder wurden im vergangenen Jahrhundert in Heimen missbraucht - seelisch, körperlich und auch sexuell. Jetzt hat die Regierung einen Untersuchungsbericht vorgelegt. Aber viele Opfer sind mit dem Ergebnis alles andere als zufrieden.
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Diakonie Bayern: Dinkelsbühler Stephanus-Pflegeheim
«Halt’s Maul« war keine Seltenheit
Und die beiden unterstreichen ihre Vorwürfe. So erklärt die 24-jährige Kathrin
Haderlein, sie habe es während ihrer Ausbildung zur Altenpflegehelferin nicht mehr ausgehalten, dass alte Menschen regelrecht misshandelt werden. «Schon allein von der verbalen Gewalt gegenüber den
Bewohnern bis hin zu dem Vorfall, wo eine Bewohnerin grob ans Bettgitter gestoßen wurde«, erinnert sie sich. Das schlimme für die junge Frau: Die Stationsleitung und ein bis zwei Pflegekräfte sollen die
treibende Kraft für die Gewalt gewesen sein, «die andern sind superlieb und supernett.«
Statt Zuwendung zu bekommen wurden ältere Männer und Frauen angeschnauzt. «Da war ein ganz grober Umgangston
üblich. Keine Seltenheit waren Worte wie «Halt‘s Maul«, wenn jemand nach Ansicht einer Pflegerin nicht schnell genug gegessen hatte.« Einmal habe sie erlebt, wie eine genervte Pflegerin einem älteren
Heimbewohner aus Verärgerung brutal auf den Rücken schlug. «Man hat einfach gemerkt: Die Pfleger standen ständig unter Zeitdruck. Das war ein ganz großes Problem«, berichtete die 27-Jährige, die
inzwischen in einem Altersheim in Wallerstein (Kreis Donau-Ries) arbeitet. Am meisten aber habe sie bedrückt, dass wiederholt leidenden älteren Menschen ärztliche Hilfe versagt wurde.
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Kindesmißhandlungen in Irland – und in Deutschland?
Was bedeutet der irische Bericht für die deutschen Verhältnisse? Einerseits nicht viel, Irland ist Irland.
Das Untersuchungsergebnis ist ein irisches, kein deutsches. Andererseits sind Parallelen deutlich. Hier wie dort wird und wurde geleugnet, wurde von bedauerlichen Einzelfällen gesprochen, wurde auf
zeittypische Erziehungsmethoden verwiesen. Der irische Bericht macht klar, daß das Unvorstellbare Realität gewinnen kann. Nein, nicht für die ehemaligen Heimkinder, die haben nie daran zweifeln können,
sie leiden noch heute unter dieser erlebten Realität. Realität haben die unvorstellbaren Menschenrechtsverletzungen für die irische Öffentlichkeit gewonnen, für den Staat und für die Heimträger,
doch manche leugnen immer noch. Nach den vorliegenden Berichten der ehemaligen Heimkinder ist für Deutschland kein wesentlich anderes Ergebnis zu erwarten: Mißhandlungen, Mißbrauch, Zwangsarbeit und
durchgängige Demütigungen. Was bedeutet das?
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Samstag, 2. Mai 2009
Amtsrichter schickt geistig Behinderten ins Gefängnis Ein geistig Behinderter muss wegen Diebstahls für acht Monate hinter
Gitter. Das ist ein Skandal, sagt ein renommierter Justizexperte. ... Als das Urteil fällt, zeigt Jörg P. kaum eine Regung. Sogar ein freundliches Lächeln bringt er noch über die Lippen. Sicher nicht,
weil ihn das Urteil erfreut. Wie es scheint, sind ihm die Konsequenzen nicht bewusst. Denn Jörg P. ist geistig behindert, intellektuell auf dem Stand eines sechs Jahre alten Kindes, so die Aussage der
Rechtsanwältin vor Gericht.
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Sehr geehrter Herr Minister Mackenroth,
wie der Heimkinderverband Deutschland festgestellt hat, ist ein geistig behinderter Mann für acht Monate Haftstrafe vom Amtsgericht Pirna verurteilt worden. Dies empört die Öffentlichkeit. Es
handelt sich hier um einen schweren Fall von Menschenrechtsverletzung. Leider finden wir auf den Seiten des Justizministeriums keine Stellungnahme/Pressemitteilung. Wir
gedenken uns für den behinderten Mann einzusetzen und uns an den Menschenrechtsgerichtshof zu wenden. Gleichzeitig beantragen wir die sofortige Haftentlassung und die Überstellung in eine geeignete Anstalt.
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Stigma der Heimvergangenheit Die schwere Traumatisierung in Kindheit und Jugend hat Auswirkungen auf den Erwachsenen. Er kämpft um ein würdiges Leben und unterzieht sich mehreren
Therapien. Seine erste Ehe scheitert, als die gemeinsame Tochter ein Jahr alt ist. Die Mutter erzählte dem Mädchen, der Vater sei gestorben. Das Jugendamt Hildesheim unterstützte diese Lüge. Walter wird
das Besuchsrecht verwehrt mit der Begründung, die Mutter befinde sich in einer neuen Beziehung, das Kind habe einen neuen Vater und halte Walter für tot. Das Jugendamt unterstützt Walter nicht, fordert
den „toten“ Vater aber später auf, den Aufenthalt seiner Tochter in einer Jugendwohngruppe mit zu finanzieren. Walter gründet eine neue Familie, bekommt drei Töchter. Die Beziehung zerbricht. Er
bekommt die Kinder zugesprochen. Im Jahr 2004 holt Walter die Vergangenheit ein. Mit dem Stigma der Heimvergangenheit gebrandmarkt werden ihm vom Jugendamt ohne ausreichende Begründung seine Kinder
weggenommen. Sie sind zwei, drei und acht Jahre alt. Sein eigenes Schicksal wiederholt sich. Seine Töchter kommen in Pflegefamilien des Kinderdorfes Lipperland e.V. in Barntrup.
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Wenn es Abend wurde und Schlafenzeit war, hatte ich angs bekommen in dieses Zelt zugehen. Mehrmals fragte ich Pastor Harry A., ich nicht
wo anders schlafen dürfte. Dieses ließ er aber nicht zu. Eigendlich wußte ich garnicht warum, er hätte nur mit einem Jungen tauschen brauchen. Die Nächte darauf waren fürchterlich, jedesmal, wachte ich
mitten in der Nacht auf, weil er an mir herum spielte, er setzte sich dann so auf meine Beine, daß ich mich auch nicht weg drehen konnte, dann onanierte er voll auf meineen Unterleib drauf, manchmal nahm
er auch meine Hand und dann sollte ich ihn befriedigen, dieses tat ich nicht, weil mir unglaublich ekelig war. In den darauf folgenden Nächten, nahm ich eine andere Schlafposition ein, ich versuchte nur
noch auf dem Bauch zu schlafen, wieder mitten in der Nacht, merkte ich, daß mein Po fürchterlich weh tat, er war von Hinten in mir eingedrungen, da ich mich wohl im Schlaf auf die Seite gedreht haben
mußte, Es tat mir fürchterlich weh und dieser Mann stöhnte nur, Jede Nacht ging ich dann zum Ufer hinunter un mußte mir alles abwaschen.
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„Endstation Freistatt“ oder „Papier ist geduldig, das Leben nicht“
Eine Rezension von Dr. C. Burschel
Wer aber meint, die Opfer dieses Skandals von einem „wissenschaftlichen Standpunkt“ aus „menschlich heraushalten“ zu können, dabei im Vorwort um
Entschuldigung und Verzeihung bittet, muss sich heute den schlimmsten aller möglichen Vorwürfe gefallen lassen: Borniertheit gegenüber den Opfern.
Sowohl „Bethel“ als auch „seine Opfer“ haben
keinen Bedarf an wenn auch stellenweise „geschickt geworfenen Nebelkerzen““, sondern an deutlichen Positionierungen, Bewertungen und Ansätzen zur Wiedergutmachung.
So hätte gerade dem heute
Verantwortlichen in Bethel aber auch den Herausgebern ein persönliches Wort an die Betroffenen gut zu Gesicht gestanden. Deren Rolle wurde aber nur darauf beschränkt, zum zigsten Mal ihre belastenden
Erlebnisse schildern zu müssen, ohne dass sie auf deren Darstellung im Text autonom und unzensiert Einfluss gehabt hätten.
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Heimkinder fordern 25 Milliarden Euro Entschädigung Die Forderungen des Vereins ehemaliger Heimkinder setzen den „Runden Tisch“ des Bundestags unter Druck
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Die Subventionen des Staates an die Kirchen Quelle: C. Frerk, Finanzen und Vermögen der Kirchen, Alibri-Verlag, Aschaffenburg 2002
Verzicht auf Einnahmen: 3,50 Mrd. Euro - Absetzbarkeit der Kirchensteuer
1,40 Mrd. Euro - Befreiung von Zinsabschlags- und Kapitalertragssteuer 1,20 Mrd. Euro - Befreiung von der Umsatzsteuer 0,15 Mrd. Euro - Sonstige Befreiungen
6,25 Mrd. Euro - Verzicht auf Einnahmen gesamt.
Direkte Subventionen (unvollständig) 2,45 Mrd. Euro - Kofession. Religionsunterricht 0,62 Mrd. Euro - Ausbildung der Theologen
1,00 Mrd. Euro - Ersparnis durch staatl. Einzug der Kirchensteuer 0,04 Mrd. Euro - Denkmalpflege 0,03 Mrd. Euro - Militärseelsorge 0,72 Mrd. Euro - Zahlungen der Bundesländer
2,50 Mrd. Euro - Zahlungen der Kommunen (geschätzt, v.a. Baubereich, Geschenke, Kultur) 0,05 Mrd. Euro - Baulast-Verpflichtungen 0,19 Mrd. Euro - Zuschüsse an Missionswerke u.a.
0,30 Mrd. Euro - Sonstiges, z.B. Orden, Medien, Kirchentage 7,90 Mrd. Euro - Direkte Subventionen (zirka)
Staatliche Subventionen an die Kirchen insgesamt: 14,15 Mrd. Euro
Quelle: C. Frerk, Finanzen und Vermögen der Kirchen, Alibri-Verlag, Aschaffenburg 2002
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Hoffnung für ehemalige Heimkinder Von Jost Müller-Neuhof | © ZEIT ONLINE, Tagesspiegel 5.6.2009 - 10:14 Uhr DDR-Heimkinder haben ein Recht auf Entschädigung, entscheidet das
Verfassungsgericht. Hat das Folgen auch für ehemalige Leidensgenossen im Westen? ... Ein Heimkind? Der
sachsen-anhaltinischen Justiz schlugen die Verfassungsrichter jetzt deren Verdikte mit einer Vehemenz um die Ohren, die an die Zuchtmittel von damals erinnert. Es gehe nicht um Taten der Kinder, sondern
um die Zustände in den Heimen. Das Gericht habe den gesetzgeberischen Willen der Opferentschädigung „in unvertretbarer Weise verengt“. Eine „krasse Missdeutung“, „sachfremd“ und „willkürlich“
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Streit über Milliardenforderung Die Forderung des Verbandes ehemaliger Heimkinder (VEH), einen Entschädigungsfonds in Höhe von mindestens 25 Milliarden Euro einzurichten, stößt bei
Betroffenen auf Kritik. „Ich halte eine derartige Forderung beim jetzigen Stand der Gespräche am Runden Tisch für kontraproduktiv," sagte Stefan Beuerle dem Tagesspiegel.
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Dierk Schäfer Die Heimkinder können auch selber forschen! Die derzeit laufenden Forschungsansätze untersuchen die Zustände in einigen Fürsorgerziehungsheimen im fraglichen Zeitraum. Sie sind also
heim-orientierte Sondierungen, die fachwissenschaftlich von großem Interesse sind, jedoch den Anforderungen der ehemaligen Heimkinder nur begrenzt gerecht werden können. Zudem würde es wohl einen
jahrzehntelangen Aufwand bedeuten, wenn man bundesweit flächendeckend auf diese Weise die Heimhintergründe aller ehemaligen Heimkinder, die sich mit ihren Heimerfahrungen gemeldet haben, untersuchen
wollte. Darum schlage ich einen ergänzenden Forschungsansatz vor, der zu schnelleren, aber dennoch objektiven Ergebnissen führen soll und der geeignet ist, allen betroffenen Heimkindern noch zu ihren
Lebzeiten Anerkennung und materielle Kompensation eröffnen kann, soweit dies die jeweilige Datenlage hergibt. Ausgangspunkt meiner Überlegungen ist die Tatsache, daß viele ehemalige Heimkinder sich
mit ihren Heimerfahrungen bereits bei unterschiedlichen Personen und Anlaufstellen (Vertrauenspersonen) gemeldet haben. Diese Vertrauenspersonen haben eine wichtige Vorarbeit geleistet: Sie haben
zugehört, oft über Stunden und mit ungeheurem Einfühlungsvermögen, und, das soll auch erwähnt werden, unter teilweise erheblicher eigener seelischer Belastung, denn es ist nicht einfach, weinenden
Menschen über lange Zeit zuzuhören und auf sie einzugehen, wenn man durch die Berichte an seine eigene Zeit im Heim erinnert wird.
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Nun ist wissenschaftlich belegt, dass in deutschen Kinderheimen in
den 50er- und 60er-Jahren Prügel, brachiale Erziehungsmethoden und Zwangsarbeit systematisch vorherrschten. Auch sexuelle Übergriffe waren nicht selten. „Ich sitze im Vorraum der Toilette, ich bin geschlagen worden, vor mir steht ein Teller mit meinem Erbrochenen, da schwimmt Essen drin und die
Diakonisse zwingt mich, das zu essen. Ich weine, würge daran herum, erbreche unmittelbar darauf wieder, da packt sie mich am Arm und prügelt mich mit einem Teppichklopfer windelweich. Dieses Szenario hat
sich Tag für Tag, Woche für Woche, wiederholt. Mittags und abends. Ich konnte das Essen nicht bei mir behalten. Es wurde darauf bestanden, dass ich das Erbrochene wieder auf aß, was ich natürlich wieder
erbrochen habe, dann wurde ich verprügelt, solange bis die Diakonisse – Schwester Marianne hieß sie – erschöpft war. Dann erst hörte sie auf.“
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"Sie ist nicht in der Lage, diesen Runden Tisch zu führen"
Verein ehemaliger Heimkinder kritisiert Antje Vollmer Heinz-Jürgen Overfeld im Gespräch mit Andreas Müller Heinz-Jürgen Overfeld hat die Zusammensetzung des Runden Tisches Heimkinder kritisiert. Antje
Vollmer, die Leiterin des Gremiums, sei "nicht unvoreingenommen", sagte der Vizevorsitzende des "Vereins ehemaliger Heimkinder".
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Qualen eines Heimkindes: „Das frisst mein Leben” Demütigungen haben sich tief in sein Gedächtnis eingegraben. „Um sechs Uhr war Wecken”, schildert er aus einem Kölner Heim. „Dann mussten wir mit
unseren Bettlaken auf dem Flur antreten.” 40 bis 50 Kinder schliefen in einem Raum. „In der Mitte ein Kabüffchen, da war die Nonne drin.” Auf dem Flur standen sie in Reih und Glied, hielten ihr Laken
ausgebreitet vor sich. „Die meisten waren Bettnässer.”
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18. 06. 09
Ehemalige Heimkinder streiten - anstatt den Dialog zu suchen Prof. Dr. Manfred Kappeler, Professor für Sozialpädagogik Seit der
Einrichtung des Runden Tisches hat sich unter den Ehemaligen Heimkindern ein eskalierender Streit über seinen Auftrag, die Arbeitsweise und Art und Umfang der dort zu vertretenden Forderungen entwickelt.
Im VeH haben sich diejenigen durchgesetzt, die eine umfassend aufklärende, wissenschaftlich gestützte Untersuchung unter maßgeblicher Beteiligung Ehemaliger Heimkinder für eine Verzögerungs- und
Verhinderungstaktik halten. Sie wollen sofort rechtlich verbindliche Verhandlungen über die in der Presse zitierten Forderungen. ... Die Einrichtung des Runden Tisches halte ich für einen großen
Erfolg. Wenn es ihm gelingt, durch eindeutige Bekundungen des ernsthaften Willens zu Rehabilitation und Entschädigung und durch weitestgehende Transparenz das Vertrauen vieler Ehemaliger zu gewinnen,
sehe ich gute Chancen, daß der mitlerweile verbalen Anerkennung ... auch Taten folgen werden. Aber dafür braucht der Runde Tisch seine Zeit und eine kritisch unterstützende Begleitung durch Ehemalige
Heimkinder, Fachöffentlichkeit und Medien. Meine Sorge ist groß, dass die Auseinandersetzungen im Feld der Ehemaligen Heimkinder auf die eingeleitete positive Entwicklung negative Auswirkungen haben
könnte.
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Allein in Niedersachsen wurden zwischen 1945 und 1972 mehrere
zehntausend Mädchen und Jungen gedemütigt, missbraucht und zu schwerster, körperlicher Arbeit gezwungen. Und das vor allem in kirchlichen Heimen wie in Freistatt im Kreis Diepholz.
Bis heute leiden die Opfer unter den Folgen der Gewalt.
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„Wir kannten keine Liebe“ ... „Ganz schlimm waren die Kinder dran,
die nachts ihre Betten einnässten“, erzählt Alfred K. „Morgen für Morgen wurden sie nach dem Aufstehen mit dem Stock geschlagen, immer auf
den nackten Po.“ Einmal habe er sich ein Herz gefasst und der Nonne den Stock aus den Fingern gerissen. „Dafür habe ich aber bitter büßen müssen.“ ... Warum sie erst heute, 50 Jahre später, der
Öffentlichkeit von ihrem Schicksal erzählen? „Zum einen war das Thema lange Zeit Tabu. Zum anderen fällt es vielen von uns heute noch immer schwer, überhaupt darüber zu sprechen“, ...
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Aufruf aus Österreich Hier gibt es keinerlei nennenswerte Aufarbeitung, daher informiere ich mich auf den bundesdeutschen und anderen Seiten und freue mich über die
dortigen Bewegungen. Ich selbst war von 1963 bis 1967 Zögling in der Caritas Erziehungsanstalt Steyr/Gleink in Oberösterreich, ich würde mich freuen,wenn sich Menschen bei mir melden würden die sich
ebenfalls hinter diesen Klostermauern befanden, auch Zöglinge der Erziehungsanstalt "Landesjugendheim" Korneuburg wo ich die Jahre 1968 bis 1970 eingewiesen war. In diesen Anstalten wurde
schwerste körperliche und seelische Gewalt ausgeübt deren seelische Folgen mich bis heute nicht ganz losgelassen haben. Von sexuellen Übergriffen kann ich nicht berichten, das heißt aber noch lange
nicht, dass es keine solchen gegeben hat. Militärischer Drill und Prügel, Nahrungsentzug und endlose Herabwürdigungen des Menschen gaben eine Richtlinie vor, Kinder waren Masse in der Gruppe, der
einzelne zählte nichts. Ich war elf Jahre als ich meine Zeit in den Erziehungsanstalten begann, mit achtzehneinhalb wurde ich als "unerziehbar geltend" auf die Straße gestellt, die übliche
Karriere wie Vorstrafen, Haft, Obdachlosigkeit, Arbeitslosigkeit, Drogen-Alkohol-und Medikamentesucht waren nur "logisch". Heute will niemand die Schuld haben, sie liegt immer wieder zu
100% bei den Kindern und Jugendlichen, Politik und Gesellschaft putzen sich ab, machen Opfer zu Tätern und Täter zu Opfern. So kann, so darf es nicht weiter gehen! Ich bitte, dass sich ehemalige
Zöglinge aus diesen oben erwähnten Anstalten melden und mit mir Franz Josef Stangl - Autor des Buches - Der Bastard - Der Fürsorgezögling Kontakt aufnehmen: Email: franz-josef.stangl@chello.at
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Dierk Schaefers Blog “Verletzungen der Menschenwürde während der
Zeit Ihres Heimaufenthaltes bedauern wir zutiefst.” „Begangenes Unrecht und Verletzungen der Menschenwürde während der Zeit Ihres
Heimaufenthaltes bedauern wir zutiefst.“ So heißt es in einem mir in Kopie vorliegenden Schreiben des Stephansstiftes/Hannover vom April dieses Jahres. Dieses Bedauern ist nicht nur als solches zu
begrüßen. Es eröffnet zudem endlich die Ebene, auf der das Unrecht an den ehemaligen Heimkindern zu verorten ist. Verletzungen der Menschenwürde sind Menschenrechtsverletzungen, die, soweit ich weiß,
nicht verjähren.
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Langfristige Folgeschäden von Kindesmisshandlungen
Michael Jackson: Schon als Kind auf die Bühne gepeitscht Mit fünf Jahren beginnt die Karriere des jungen Michael Jackson – und seine
Kindheit endet. Vater Joe fügt ihm Schäden zu, von denen er sich auch als Erwachsener nie wieder erholt. Teil 1 der AZ-Serie
Nein, geschlagen habe er seinen Sohn Michael „niemals“, gibt Joe Jackson 2003 in einem Interview zu Protokoll. Schlagen tue man ja bekanntlich mit einem Stock. Er habe ihn lediglich ausgepeitscht. Mit
einem Kabel oder einem Gürtel. Noch als erwachsener Mann muss sich Michael Jackson übergeben, wenn er seinem Vater begegnet. Zu tief sitzt das Trauma der Kindheit, die er eigentlich nie hatte.
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Buch “Endstation Freistatt” Historiker für Anerkennung von
Rentenansprüchen von früheren Heimkindern Bielefeld (epd). Die bundesweit erste wissenschaftliche Untersuchung über das Schicksal von
Heimkindern in diakonischen Einrichtungen in den Anfangsjahren der Bundesrepublik stößt bei ehemaligen Heimkindern auf große Resonanz. ... Durch vier politische Systeme hindurch habe ein sehr
hartes Erziehungssystem in den Einrichtungen geherrscht, das sich eng an das Militär angelehnt habe, erläuterte Schmuhl. Körperliche Züchtigungen wie Schlagen und Treten seien besonders in den 50er und
60er Jahren "gang und gäbe" gewesen. Neue Erkenntnisse der Untersuchung seien das "hohe Maß an Gewalt unter den Zöglingen" gewesen, berichtete der Wissenschaftler. Diese Übergriffe
seien durch ein System von Kollektivstrafen begünstigt worden. ... Mehrere hunderttausend Kinder und Jugendliche waren in der frühen Bundesrepublik oft aus nichtigen Anlässen in vorwiegend
kirchliche Heime eingewiesen worden. Viele von ihnen wurden geschlagen und zur Arbeit gezwungen, zudem gab es sexuelle Misshandlungen. Eine Schulausbildung erhielten die Kinder häufig nicht.
Kritik an Äußerungen im Diakonieforum: Die bundesweit erste wissenschaftliche Untersuchung über das Schicksal von Heimkindern in diakonischen Einrichtungen in den Anfangsjahren der
Bundesrepublik was hier als "selbstbespiegelung" gemeint ist, ist ein "schuss in den ofen", denn: es ist kein ruhmesblatt wie diese studie überhaupt VON AUßEN quasi
erzwungen wurde und warum Bethel da nicht sehr viel FRÜHER von selbst drauf gekommen ist
stößt bei ehemaligen Heimkindern auf große Resonanz. ja wirklich? Es
gebe viele Rückmeldungen und Anfragen von den Opfern, sagte der Bielefelder Historiker und Mitautor des Buches, Hans-Walter Schmuhl, am
Dienstag in Bielefeld. Dass dieses Thema öffentlich gemacht werde, bedeute ihnen sehr viel. Schmuhl sprach sich dafür aus, dass der
Aufenthalt in den Heimen auf die Rentenansprüche angerechnet werde. Gute Idee, vor allem weil das Bethel keinen Cent kostet. Den
Opfern gehe es weniger um Geld als um öffentliche Anerkennung, Sagt wer? Das sollten die "Opfer" schon selbst formulieren dürfen. Die Borniertheit nimmt kein Ende.
unterstrich Schmuhl.Durch vier politische Systeme hindurch habe ein sehr hartes Erziehungssystem in den Einrichtungen geherrscht, das sich eng an das Militär angelehnt habe wie naiv ist
das denn`? Prof. Kappeler hat schon vor vielen Jahren den Nachweis postfaschistischer Strukturen geführt.
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Nach einem letzten Besuch am Grab ihrer Mutter wurde das zwölfjährige Mädchen Resi, die eigentlich Maria Theresia heißt, abgeschoben in ein
Heim nach Düsseldorf. «Rasch verschloss die Nonne, die aussah wie ein gefährliches Insekt, die Tür und drehte den Schlüssel mehrmals um. Ich fühlte mich wie in einem Käfig gefangen, denn zu meinem
Entsetzen merkte ich schnell, dass keine Klinken und Fenstergriffe vorhanden waren. Ich kam mir vor wie in der Hölle.» ... Die bewegte Lebensgeschichte eines Eifeler Dorfmädchens in den Jahren
von 1944 bis 1958 zeigt, wie verletzlich eine Kinderseele ist. Der Bericht ist aber auch ein eindringlicher Appell, für bedrängte und bedrohte Kinder einzutreten, sich für sie stark zu machen, er ist
eine Mahnung, den oft lautlosen Schrei der Kinder in ihrer Not nicht zu überhören.
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Wer vertritt die ehemaligen Heimkinder? Der Runde Tisch in Berlin betreibt Aufarbeitung der Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren Gewalt und Einschüchterung waren in
Kinderheimen der Nachkriegszeit ein durchaus übliches Erziehungsmittel. Darüber tagt ein »Runder Tisch Heimerziehung« beim Deutschen Bundestag. Doch nun stellt der Verein ehemaliger
Heimkinder die Vertreter der Opfer, die am Tisch sitzen, in Frage.
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Sieglinde Alexander Werden die Nachkriegsgequälten Menschlichkeit erfahren? Seit
Monaten verdrehen sich alle Verantwortlichen der kirchlichen Trägerorganisationen die Zungen, dreschen in den Medien leere Phrasen von Bedauern, entschuldigen sich bei den ehemaligen
Heimkindern, versprechen Ungenaues für die Zukunft, doch faktisch geschieht nichts. Noch immer arbeitet der Runde Tisch mit den Fragmenten einer barbarischen Vergangenheit. Hierbei
werden die verantwortlichen Kirchen um Aufklärung gebeten, die diese im Endeffekt selbst nicht zu leisten vermögen. Die Kirchen profitieren von ihrer Anwesenheit am Runden Tisch, da sie
Informationen erhalten, die sie als Basis für eine Abwehrstrategie nutzen können, um eine Schadensminderung für Diakonie und Caritas zu erarbeiten.
Es stellen sich folgende grundsätzlichen Fragen: Ist in der Zusammenstellung des Runden Tisches eine Fehlbesetzung zu erkennen? Wie sind Menschenrechtsverletzungen zu erkennen, wenn die
Menschenrechtskommission keinen permanenten Sitz am Runden Tisch hat? Welche Rechtswissenschaftler untersuchen, ob die erlebten Misshandlungen der Heimkinder in die Kategorie der
Menschenrechtsverletzungen gehören? Welche Psychologen analysieren die traumatischen Erinnerungen und Erlebnisse der Heimkinder?
Wird am Runden Tisch dieser wichtigste Punkte überhaupt angeschnitten?
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Kinderheim Scherfelde im niederländischen TV Actualiteiten. -Als slaven behandeld in een Duits kindertehuis. Decennia lang zwegen ze, maar nu komen de toenmalige Heimkinder massaal
met de verhalen naar buiten die niemand wilde geloven. Ze waren een jaar of tien toen ze als 'bastaard' in een Duits kindertehuis terechtkwamen, waar nonnen ze behandelden als slaven en
onderwierpen aan een streng regime. Deze dagen schuiven slachtoffers en
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Skulpturen gegen das Vergessen Eckernförde - Die Namen Gückstadt in Schleswig-Holstein und Freistatt in Niedersachsen stehen für tragische Schicksale von
Fürsorgezöglingen. In dortigen Heimen herrschten in den 60er/70er Jahren Zwänge und Gewalt. „Ein rechtsfreier Raum“, sagt Eckhardt Kowalke, der selbst drei Monate in Freistatt untergebracht
war. Der Eckernförder Künstler verarbeitet das erlebte Grauen jetzt in einer Ausstellung. Das Leid, das viele Heimkinder erlitten haben, soll in die Öffentlichkeit transportiert werden.
„Die Sache darf nicht vergessen werden, und die Politik muss Stellung beziehen“, fordert Kowalke. Auch in Schleswig-Holstein müsse es dazu einen Runden Tisch geben. An den Kindern seien
damals Verbrechen verübt worden, die viele Ehemalige noch heute traumatisierten, so der Künstler.
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Heimkind – die Hölle auf Erden Das Bremer Amt für Soziale Dienste hat seit einigen Monaten ein Telefon eingericht, das ehemaligen Heimkindern die Möglichkeit bietet, ihre
Erfahrung zu erzählen, wie es in den 50er, 60er und 70er Jahren war. Bis heute haben sich 25 Bremer gemeldet, die unter teilweise grausamen Bedingungen in Heimen groß werden mussten. Welche menschlichen
Dramen sich abspielten, bleibt nicht immer ein Geheimnis, so wie es viele Heimerzieher von damals gerne hätten. Sein Vorname Thomas existierte nicht im Heim. Der damals 5-jährige wurde, genau
wie alle anderen 90 Kinder, stets mit Nachnamen angebrüllt. Es gab keine Persönlichkeit, keine Intimsphäre, keine Rechte. Die einzige Art der persönlichen Aufmerksamkeit waren Prügel, erzählt Thomas
Hasper: "Die Prügelstrafe war an der Tagesordnung. Es lagen überall Rohrstöcke. Mit den Rohrstöcken wurde in der Schule auf die Tafel gezeigt. Wenn in den Reihen jemand redete, wurde einfach
dreingeschlagen, egal wo es hintraf. Das konnte auch schon mal das Gesicht sein. Das war üblich." Nach dem Schulunterricht kam der Befehl zum Mittagschlaf. Damit die Kinder zur Ruhe kamen, wurde
ein starkes Medikament verabreicht, das für Kinder gar nicht zugelassen war. Nach dem Mittagschlaf hieß es oft: raus auf's Feld, arbeiten. Thomas Hasper, damals elf Jahre alt, ging wie viele andere
Kinder auch für das Heim schuften.
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Meinen Bruder habe ich das letztemal im St. Josefskinderheim, in
Lippstadt, Hospitalstr. 15 gesehen, als er von einer Nonne blutig mit dem Kopf mehrmals an die Wand geschlagen wurde, weil er auf der Topfreihe zu lange für sein großes Geschäft brauchte. Ich hatte mich
vor Angst im Flur hinter einem Schrank versteckt, zu dieser Zeit wusste ich nicht, dass Karlchen mein Bruder ist. Er wurde Karlchen gerufen und war nicht anders in seiner Art als alle anderen Kinder. Er
gehörte damals zu den Kindern in seiner Krabbelgruppe, die viel weinten. Weil sie viel weinten, wurden sie von den Nonnen Bastarde, Störenfriede, Aufsässige und Querulanten genannt und fürs weinen gab es
sehr viel Prügel. Eine andere Möglichkeit gab es nicht für die Kleinen, sich so für ihr tägliches Leid bemerkbar zu machen. Noch mehr Prügel gab es fürs bettnässen, dazu gehörte auch mein Bruder Karlchen.
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Luzerner Katholiken gedenken der Verdingkinder Erstes "Denk-Mal" wird eingeweiht Luzern, 17.8.09 (Kipa) Im November vergangenen Jahres hat die Synode der
römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Luzern die "Erklärung zu Lebensschicksalen von Verding- und Heimkindern" verabschiedet. Jetzt wird in Rathausen LU das erste "Denk-Mal"
enthüllt, wie die Landeskirche am Montag, 17. August, mitteilte.
Die Landeskirche bittet in ihrer Erklärung "alle um Verzeihung, denen als Verding- und Heimkinder Unrecht geschah"
und kündigte die Errichtung eines "Denk-Mals" an, das die "Erinnerung für den Vorrang der Menschenwürde der Schwachen und Benachteiligten vor allen anderen Interessen" im Bewusstsein
halten soll. Ein erstes solches "Denk-Mal" – ein Apfelbaum und eine Gedenktafel – wird im Rahmen des Dörfli-Fests der Stiftung für Schwerbehinderte Luzern SSBL am Sonntag, 23. August, der
Öffentlichk …
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Michael Witti, Rechtsbeistand des VeH in einem Leserbrief: “Wir werden weiter dafür kämpfen, dass es keinen rechtsfreien Raum in dieser Republik gibt und uns gerade diesem skandalösen Argument der
Ministerien, Kirchen, Abgeordneten, weiter mit allen rechtlichen Mitteln widersetzen. Es kann nicht ernsthaft sein, dass Opferansprüche
im rechtsfreien Raum entschieden, verordnet werden. Dass forderte und argumentierte zum Entsetzen gestern die Vertreter des Staates. Wegen
dieser weitreichenden, komplexen Rechtslage und Rechtsauffassung der Gegenseite- Bundesministerien, Abgeordnete, ist der Rechtsweg wohl
nicht nicht zu Ende, sondern allenfalls noch kniffliger und im Ergebnis reicher an Konsequenzen. München , 14. August 2009-08-14 Michael Witti”
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"Kriege den Hass nicht aus dem Kopf" Von Joachim F. Tornau Wolfgang Schnickmann kann nicht vergessen. Auch das Schild nicht: "Hier", stand darauf zu lesen, "werden Löwen
und Tiger gebändigt - auch du gehörst dazu." Von Prügel, Demütigungen und Vergewaltigungen erzählt Schnickmann. Von Erbrochenem, das aufgegessen werden musste. Von stundenlangem Strammstehen und
Marschieren. Von schwerer Feldarbeit, ohne Bezahlung natürlich und anstatt des Schulbesuchs. "Wir waren manchmal auch so grün und blau geschlagen, dass wir gar nicht mehr zur Schule hätten gehen
können." Denn sonst wären die Misshandlungen ja vielleicht jemandem aufgefallen.
Interview mit Psychotherapeut Kappeler
"Die Opfer hat man damals vergessen" Der Psychotherapeut Manfred Kappeler über brutale Heimerziehung.
Ab welchem Alter wurden Kinder misshandelt?
Schon die Säuglingsheime waren berüchtigt dafür, dass die Kinder dort hospitalistisch wurden. Sie wurden an ihre Betten gebunden oder mussten stundenlang auf langen Balken über ihren Töpfchen sitzen.
Zuwendung gab es nicht. Die Heimträger stellten sich auf den Standpunkt, es reiche völlig aus, die Kinder sauber zu halten. Als Ältere wurden sie dann in immer neue Einrichtungen gesteckt. Schlusspunkt
des Systems waren Erziehungsanstalten für Jugendliche mit Zwangsarbeit und Arrestzellen - das war die Hölle.
Sollten der Aufklärung über all das Zahlungen an die Heimkinder folgen? Finanzielle
Unterstützung sollte auf jeden Fall angestrebt werden. Schon weil den Opfern die Jahre der Zwangsarbeit in den Heimen nicht für die Rentenversicherung angerechnet wird. Viele von ihnen leben in prekären
Verhältnissen. Für sie zählt jeder Euro. Aber die Klärung braucht Zeit.
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«Der Katholizismus ist nicht von Natur aus schlecht, aber im
Verhältnis zwischen dem Katholizismus und der irischen Republik gibt es einen bösartigen Grundton.» Mit dieser Behauptung drückte der irische Senator Eoghan Harris – ein ernanntes Mitglied der oberen
Parlamentskammer – letzte Woche in gewohnt provokativer Weise einen weitverbreiteten Zweifel aus. Ist die Ausprägung der katholischen Kirche und ihrer Orden in der Republik Irland grundsätzlich anders
als anderswo? Das Grauen, das der Abschlussbericht einer Expertenkommission über den Missbrauch von Kindern in katholisch geführten Anstalten und Heimen ausgelöst hat, wirft zwangsläufig grundsätzliche
Fragen auf.
Irland erschrickt über sich selbst Systematischer Kindsmissbrauch unterspült alle Gewissheiten
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Thomas Quasthoff über seine Zeit im Internat des evangelischen
Rehabilitationszentrums ‚Annastift’ Hannover: Die Müller ist eine ausgemachte Sadistin. Und wie alle Sadisten hasst sie
Menschen, die widersprechen, die vor ihr nicht gleich zu Kreuze kriechen. Frau Mahlzahn hat mich gefressen. Vom ersten Tag an... ‚Ich mache noch ganz andere Sachen’ sagt Frau Mahlzahn und
sperrt mich in die Besenkammer. Sie nimmt mir mein Tonband weg, weil es zu laut ist, konfisziert Süßigkeiten, weil sie angeblich ungesund sind, sie verbietet mir, mit Mama zu telefonieren. Sie sagt, du
brauchst nicht zu petzen, deine Mutter ist weit weg, ich werde dir die Renitenz schon austreiben... Ihr Disziplinierungskatalog besteht aus purer Gemeinheit. An der Tagesordnung sind
vierundzwanzig Stunden ohne Essen und das Gurgeln mit Salzwasser.... bis einem die Lake vollständig in den Magen gelaufen ist.... Wen sie richtig auf dem Kieker hat, den lässt sie abends im Bett
festschnallen. Anschließend wird der Delinquent aus dem Zimmer gerollt und die ganze Nacht auf dem hell erleuchteten Flur abgestellt.“ (S. 77f.)
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Es waren Gottes verlassene Kinder „Das begann manchmal von einem Tag auf den anderen”, sagt Professor Traugott Jähnichen von der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Ruhr
Universität Bochum. Er untersucht mit seinem katholischen Theologie-Kollegen, Professor Wilhelm Damberg, im Auftrag beider Kirchen, wie es aussah in den damaligen Heimen; ... Und dann die
Strafen. „Bettnässer wurden windelweich geprügelt. Das hat zu psychischen Störungen geführt, unter denen sie noch heute als Erwachsene leiden.” Oftmals hätten Kinder mit ihrem Laken an anderen Kindern
vorbei laufen müssen, damit es alle sehen. Dabei, sagt Jähnichen, hätten viele Kinder mit dem Bettnässen doch auf die Heim-Unterbringung reagiert. Brutalität der Erzieher habe es ohne Zweifel gegeben,
so Jähnichen und Damberg, häufiger jedoch seien Auslöser für Übergriffe Überforderung der Erzieher und eine Pädagogik gewesen, „die vom Schlagen nicht lassen wollte”. Die, sagen die Forscher, habe es
allerdings in dieser Zeit auch in Familien gegeben. ... Bisher hat das Bochumer Team einige dunkle Ecken im Vorhof zur Hölle, in dem Gottes verlassene Kinder lebten, ausgeleuchtet. Vieles jedoch
liegt noch im Dunklen. Die Forschungen sind noch nicht abgeschlossen.
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Teufel in Nonnentracht Das Schicksal des Paul Brune und die Anstaltspsychiatrie nach 1945 ... Das Personal in seiner Abteilung besteht aus einer Nonne, einer
Pflegerin und einem Hausburschen, der zum stumpfsinnigen Befehlsempfänger gedrillt worden ist. Über die Pflegerin weiß Paul Brune zu berichten, dass sie "absolute Herrscherin" ist und mit
sadistischer Grausamkeit Kinder quält, die gegen ihre Regeln verstoßen. Sie hat "die ganze Naziideologie in ihrem Untermenschenvokabular verinnerlicht" und beschimpft die Kinder ständig als
"Abschaum der Menschheit", "Minderwertige", "unnütze Esser", "Drohnen" und "Schmarotzer". Hatte sie es besonders auf ein Kind abgesehen, so krallte sie
ihre Hand in das kindliche Bauchfleisch ihres Opfers und drehte ihre Hand bzw. das Fleisch.
Ein Jahr später kommt Paul Brune von der "tiefstehenden Station" auf die
"Schuljungenstation". Er besucht jetzt die "Idiotenschule" der Anstalt. Die so genannten Schulschwestern haben weder eine pädagogische Ausbildung noch ein Studium für ihre Tätigkeit
abgelegt. Stattdessen stehen die Vinzentinerinnen mit ihrem Mutterhaus in Paderborn ganz unter dem Einfluss des dortigen Moraltheologen Joseph Mayer. Er tritt unter der Nazi-Herrschaft als Befürworter
der Euthanasie für "Geisteskranke" auf. Bereits 1927 begründet er, mit dem "Imprimatur" der katholischen Kirche ausgestattet, die Zwangssterilisation in seiner Dissertation über die
Gesetzliche Unfruchtbarmachung Geisteskranker.
Den Ordensschwestern predigt Mayer eine unbarmherzige Einstellung gegenüber "minderwertigen" und "geistesschwachen" Kindern. Die
Hälfte von ihnen, heißt es in seiner Schrift, "trägt den Keim der Entartung von der Stunde der Zeugung an in sich, und selbst die beste soziale Fürsorge, die vorzüglichste Hilfsschule, die modernste
Heil- und Pflegebehandlung kann diese Gruppe von Unglücklichen nie im Leben wirklich heilen". Erblich belastete Geisteskranke befänden sich in ihrem Triebleben "auf der Stufe der unvernünftigen
Tiere". Ihre zuweilen "untermenschlichen und untertierischen Zustände" legitimierten "die Asylierung, die Unfruchtbarmachung". ... Eine Nonne lebt unter diesen Vorgaben
ihren Sadismus besonders intensiv aus. "Diese kam 1950 in die Anstalt und auf unsere Station. Es war der leibhaftige Satan in Nonnentracht. Leiseste Ansätze von Solidarität unter den Kindern wurden
im Keime erstickt. So setzte diese Nonne ihren Ehrgeiz darein, aus den Kindern reißende Hyänen zu machen. So war es jedem Kind erlaubt, einem andern eine Ohrfeige zu versetzen, wenn es dieses beim
Schwatzen ertappt hatte. Unentwegt feuerte sie die Kinder zur Gruppenkeile an. ... Noch 1987 wird der Landschaftsverband
seine unrühmliche Geschichte in der WDR-Fernsehsendung Mittwochs in Marsberg leugnen. Die Verbandsvertreter widersprechen Paul Brunes Darstellung der damaligen Verhältnisse. Durch die Sendung aufmerksam allerdings wird der Sonderschullehrer Gerhard Kroh, der sich bei Paul Brune meldet und ihm berichtet, dass die Kinder und Jugendlichen im St. Johannesstift noch bis in die siebziger Jahre hinein rechtlos der Willkür von Ordensschwestern, Pflegern und Ärzten ausgesetzt waren.
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Aufarbeitung a la Staat vor 35 Jahren Gerhard Kroh und seiner Frau lassen die Anschuldigungen der Kinder keine Ruhe. Im Januar 1974 wendet sich Frau Kroh mit einer Eingabe, in der sie die
Vorwürfe der Kinder darstellt, an Ministerpräsident Heinz Kühn. Sie bittet ihn, eine unabhängige Untersuchungskommission zur Überprüfung einzusetzen, um den langwierigen Dienstweg, auf dem Gerhard Kroh
das Anliegen als Beamter hätte weitergeben müssen, zu vermeiden. Der Ministerpräsident reagiert umgehend. Er übergibt die Angelegenheit dem zuständigen Justizminister. Die Staatsanwaltschaft in Arnsberg
nimmt ein "Ermittlungsverfahren gegen Bedienstete des St. Johannesstifts in Marsberg wegen Verdachts von Misshandlungen an Schutzbefohlenen" auf. Gerhard Kroh wird vernommen.
In der Zeit
der Untersuchung bekommt Gerhard Kroh, der inzwischen als Sonderschullehrer in Winterberg im Hochsauerland arbeitet, Anrufe von Jungen, die ihm mitteilen, dass sie vom Personal unter Druck gesetzt
werden, damit sie nicht aussagen beziehungsweise ihre Aussage zurücknehmen. Dennoch weiß Kroh aufgrund einer Mitteilung des Oberstaatsanwalts, dass sich einige dem Druck nicht gebeugt haben: "Das
waren so etwa sechs bis acht Jungen im Alter von 13 bis 15 Jahren. Ihre Pfleger machten ihnen klar, dass ihre Personalakte, wenn sie nicht zurücknehmen, was sie ausgesagt haben, mächtig anwachsen
würde".
Die Personalakte entschied aber, so Kroh, über die Frage, ob bei Eintritt der Volljährigkeit eine Entmündigung mit anschließender Verbringung in eine geschlossene Anstalt erfolgte
oder nicht. Er weiß von Fällen zu berichten, in denen Jugendliche entmündigt wurden: "Etliche von ihnen hätten auch in die Freiheit entlassen werden können. Und ich vermute, dass auch Leute, also
Patienten, die sich einigermaßen im Leben hätten zurechtfinden können, gerne genommen wurden, um als Ersatzpflegekräfte kostenlos in den Erwachsenenanstalten tätig zu sein."
Zu einer
Anklageerhebung und einem Gerichtsverfahren kommt es jedoch nicht. Die Staatsanwaltschaft begründet dies damit, es gebe keine glaubwürdigen, unabhängigen Zeugen. Frau Kroh wird vom Generalstaatsanwalt in
Hamm und vom Justizminister gebeten, ihre Anzeige zurückzuziehen, weil die Anklage vor keinem Gericht Bestand habe. Unter dem Druck ziehen die Krohs ihre Anzeige zurück, was aus heutiger Sicht beide
bedauern. So blieb der Öffentlichkeit bislang verborgen, dass selbst 30 Jahre nach dem Ende der NS-Gewaltherrschaft Kinder und Jugendliche in der Psychiatrie in Marsberg - aber sicher nicht nur dort -
den menschenunwürdigen Verhältnissen rechtlos ausgeliefert waren.
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Ihre Erinnerungen an die Zeit im diakonischen Erholungsheim im
westfälischen Nettelstedt sieht sie bis heute vor sich, vor allem immer wieder jener Moment: „Ich sitze im Vorraum der Toilette, ich bin geschlagen worden, vor mir steht ein Teller mit meinem
Erbrochenen, da schwimmt Essen drin und die Diakonisse zwingt mich, das zu essen. Ich weine, würge daran herum, erbreche unmittelbar darauf wieder, da packt sie mich am Arm und prügelt mich mit einem Teppichklopfer windelweich. Dieses Szenario hat sich Tag für Tag, Woche für Woche, wiederholt. Mittags und abends. Ich konnte das Essen nicht bei mir behalten. Es wurde darauf bestanden, dass ich das Erbrochene wieder auf aß, was ich natürlich wieder erbrochen habe, dann wurde ich verprügelt, solange bis die Diakonisse – Schwester Marianne hieß sie – erschöpft war. Dann erst hörte sie auf.“
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Fundstelle im Internet Gewalt in den Alsterdorfer Anstalten Quelle DIE ZEIT, 08.06.1979 Nr. 24 Besserung in Sicht Politiker reagieren auf die ZEIT-Reportagen über die Verhältnisse in den Alsterdorfer Anstalten Hamburg Den Tip des Senators Ehlers an die Alsterdorfer, „Kritik tapfer zu ertragen", hatte die Anstaltsleitung, die nach der Veröffentlichung in der
ZEIT von „Sensationsmache und Diffamierung" gesprochen hatte, nur langsam beherzigt. Immerhin gab Anstaltsleiter Pfarrer Schmidt auf einer Pressekonferenz am 20. Mai zu, daß Behinderte angeschnallt
und auch geschlagen worden sind. Als Grund nannte der Pastor die schlechte Personalsituation und die mangelnde Ausbildung der Mitarbeiter. Von 549 im Pflegebereich Tätigen sind 248 ohne fachliche
Vorbildung. Schmidt versicherte: JE den wenigen Einzelfällen, in denen geschlagen wurde, habe man „in allei? Schärfe durchgegriffen und die betroffenen. Mitarbeiter entlassen". Schmidt räumte aber
ein, daß Beruhigungsmedikamente auch in Fällen ausgegeben würden, in denen vom rein ärztlichen Standpunkt keine Notwendigkeit vorläge, wenn die Unterbringungsmöglichkeiten in der Heilanstalt besser wären.
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Das Heim im Kopf Einer der Erzieher ist nicht nur ein Sadist, er ist auch ein Päderast. Auf seinem Tisch steht gut sichtbar eine Dose mit Melkfett. "Auch mit
mir hat er was vorgehabt", sagt Laxy, "aber ich habe mich mit Händen und Füßen gewehrt." Nur dem sexuellen Missbrauch ist er entkommen. In Handschellen wird er an seinem ersten Tag im Heim abgeliefert. Wie ein Schwerverbrecher. Dabei hatte er gar nichts getan. Seine Mutter schickt ihn
zur Tante, sie will den Sohn nicht. Sie meldet ihn bei der Polizei als vermisst und als Dieb, weil Laxy Geld für die Bahnfahrkarte genommen hat. Und die Polizei steckt ihn ins Heim, nach Fichtenhain.
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Sadismus und Gewalt, Erniedrigungen und Zwangsarbeit - das soll der Alltag in deutschen Kinderheimen bis in die siebziger Jahre gewesen sein.
Davon berichten ehemalige Heimkinder wie Brigitte Diederich. [mehr]
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"Wenn man dies nicht machte haben die Nonnen dich an die haaren
genommen und dich solange unter das Wasser gehalten bis du keine Luft mehr bekommen hast und das wieder und wieder." ...
Mein Bruder Uwe wurde zu die Baby Station gebracht, mich haben sie in eine Duschraum gebracht und mir die Kleider vom meinen leib geschnitten und gerissen, hier nach haben sie
mir mit einen harten bürste mein ganzen Körper geschrubbt, so das mein kleine Körper Feuer rot war. Sie haben mich Läusemittel auf die Haaren angebracht was mir bis in die Äugen lief,
hier durch fing ich an zu weinen. Da drauf hat die Schwester mich geschlagen. Hiernach kriegte ich ein Nachthemd angezogen und wurde mir ein Bett zugewiesen in einen großen
Schlafraum mit vielen anderen Kindern. Gleich die erste Nacht haben die Schwestern mich wach gemacht mich mit genommen und mich auf einen Nachttopf hingesetzt. Wo ich da nicht
konnte, bin ich wieder zu bett gegangen. Da haben sie mich geschlagen und sagte mir du bleibst solange sitzen wie ich das will.
Hier eine liste was ich so Grausamkeiten erlebt habe mit den Schwestern und denn Priest Hr. Müller. ... Was ich schnell lernte war das Kinder die bett nässten zusammen geschlagen wurden und so
nass wie sie waren auf einen kalte Flur gestellt wurden da die ganze Nacht stehen bleiben mussten so nass wie sie auch waren. Am nächsten morgen wurden sie dann kalt ab geduscht,
wenn das nicht half und sie immer wieder im bett urinierten wurden sie eine ganze Nacht im Schweinestall bei die Schweine eingeschlossen. Die anderen Kinder konnten die ganze Nacht
das schreien und die Hilfe rufen hören. ... Eines Nachts kam ein Größeres Mädchen sie war eins der Kinder die bei Schwester Oberin
beliebt war und machte mich wach. Ich sollte mit ihr mit gehen zu ein Badezimmer, wo sie auf einen Hocker platz nahm und ihr Nachthemd hoch tat und die Beine weit machte.
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Erinnerungen an eine schlimme Zeit Mit 12 Jahren abgeschoben ins Heim: Resi Röder erzählt die wahre Geschichte ihrer Kindheit. Der Alltag wird geprägt durch Arbeit, Schläge, Demütigung,
Falschheit, Frömmelei und unsinnige Regeln oder Lieblosigkeit. ... Eingesperrt, ausgebeutet, gedemütigt ist das Heimkind der Willkür und Vorlieben von Betreuern, Behörden oder Erzieherinnen
ausgeliefert. Sie durchlebt eine Jugend voller Angst und Drangsal. Doch Resi hält durch - mit dem festen Willen, eines Tages ein freier Mensch zu sein ...
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TV-Kritik: Prügelpädagogik von Gottes Gnaden ... Der Direktor, jeweils ein Priester, war gemäss ehemaligen Bewohnern ein «unwahrscheinlicher Sadist», ein «brutaler Sauhund» und dazu noch
pädophil. Auch die Ordensschwestern, die die Kinder betreuten, waren laut deren Schilderungen alles andere als barmherzig. «Ich hatte mehr Angst vor den Schwestern als vor den Mäusen und Ratten», sagt
ein ehemaliges Rathausen-Kind; die brutalen Prügelmethoden der Gottesfrauen werden im Detail ausgebreitet. ... Die Vorwürfe wiegen schwer, sehr schwer. Reporter Beat Bieri zeichnet ein Bild einer
Hölle, eines unmenschlichen Straf- und Arbeitslagers für Kinder, das die katholische Kirche gut versteckt hinter Klostermauern betrieb. Der Direktor habe sich während den Prügelstrafen sexuell
befriedigt. Und bei der obligatorischen Beichte hätten die Schüler ausführlich über Verstösse gegen sechste Gebot (Keuschheitsgebot) berichten müssen, auch wenn es nichts zu berichten gab. Der Priester
auf der anderen Seite habe dies obszön-lustvoll aufgenommen. «Wie Telefonsex» müsse das für ihn gewesen sein, so die Schilderung. Nachdem die Behörden 1949 einschritten, rechtfertigte der Direktor seine
Straf-Methoden mit dem «göttlichen Recht». ... Waren für einige Kinder die Zustände gar nicht schlimm? ... Auch sonst bleibt einiges unklar. Als Mitte der 50er Jahre die Missstände publik
wurden und die Behörden einschritten, sollen sich ehemalige Zöglinge für den Direktor eingesetzt haben. Weshalb? Und waren deren Briefe tatsächlich gefälscht, wie der Film suggeriert?
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Wenn du nicht hörst, kommst du ins Heim - Schläge gehörten zur
Tagesordnung
Im Untertitel eines Artikels von Benjamin Lassiwe im Holsteinischen Courier hieß es: "Nach dem Zweiten
Weltkrieg und bis in die 70er-Jahre hinein wurden Heimkinder in Deutschland als Arbeitskräfte missbraucht. Schläge waren eher die Regel als die Ausnahme." ...
Es gab damals aber auch Heime, die bewusst auf physische Gewalt verzichteten. Dies erlebte ich 1957, als ich Jugendleiter in einem großen Internat des Christlichen Jugenddorfwerkes Deutschland (CJD)
wurde. Wir sahen in dieser Einrichtung eine Art Erziehungsheim für Söhne betuchter Eltern. ... Der Präsident des CJD, Pfarrer Arnold Dannemann, hatte die Parole ausgegeben: "Wer einen
Jungen schlägt, schlägt mich."
Sie einzuhalten, war angesichts mancher Provokation nicht einfach. Wenn einem von uns Jugendleitern doch einmal "die Hand ausrutschte", reiste Pfarrer Dannemann spätestens am nächsten Tag an, untersuchte persönlich, was geschehen war, und der betreffende Mitarbeiter konnte sich auf eine Abmahnung gefasst machen.
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Meine Wirbelsäule war verkrümmt, ich hatte ein Bein kürzer und meine Hüfte war nicht in
Ordnung, deshalb musste ich oft ins Krankenhaus. Ich trug Schienen und lag im Gipsbett, weshalb sich meine Entwicklung auch verzögerte.
Da ich oft unbeaufsichtigt war, hatten Freunde meines Vaters im gleichen Haus leichtes Spiel mit mir, da ich Ihnen vertraute und immer zu essen bekam. Im Gegenzug kam es
zwischen Herrn Mayer und Herrn Richter zu sexuellen Handlungen an mir. Sie drohten mir, wenn ich etwas sage, käme ich ins Heim und überhaupt: wer würde einem Kind schon glauben. ...
Schwester Gundeberga hatte mich einmal erwischt, als ich abends die Krümel im Bett aß. Sofort wurde ich von ihr mit dem Gebetbuch ins Gesicht geschlagen, sie beschimpfte mich
als Diebin. Sie riss mich an den Armen aus dem Bett und ich musste wieder einmal vor dem Schlafsaal auf dem kalten Mamor stehen. Wie lange weiß ich nicht. Ich machte vor
Angst in die Hose und wimmerte vor Schmerzen. Ich hatte oft in die Hose gemacht vor Angst. Da wir nur eine Unterhose für die ganze Woche hatten, hatte ich die Unterhose gewaschen
und unter die Matratze gelegt, damit sie am Morgen trocken war.
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Pressemitteilung der Landesarbeitsgemeinschaften ehemaliger Heimkinder in Niedersachsen und NRW zum Symposium am 25.09.2009 Geschichte der Jugendhilfe muss aufgearbeitet werden Auf einem
Symposium mehrerer bundesweit bekannter Sozialerziehungswissenschaftler und mehreren Fachleuten aus Sozialpädagogik und Jugendamtsverwaltung sowie Vertreter der Landesarbeitsgemeinschaften ehemaliger
Heimkinder in Niedersachsen und NRW wurden Fragen zu politischer Bereitschaft, die "schwarze Pädagogik" der Nachkriegszeit aufzuarbeiten. Hierzu erklärte der renommierte
Erziehungswissenschaftler Professor Dr. M.Kappeler das Politiker, Kirchen und Verbände nicht mehr von Einzellfällen sprechen. Es bewegt sich etwas in die richtige Richtung; schließlich hatten alle
Verantwortliche gewusst bzw. in Ansehung zahlreicher wissenschaftlicher Beiträge wissen müssen, dass die bei Bildungsverweigerung, Zwangsarbeit uns seelischen Grausamkeiten Unrecht geschehen ließen.
Professor Kappeler verwies auf erfolgreiche Modellprojekte,die leider nie flächendeckend umgesetzt wurden. Den Verantwortlichen aus Politik und Kirchen waren diese Kinder und Jugendliche nicht viel wert.
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Hauptsache unter der Fünf-Prozent-Hürde Peter Mühlbauer 01.10.2009
Vatikan: 1,5 bis 5 Prozent aller katholischen Geistlichen waren in den letzten 50 Jahren in Missbrauchsfälle
verwickelt Am 22. September beschuldigte Keith Porteous Wood, der Repräsentant der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union (IHEU), die katholische Kirche vor der UN des Bruchs der Artikel
3, 19, 34 und 44 des 1990 auch vom Vatikan unterzeichneten internationalen Übereinkommens über die Rechte des Kindes (CRC). Unter anderem kritisierte er, dass sie vergangenen Kindsmissbrauch verschleiert
und strukturelle Änderungen zur Verhinderung weiterer Fälle verweigert. Zwei Tage später versuchte Erzbischof Silvano Tomasi, der ständige Beobachter des Vatikan bei der UN, die seinen
Arbeitgeber betreffenden Vorwürfe hinsichtlich des Umgangs mit Kindern durch eine Rede zu entkräften, in welcher er zuallererst meinte, es wäre bei 80 bis 90 Prozent der betroffenen Priester nicht
"korrekt", von "Pädophilie" zu sprechen. Stattdessen müsse man den auf das "heranreifende" männliche Geschlecht eingrenzenden (und darüber hinaus weit weniger
stigmatisierenden) Begriff "Ephebophilie" verwenden. Anschließend klärte der Erzbischof auf, dass die "zur Verfügung stehenden Studien" zeigen würden, dass 1,5 bis 5 Prozent
der Geistlichkeit in den letzten 50 Jahren in Kindsmissbrauchsfälle verwickelt gewesen sei.
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6.10.2009 „Ihr seid Höllenkinder“
Bochumer Historiker legen Zwischenbericht zu Heimkindern vor ... Eine Arbeitsgruppe der Uni Bochum, die das Thema seit 2006
erforscht und seit 2008 dabei finanziell auch von Bischofskonferenz und Evangelischer Kirche unterstützt wird, hat am Dienstag eine erste Zwischenbilanz präsentiert. ...
Essensentzug, Isolierung, Züchtigung Darüber hinaus verschweigen die Wissenschaftler aber nicht, dass sie auch eine in ihrem Ausmaß nur schwer feststellbare Menge von nicht erlaubten Bestrafungen
und Demütigungen feststellen mussten: Trotz teilweise anderslautender Ordensregeln oder Heimordnungen hätten Kinder unter Essensentzug, Isolierung in sogenannten „Besinnungszimmern“, körperlicher
Züchtigung und Misshandlungen - „Schläge 'auf die Erziehungsfläche', Ohrfeigen etc“ leiden müssen. Inwieweit die konfessionelle Prägung eines Heims strafbegünstigend oder -mildernd gewirkt hat, wollen
die Wissenschaftler in „Tiefenbohrungen“ am Beispiel einzelner Heime weiter erforschen.
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Unrecht an Heimkindern soll umfassend erforscht werden Hannover (epd). In Niedersachsen soll das Unrecht an Heimkindern in den nächsten Jahren systematisch untersucht werden. Sozialministerin Mechthild
Ross-Luttmann (CDU) kündigte am Montag in Hannover nach einer Sitzung des Gesprächsarbeitskreises "Heimerziehung 1945-1975" ein großangelegtes Forschungsprojekt dazu an. Dabei sollen alle
Träger und Einrichtungen, die Strukturen der Unterbringung und der Heimaufsicht sowie Beschwerden und besondere Vorkommnisse unter die Lupe genommen werden.
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Entschuldigung der Kirche Ex-Heimkinder nehmen Reue an
Der Verein ehemaliger Heimkinder hat die Entschuldigung der
Evangelisch-lutherischen Landeskirche für begangene Misshandlungen angenommen. Zugleich forderte die Vereinsvorsitzende Monika Tschapek-Güntner am Donnerstag Entschädigungen in Milliardenhöhe. "Es
ist gut, dass die Kirche sich mit den Betroffenen gemeinsam hinsetzt und sie auch zu Wort kommen lässt." Jetzt müssten aber Taten folgen. Der Verein fordert daher eine finanzielle Entschädigung in
Höhe von 25 Milliarden Euro für die noch lebenden 500.000 Betroffenen, die in den 1950er- und 60er-Jahren in den christlichen Heimen misshandelt worden waren
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Die Kindheit genommen ... Der Spruch am Eingang der Pforte zum Waisenhaus in Heiligenstadt
hat sich ihm eingebrannt: "Wer sein Kind liebt, der züchtigt es." Von Mitte Februar 1952 bis 9. Januar 1959 lebte der
Heiligenstädter in dem katholischen Waisenhaus in der Kreisstadt. Sein Vater hatte sich das Leben genommen, die Mutter war mit der Erziehung überfordert. "Als Halbwaisen waren wir in den Augen der
Ordensschwestern nichts wert." ... Ihm stehen die Tränen in den Augen, und seine Geschichte klingt unglaublich. Als er als kleiner Junge ins Bett gemacht hat, sei ihm das nasse Betttuch ins
Gesicht geschlagen worden. Abends gab´s dann nichts mehr zu trinken. "Als ich nachts vor lauter Durst zum Wasserhahn ging und dabei erwischt wurde, gab es Schläge." Gewalt war wohl ebenso
Normalität wie das tägliche Beten. Mit dem Besen soll der Heiligenstädter geschlagen oder an Haaren die Treppe heruntergezogen worden sein. Prügel gab es, wenn die Arbeit im Waisenhaus nicht zur
Zufriedenheit der Schwestern verrichtet wurde.
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Gemeinsame Erklärung der Evangelisch-lutherischen Landeskirche
Hannovers und des Diakonischen Werkes der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers e.V. zu der Situation in Heimen der Jugendfürsorge in den 50er und 60er Jahren
Mit Trauer stellen wir fest, dass in unseren Einrichtungen der Jugendfürsorge in den 50er und 60er Jahren schlimmes Unrecht geschehen ist.
1. Uns beschämt, dass in den 50er und 60er Jahren unser christlicher Anspruch von der Wirklichkeit oft nicht gedeckt wurde. Insbesondere sehen wir, dass es häufig zu Gewaltanwendungen kam, ein oft
massiver psychischer Druck herrschte und in den Heimen nicht individuell fördernd auf die Kinder und Jugendlichen eingegangen worden ist. Dadurch ist die Würde der uns anvertrauten Kinder und
Jugendlichen oft nachhaltig verletzt und ihr Leben beschädigt worden. Wir setzen uns dafür ein, dass in unseren Einrichtungen ohne Gewalt, in einer Atmosphäre des Respekts, einfühlsam und achtsam
miteinander umgegangen wird. Wir wollen die Fähigkeiten und Entwicklungspotentiale des Einzelnen fördern.
2. Uns beschämt, dass die bedrückenden Einzelschicksale über lange Jahre verschwiegen und
weder aufgearbeitet noch öffentlich gemacht wurden. Die ersten Veröffentlichungen in der Mitte der 60er Jahre wurden nur wenig beachtet. Sie trugen jedoch dazu bei, dass unsere Einrichtungen sich damals
pädagogisch neu orientierten. Es sind aber fast vierzig Jahre verstrichen, bis die Betroffenen in einer breiten Öffentlichkeit Gehör gefunden haben. Wir setzen uns zusammen mit unseren Einrichtungen
dafür ein, dass die Betroffenen therapeutisch und seelsorgerlich begleitet werden. Außerdem lassen wir eine wissenschaftliche Dokumentation über die damalige Situation in den Heimen erstellen, auch um
weitere Konsequenzen aus den Versäumnissen der Vergangenheit zu ziehen.
3. Uns beschämt, dass Mitarbeitende in den Einrichtungen für ihre verantwortungsvolle Aufgabe oft unzureichend qualifiziert
waren, ihre Einbindung in ein streng hierarchisches System oft demütigend und die personelle Besetzung unzureichend war. Wir achten die Mitarbeitenden, die unter schwierigen Bedingungen Gutes wollten und
dies auch erreicht haben. Wir wissen, dass viele ehemalige Mitarbeitende bis heute unter Schuldgefühlen leiden. Wir setzen uns gemeinsam mit unseren Einrichtungen dafür ein, dass unsere Mitarbeitenden
qualifiziert ausgebildet sind und ständig entsprechend dem aktuellen Bedarf fortgebildet werden. Dazu brauchen die Teams und die Leitungen der Einrichtungen eine permanente Supervision und ein ständiges
Beratungsangebot. Grundvoraussetzung ist, dass unsere Einrichtungen die Besetzung haben, die den berechtigten Ansprüchen der Jugendlichen und Kinder gerecht wird.
4. Uns beschämt, dass die Heime
der Jugendfürsorge oft nicht auskömmlich finanziert waren. Deshalb erhielten die dort untergebrachten Kinder und Jugendlichen keine adäquate Ausbildung, sondern mussten für ihre tägliche Versorgung oft
hart arbeiten. Wir setzen uns dafür ein, dass Kinder und Jugendliche in Einrichtungen der Jugendhilfe eine qualifizierende Ausbildung erhalten und alle Kosten ihres Aufenthaltes durch die
Solidargemeinschaft gedeckt sind.
5. Uns beschämt, dass die staatliche Einweisungspraxis oft leichtfertig war, dass es an einer kompetenten Heimaufsicht gefehlt hat und das Miteinander von
Jugendämtern und Fürsorgeeinrichtungen meist unreflektiert und unkritisch gestaltet wurde. Wir setzen uns gemeinsam mit dem Gesetzgeber dafür ein, dass die Lebenssituation der Betroffenen und die
Arbeitssituation der Mitarbeitenden sowohl durch die staatliche Heimaufsicht als auch durch eine kritische Begleitung und Beratung ständig verbessert werden. ... Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann
Diakonie-Direktor Dr. Christoph Künkel Hannover, 7.Oktober 2009
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Diakonie Kirche bittet misshandelte Heimkinder um Vergebung
7. Oktober 2009, 16:20 Uhr Auf einer Tagung sprechen Opfer aus den 50er Jahren von der Gewalt: „Prügel mit Lederriemen, Gummischläuchen oder Stöcken ins Gesicht".
... „Es ist schweres Unrecht passiert. Wir wollen gemeinsam mit den Betroffenen die Situation in den Heimen aufarbeiten“, sagte Diakonie-Direktor Christoph Künkel. Die evangelische Kirche
räumte ein, dass es in den Kinderheimen häufig zu Gewaltanwendungen kam, oft massiver psychischer Druck herrschte und die Kinder nicht individuell gefördert wurden. „Dadurch ist die Würde der uns
anvertrauten Kinder und Jugendlichen oft nachhaltig verletzt und ihr Leben beschädigt worden“, heißt es in der von Landesbischöfin Margot Käßmann und Künkel unterzeichneten Erklärung.
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"Es ist schweres Unrecht passiert" Mit einer Installation aus Babypuppen erinnert ein Künstlerduo an das Leid der misshandelten Kinder.Im Skandal um misshandelte
Heimkinder in den 1950er- und 60er-Jahren haben die Evangelisch-lutherische Landeskirche und das Diakonische Werk am Mittwoch um Vergebung gebeten. Es sei beschämend, dass der christliche Anspruch von
der Wirklichkeit nicht gedeckt wurde, hieß es am Rande einer Tagung in Hannover zur Aufarbeitung der Schicksale misshandelter Heimkinder. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtete, waren bei dem Treffen auch
rund 100 Betroffene vor Ort.
Kirche räumt Gewalt ein Die evangelische Kirche räumte am Mittwoch ein, dass es in den Kinderheimen häufig zu Gewaltanwendungen kam, oft massiver psychischer
Druck herrschte und die Kinder nicht individuell gefördert wurden. "Dadurch ist die Würde der uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen oft nachhaltig verletzt und ihr Leben beschädigt worden",
heißt es in der von Landesbischöfin Margot Käßmann und Christoph Künkel unterzeichneten Erklärung.
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Wer beim Essen redete, habe «stundenlang strammstehen» müssen, wer
nicht laut genug betete, wurde «minutenlang kalt abgeduscht». Kein Einzelfall: Wissenschaftler gehen davon aus, dass während der ersten drei Jahrzehnte in der noch jungen Bundesrepublik Tausende von
Kindern unter der strengen Knute fehlgeleiteter Erzieher, Nonnen und Heimleiter gelitten haben. ... Der Marburger
Erziehungswissenschaftler Wolfram Schäfer hält diese Forderungen [Entschädigung] für gerechtfertigt. Der Forscher, der sich mit den Erziehungsheimen in Hessen auseinandergesetzt hat, erinnert daran, dass
auch Jugendliche in der DDR, die unter Repressalien zu leiden hatten, etwa im Jugendwerkhof Torgau, mittlerweile entschädigt werden. ... Die Situation im Westen war Schäfer zufolge zwar nicht
politisch motiviert, doch auch das Menschenbild in den Jugendämtern der Bundesrepublik habe bis in die 60er Jahre unter dem Einfluss wissenschaftlicher Positionen gestanden, nach denen Heimkinder als
«sozialbiologisch minderwertiges Menschenmaterial» galten. Viele Erzieher, die nach 1945 in verantwortlichen Positionen waren, seien von diesem in der NS-Zeit noch verschärften Denken beeinflusst gewesen
und hätten es auch an ihre Nachfolger weitergegeben.
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