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Entschuldigung der ev. und kath. Kirche, des Diakonischen Werkes und der Caritas

Eine förmliche, individuelle Entschuldigung des Diakonischen Werkes an die ehemaligen Heimkinder aus Volmarstein steht noch aus.

Sie verschanzen sich offensichtlich hinter dem „Runden Tisch“ und warten darauf, dass dieser eine Lösung im Umgang mit der Heimkinderproblematik mit den Ihnen bekannten Skandalen herbeifĂŒhrt.

Wir meinen: Die Kirche bzw. die Diakonie macht es sich zu einfach. Schließlich hat sie einen Großteil Verantwortung zu tragen. Sie ist seinerzeit angetreten, SchulplĂ€tze fĂŒr behinderte Kinder anzubieten. Sie hat die Eltern dieser behinderten Kinder in dem Glauben gelassen, dass diese Kinder in Heimen der Kirche besonders gut aufgehoben sind. Dabei hat die Innere Mission, die VorgĂ€ngerorganisation des Diakonischen Werkes, in ihrer Kontroll- und Aufsichtspflicht völlig versagt. Damit hat sie erst einmal die Vorraussetzung geschaffen, dass an den behinderten Kleinkindern und Kindern in dem nun  Ihnen bekanntem Ausmaß Verbrechen verĂŒbt werden konnten.

Eine aufrichtige Entschuldigung Ihres Hauses ist fĂŒr eine weitere Opfergruppe wichtig, die den Versprechen Ihrer Werber fĂŒr einen Dienst in der Diakonie vertraut hat. Hiermit meinen wir die Diakonischen Helferinnen und die DiakonenschĂŒler. Sie mussten hilflos und ohnmĂ€chtig zusehen, wie unter dem Dach ihrer Kirche kriminell und gewalttĂ€tig Kinder misshandelt wurden. Sie hat man in ein System von Unrecht und Gewalt gesteckt und wenn sie dann doch aufbegehrten, verweigerte man ihnen die Anhörung ihrer Beschwerden oder bestrafte sie dafĂŒr, das sie sich beschwert haben.

Freie Arbeitsgruppe JHH 2006

                                                                                                                                                             24.08. 2009

 Diakonie Bundesverband

Diakonisches Werk der EKD e.V.

Herr Dr. Michael HĂ€usler

14172 Berlin

Telefax 03083001122

 

Ihr Schreiben vom 17.07.09, AZ: 8830/Hr

Sehr geehrter Herr Dr. HĂ€usler!

Haben Sie herzlichen Dank fĂŒr Ihr o.g. Schreiben. Der letzte Satz darin irritiert uns jedoch sehr: „Aber die HerbeifĂŒhrung möglicher tragfĂ€higer Lösungen der Problematik muss dem Runden Tisch vorbehalten bleiben, der dafĂŒr eingerichtet wurde.“

Sie verschanzen sich offensichtlich hinter dem „Runden Tisch“ und warten darauf, dass dieser eine Lösung im Umgang mit der Heimkinderproblematik mit den Ihnen bekannten Skandalen herbeifĂŒhrt. Dabei lassen Sie völlig außer Acht, dass die Belange behinderter misshandelter Kinder am „Runden Tisch“ gar nicht berĂŒcksichtigt werden und die derzeitigen GesprĂ€chsinhalte durch die angeblichen Interessenvertreter/innen der misshandelten Kinder nicht unseren Vorstellungen entspricht.

Wir meinen: Die Kirche bzw. die Diakonie macht es sich zu einfach. Schließlich hat Sie einen Großteil Verantwortung zu tragen. Sie ist seinerzeit angetreten, SchulplĂ€tze fĂŒr behinderte Kinder anzubieten. Sie hat die Eltern dieser behinderten Kinder in dem Glauben gelassen, dass diese Kinder in Heimen der Kirche besonders gut aufgehoben sind. Dabei hat die Innere Mission, die VorgĂ€ngerorganisation des Diakonischen Werkes, in ihrer Kontroll- und Aufsichtspflicht völlig versagt. Damit hat sie erst einmal die Vorraussetzung geschaffen, dass an den behinderten Kleinkindern und Kindern in dem nun  Ihnen bekanntem Ausmaß Verbrechen verĂŒbt werden konnten.

Auch der Staat und ab 1961 auch Landesbehörden haben Ihrer Inneren Mission vertraut. Auch diese staatlichen Behörden gingen davon aus, dass diese behinderten Kinder in Ihrer evangelischen Einrichtung besonders gut aufgehoben sind und haben aus diesem Grunde - wenn auch Ă€ußerst fahrlĂ€ssig und unentschuldbar - auf Heimkontrollen im Johanna-Helenen-Heim nachweislich verzichtet.

Dieses Vertrauen hat Ihre VorgĂ€ngerorganisation in ĂŒbelster Weise missbraucht. Also sind Sie verpflichtet, Ihrerseits Lösungen aufzuzeigen, wie den ehemals Hilflosesten der Gesellschaft, nĂ€mlich behinderten Kindern, Genugtuung widerfahren kann.

Immerhin hat Ihre VorgĂ€ngerorganisation erhebliche SchĂ€den bei den Kindern ermöglicht. Einige sind in therapeutischer Behandlung, andere bekamen in Folge psychischer und physischer Gewalt zusĂ€tzliche Behinderungen, die sie in ihrer Berufswahl völlig einschrĂ€nkten. Andere wurden krank und mĂŒssen ein Leben lang medizinisch versorgt werden. Einige von ihnen leiden seit Jahrzehnten unter unertrĂ€glichen Schmerzen. Wieder anderen wurde die Beschulung verweigert, so dass sie keinen Beruf ausĂŒben konnten. Und wieder andere haben keinen sozialen Umgang mit anderen Menschen erlernt und können keinen Platz in der Gesellschaft finden. Eine weitere Gruppe wurde zur „Endlagerung“ direkt von der Kinderstation zur Pflegestation abgeschoben. Sie hat echte LebensqualitĂ€t nie erfahren dĂŒrfen. In der Konsequenz sind viele Heimkinder zu Kranken, Sozialwaisen, Arbeitslosen und/oder SozialhilfeempfĂ€ngern gemacht worden. DafĂŒr mĂŒssen diese Opfer entschĂ€digt werden. Wer diese EntschĂ€digung ablehnt oder – mit welchen HĂŒrdenaufbauten auch immer – verzögert, muss sich nach seiner moralischen Verantwortung fragen lassen.

Die Evangelische Stiftung Volmarstein hat beispielhaft und ideenreich aufgezeigt, dass in der Verantwortung stehende Rechtsnachfolger im Rahmen bestehender Möglichkeiten einen Beitrag zur Entschuldigung und Wiedergutmachung leisten können. Sie hat auf der Basis von Anregungen Betroffenereinen umfangreichen Katalog erarbeitet und in einem GesprÀch vorgestellt. Unter anderem soll ein Haus nach einem damals besonders schwer misshandelten MÀdchen benannt werden. Die Evangelische Stiftung hat sich förmlich entschuldigt.

Eine förmliche, individuelle Entschuldigung des Diakonischen Werkes an die ehemaligen Heimkinder aus Volmarstein steht noch aus. Dabei erwarten wir, dass Sie diese Heimkinder namentlich anschreiben und sich individuell bei jedem einzeln entschuldigen und dass Sie Ihr Entschuldigungsschreiben auch in der örtlichen Presse veröffentlichen. Die bisherigen ErklĂ€rungen des DiakonieprĂ€sidenten klingen formell. Außerdem wird eine Entschuldigung  erst dann glaubhaft, wenn ihr Reue und Wiedergutmachung folgen.

Insbesondere sind Sie aufgefordert, Ihren Einfluss dahingehend geltend zu machen, dass sich solche Verbrechen im Alter der Betroffenen nicht wiederholen können. Sorgen Sie dafĂŒr, dass die behinderten Heimopfer dann, wenn sie Hilfe bei der BewĂ€ltigung der letzten Jahre ihres Lebens, beispielsweise bei der Pflege und Gestaltung des Tagesablaufes, Behindertenassistenz erhalten. Es ist diesem Opferkreis nicht zuzumuten, noch einmal, nunmehr in einem Alten- oder Pflegeheim unterzukommen, um die letzten Lebensjahre ihres Lebens dahinzuvegetieren. Es muss ihnen garantiert werden, dass sie ein wĂŒrdevolles Alter in hĂ€uslicher Umgebung fĂŒhren und dass sie ihre letzten Lebensstunden ebenso dort verbringen können. Außerdem ist es wichtig, dass Sie sich dafĂŒr einsetzen, dass alle finanziellen Wiedergutmachungsleistungen nicht auf evtl. sonstige Sozialleistungen durch SozialhilfetrĂ€ger- oder RententrĂ€gerleistungen angerechnet werden dĂŒrfen.Wir beobachten sehr aufmerksam, in welcher Form Sie bereit sind, diese Forderung bei den entsprechenden staatlichen Stellen einzufordern.

Eine aufrichtige Entschuldigung Ihres Hauses ist fĂŒr eine weitere Opfergruppe wichtig, die den Versprechen Ihrer Werber fĂŒr einen Dienst in der Diakonie vertraut haben. Hiermit meinen wir die Diakonischen Helferinnen und die DiakonenschĂŒler. Sie mussten hilflos und ohnmĂ€chtig zusehen, wie unter dem Dach ihrer Kirche kriminell und gewalttĂ€tig Kinder misshandelt wurden. Sie hat man in ein System von Unrecht und Gewalt gesteckt und wenn sie dann doch aufbegehrten, verweigerte man ihnen die Anhörung ihrer Beschwerden oder bestrafte sie dafĂŒr, das sie sich beschwert haben. In einem von uns dokumentierten Fall bekam ein DiakonenschĂŒler erhebliche Schwierigkeiten, als er das Unrecht im Johanna-Helenen-Heim anprangerte. Er wurde von seinem BrĂŒderhausvorsteher bzw. dem Vertreter aufgefordert, seine Behauptungen zurĂŒckzunehmen. Dabei gingen diese jungen Menschen doch allesamt davon aus, dass Behindertenheime in kirchlicher TrĂ€gerschaft zweifelsfrei Horte christlicher NĂ€chstenliebe sind. Dieses besondere Bild ĂŒber ihre Kirche und Diakonie hat die Evangelische Kirche bei einigen von ihnen erheblich ins Wanken gebracht und in einzelnen FĂ€llen sogar ruiniert. Einige quĂ€len sich noch heute in Selbstzweifeln: Habe ich alles getan, um das Leid dieser kleinen Kinder zu verhindern oder wenigstens zu lindern? Wir, die Opfer, sind lĂ€ngst mit ihnen im Reinen. Sie konnten nicht anders. Nur wenige sind zu TĂ€tern geworden. Sie als Nachfolger der kirchlichen HeimtrĂ€ger sind aufgefordert, diese jungen Menschen öffentlich um Verzeihung fĂŒr ihr völliges Versagen zu bitten.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen

       (Helmut Jacob) 
        
Sprecher                                                                                          

Kottnik gegen Pauschallösung bei EntschÀdigung von Heimkindern

PrÀsident des Diakonischen Werkes fordert differenzierte Betrachtung

Rund 800.000 Kinder sind in den 50er und 60er Jahren in meist kirchlichen Heimen regelmĂ€ĂŸig misshandelt worden. Doch eine pauschale EntschĂ€digungslösung lehnt der PrĂ€sident des Diakonischen Werkes der evangelischen Kirche, Dieter Kottnik, ab. Es habe auch viele Jugendliche gegeben, die positive Erfahrungen in den Heimen gemacht hĂ€tten. Eine Pauschallösung sei daher ungerecht.

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... sexueller Missbrauch wurde hingegen nicht festgestellt?
... die positiven Berichte ehemaliger Heimkinder?

Gemeinsamer Newsletter der VerbÀnde im Diakonat Kaiserswerther Verband und VEDD in Zusammenarbeit mit dem Zehlendorfer Verband
Nr. 06 / Juli-August 2009
Heimerziehung in der Nachkriegszeit -
... FĂŒr die Jugendhilfe in Freistatt liegt seit Mai eine Veröffentlichung vor, im MĂ€rz berichteten Historiker ĂŒber ihre Forschungsbefunde zum Johanna-Helenen-Heim in Volmarstein; in beiden FĂ€llen haben sich viele der von Betroffenen vorgetragenen Klagen ĂŒber Misshandlungen und Erniedrigungen bestĂ€tigt, sexueller Missbrauch wurde hingegen nicht festgestellt.
... Die Position des Diakonischen Werkes der EKD in der laufenden Debatte ist unverÀndert und entspricht der von EKD und katholischer Kirche. Auch wenn die inzwischen vorgelegten Ergebnisse verdeutlichen, dass Misshandlungen und Erniedrigungen in bestimmten Einrichtungen keine EinzelfÀlle darstellten, zeigen die positiven Berichte ehemaliger Heimkinder, dass eine differenzierte Betrachtung notwendig ist.
... Es ist die Aufgabe des von uns nachdrĂŒcklich unterĂŒtzten Runden Tischs, ein gesellschaftlich akzeptiertes Bild der Heimerziehung in der Nachkriegszeit zu beschreiben und mögliche Lösungen zu erarbeiten.

Auszug aus dem Schreiben an den Kaiserswerther Verband (3012.09)

Mit einigem Erstaunen lesen wir Ihre Meldung auf Seite 4 Ihres oben geannten Newsletters:

 â€žFĂŒr die Jugendhilfe in Freistatt liegt seit Mai eine Veröffentlichung vor, im MĂ€rz berichteten Historiker ĂŒber ihre Forschungsbefunde zum Johanna-Helenen-Heim in Volmarstein; in beiden FĂ€llen haben sich viele der von Betroffenen vorgetragenen Klagen ĂŒber Misshandlungen und Erniedrigungen bestĂ€tigt, sexueller Missbrauch wurde hingegen nicht festgestellt.“

Wir wissen nicht, wie Sie zu der Feststellung gekommen sind, dass weder in Freistatt noch in Volmarstein sexuelle Missbrauch nicht stattgefunden hat. Wenn Sie den Vortrag der Historiker in Volmarstein mitgehört hÀtten, wÀren Ihnen entsprechende Hinweise nicht verborgen geblieben. Auf unserer Homepage sind in verschiedenen Opferberichten ebenfalls klare und deutliche Hinweise auf sexuellen Missbrauch in den verschiedensten Varianten veröffentlicht. Eine ganze Missbrauchsserie fand Mitte der 60er Jahre statt. In diesem Zeitraum hat sich ein Sonderschulrektor an wenigstens 4 MÀdchen und einigen Jungen sexuell vergriffen.

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MitgliedshÀuser des Kaiserswerther Verbandes
unter anderen:

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LiebestĂ€tigkeit fĂŒr die Volksgemeinschaft
Der Kaiserswerther Verband Deutscher DiakonissenmutterhÀuser In den ersten Jahren des NS-Regimes
von Heide-Marie Lauterer 1994
hier klicken
 

 

Dort starb am 20. 06. 09 die Königsberger Schwester Diakonisse Jenny Zoller

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Geistlich grĂŒndet das Diakonissen-Mutterhaus im Evangelium von Jesus Christus. Sein Name bezieht sich insbesondere auf die Beispielgeschichte vom barmherzigen Samariter (Lukasevangelium 10, 25-37). Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter zĂ€hlt zu den bekanntesten ErzĂ€hlungen Jesu im Neuen Testament. Es gilt als Appell zur tĂ€tigen NĂ€chstenliebe.

Email des Kaiserswerther Verbandes vom 20.01.10:

Sehr geehrter Herr Jacob,
haben Sie vielen Dank fĂŒr Ihr informatives Schreiben, das ich mit Nachdenklichkeit gelesen habe.
In der Zwischenzeit habe ich auch mit der Vorsitzenden unseres Theologischen Ausschusses, Oberin Sr. Marianne AnschĂŒtz, gesprochen, wie Sie sicher wissen, da uns sehr an dem Thema liegt und wir uns eine gute Aufarbeitung des Themas wĂŒnschen. Sie wird Ihnen dies auch gesagt haben, da sie Sie einladen wollte zu einer Aufarbeitungstagung nach Witten.
Wir werden uns auch innerhalb des Verbandes noch intensiver mit diesem Thema befassen. Allerdings sind es die einzelnen HĂ€user, die die historische Aufarbeitung dann auch leisten und umsetzen mĂŒssen, das kann ich seitens des GeschĂ€ftsstelle des Verbandes nicht. Wir bemĂŒhen uns um Information unserer Mitglieder und sollte diese nicht korrekt (gewesen) sein, so nehmen wir Hinweise hierzu gerne auf und gehen diesen nach.
Wie Sie an unserer homepage feststellen können, habe ich deshalb auf Ihr Schreiben hin veranlasst, dass unser Rundbrief ĂŒberarbeitet wird, was in der Zwischenzeit auch geschehen ist.
Dies mail erhalten neben Oberin Sr. Marianne AnschĂŒtz auch die GeschĂ€ftsfĂŒhrer der beiden anderen 'VerbĂ€nde im Diakonat' zur Kenntnis, Diakon C. Christian Klein fĂŒr den VEDD und Herr Pfr. Dr. Martin Zentgraf fĂŒr den Zehlendorfer Verband, da unser ViD-Newsletter ein gemeinsamer Newsletter ist.
Mit freundlichen GrĂŒĂŸen und mit guten WĂŒnschen fĂŒr - und bitte sprechen Sie mich gerne wieder an
Ihre Christine-Ruth MĂŒller
Kaiserswerther Verband
- GeschÀftsstelle -
Landhausstraße 10
10717 Berlin
Tel. +49 (030) 86 424-170
Fax +49 (030) 86 424-169

Link

TextĂ€nderung im VID-Newsletter 6-2009, Seite 4, Artikel "Heimerziehung in der Nachkriegszeit - Sicherung von Akten ĂŒber ehemalige Heimkinder":
FĂŒr die Jugendhilfe in Freistatt liegt seit Mai eine Veröffentlichung vor, im MĂ€rz berichteten Historiker ĂŒber ihre Forschungsbefunde zum Johanna-Helenen-Heim in Volmarstein; in beiden FĂ€llen haben sich viele der von Betroffenen vorgetragenen Klagen ĂŒber Misshandlungen und Erniedrigungen bestĂ€tigt.

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 13.09.09 Fragen an DiakonieprĂ€sident Kottnik
zum Interview DiakonieprÀsident Kottnik mit dem Deutschlandradio Kultur
Wiedergabe auf der Homepage des Senders am 15. 06. 2009
 Sehr geehrter Herr Kottnik, bitte klĂ€ren Sie mich auf:
1. Auf welchen Zeitraum bezieht sich Ihr positives Beispiel?
2. In welchem Zeitraum konnten Sie von nach Ihrer Feststellung sehr guten Erfahrungen partipizieren?
Sollten Sie weitere Beispiele positiver Heimunterbringungen aus der Zeit 1950 bis 1975 kennen, wĂ€re ich fĂŒr eine Weitergabe dieser Geschichten an mich dankbar. Solche positiven Erinnerungen Ehemaliger mĂŒssen einfach auch dokumentiert werden, um das schiefe Bild dieser Zeit zu korrigieren. Oder sehen Sie irgendwelche Hindernisse, die einer Veröffentlichung entgegenstehen?

 
Antwort am 14.10.09:
Diakonie Bundesverband
Diakonisches Werk der EKD e.V. Postfach 33 02 20 114172 Berlin
Zentrum Kommunikation
Archiv des
Diakonischen Werkes der EKD
Dr. Michael HĂ€usler Altensteinstraße 53 14195 Berlin
Telefon: +49 30 830 01-561 Telefax: +49 30 830 01-122
archiv@diakonie.de www.diakonie-archiv.de
Berlin, 14. Oktober 2009
AZ: 8830/H r (bitte stets angeben)
Heimerziehung in der Nachkriegszeit
Ihr Schreiben an PrÀsident Kottnik vom 13.9.2009
...
Herr Kottnik wies darauf hin, dass viele Menschen in den 50er bis 70er Jahren als Bewohner gute und sehr gute Erfahrungen in Kinder- und Erzie­hungsheimen gemacht haben. In seiner Funktion als Leiter einer großen Einrichtung haben ihm ehemalige Heimkinder davon berichtet, so dass er an ihren geschilderten Erfahrungen teilhaben konnte. Ich bin sehr zuversichtlich, dass gerade der unbefan­gene Hörer die Aussagen von PrĂ€sident Kottnik in diesem Sinne verstanden hat.
Am Ende Ihres Schreibens weisen Sie darauf hin, dass solche positiven Erinnerun­gen Ehemaliger ebenfalls dokumentiert werden mĂŒssen, um das schiefe Bild dieser Zeit zu korrigieren. Das wĂ€re in der Tat wĂŒnschenswert. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass allein der Hinweis darauf, dass es Menschen gibt, die sich gern an ihre Zeit im Heim erinnern, von manchen ehemaligen Heimkindern, die Miss­handlungen und DemĂŒtigungen erleben mussten, als Versuch angesehen werden, die GlaubwĂŒrdigkeit ihres Zeugnisses zu leugnen. Das ist aber gerade nicht unsere Intention, so dass wir uns mit der Veröffentlichung solcher Beispiele zurĂŒckhalten.

Link

02. Dez. 2009
An die Ratsvorsitzende
der Evangelischen Kirche von Deutschland
Frau Dr. Margot KĂ€ĂŸmann
HerrenhÀuser Str. 12
30419 Hannover
Fax: 0511 / 27 96 - 707
 

Sehr geehrte Frau Vorsitzende!
 

FĂŒr Ihr Amt der Vorsitzenden des Rates der Evangelische Kirche wĂŒnschen wir Ihnen die FĂŒhrung Gottes bei der BewĂ€ltigung Ihrer vielen Aufgaben.
Wir sind ein kleiner Kreis, der die Gewalt und die Verbrechen an behinderten Klein- und Schulkindern im Johanna-Helenen-Heim in den drei Nachkriegsjahrzehnten aufarbeitet. Da Ihnen die Thematik im Zusammenhang mit Heimkindern der FĂŒrsorgeerziehung und Freiwilligen Erziehungshilfe bekannt ist, können wir uns umfangreiche ErklĂ€rungen ersparen.

Dankbar haben wir Ihre Entschuldigung und Scham ĂŒber die Verbrechen an Heimopfern vom Januar und vom 17. Oktober dieses Jahres zur Kenntnis genommen. Dabei haben Sie allerdings keinen Bezug auf die misshandelten behinderten Kinder in Heimen Bezug genommen. Wir hoffen nun, dass Sie in Ihrem neuen Amt, mehr als zuvor, die Möglichkeit haben, Ihren Einfluß dahingehend geltend zu machen, dass alle Opfer EntschĂ€digungen fĂŒr die erlittenen Verbrechen erhalten. Machen Sie bitte Ihren Einfluß geltend, damit die finanziellen EntschĂ€digungen nicht auf vorhandene Sozialleistungen angerechnet werden.

So unterstĂŒtzt auch unser Arbeitskreis die Forderungen von Opfern der Erziehungshilfe in der damaligen Zeit nach finanzieller EntschĂ€digung, Anrechnung der Zwangsarbeitszeit auf die Rentenleistungen, Hilfe bei der Verhinderung von Armut, die auch dadurch entstanden ist und immer wieder entsteht, dass viele Opfer ein „normales“ Leben in der Gesellschaft mit sozialer und beruflicher Integration nach ihren schrecklichen Jahren nicht mehr fĂŒhren konnten.

Dringend notwendig ist auch Hilfe im Alter. Viele Opfer, Zeit ihres Lebens traumatisiert durch ihr Heimleben in der Kindheit oder Jugend, stehen vor der TĂŒrschwelle zum Altenheim. Davor fĂŒrchten sie sich sehr und das zurecht. Wir erwarten, dass die Evangelische Kirche, zusammen mit dem Bund und mit den LĂ€ndern dafĂŒr sorgt, dass es ausgeschlossen ist, dass aus den Opfern von damals erneut Opfer werden. Die damals GeschĂ€digten bedĂŒrfen der besonders liebevollen Betreuung und umfangreicher Hilfen und Freizeitmaßnahmen im Alter. Das gilt besonders fĂŒr behinderte Menschen, weil sie weitaus hilfloser sind. Ihnen muss garantiert werden, dass die zustĂ€ndigen Heimaufsichten aufmerksam kontrollieren und sofort einschreiten, wenn Zeichen der VernachlĂ€ssigung spĂŒrbar werden. Dazu kann die Evangelische Kirche ebenso beitragen. Was spricht dagegen, zum staatlichen Kontrollsystem eine kirchliche Revision zu installieren? So viel Geld muss da sein und als Zeichen der Wiedergutmachung in die kirchlichen HaushaltsplĂ€ne eingefĂŒgt werden.

Die Unterbringung unserer behinderten Heimopfer in einem Altenheim ist nicht mehr zumutbar. Sie wĂ€re eine erneute Gewalt gegen die damals Geschundenen und GequĂ€lten. Hier wĂ€re ein besonderes Engagement der Kirche erforderlich. Zwar bietet die soziale Gesetzgebung Behinderten die Inanspruchnahme von Behindertenassistenz. Um diese Hilfe zu erhalten, mĂŒssen Behinderte jedoch oft jahrelang und permanent kĂ€mpfen. Sie sind aufgefordert, nunmehr mitzukĂ€mpfen, damit den Opfern diese Assistenz finanziert wird.

Sie finden unseren Aufarbeitungsprozess auf der Homepage www.gewalt-im-jhh.de dokumentiert. Zum Beginn des kommenden Jahres wird auch eine entsprechende Buchdokumentation zweier Historiker im Handel sein.

Wir hoffen, dass Sie mit Ihrer Stimme viel bewegen.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
 
 (Helmut Jacob) 
     Sprecher  
 

Antwort der EKD am 23.02.2010

Sehr geehrter Herr Jacob,

die Vorsitzende des Rates der EKD, Frau Landesbischöfin Dr. KĂ€ĂŸmann, hat mich gebeten, auf Ihr Schreiben zu antworten. Sie dankt Ihnen fĂŒr Ihre guten WĂŒnsche zur Wahl als Vorsitzende des Rates der EKD. Bitte sehen Sie es mir nach, dass erst jetzt eine Antwort kommt. Hier lag ein BĂŒroversehen vor.

Der von Ihnen aufgezeigte Zusammenhang zwischen den MissstĂ€nden in der Heimerziehung der Nachkriegszeit, die Thema des Runden Tischs Heimerziehung in Berlin sind, und den berichteten FĂ€llen von Gewalt im Bereich der Behindertenhilfe, die dort nicht behandelt werden, ist durchaus nachvollziehbar und hat seine Ursachen offenbar in vergleichbaren Mangelsituationen und fragwĂŒrdigen Erziehungs- und Wertvorstellungen der damaligen Zeit. Deshalb ist es sehr begrĂŒĂŸenswert, dass sich die Einrichtungen und VerbĂ€nde der evangelischen Behindertenhilfe mit zunehmender IntensitĂ€t den Fragen der Gewalt in der Behindertenarbeit stellen.

In Ihrem Schreiben sprechen Sie weiterhin die Notwendigkeit der QualitĂ€ts­sicherung in Altenheimen an. Ich kann gut verstehen, dass Menschen, die als Kinder und Jugendliche leidvolle Erfahrungen in Heimen gemacht haben, Angst vor einem Leben als alter Mensch im Heim haben. Diese Sorge scheint mir aber nicht aus den heutigen VerhĂ€ltnissen in den Alten- und Pflegeheimen begrĂŒndet zu sein. Neben der gesetzlich geregelten staatlichen Heimaufsicht erfolgen regelmĂ€ĂŸige, ab 2011 jĂ€hrliche Besuche des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen in den Heimen, deren Ergebnisse kĂŒnftig veröffentlicht werden sollen. Die Heime der Diakonie besitzen mit dem „Diakonie-Siegel Pfleg" ein eigenes Instrument zur QualitĂ€tssicherung, durch das die Einhaltung der QualitĂ€tsstandards auch fĂŒr die Öffentlichkeit ĂŒberprĂŒfbar wird. Daneben

verfĂŒgen die großen TrĂ€ger der evangelischen Altenhilfe ĂŒber ein zentrales QualitĂ€tsmanagement, das die eigenen, dezentralen Heime regelmĂ€ĂŸig ĂŒberprĂŒft. Diese Maßnahmen scheinen gut geeignet, das Risiko von schlechter Pflege und lieblosem Umgang nach KrĂ€ften zu minimieren. DarĂŒber hinaus will ich mich in Verbindung mit dem Diakonischen Werk der EKD gern dafĂŒr einsetzen, dass die jeweiligen Einrichtungen der Diakonie die von Gewalt und Missbrauch betroffenen ehemaligen Heimkinder mit Behinderungen bei ihren AntrĂ€gen auf Persönliche Assistenz nach KrĂ€ften unterstĂŒtzen.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen

Dr. Hans Ulrich Anke

- VizeprÀsident -

Protest-Antwort der FAG JHH 2006 am 1.03.2010

Wiedergutmachung der Evangelische Kirche Deutschlands an behinderten Heimopfern
Ihr Schreiben vom 23.02.2010

Sehr geehrter Herr Dr. Anke!

Ihr o.g. Schreiben hat uns empört. Es beinhaltet eine Aneinanderreihung von reichlich bekannten GemeinplĂ€tzen. Wir haben das GefĂŒhl, dass Sie inhaltlich auf unser Schreiben vom 02.12.2009 ĂŒberhaupt nicht eingegangen sind, obwohl Ihnen der Brief fast 3 Monate vorlag.

Das heute angeblich alles besser sein soll, als damals, erfahren wir fast tĂ€glich. Engagierte Menschen wie Claus Fussek können Ihre Meinung schon seit mehr als einem Jahrzehnt ĂŒberhaupt nicht mehr teilen, trotz der verschiedenstens Heimaufsichten. Von dem Versagen dieser Aufsichten  damals wie heute zeugen auch immer wieder Skandale, die die Öffentlichkeit erreichen und sicher nur die Spitze des Skandalberges darstellen. Von diesen Skandalen sind die Einrichtungen unter Evangelischer TrĂ€gerschaft keinesfalls ausgenommen.

Ihr letzter Satz beinhaltet nur beim Überfliegen einen hoffnungsvollen Ansatz fĂŒr uns. Bei nĂ€herer Betrachtung kommt heraus, dass Sie sich lediglich dafĂŒr einsetzen, dass die ESV bei der Antragsstellung hilft. Dieser Einsatz Ihrerseits ist völlig ĂŒberflĂŒssig und ĂŒberhaupt nicht hilfreich, weil die ESV uns diese Hilfe bereits im Juli 2009 fest zugesagt und protokolliert hat. Sie ist auch auf unserer Homepage dokumentiert.

Völlig unbeantwortet lassen Sie die Frage nach Ihrem Engagement in Sachen OpferentschĂ€digung. Immerhin leben auch aus unserem Kreise viele Ehemalige in Armut, weil sie aufgrund fehlender Beschulung nie einen Beruf erlernen konnten oder einen solchen aufgrund und infolge körperlicher und psychischer Misshandlungen nicht ausĂŒben konnten. Kinder, die man pschisch so misshandelt hat, dass sie sich schwere Sprachbehinderungen zugezogen haben, hatten auf dem freien Arbeitsmarkt quasi keine Chancen. Bei anderen Misshandlungen, z.B. im Rahmen von medizinischen Falschbehandlungen ist es Ă€hnlich. Wir erwarten eine Stellungnahme, in welchem Rahmen Ihre Kirchenleitung den Opfern eine Opferrente gewĂ€hrt, damit sie, wenn sie schon eine unwĂŒrdige Kindheit erlebten, wenigstens ihren Lebensabend in WĂŒrde erleben dĂŒrfen.

Auf unsere Bitte, Ihren Einfluß geltend zu machen, damit die finanziellen EntschĂ€digungen nicht auf vorhandene Sozialleistungen angerechnet werden, sind Sie mit keinem Wort eingegangen.

„Die Unterbringung unserer behinderten Heimopfer in einem Altenheim ist nicht mehr zumutbar. Sie wĂ€re eine erneute Gewalt gegen die damals Geschundenen und GequĂ€lten. Hier wĂ€re ein besonderes Engagement der Kirche erforderlich.“ Auch auf diese Zentralforderung in unserem letzten Schreiben gehen Sie konkret nicht ein, verweisen auf angeblich gut funktionierende Heimaufsicht, verkennen jedoch, dass selbst bei allerbestem Heim eine Unterbringung nicht infrage kommt, weil jedes Vertrauen verspielt ist und allein der Gedanke an einen weiteren Heimaufenthalt retraumatisierend wirkt. Wir erwarten eine klare Aussage darĂŒber, in welcher Form sich die Kirchenleitung einbringt, um weitere Heimaufenthalte aktiv und ohne Delegierung an die ESV zu verhindern. Unseres Erachtens sind hier GesprĂ€che auf höchster Bundes- und Landesebene nötig.

Zur dadurch notwendigen Behindertenassistenz schrieben wir Ihnen: „Sie sind aufgefordert, nunmehr mit zu kĂ€mpfen, damit den Opfern diese Assistenz finanziert wird.“ Auch hierzu nehmen Sie keine Stellung. Kann /soll dieses Problem ebenso nur auf höchsten Ebenen geregelt werden?

Wir mĂŒssen Ihren Brief als weiteren Versuch von Vertröstungen bis zu den Ergebnissen des Runden Tisches in Berlin werten. Mit diesem Taktieren fĂŒhlen wir uns, die Heimopfer, fĂŒhlen sich aber auch unsere nicht behinderten Freunde ein weiteres Mal misshandelt. Bitte teilen Sie uns endlich und konkret mit, welche Wiedergutmachungen Sie – beispielsweise fĂŒr das völlige Versagen der Inneren Mission –uns Heimopfern leisten wollen. Ihre Stellungnahme erbitten wir umgehend, damit sich nicht der Eindruck festigt, dass Sie nur auf Zeit spielen und lĂ€ngst die biologische Lösung des Problems anvisiert haben könnten.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
 

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 28. Januar 2010

Herrn Pfarrer
Klaus-Dieter Kottnik
PrÀsident des Bundesverbandes Diakonie
14195 Berlin
Telefax: 030 830 01 555

Presseverlautbarungen zu Ihren Äußerungen bzgl. EntschĂ€digungen von Heimopfern

„Berlin - Der PrĂ€sident des Diakonischen Werks, Klaus-Dieter Kottnik, hat sich fĂŒr eine Wiedergutmachung an ehemaligen Heimkindern ausgesprochen. Es sei auch "eine finanzielle UnterstĂŒtzung sinnvoll", sagte Kottnik dem EPD am Freitag in Berlin, wo der "Runde Tisch Heimkinder" einen Zwischenbericht vorlegte. Der Umfang möglicher EntschĂ€digungen lasse sich aber noch nicht absehen, sagte Kottnik. Der Bericht jedenfalls sei "erschĂŒtternd"; ihn schmerze, so der DiakonieprĂ€sident, "dass diakonische Einrichtungen daran beteiligt waren". Durch den Zwischenbericht des Runden Tisches, auf den sich sowohl Heimkindervertreter als auch Vertreter der Kirchen, des Bundes und der LĂ€nder verstĂ€ndigt haben, werde öffentlich anerkannt, "dass jungen Menschen, die man damals FĂŒrsorgezöglinge nannte, Gewalt angetan worden ist", so Kottnik.“
http://www.welt.de/die-welt/politik/article5950666/Diakonie-will-fruehere-Heimkinder-entschaed igen-lassen.html


Sehr geehrter Herr PrÀsident!

Mit Genugtuung haben wir zur Kenntnis genommen, dass Sie nunmehr auch EntschĂ€digungsleistungen fĂŒr Heimopfer befĂŒrworten. Der Zwischenbericht des Runden Tisches Heimkinder hat wohl zu einer Änderung Ihrer Meinung beigetragen.

Sicher ist Ihnen auch der vorlĂ€ufige Bericht der Historiker Schmuhl/Winkler zur Kenntnis gekommen, der ĂŒber die Verbrechen an den behinderten Heimkindern in den 50er und 60er Jahren in Volmarstein umfangreich Auskunft gibt. Der endgĂŒltige Bericht der Historiker wird keine Änderungen der Forschungen, allenfalls weitere Ergebnisse und VervollstĂ€ndigungen aufzeigen.

So ist es unseres Erachtens an der Zeit, endlich auch fĂŒr den Bereich der behinderten Heimopfer zu EntschĂ€digungslösungen zu kommen. Ein Abwarten auf den Endbericht des Runden Tisches ist schon aus dem Grund nicht sinnvoll, weil hier die Verbrechen an SĂ€uglingen, Vorschulkindern und behinderten Kindern keine BerĂŒcksichtigung findet. So sind Ihre Initiativen mehr denn je gefragt.
Zwar versucht die Evangelische Stiftung Volmarstein intern, zahlreiche BeitrĂ€ge im Sinne von Wiedergutmachung zu leisten, dies kann aber nur ein „Tropfen auf den heißen Stein“ sein. Einzelne WiedergutmachungsbemĂŒhungen der Evangelischen Stiftung, die wir immer wieder wĂŒrdigen und unter Wahrung des Datenschutzes auch auf unserer Homepage veröffentlichen, können nicht den Bedarf aller Opfer des Johanna-Helenen-Heims abdecken.

Es geht in EinzelfĂ€llen auch um einmalige EntschĂ€digungen. Diesen Wunsch können wir nachvollziehen; darum bitten wir Sie, uns Ihre Überlegungen mitzuteilen, in welchem Umfang Sie einmalige finanzielle EntschĂ€digungen leisten wollen.

Ein Großteil der Opfer, die wir vertreten, kann es sich verstĂ€ndlicherweise nicht vorstellen, den Lebensabend in einem Heim zu verbringen. Es wĂ€re eine Zumutung, dies von unseren vielfach geschĂ€digten damaligen Schulkindern zu verlangen. Darum ist es notwendig, dass Sie endlich in einen Dialog mit der Evangelischen Stiftung Volmarstein und den LandschaftsverbĂ€nden Rheinland und Westfalen eintreten und ein Konzept entwickeln, das den Forderungen nach Behindertenassistenz Rechnung trĂ€gt. Schwerstbehinderten wird schon heute Behindertenassistenz gewĂ€hrt, aber die Antragstellung ist immer wieder eine Tortur. Dies weiß der Sprecher aus eigenem Erleben. Im Zuge des Antragsverfahrens Behinderter muss um jede halbe Stunde gerungen werden. So zieht es sich Jahre hin, bis der bedĂŒrftige Behinderte optimal Behindertenassistenz erhĂ€lt. Mit dieser QuĂ€lerei muss fĂŒr die behinderten Heimopfer Schluss sein. Es muss eine Lösung unter den drei Gremien gefunden werden, dass die Behindertenassistenz einfach organisiert und finanziert wird. Die Evangelische Stiftung hat sich bereits bereit erklĂ€rt, bei der Antragstellung einzelner Heimopfer Hilfestellung zu geben. Sie mĂŒssen die LandschaftsverbĂ€nde davon ĂŒberzeugen, dass in diesen besonderen FĂ€llen auf möglichst viel BĂŒrokratie verzichtet wird. In unseren FĂ€llen braucht nicht individuell nachgeprĂŒft werden, wer Opfer ist. Es sind alle damaligen Kleinkinder und Schulkinder aus der genannten Zeit. Schon die rĂ€umliche Enge war eine tĂ€gliche Bestrafung der Kinder!

FĂŒr diejenigen, die nicht mehr im Einzugsbereich der oben genannten KostentrĂ€ger sind, gilt es, ebenfalls vergleichbare Lösungen zu finden. Nötigenfalls wĂ€ren entsprechende Leistungen aus einem Fonds zu finanzieren.

ÜberfĂ€llig ist allerdings auch eine Entschuldigung des Diakonischen Werkes als Rechtsnachfolger der Inneren Mission dafĂŒr, dass diese nicht kontrolliert hat, wie es den Kindern unter ihrem Dach geht. SpĂ€testens jetzt, nach dem Zwischenbericht der Historiker und dem des Runden Tisches Berlin sollten die Heimopfer jeweils individuell entsprechende Äußerungen von Ihnen erhalten.

Wir betonen ausdrĂŒcklich, dass wir die Initiative des Pfarrers, Herrn Dierk SchĂ€fer, nachdrĂŒcklich begrĂŒĂŸen, der einen Bußaufruf gestartet hat. Hier der entsprechende Link:
http://www.gewalt-im-jhh.de/Bussaufruf_Dierk_Schafer/bussaufruf_dierk_schafer.html

Ungeachtet unserer Forderungen an Sie und an staatliche Stellen sollen Sie wissen, dass Heimopfer nicht nur fordern, sondern auch fördern. Wir unterstĂŒtzen beispielsweise das Jahresspendenprojekt der Evangelischen Stiftung Volmarstein fĂŒr ein neues Kinderheim mit unserer Aktion „Kuscheliges Kinderheim“. Hier der Link:
http://www.gewalt-im-jhh.de/Aktion_KK_-_Kuscheliges_Kinder/aktion_kk_-_kuscheliges_kinde r.html

Wir rechnen mit Ihrer UnterstĂŒtzung und erwarten Ihre weiterfĂŒhrenden Antworten.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen